Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Startups

Mutig durch die Gründungsphase: In 3 Schritten gegen Selbstzweifel

    Mutig durch die Gründungsphase: In 3 Schritten gegen Selbstzweifel

Viele Gründer plagen Selbstzweifel. (Foto: Shutterstock)

Jeder kennt sie: die Selbstzweifel. Es ist nicht immer leicht, mit uneingeschränktem Optimismus durchs Leben zu gehen. Das gilt besonders für Gründer, die sich mit den Problemen der eigenen Geschäftsidee herumschlagen und dabei versuchen müssen, die eigene Existenz so wenig wie möglich zu gefährden. Wir erklären euch, wie ihr Selbstzweifel in drei Schritten überwindet.

Gründer und CEOs müssen wissen, wo es lang gehen soll. Doch was ist, wenn die Selbstzweifel uns überwältigen? (Foto: Shutterstock)
Gründer und CEOs müssen wissen, wo es lang gehen soll. Doch was ist, wenn die Selbstzweifel uns überwältigen? (Foto: Shutterstock)

Durchsetzungskraft, Disziplin und ein starker Wille: Diese und weitere Eigenschaften sind für Gründer unabdingbar. Egal, mit wem man in der Szene spricht, mindestens eines dieser Persönlichkeitsmerkmale wird immer genannt.

Seltener hört man hingegen den Begriff „Selbstzweifel“. Obwohl davon auszugehen ist, dass jeder Gründer schon von Selbstzweifeln geplagt wurde, ist das Thema in der Startup-Landschaft weitestgehend tabuisiert. Meiner Meinung nach ein großer Fehler, da mit Selbstzweifeln relativ gut umzugehen ist. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie wir Selbstzweifel in drei Schritten aus dem Kopf kriegen und dadurch Misserfolgen und Fehlentscheidungen vorbeugen.

Selbstzweifel: Früher nützlich, heute meistens hinderlich

Zuvor ein paar Worte dazu, warum Selbstzweifel nicht immer ein Hindernis sind. Jeder Mensch kennt sie, angefangen vom Schulkind, das seine Fähigkeiten unterschätzt, bis hin zum Manager, der an der letzten Personalentscheidung zweifelt. An diesen Beispielen lässt sich auch sehr gut zeigen, welche Funktion Selbstzweifel eigentlich erfüllen:

  1. Sie helfen uns, Situationen einzuschätzen und vorbereitet in die Zukunft zu schauen. Die zentrale Frage für das Schulkind wird sein, ob es ausreichend auf eine bevorstehende Leistungsüberprüfung vorbereitet ist. Ohne Selbstzweifel hätte es sich diese Frage vielleicht nie gestellt und so nicht erkannt, dass noch Lernbedarf besteht.
  2. Durch das Zweifeln an (getroffenen) Entscheidungen bringt unser Gehirn uns zur Reflektion. Wir fangen an, Entscheidungen aus vielen – teilweise neuen – Perspektiven zu beleuchten und beschreiten in Gedankenexperimenten auch mal einen Weg, den wir aus einer rationalen Motivation heraus womöglich nie beschritten hätten. So tut es auch der erwähnte Manager und reflektiert sein Handeln.

Wenden wir diese Zwecke auf die evolutionäre Vergangenheit des Menschen an, begreifen wir die Daseinsberechtigung von Selbstzweifeln. Immerhin mussten sich unsere Vorfahren oftmals gefährlichen Situationen aussetzen, die einer ganzheitlichen Einschätzung bedurften oder eine Entscheidung erforderten, welche durch die Reflektion einer vorausgegangenen Handlung beeinflusst wurde. Selbstzweifel à la „Bin ich dieser Gefahr gewachsen?“ konnten buchstäblich das Leben retten.

Selbstzweifel können uns vor Gefahren schützen. Durch sie fangen wir an, vorangegangene Reaktionen auf bestimmte Situationen zu reflektieren (Foto: Shutterstock)
Selbstzweifel können uns vor Gefahren schützen. Durch sie fangen wir an, vergangene Reaktionen auf bestimmte Situationen zu reflektieren (Foto: Shutterstock)

Bei aller Nützlichkeit der Selbstzweifel, stehen sie uns in der heutigen Zeit vermehrt im Weg. Sei es beim Erreichen unserer Ziele oder der Entfaltung unserer Persönlichkeit und Talente. Das liegt vor allem an der Leichtigkeit, mit der Entscheidungen heutzutage revidiert werden können. Hinzu kommt, dass wir Situationen durch unseren stetigen Informationsvorsprung mittlerweile deutlich besser einschätzen und bewältigen können. Unsere Selbstzweifel hinken diesem Fortschritt hinterher. Oftmals hindern sie uns daran, rationale Entscheidungen zu treffen oder beeinflussen diese zumindest.

Die 2 Fragen, die Gründer sich am häufigsten stellen

Selbstzweifel können Gründer dazu bringen, fehlerhafte Entscheidungen zu fällen oder – im schlimmsten Falle – die Wachstumsphase ihres Unternehmens in schwierigeren Zeiten durch die eigene Unsicherheit zu behindern.

Die Grundlage für diese Verhaltensmuster bildet fast immer einer der beiden folgenden Zweifel:

  • Warum sollte gerade ich es schaffen?
  • Ist meine Geschäftsidee wirklich so toll?

In beiden Fällen geht es um existenzielle Bausteine eines Startups. Zum einen wird die persönliche Eignung des Gründers in Frage gestellt, zum anderen das Grundgerüst beziehungsweise die Motivation des Unternehmens. Schnell wird klar, welche Auswirkungen Gedankengänge dieser Art haben können. Umso wichtiger ist es für Gründer, Selbstzweifel zu erkennen, sie zu akzeptieren und zu lernen, mit ihnen umzugehen.

Selbstzweifel in 3 Schritten überwinden

1. Schritt: Selbstzweifel erkennen und akzeptieren

Ein Perspektivenwechsel kann dabei helfen, die emotionale Ebene zu verlassen und eine Situation objektiver zu betrachten. (Foto: <a href="http://www.shutterstock.com/de/pic-257396605/stock-photo-hands-framing-distant.html?src=QcnXjfeyS109G1zNp_m46Q-1-3">Shutterstock</a>)
Ein Perspektivwechsel kann dabei helfen, die emotionale Ebene zu verlassen und eine Situation objektiver zu betrachten. (Foto: Shutterstock)

Solange wir uns in der Situation der agierenden und emotional beeinflussbaren Person befinden, können wir Selbstzweifel nicht ohne Probleme überwinden. Sobald wir aufkommende Selbstzweifel erkennen, müssen wir also reagieren und bewusst von der egozentrischen in die filmische Perspektive wechseln. Stell dir einfach vor, ein dir völlig Fremder würde sich in deiner Situation befinden und du würdest von außen auf sein Handeln schauen.

Dieser Rollenwechsel zwingt uns dazu, Situationen und Handlungen aus einem strikt objektiven Betrachtungswinkel zu erfassen – ohne jegliche Bewertung oder Deutung. Durch diese Taktik erreichen wir zwei Ziele, die uns bei der weiteren Bewältigung von Selbstzweifeln helfen:

  • Wir lernen, Selbstzweifel zu erkennen und zu akzeptieren. Durch das bewusste Einschreiten bei Eintreten der Zweifel konditionieren wir uns selbst und reagieren zukünftig immer schneller, wenn sich Selbstzweifel ankündigen.
  • Wir lernen, Situationen objektiv und aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Durch das Fehlen der emotionalen, subjektiven Komponente werden teilweise erstaunliche Erkenntnisse erlangt, die in der vorherigen Position kaum vorstellbar waren. Das Situationsbewusstsein wird so um ein Vielfaches geschärft und wir fangen an, Dinge auf mehreren Informationsebenen zu begreifen.

2. Schritt: Selbstzweifel hinterfragen

Nachdem wir die Selbstzweifel im ersten Schritt erkannt und akzeptiert haben, müssen sie im zweiten Schritt hinterfragt werden. Dabei geht es weniger darum, Beweise für die Unwahrheit und das unberechtigte Vorhandensein der Selbstzweifel zu finden. Vielmehr gilt es, den Ursprung und die Einflüsse auf das persönliche Selbstwertgefühl zu erkunden.

Dazu sollten wir zunächst jegliche Zweifel in Frage stellen und uns mit Hilfe der folgenden Fragen über die Berechtigung der Selbstzweifel bewusst werden:

  • Warum habe ich in genau diesem Moment Selbstzweifel?
  • Sind die Selbstzweifel berechtigt und auch aus objektiver Sicht nachvollziehbar?
  • Wer oder was ist der Auslöser für die Selbstzweifel?

Solltest du Schwierigkeiten bei der Beantwortung der Fragen haben, kannst du andere, vertraute Menschen – die nicht unmittelbar mit deiner aktuellen Situation in Verbindung stehen – um Hilfe und ihre Einschätzung bitten.

3. Schritt: Selbstzweifel bewerten und überwinden

Wenn du die Ursachen deiner Selbstzweifel kennst, kannst du sie überwinden – allein oder mit der Hilfe anderer. (Foto: Shutterstock)
Wenn du die Ursachen deiner Selbstzweifel kennst, kannst du sie überwinden – allein oder mit der Hilfe anderer. (Foto: Shutterstock)

Kombinieren wir nun die gerade erlangten Erkenntnisse mit denen aus Schritt eins, so formt sich nach und nach ein multiperspektivisches Gesamtbild. Wir begreifen die Situation und können aus der neuen Sichtweise eine Qualifizierung der Selbstzweifel vornehmen.

Die richtigen Schlüsse ziehen

Kommst du zu dem Schluss, dass die aktuellen Zweifel nur eine willkürlich auftretende Überreaktion deines Gehirns sind, solltest du sie einfach ignorieren. Am Anfang kann das eine wirkliche Herausforderung sein. Versuche, dich abzulenken und – zum Beispiel durch Sport – den Kopf frei zu bekommen.

Hältst du die Selbstzweifel für berechtigt, dann solltest du zunächst abwarten. In den meisten Fällen sind Selbstzweifel nur ein kurzzeitiges Phänomen. Höchstwahrscheinlich wachst du in ein paar Tagen auf und sie sind vergessen. Dann ist es Zeit, die Erkenntnisse der einzelnen Schritte erneut durchzugehen.

Kommst du dann immer noch zu dem Schluss, dass die Selbstzweifel berechtigt sind, kannst du dich tiefergehend mit ihnen beschäftigen und, falls nötig, weiteres Feedback einholen oder Entscheidungen mit Hilfe von Entscheidungsstrategien fällen.

Lass dich nicht verrückt machen!

Selbstzweifel sind wie eine Grippe: Sie kommen immer zum schlechtesten Zeitpunkt, werfen dich für ein paar Tage aus der Bahn und ziehen dann weiter. Natürlich hinterlassen sie manchmal Spuren und können Veränderungen verursachen. Doch der Großteil verschwindet wieder und kann dir nichts anhaben.

Der einzige Unterschied ist, dass du dich gegen Selbstzweifel nicht impfen lassen kannst.

julian_moeserÜber den Autor: Julian Moeser ist Inhouse-SEO bei der FastBill GmbH. Er beschäftigt sich darüber hinaus mit den Themen Selbstoptimierung, Startups und Gadgets.
Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen