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Startups

Seedlounge Hamburg: Die drei Finalisten von Spezial-BHs bis Buchungsmaschine

    Seedlounge Hamburg: Die drei Finalisten von Spezial-BHs bis Buchungsmaschine
Die Jury und die Finalistenteams der Seedlounge in Hamburg.

Kabarettistische Einlagen hatte ich persönlich nicht bei einem Startup-Pitch erwartet, bevor ich am gestrigen Mittwoch zur Seedlounge nach Hamburg fuhr. Ich wurde überrascht. Zwölf Ideen stritten hier um die Stimmen des Publikums und der Jury. Oberthema war „E-Commerce“, die Brandbreite war groß: günstiger Einkaufen und Telefonieren, Kleidung für besondere Ansprüche, Online-Gaming und einiges mehr. Am Ende gewann mit trip.alyzer ein bereits sehr fortgeschrittenes Projekt.

Die Finalisten der Seedlounge in Hamburg. Rechts Carsten Friedrich vom Gesamtsieger trip.alyzer.

In der ersten Runde hatten die Gründerinnen und Gründer fünf Minuten Zeit, mit ihrer Idee zu überzeugen. Und diese Zeit kann verdammt knapp werden. Schließlich sollen die Zuhörer nicht nur verstehen, worum es geht, sondern auch das Marktpotenzial erkennen und zum Schluss kommen, dass die Vortragenden überhaupt die Chance haben, das alles zum Erfolg zu führen. Die Teilnehmer gingen sehr unterschiedlich mit dieser Herausforderung um: Manche spielten mit dem Publikum, andere erklärten per Rollenspiel ihre Idee, wieder andere ließen Zahlen und Fakten sprechen. Kurzum: eine unterhaltsame Mischung.

Letztlich entschied zur Hälfte das Publikum und zur Hälfte die Jury, welche drei Finalisten dann weitere acht Minuten bekamen, um ihre Idee genauer vorzustellen. Außerdem mussten sie sich den kritischen Fragen der Fachleute stellen. Am Ende gab es ein weiteres Voting. Hier nun die drei Sieger der Seedlounge in Hamburg:

Platz 1: trip.alyzer - Buchungsmaschine der nächsten Generation

Aus der Präsentation zu trip.alyzer: Mit der Buchungsmaschine soll man seinen Urlaub nicht mehr nur nach Datum, Ort und Preis suchen können.

Aus trip.alyzer soll nicht etwa ein weiteres Reiseportal werden, betonte Carsten Friedrich, der gemeinsam mit Patrick Geschinski die Idee aus der Taufe gehoben hat. Vielmehr soll die Technologie auch an eben solche Portale verkauft werden, damit die ihren Nutzern eine bessere Suche anbieten können.

Der besondere Dreh von trip.alyzer ist, dass zahlreiche Daten herangezogen werden, um individuellere Reise-Ideen zu liefern. Perfekt eignet es sich, wenn man keinen bestimmten Urlaubsort im Kopf hat, aber beispielsweise Aktivitäten. So kann man sich beispielsweise seinen idealen Surf-Urlaub ausmalen und erfährt dann, wo der möglich wäre. Mir persönlich gefiel die Idee sehr gut, denn die übliche Suche allein nach Datum, Ort und Preis ist jedenfalls für mich überhaupt nicht das, was ich brauche. Stattdessen setzt eine Suche mit trip.alyzer bei den Reisemotiven und den Eigenschaften des Urlaubsortes an.

Beide Gründer haben einen Hintergrund in der Reisebranche und konnten mit einer umfangreichen Analyse ihres Marktes und der zu erwartenden Umsätze aufwarten. Sicher war das auch einer der Gründe, warum sie die Publikumsabstimmung für sich entscheiden konnten und hier auf dem ersten Platz gelandet sind.

t3n-Mitgründer Andreas Lenz (re.) übergab Carsten Friedrich die Urkunde für den ersten Platz bei der Seedlounge in Hamburg.

Die Jury hingegen fand, dass die Idee dringend internationalisiert werden müsse, um das Umsatzpotenzial nach oben zu schrauben. In Deutschland ist die Zahl der möglichen Kunden jedenfalls deutlich überschaubar. Bei den vier Experten landete trip.alyzer auf Platz 2 und holte sich damit in der kombinierten Wertung aus beiden Abstimmung den Gesamtsieg.

Damit hat das Projekt den von t3n gestfiteten Hauptpreis gewonnen und kann auf Medialeistungen im Gesamtwert von 5.000 Euro zurückgreifen.

Herzlichen Glückwunsch an Carsten Friedrich und Patrick Geschinski!

Platz 2: cupcakes Lingerie - Individuelle BHs für kurvige Frauen

Auf den zweiten Platz bei der Seedlounge schaffte es die Idee individueller, schöner und vor allem komfortabler BHs jenseits der Körbchengröße C.

Für Frauen mit großer Oberweite ab Körbchengröße D ist es offenbar nahezu unmöglich, passende und zugleich schöne BHs zu bekommen. Das Team von cupcakes will genau diese Zielgruppe ansprechen. Auf der Seite sollen sich die Kundinnen ihre Stücke auch im Sinne des Crowdsourcing selbst entwerfen können. Die Community bestimmt selbst mit, welche Entwürfe produziert werden.

Das Team hatte bereits beim Startup-Weekend in Hamburg den 1. Platz gewonnen, ist aber mit seinem Projekt im Gegensatz zum Gesamtsieger trip.alyzer noch ganz am Anfang. Überzeugend konnten sie darstellen, dass sie eine beachtliche Zielgruppe ansprechen, die heute tatsächlich kaum bedient wird.

Die Jury sah auch hier in der Internationalisierung noch großes Potenzial, denn das Problem existiert in anderen Ländern ähnlich, wenn auch das Angebot beispielsweise in UK deutlich größer ist als in Deutschland. Vor allem sollten die Macherinnen und Macher aber auch daran denken, einen feste Kollektion im Angebot zu haben. Denn nicht alle Kundinnen wollten erst in einem Crowdsourcing-Prozess mitmachen, um etwas bestellen zu können.

Platz 3: Hotelodeo - Reisepakete für jeden Geschmack

Auf Hotelodeo können sich die Nutzer eine Kombination aus Erlebnis, Unterkunft und Anfahrt zusammenstellen. Die einzelnen Bausteine können dabei von ganz unterschiedlichen Anbietern kommen.

Bei Hotelodeo stellen sich die Nutzer ein Reisepakt aus Aktivität, Unterkunft und Anreise selbst zusammen. Die Macher wollen damit Angebot auf einer Seite zusammenführen, die derzeit noch getrennt gebucht werden müssen. Sie erklärten, Hotelodeo sei „die einzige Social Web Plattform im Tourismus nach dem eBay-Prinzip.“

Die Jury hatte unter anderem bedenken, wie sich das Projekt im hart umkämpften Reisemarkt gegen andere durchsetzen will. Die Klickpreise bei Google seien hier teils extrem hoch. Hotelodeo will dem begegnen, in dem sie auf Longtail-Suchbegriffe, also spezialisierte Angebote setzen.

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