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„Search Engine Strategies 2009“: Zerstörte Mythen, Social Media und 3,765767 Prozent – Abschluss der Suchmaschinen-Konferenz

„Search Engine Strategies 2009“: Zerstörte Mythen, Social Media und 3,765767 Prozent – Abschluss der Suchmaschinen-Konferenz

Die Suchmaschinen-Konferenz „Search Engine Strategies 2009“ in Berlin ist inzwischen vorbei und unser Gastautor Olaf Kopp hat noch einige interessante Informationen, Anekdoten und Fotos mitgebracht. Olaf Kopp ist Dipl. Kaufm. und CEO/Inhaber von SEM Deutschland. Nachfolgend seine Eindrücke zu Tag 2 der Konferenz und sein Gesamtfazit.

Der zweite Konferenztag der Strategies (SES) Berlin 2009 begann mit einer sehr interessanten Eröffnung von Online Marketing Urgestein Bill Hunt, der auf die Themen „Klassisches Marketing vs. Search Marketing“ und den Einfluss von Keywords auf diverse Marketingbereiche auch neben SEO, und SEA einging, wie z.B. die Produkt-Kommunikation oder Content-Veröffentlichung. Ferner wies Hunt darauf hin, dass die Unternehmen in Sachen PR-Arbeit umdenken müssen: weg von den Infos nur für Journalisten, hin zur Konsumenten-PR. Hunt kritisierte zudem die Marketingkampagnen von Bing, die eher an Shampoo-Werbung erinnerten und nicht mit Hard Facts aufwarten könne, wie beispielsweise die konkreten Vorteile gegenüber Google. Zusammengefasst wies Hunt darauf hin, mehr auf die Kunden zu hören und die Kommunikation dementsprechend anzupassen. Sein Aufforderung an die Unternehmen: „Stop Talking, begin listening!“

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„Wenn ich nicht kochen kann, bringen die besten Tools nichts“

Die Session „Landingpages“ ging um Möglichkeiten wie man seine AdWords-Anzeigen und Landingpages optimieren kann und wie man tracken und analysieren sollte. Einhellige Meinung zu Tools war dabei, dass Tools nur eine Ergänzung sind. Timo Aden brachte es auf den Punkt: „Wenn ich nicht vernünftig kochen kann, bringen mir auch die besten Tools nichts.“

Mario Fischer, der sich u.a. einen Namen durch sein Online-Marketing-Buch „Website Boosting“ gemacht hat, amüsierte das Publikum mit einigen äußerst kuriosen AdWords-Anzeigen inbesondere von großen Firmen wie z.B. eBay, Amazon Lycos oder Billiger.de. Amazon verkauft z.B. Bomben oder bei billiger.de gibt es Frauen - alle offensichtlich durch Keyword Insertion hervorgerufen.

SEO-Mythen gnadenlos zerstört

Um 11.30 Uhr begann dann das mit großer Spannung erwartete Panel „SEO Mythbusters“ mit Alan Webb (Abakus), Marcus Tandler, Heiko Eckert (bigmouthmedia) und Johannes Beus (Sistrix). Hier wurde erwartungsgemäß mit dem einen oder andere SEO-Mythos aufgeräumt. So wurde z.B. wiederlegt, dass die Toplevel Domain einen Einfluss auf das Ranking hätte. Johannes Beus: „Den Wert einer Domain kann man nicht an der Top Level Domain festmachen.“

Alan Webb ging auf die Keyworddichte auf Websites ein und machte klar, dass es weniger darauf ankommt, dass man den proklamierten Optimalwert von 3,765767 Prozent erreicht, sondern mehr auf die die Keyword-Verteilung achten sollte. Zudem mache die Keyword Density eh nur 17 Prozent der im Google-Algorithmus vorkommenden Kriterien aus. Zudem wies er daraufhin, dass auch Grafiklinks sogar ohne Alt-Tag positiven Einfluss auf die Wertigkeit einer Seite haben können.

Heiko Eckert vertrat die doch recht provokante Meinung, dass eine sprechende URL keine große Auswirkung auf das Ranking habe. Vielmehr würde eine sprechende URL die Klickrate erhöhen und hätte durch den erzeugten Traffic eher einen indirekten Einfluss auf das Ranking. Der Punkt, ob Google jetzt auch Flash lesen kann, wurde relativ schnell mit dem Hinweis beiseite gelegt, dass zukünftig nicht Flash sondern Ajax die SEOs vor Probleme stellen wird. Eine etwas längere und einzige Diskussion entstand zum Thema „Content vs. Links“. Zu Start der Diskussion äußerte sich Marcus Tandler wie folgt: „Content ist nicht King sondern höchstens Prinzessin. Links sind King!“ Daraufhin schaltet sich Moderator David Radicke in die Diskussion ein, um die Stellung des Contents zu retten.

Letztlich war es doch etwas überraschend, dass es bei so einem doch teilweise spekulativen Thema wie SEO zwischen den Teilnehmern des Panels so gut wie keinen Meinungsverschiedenheiten gekommen ist und selbst bei dem Thema Content vs. Links am Schluss ein gemeinsamer Nenner gefunden wurde: „Erst seinen eigenen wertvollen Content aufbauen und unter Kontrolle bekommen, dann Links aufbauen.“

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Social Media und das liebe Geld

Ich muss sagen, dass mich das Programm am zweiten Tag vor einige Kompromisse gestellt hat und ich das eine oder andere Thema auf Kosten eines anderes links liegen lassen musste. Statt für das Thema „Duplicate Content“ entschied ich mich nach der Mittagspause für „Taktik: Live Webseiten Kritik durch SEO Experten“ die da waren: Mathias Sieg, Thomas Promny, Alan Webb und Pascal Fantou. Dort wurden vom Publikum vorgeschlagene Websites von den Panelteilnehmern auf SEO-Herz und -Nieren geprüft.

Typische Fehler, die dort aufgedeckt wurden, waren z.B. komplette Großschreibung im Seitentitel, zu lange Titel, zu allgemeine Keywords (nicht Conversion-orientiert), Duplicate Content von externen Seiten etc.

Im nächsten Panel ging es darum, in echten Return On Investment umzuwandeln. Das Thema Social Media erlebt derzeit einen Hype, aber es fehlen bisher die klaren Erfolgsstorys in puncto Monetarisierung. Das Panel sollte Ansätze bieten, wie dies gelingen kann. Christian Clawien, Teamleiter für Social Media & PR vom Social-Bookmark-Portal Mister Wong, geht davon aus, dass 2010 das spannende Jahr für die Entwicklung von Facebook und StudiVZ im Vergleich sein wird.

Laut Tadeus Szewczyk (SEO-Blogger) werden international gesehen die Social Media Kanäle MySpace, Digg, Delicious immer weiter verdrängt werden durch Blogs, Facebook sowie in erster Linie Twitter. Sie spielen tweilweise schon jetzt keine relevante Rolle mehr. In Deutschland sieht das laut Tadeus noch etwas anders aus. Dort seien Blogs, MySpace, Facebook, die VZ-Netzwerke, XING, Mister Wong und natürlich Twitter die bestimmenden Social-Media-Plattformen. Highlight dieses Panels war Mario Fischer, der kurz auf seinen Disput mit der Dmexco und dem BVDW eingegangen ist und wieder mal die Lacher auf seiner Seite hatte. Wer einmal die Chance hat, einen Vortrag von Mario Fischer egal zu welchem Thema zu sehen, sollte dies tun.

Im Endeffekt muss man sagen, dass das Thema Social Media Marketing immer noch in erster Linie ein Mittel zum Kundenbeziehungs-Management, zum Branding und zum Linkbuilding ist.

Mario Fischer hat hierzu das letzte Wort: „Hardselling wird über Social Media nicht funktionieren.“

Schlussfazit

Das war also die SES Berlin 2009. Wie war es? Es fing mit den Workshops recht langsam an, nahm aber an den zwei Konferenztagen an Fahrt auf. Ich fand es gut und muss jetzt erstmal die Eindrücke verarbeiten.

Links zu Gastautor Olaf Kopp

Fotogalerie

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2 Antworten
  1. von Pascal am 27.11.2009 (13:35 Uhr)

    Schöner Artikel. Muss echt interessant gewesen.

    Grüße an dieser Stelle an dich Olaf! :)

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  2. von Dreckfuhler am 25.03.2010 (09:34 Uhr)

    Im Absatz "SEO-Mythen gnadenlos zerstört":
    1) "wiederlegt" muß "widerlegt" lauten
    2) "daraufhin" muß "darauf hin" lauten

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