„... Und das ist der ganze Trick. Ist jemand von Google im Publikum? Aha, da hinten. Okay. Also wir haben das natürlich selbst nie ausprobiert.“ So scherzte Tim Ringel von metapeople in seinem Vortrag „Black Hat SEM“. Darin zeigte er Methoden auf, um „theoretisch“ bei Google AdWords zu tricksen und beispielsweise Anzeigen anderer zu „kapern“ oder auf Markennamen zu bieten, die eigentlich gesperrt sind. „Black Hat“ ist dabei generell in der Suchmaschinen-Szene Ausdruck für alle, die die Optimierung auch über die Richtlinien der Anbieter hinaus ausreizen und dabei in Kauf nehmen, gesperrt zu werden. Wer sich hingegen an die Spielregeln hält ist ein „White Hat“. Und wie immer im Leben gibt es neben Schwarz und Weiß natürlich auch jede Menge Grau...
Spam oder nicht Spam? Das ist hier die Frage...
Angesichts der überragenden Marktmacht vor allem in Deutschland steht natürlich Google bei einer Konferenz wie der SEMSEO 2010 im Mittelpunkt und muss sich dabei auch einiges an Kritik anhören lassen. Denn zwar macht Google Jagd auf Suchmaschinen-Spammer. Aber manche sehr simple Methoden funktionieren offenbar noch immer, obwohl sie schon seit Jahren bekannt sind. Allerdings ist es auch nicht so banal, aus milliarden von Webseiten automatisiert jene herauszufinden, die tricksen. Denn wer geschickt ist, trickst eben nur exakt bis zu dem Punkt, den die Suchmaschine noch nicht erkennen kann. Trotz aller Fortschritte bleibt da offensichtlich einiges an Spielraum.
Die andere Seite: Auch wer sich eigentlich „ordentlich“ verhält, kann plötzlich in den Blickpunkt eines Spam-Filters geraten, wenn die eigene Website unabsichtlich entsprechende Muster aufweist. Das war vor allem das Thema von Prof. Mario Fischer, der auf seine spezielle und sehr unterhaltsame Art zeigte, wie Suchmaschinen Websites einschätzen und welche Kennzahlen dafür (vermutlich) herangezogen werden. So zeigt sich beispielsweise, dass Spamseiten überdurchschnittlich lange Domains haben, oftmals gleich zu hunderten unter derselben IP zu finden sind oder bestimmte Worthäufungen aufweisen. Ein solches Signal allein führt zwar noch nicht zu einem Rauswurf. Kommen allerdings mehrere zusammen, kann es brenzlig werden.
Mobile SEO: Das ist ja einfach. Oder?
Interessant auch zu hören, wenn man manchmal weniger tun muss, als man denkt. Suchmaschinen-Optimierung für mobile Websites ist beispielsweise nach den Worten von Pelle Boese (Gjuce GmbH) weniger geheimnisvoll als man denken könnte. Im Idealfall liegen die Inhalte unter derselben Domain, mobile Nutzer werden automatisch erkannt und bekommen die Inhalte in einem speziellen Design angezeigt. Ansonsten aber sollten Struktur und Inhalte der Website möglichst gleich bleiben. Geht man so vor, profitiert die mobile Website von dem Suchmaschinen-„Trust“, den die klassische Website bereits aufgebaut hat.
Als einer der Hauptsponsoren der SEMSEO 2010 war bei alldem Microsofts Google-Konkurrent Bing sehr präsent. Bing will keine Suchmaschine, sondern eine „Entscheidungsmaschine“ sein und versucht, die gefundenen Inhalte beispielsweise passend für bestimmte Nutzungsanlässe aufzubereiten. In einem Panel trafen Google und Bing auch aufeinander - mehr oder weniger. Zwei Mitarbeiter präsentierten den aktuellen Stand der Dinge. John Müller von Google Schweiz zeigte vor allem noch einmal den technischen Ablauf der Indexierung und an welcher Stelle hier Schwierigkeiten auftreten können. Andreas Bode von Bing wiederum erklärte, wie Microsofts Suchmaschine an der eigenen Qualität arbeitet und sich dabei laufend mit der Konkurrenz vergleicht.
Latente Semantik und mehr
Weitere Themen der SEMSEO waren unter anderem die „latent semantische Optimierung“, bei der es um den Trend geht, dass Suchmaschinen vermehrt sprachliche Zusammenhänge erkennen können und es weniger um einzelne Keywords geht, auf die man optimiert.
Jens Fauldrath von der Deutschen Telekom wiederum erklärte, wie er das Thema SEO in die Arbeitsabläufe des Großkonzerns integriert hat: Suchmaschinen-Optimierung spielt hier nun bereits bei der Entwicklung eines neuen Produkts eine Rolle. Im Idealfall werden Aktionen rechtzeitig vorbereitet, so dass schon direkt zum Starttermin die Seiten bei Google & Co. gut gelistet sind.
Daneben stellte Veranstalter Abakus Internet Marketing sein noch in der Entwicklung befindliches Tool SEO-Diver vor.
Linktipp: Ausführliche Berichte zur SEMSEO 2010 finden sich unter anderem bei SEO.at.
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6 Answers
von SEO: Google treibt personalisierte Suche… 04.03.2010 (12:53Uhr) 1.
[...] beobachten dieses Thema bereits seit Längerem mit Argusaugen, auch auf der SEMSEO-Konferenz in Hannover war es kürzlich einer der meistdiskutierten Punkte. Kein Wunder: Bekommt jeder Nutzer individuelle [...]
von Von Analsex, Aufkleberspam bis zu Achsel… 05.03.2010 (15:40Uhr) 2.
[...] (seokratie.de), Gerald (seo.de), gruenderszene.de, t3n.de, seonaut.com, Internetente, Inga Schweizer, Jürgen, Hanns, SEO.at, [...]
von SEMSEO 2010 09.03.2010 (16:53Uhr) 3.
[...] t3n – Open.Web.Business. [...]
von SEO Agentur Koeln 12.05.2010 (01:54Uhr) 4.
ja habe jetzt auch schon so vieles über die semseo 2010 gelesen das ich beim nöächsten mal auch gerne mal dabei sein möchte um mir auch mal einen eindruck zu verschaffen. ein sehr guter bericht von dir weiter so gruß werner
von Google vs. Bing – Vorwurf: Bing kupfer… 02.02.2011 (16:01Uhr) 5.
[...] Nachbericht: Suchmaschinen-Konferenz SEMSEO 2010 – Optimierer vs Google vs Bing - t3n News, 01.03.2010 [...]
von seo agent 30.10.2011 (14:52Uhr) 6.
20111 haben wir es leider nicht geschafft. 2011 war schon sehr lehrreich. Hoffe 2012 passt alles, auf der SEMSEO treiben sich Leute rum, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht ;)