t3n News Startups

Wenn der Traum vom eigenen Unternehmen platzt: Über 100.000 Freelancer brauchen Hartz IV

Wenn der Traum vom eigenen Unternehmen platzt: Über 100.000 Freelancer brauchen Hartz IV

Immer mehr Selbstständige benötigen zusätzliches Arbeitslosengeld II. Diese alarmierenden Zahlen veröffentlichte das Statistische Bundesamt. Besonders betroffen sind demnach Freelancer – auch aus der IT-Branche.

Wenn der Traum vom eigenen Unternehmen platzt: Über 100.000 Freelancer brauchen Hartz IV

(Foto: Shutterstock)

Immer mehr Selbstständige brauchen Hartz IV

Eigentlich klingen die Zahlen vielversprechend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Solo-Selbstständigen um 27 Prozent erhöht. Waren im Jahr 2000 noch 1,84 Millionen Menschen ohne Beschäftigte selbstständig, sind es heute immerhin schon 2,84 Millionen. Ernüchternd fällt die Bilanz jedoch aus, glaubt man den Zahlen, die das Statistische Bundesamt jetzt auf Anfrage der Linken-Fraktionsvize im Bundestag, Sabine Zimmermann, veröffentlicht hat.

Immer mehr Solo-Selbstständige sind inzwischen auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. (Foto: Shutterstock)
Immer mehr Solo-Selbstständige sind inzwischen auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. (Foto: Shutterstock)

Demnach sind gleichzeitig immer mehr Selbstständige auf finanzielle Unterstützung durch den Staat angewiesen. Wie aus einem Bericht der Ruhr Nachrichten hervorgeht, hat sich die Zahl der Selbstständigen, die ergänzend Arbeitslosengeld II im Rahmen von Hartz IV bekommen , seit 2007 annähernd verdoppelt. So bezogen 2007 66.910 Selbstständige Hartz-IV-Leistungen, im vergangenen Jahr waren es jedoch schon 117.904.

Freelancer sind besonders betroffen

Unterschieden werden muss bei diesen Zahlen zwischen Selbstständigen mit und ohne Beschäftigte. Während Selbstständige mit Beschäftigten nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf ein Nettoeinkommen von 2.701 Euro im Monat kamen, verfügten Freelancer, also Solo-Selbstständige ohne Beschäftigte, über ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 1.496 Euro.

Die Gruppe der Freelancer ist inzwischen auch größer als die Zahl der Selbstständigen mit Beschäftigten. Deren Zahl habe im vergangenen Jahr bei 1,85 Millionen gelegen. Der größte Teil der Solo-Selbstständigen war nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2014 neben der Land- und Forstwirtschaft (22 Prozent) auch im Unternehmensdienstleistungsbereich sowie im Kommunikations- und Informationsgewerbe anzutreffen (12 Prozent).

Übrigens: Lies auch unseren Artikel: „Du bist Freelancer und suchst Arbeit? 12 Portale, auf denen du sie findest

via www.spiegel.de

Newsletter

Bleibe immer up-to-date. Sichere dir deinen Wissensvorsprung!

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
11 Antworten
  1. von Andreas Kremser am 20.10.2015 (15:33 Uhr)

    Das sind also nur 4,16 % aller Selbstständigen, die zeitweilig staatlicher Unterstützung bedürfen. Interessant wäre doch der Vergleich mit der entsprechenden Quote bei den abhängig Beschäftigten inkl. der Minijobber. Ich würde einen Tagesverdienst darauf wetten, daß dieser höher liegt.

    Antworten Teilen
  2. von Dirk Wohlrabe am 20.10.2015 (19:30 Uhr)

    Das kommt aber auch davon, das sich viele Freelancer verramschen, wir erleben es oft das haarsträubende Angebote von Freelancern gemacht werden, wo wir als Agentur nur den Kopf schütteln können, denn mit solchen Angeboten kann keiner überleben.

    Antworten Teilen
  3. von Tobias am 20.10.2015 (19:51 Uhr)

    Bei den Angeboten die Freelancer machen kein Wunder... Da würde ich nicht mal Hartz4 geben... Oder kann mir einer erklären wie ein Freelancer leben kann, der ein Angebot macht für ein Shopsystem mit allen drum und dran 900€ verlangt... Sorry aber ich verstehe sowas nicht :-(

    Antworten Teilen
  4. von Andreas am 20.10.2015 (21:34 Uhr)

    @dir und Tobias

    Liegt vielleicht auch daran, dass Agenturen zum Teil beschi**ene Honorare zahlen.
    Bitte kein Gegenargument, so lange (eine Unterstellung, nicht persönlich gemeint) ihr keine Nutzungsrechte für die kreative Leistung der Freelancer zahlt :)

    Antworten Teilen
  5. von Jonathan am 21.10.2015 (03:09 Uhr)

    Ich denke das es bei den meisten sich nur um vorübergehende Unterstützung handelt. Wegen den schlechten Löhne der meisten Agenturen (die heutzutage ja auch kaum mehr zahlen können) arbeiten sicherlich auch immer mehr selbstständig - lohnt auch eher solange man sich nicht verramscht.

    Wir versuchen gerade ein kleines aber feines Kollektiv aufzubauen, ein Gegenpol zu den Agenturen und eigentlich echt was feines für Freelancer - sich als Gruppe/Team zu verkaufen und nicht einzeln.

    http://thebridge.digital/ -> suchen gerade auch Unterstützung!

    Antworten Teilen
  6. von Holger Maassen am 21.10.2015 (09:08 Uhr)

    Meist liegt es schon einer nicht 'sebstehrlichen' Tagessatz / Stundenlohn kalkulation
    http://ux4dotcom.blogspot.de/2012/10/day-rate-calculation-for-freelancer-and.html

    Antworten Teilen
  7. von carlo am 21.10.2015 (09:27 Uhr)

    Das Problem ist ein Teufelskreis:
    Wenn ein Designer 75€/h verlangt und es einen gibt, der es für 25€/h macht, dann wird sich oft für den günstigeren entschieden... und es gibt immer jemand der es günstiger macht, weil er eben jeden Auftrag braucht um sich über die Runden zu halten..

    Antworten Teilen
  8. von Ich am 21.10.2015 (11:30 Uhr)

    Es werden übrigens nicht immer mehr!! Seit 2011 sinkt die Zahl!! http://blogs.deutschlandfunk.de/berlinbruessel/2015/10/20/nicht-immer-immer-mehr/

    Antworten Teilen
  9. von Die Armut wird mehr am 21.10.2015 (14:45 Uhr)

    Die 5-10 jährige Praktikums-Ketten nach dem Diplom entfallen. Eine Welle mit Diplomanden hat bald vielleicht keine Arbeit.
    Es gibt Gewerkschafts-Statistiken das auch Bachelors und Gesellen oft nur Niedriglohn-Jobs machen müssen.

    Als ich das schon vor Jahren anmerkte wurde ich (wie auch für 3D-Drucker, Videobrillen und natürlich die von Intel neulich gekauften FPGAs als CPU-Booster-CoProzessor oder das Jailboxing welches AndroidM endlich ansatzweise hat) wie üblich gemobbed.
    Doch [1] und die 5o Antworten haben es bewiesen. Jetzt warte ich nur noch darauf das es (wie dieses Jahr schon gescriptete Reality-Dokus oder Alters-Armut) endlich öffentlich bekannt wird...

    Die Konjunktur ist gut. Der Hunger kommt wenn der Winter kommt (wie bei Game of Thrones). Die Rezession lauert schon.
    Hunderttausende Fahrer-Jobs stehen schon auf der Kippe wegen Uber aber auch Uber-Fahrer werden schnell durch Robo-Cars ersetzt...
    Auch die hunderttausenden Jobs die wir vor wenigen Jahren schon mal durch die Abwrackprämie (wo bleibt die Rückzahlung als Reserve für die nächste hilfsbedürftige Branche die nicht für schlechte Zeiten gespart hat und Keynes braucht ?) gerettet werden mussten werden durch E-Cars evtl deutlich weniger.
    Denn Türen, Scheiben, Sitz-Einstellung, Scheibenwischer, Klimaanlage, Getriebe, Differential Schaltung usw. bleiben vielleicht zwar mechanisch erhalten aber im Motor sind es wohl bei Tesla zwanzig statt wie im normalen Motor eintausend bis zweitausend Teile. Tank, Katalysator usw. entfallen und somit deren Kosten und KFZ-Gesellen-Arbeiten.
    Obwohl die Wirtschaft wächst werden sogar in IT-Großunternehmen wie M$ zigtausende entlassen.
    Wer beim Neuen Markt dabei war erinnert sich gut und kann vorhersehen was der völlig überraschte Qalitäts-Journalismus dann berichten wird....

    Antworten Teilen
  10. von Die Armut wird mehr am 21.10.2015 (14:45 Uhr)

    Bestimmte Links scheinen von einem Bayes-Filter oder Badword-Listen (die man bitte dann auch für die News-Texte einstellen sollte um Nachfragen wegen uneindeutiger Begriffe zu vermeiden) gesperrt zu werden.
    Vielleicht sollte ich mir angewöhnen die Literatur-Liste also separat dahinter zu posten:

    [1]: http://t3n.de/news/selbststaendige-freelancer-649601/ 50 Antworten die den Fachkräftemangel nicht glauben.
    http://t3n.de/news/mehrzahl-app-entwickler-verdient-558607/

    google(evtl auch google-News): akademikerarmut
    google(evtl auch google-News): akademiker armut
    google(evtl auch google-News): niedriglöhne akademiker

    Weil viele hier anscheinend über Agenturen (und nicht Vermittler) arbeiten bietet sich noch an:
    http://t3n.de/news/agentur-chaos-deutschland-viele-615271/


    Dank TTIP entstehen 10-15-Millionen Arbeitsplätze. 20-25 Millionen davon vermutlich in USA.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema
Diese Faktoren bestimmen, wieviel ein Freelancer verdient
Diese Faktoren bestimmen, wieviel ein Freelancer verdient

Es gibt unzählige Faktoren, die Einfluss darauf haben, was man als Freelancer verdient – also zahlreiche Stellschrauben, an denen ihr drehen könnt. Habt ihr alle auf dem Schirm? » weiterlesen

Marktplatz für Pull-Requests: So sollen Freelancer auf GitHub Geld verdienen
Marktplatz für Pull-Requests: So sollen Freelancer auf GitHub Geld verdienen

CodeMill ist ein Marktplatz für Pull-Requests. Geht es nach den Machern, soll aus GitHub so eine Plattform für bezahlte Freelancer-Gigs werden. » weiterlesen

On-demand-Freelancer: Dieses Startup will die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Freiberuflern perfektionieren
On-demand-Freelancer: Dieses Startup will die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Freiberuflern perfektionieren

Ein norwegisches Startup will Unternehmen dabei helfen, Aufgaben an Freelancer auszulagern. So sollen Firmen und Freiberufler Zeit sparen. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?