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Startups

Secret: Das ist der neue App-Hit aus San Francisco

     Secret: Das ist der neue App-Hit aus San Francisco

App-Hit: Secret von zwei ehemaligen Google-Mitarbeitern. (Foto: Secret)

Über dieses Startup spricht derzeit jeder: Die neue App „Secret“ lässt Menschen anonym und hemmungslos Geheimnisse teilen. Eigentlich gibt es die App nur in den USA. Mit einem kleinen Trick lässt sie sich aber auch auf deutschen iPhones installieren und nutzen.

Secret: Der virtuelle Ablasshandel im 21. Jahrhundert

Es ist der neueste Schrei aus dem Silicon Valley: Die Rede ist von „Secret“, einer neuen iPhone-App, mit der Menschen anonym und hemmungslos Geheimnisse mit Freunden teilen können. Weil derzeit jeder darüber spricht, berichtet und auch lacht, gelingt dem kleinen Startup aus San Francisco ein echter PR-Stunt.

Hinter Secret stecken Chrys Bader und David Byttow. Beide haben schon für den Internetkonzern Google und verheißungsvolle Startups wie etwa den Bezahldienst Square oder die Blogging-Plattform Medium gearbeitet. Dort erklären sie jetzt auch, warum die Welt eine App wie Secret braucht: „Wir haben Secret entwickelt, damit Menschen wieder ehrlich zu sich selbst sein können“, schreiben die Macher. Das Problem: In Sozialen Netzwerken teilen wir für gewöhnlich nur die Inhalte, die uns in ein besseres Licht rücken. Über Erfolge sprechen wir auf Facebook gerne, über Ängste und intime Geheimnisse hingegen kaum – zu groß ist die Furcht vor unangenehmen Reaktionen aus dem Freundeskreis.

Die Secret-App: Um die iPhone-Anwendung, mit der man anonym Geheimnisse teilen kann, ist ein echter Hype entstanden. (Sreenshot: Secret)
Die Secret-App: Um die iPhone-Anwendung, mit der man anonym Geheimnisse teilen kann, ist ein echter Hype entstanden. (Sreenshot: Secret)

Bei „Secret“ gibt es diese Hürde nicht. Zwar erfasst die App die auf dem iPhone gespeicherten Kontakte, doch es werden keine Nutzernamen oder Profilbilder angelegt. Das soll Nutzer dazu verführen, ihre Sorgen und Ängste aber auch Geheimnisse aus dem Privat- und Berufsleben anonym mit dem eigenen Freundeskreis zu teilen. Das heißt: Freunde sehen zwar, dass einer ihrer Freunde ein Geheimnis geteilt hat, wissen aber nicht, wer dahinter steckt. Honorieren Freunde ein „Coming-Out“ oder finden sich selbst darin wieder, können Herzen verteilt werden. Je populärer eine virtuelle Beichte ist, desto mehr fremde Nutzer bekommen sie zu sehen. Wie eine Art „Stille Post“ werden Geheimnisse im Schneeballsystem so im Idealfall über den gesamten Globus getragen.

Secret-Nutzer plaudern heiße Startup-Interna aus

Wie gut das Konzept tatsächlich funktioniert, belegen derzeit Screenshots, die den IT-Blogs TechCrunch und Valleywag vorliegen: Zahlreiche Mitarbeiter bekannter Tech-Firmen im Silicon Vally haben die Secret-App installiert und offenbar die Gelegenheit genutzt, pikante Geschäftsgeheimnisse auszuplaudern. „Ich arbeite bei Evernote und wir werden bald aufgekauft“, verrät zum Beispiel ein Nutzer. Andere wiederum berichten von internen Spannungen beim Startup Path oder gefälschten Geschäftszahlen. Eine Auswahl an Screenshots findet sich in der nachfolgenden Bildergalerie. Zwar sind die Aussagen freilich mit Vorsicht zu genießen, doch sie zeigen, wohin die Reise von Secret gehen könnte.

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Millionen für ein Startup-Geheimnis mit Fragezeichen

Die Idee der Secret-Macher kommt vor diesem Hintergrund einem virtuellen Ablasshandel des 21. Jahrhunderts gleich. Ob Chrys Bader und David Byttow aus der App jedoch einen profitablen Handel machen können, ist fraglich. Bisher macht das Startup keine Angaben zum Geschäftsmodell. Stattdessen wittern Investoren ihre Chance: 1,3 Millionen US-Dollar haben bekannte Kapitalgeber wie Kleiner Perkins und Google Ventures für das Projekt bereitgestellt. Das finanzielle Engagement kommt nicht von ungefähr. Vor allem die App Snapchat, die Nachrichten nach wenigen Sekunden automatisch zerstört, zeigt: Internetdienste mit einem anonymen Touch werden immer beliebter – und kommen den Plänen von Netzgiganten wie Facebook zuvor, was eine Menge Geld verspricht.

So bekommst Du den App-Hit auch auf dein iPhone

Leider ist die Secret-App bislang nur in den USA verfügbar. Da Nutzer nicht nur ein US-amerikanisches iTunes-Konto, sondern auch eine US-amerikanische Handynummer für die Registrierung bei Secret benötigen, ist die Nutzung des App-Hits hierzulande noch nicht ohne Weiteres möglich.

Doch es gibt einen Trick: Alles was man braucht, ist ein US-amerikanisches iTunes-Konto (Anleitung) und eine virtuelle US-Handynummer. Die gibt es zum Beispiel bei 4SIM.de. Wählt eine der Nummern aus und hinterlegt sie in eurem Kontaktbuch auf eurem iPhone. Ändert unter „Einstellungen“ – „Allgemein“ – „Landeseinstellungen“ zusätzlich die „Region“ unter „Englisch“ auf „Vereinigte Staaten“. Anschließend gebt ihr die virtuelle Nummer zusammen mit der E-Mail und einem Passwort im Anmeldebildschirm der zuvor heruntergeladenen Secret-App ein. Jetzt sollte die App euer Kontaktbuch prüfen, die hinterlegte US-Nummer erkennen und euch das Teilen von Geheimnissen erlauben.

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6 Reaktionen
thochi
thochi

Bei 4sim.de scheint es keine US-Nummern mehr zu geben. Mit callcentric.com hat alles geklappt. Kostenlos. Bin gespannt ob die App in Deutschland eher geklont oder eher freigegeben ist ...

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mensmaximus
mensmaximus

Ich befürchte, dass diese App in wenigen Monaten mit dem Begriff Dissen 2.0 bezeichnet werden muss. Anonymität als Schutz vor Repressalien ist zu begrüssen, wenn das Outing der Wahrheit entspricht. Leider zeigt die Realität, dass gerade aus der Anonymität heraus sehr viel Schaden angerichtet wird. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Nutzer verantwortungsvoll damit umgehen.

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Daniel Hüfner

Hallo paperjack,

Ja, sind sie. Müssen sie aber auch, da Du sonst mit einer deutschen SIM-Karte keine SMS über eine US-Nummer empfangen könntest. Übrigens: Für die Registrierung bei Secret wird kein Verifizierungs-SMS o.ä. verschickt, es wird nur die im Kontaktbuch hinterlegte (virtuelle) US-Nummer abgeglichen.

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paperjack
paperjack

Ich hab mir mal die Seite 4sim.de angeschaut. Kann es sein das da alle SMS öffentlich einsehbar sind?

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Pat
Pat

Ah, das neue Amen? Klingt trotzdem ganz witzig.

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Christian
Christian

Die Idee der App ist banal aber gleichzeitig sehr interessant. Ich bin gespannt sie zu testen.

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