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Der SEO-Coup von Pixabay: So hängt ein kleiner deutscher Stockfoto-Dienst die millionenschwere Konkurrenz ab

Der SEO-Coup von Pixabay: So hängt ein kleiner deutscher Stockfoto-Dienst die millionenschwere Konkurrenz ab

Lizenzfreie Stockfotos und erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung verschaffen zwei befreundeten Programmierern eine Millionen-Reichweite. Wir haben mit den Gründern, zwei Studenten, gesprochen. 

Der SEO-Coup von Pixabay: So hängt ein kleiner deutscher Stockfoto-Dienst die millionenschwere Konkurrenz ab

(Foto: Pixabay)

Es sind beeindruckende Statistiken: Pixabay.com, ein Portal für lizenzfreie Stockfotos, rankt laut mehreren SEO-Tools besser bei Google als große Mitbewerber, darunter Fotolia, Ende 2014 von Adobe für 800 Millionen US-Dollar aufgekauft und pixelio.de. Die guten Sichtbarkeitswerte wirken sich entsprechend positiv auf den Traffic der Stockfoto-Seite aus. Rund 11,5 Millionen Visits soll das Portal laut dem Statistik-Dienst SimilarWeb im September erreicht haben und damit auch in diesem Ranking vor den beiden bereits erwähnten Konkurrenten stehen. Gar nicht schlecht für ein Projekt zweier Studentenfreunde aus Neu-Ulm. Wir haben mit den Machern gesprochen und versucht, die Hintergründe des Erfolges nachzuzeichnen.

Die Startseite von Pixabay. (Screenshot: Pixabay)
Die Startseite von Pixabay. (Screenshot: Pixabay)

Wie genau die beiden Studienfreunde Hans Braxmeister und Simon Steinberger die Reichweite von über zehn Millionen Visits im Monat aufgebaut haben, könne Braxmeister nicht genau beantworten. Und auch den einen funktionierenden Hebel hätten die Gründer nicht entdeckt. „Am Anfang war das Interesse im kleinen Rahmen automatisch über unsere Autorenplattform Pagewizz vorhanden. Wir haben dann noch gezielt weitere Blogger angeschrieben. Seitdem gab es zwar nie einen Traffic-Peak, aber immer langsames und stetiges Wachstum. Seit Mitte 2014 ist dann auch der Zuwachs noch einmal etwas angestiegen. 1,4 Millionen Accounts wurden bis heute erstellt, pro Tag werden 1.500 neue Fotos hochgeladen“, sagt Braxmeister. Er glaubt, eine wichtige Rolle für Pixabay spiele Mund-zu-Mund-Propaganda und fügt hinzu: „Wir haben zwar auch mal mit sehr geringem Budget Adwords ausprobiert, aber das wichtigste ist sowieso, stets an der Sache dranzubleiben, immer aktuell zu sein und konzentriert zu arbeiten. Wir versuchen einfach immer direkt auf Kritik zu reagieren und Wünsche der Community möglichst schnell umzusetzen.“

Hans Braxmeister
Hans Braxmeister

Dabei ist Pixabay eigentlich nur ein Nebenprodukt von pagewizz.com (und dem englischsprachigen Ableger wizzley.com), dem 2009 gegründeten ersten gemeinsamen Projekt von Braxmeister und Steinberger. Auf dem Autorenportal sollen User wissenschaftlich angehauchte Beiträge veröffentlichen, die teilweise banale Fragen beantworten. „Wie entsteht Nebel?“ beispielsweise. Oder „Wie viele Höcker hat ein Kamel?“. Der Großteil des Traffics entsteht entsprechend über die Google-Suche, wenn Nutzer diese oder ähnliche Fragen eingeben. Die Monetarisierung dieser laut Braxmeister inzwischen profitablen Autorenportale erfolgt über Google Adsense und Amazons Affiliate-Programm, Einnahmen werden mit den Autoren geteilt. Die beiden Gründer stellen schnell fest, dass viele Nutzer wegen der Verwendung lizensierter Artikelbilder abgemahnt werden. Hans Braxmeister erinnert sich: „Viele Autoren haben ohne groß zu überlegen wahllos Bilder aus dem Internet verwenden und Abmahnungen erhalten. So entstand die Idee, ein kostenloses und gemeinfreies Bilderportal ins Leben zu rufen.“ Und hier wurden offenbar schon wichtige Kontakte in die Bloggerszene geknüpft, um Pixabay später zu verbreiten.

Programmiersessions bis zum nächsten Morgen parallel zur Promotion

Die Idee wird in zahlreichen nächtlichen Programmiersessions schnell in die Tat umgesetzt. Im Dezember 2010 geht pixabay.com online. Inzwischen arbeiten neben den Gründern (heute hauptberuflich) noch zwei weitere Angestellte am auf 26 Sprachen verfügbarem Portal. Wer nach Pixabay googelt, stößt schnell auf zahlreiche Blog- und Foreneinträge, in der die Bilderdatenbank – teilweise natürlich auch neben anderen – empfohlen wird. Bis heute wurden auf der Plattform nach eigenen Angaben über 480.000 Fotos und Vektorgrafiken von Mitgliedern der Community hochgeladen. Das mag im ersten Moment nach gar nicht so viel klingen, schaut man sich beispielsweise die rund 500.000 Fotos bei der deutschen Konkurrenz von pixelio.de oder gar die 45 Millionen bei Adobes Fotolia (im Dezember 2014 für rund 800 Millionen Dollar übernommen) an. Trotzdem scheint pixabay.com etwas grundlegend anders zu machen als die teils milliardenschwere Konkurrenz. Das deuten zumindest die Zahlenvergleiche beim Statistikdienst SimilarWeb an. Denn in Sachen Traffic liegt das kleine Portal aus Neu-Ulm hier deutlich vorne.

Seit März 2015 liegt pixabay.com laut den Daten von SimilarWeb nach Visits vor fotolia.com und pixelio.de.
Seit März 2015 liegt pixabay.com laut den Daten von SimilarWeb nach Visits vor fotolia.com und pixelio.de.

Der Datenbank von SimilarWeb zufolge erreichte pixabay.com im September weltweit rund 11,5 Millionen Visits, fotolia.com kam auf knapp acht Millionen Visits und pixelio.de landet innerhalb dieser Vergleichsrunde doch deutlich abgeschlagen mit etwa 130.000 Visits auf dem dritten Platz. Flickr.com, 2005 von Yahoo für bis zu 50 Millionen Dollar aufgekauft und mit laut SimilarWeb rund 100 Millionen Visits pro Monat klarer Traffic-Champion, haben wir in diesem Vergleich mal bewusst außen vor gelassen.

38 Prozent des Traffics von pixabay.com soll über die Suche kommen, 36 Prozent durch direkte Zugriffe und etwa 24 Prozent von Referrals. Das mit Abstand wichtigste Land sei mit 27 Prozent Anteil am gesamten Traffic die USA, gefolgt von Deutschland mit rund 7,5 Prozent. Die weiteren Plätze bewegen sich alle um etwa vier Prozent und werden von Japan, Großbritannien, Frankreich und Brasilien belegt. Hans Braxmeister kann diese Werte in etwa bestätigen: „Wir haben über zehn Millionen Visits im Monat. Der Großteil der Nutzer kommt dabei aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum. Die USA liegt, was den Anteil am Gesamttraffic angeht, an der Spitze, dicht gefolgt von Deutschland. Viele weitere Nutzer kommen aus Indonesien, Brasilien und Indien. Und der Anteil des organischen Traffics über Googles Suchmaschine liegt sogar noch etwas höher als von SimilarWeb geschätzt, nämlich bei rund 45 Prozent.“ Warum gerade Märkte wie Brasilien, Indien und Indonesien so wichtig für das Portal Pixabay sind, wisse Braxmeister dabei selber gar nicht so genau. Aber: „Ein Bild von einer Kuh, was ich vor vier Jahren hochgeladen hatte, wurde besonders in Indonesien verhältnismäßig häufig angeschaut. Vielleicht war das bei ähnlichen Fotos oder Themen auch der Fall.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OnlineMarketingRockstars Daily

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Eine Antwort
  1. von ati am 23.10.2015 (08:25 Uhr)

    Dass auf Anwender-Wünsche eingegangen wird, kann ich bestätigen. Die Qualität der Bilder wird auch stetig besser. Als Amateur-Knipser muss man sich mittlerweile schon anstrengen, damit die Fotos - zum Teil von den Usern bewertet - akzeptiert werden. Ablehnungen sind nachvollziehbar. Der Erfolg von pixabay ist kein Zufall. Weiter so!

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