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Marketing

Endlich Freelancer! So überlebst du dein erstes Jahr als selbstständiger SEO

    Endlich Freelancer! So überlebst du dein erstes Jahr als selbstständiger SEO

(Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Du willst dein Glück als SEO-Freelancer versuchen und hast keine Ahnung, was auf dich zukommt? Wir haben ein paar SEO-Experten nach ihren Erfahrungen aus der Selbstständigkeit gefragt. Welche Tipps sie geben, lest ihr im Artikel.

5 Experten über den Start als SEO-Freelancer

Für den dritten Teil unserer Artikel-Serie „Endlich Freelancer!“ haben wir diesmal vier selbstständige Suchmaschinenoptimierer nach ihrem Berufsleben gefragt. Wir wollten von ihnen wissen, wie sie zu ihren SEO-Kenntnissen gekommen sind, wie sie auf dem Laufenden bleiben, neue Kunden akquirieren und unter welchem Stundensatz sie nie arbeiten würden. Außerdem verraten sie noch branchenspezifische Spar- und Tooltipps und was zur Startausstattung gehören sollte. Diesmal dabei:

Kai Spriestersbach

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SEO-Freelancer Kai Spriestersbach (Foto: SEARCH ONE)

Der Einzelunternehmer ist Inhaber der strategischen SEO-Beratung SEARCH ONE und hilft ausgewählten Kunden bei der Verbesserung ihrer Sichtbarkeit in der organischen Suche bei Google. Außerdem ist er strategischer Partner der Online-Marketing-Agentur eology und als Online-Strategy-Consultant für die Mitarbeiterschulung und strategischen Ansätze zuständig. Daneben betreibt er mehrere eigene Webseiten, die über Werbung für Einnahmen sorgen und programmiert und vermarktet eigene Tools wie das W-Fragen Tool.

t3n: Wie war dein Ausbildungsweg? Woher hast du deine SEO-Skills?

Spriestersbach: Gestartet bin ich nach einem abgebrochenen Wirtschaftsingenieurwesen-Studium in einer Multimedia-Agentur in München als einfacher Mediengestalter-Azubi und bliebt dort noch ein weiteres Jahr als Media-Producer.

Damals habe ich noch in der Front-End-Entwicklung gearbeitet und mich mit den nötigen onPage-SEO Grundlagen nebenbei beschäftigt. Damals waren die SEO-Skills noch eine Art Zusatzqualifikation, die meinen Marktwert als „Frontendler“ erhöht haben. Für meine nebenberufliche Tätigkeit im Online-Gaming und bei eigenen Webseiten ging es dann auch in den Bereich der offPage-Optimierung, wobei ich hier eher Traffic-Quellen erschlossen habe, als „SEO-Links“ aufzubauen. Nach und nach habe ich mir dann immer mehr SEO-Wissen angelesen und natürlich alles direkt umgesetzt und ausprobiert.

Die Spezialisierung auf SEO kam nach einem weiteren Jahr bei einem Startup in München, bei dem ich realisiert habe, wieviel relevanten Traffic und damit Umsatz ich mit meinen Kenntnissen im Bereich SEO ermöglichen kann. Der logische Schritt war dann der Wechsel in eine Online-Marketing-Agentur in München, um mich als SEO-Consultant zu beweisen. Von dort bin ich in eine Inhouse-Position als SEO bei jameda.de gewechselt und habe mich danach selbstständig gemacht.

t3n: Wie bleibst du auf dem Laufenden?

Spriestersbach: Mein Twitter-Feed ist wie eine Art dynamischer RSS-Reader, der mir alle relevanten News und Artikel nach oben spült. Ich verbringe relativ viel Zeit mit dem lesen von Blogs, Artikeln und Fachbüchern. Daneben tausche ich mich sehr gerne mit Kollegen aus und versuche regelmäßig eigene Tests, Experimente und Erfahrungen zu machen, die dann wiederum den Erfahrungsschatz erweitern.

t3n: Wie akquirierst du neue Kunden?

Spriestersbach: Im Laufe der Zeit habe ich mir eine komfortable Situation erarbeitet. Die Kunden finden entweder meine Agentur-Webseite über SEO, oder haben etwas von mir gelesen, gehört oder mich auf einer Konferenz gesehen und fragen mich gezielt an. Empfehlungen zufriedener Kunden oder netten Kollegen sorgen ebenfalls für sehr gute Kontakte und Anfragen. Ich würde also jedem Freelancer empfehlen, einen richtig guten Blog oder Podcast zu betreiben, auf Konferenzen und Messen präsent zu sein und ein gutes Netzwerk zu pflegen. Hier gilt für mich übrigens die Devise „Klasse statt Masse“.

t3n: Welche Startausstattung/ Wieviel Kapital sollte man zum Start parat haben?

Spriestersbach: Das wichtigste ist eigentlich das Know-How über Buchhaltung, Kalkulation, Steuern, Rücklagen, Vertrieb und so weiter. Ein Fehler in diesen Bereichen kann einem sehr schnell das Genick brechen. Um an die ersten Kunden zu gelangen ist ein gut positionierter Blog oder eine Webseite gerade am Anfang enorm wertvoll. Ich habe meinen Blog gute drei Jahre vor dem Schritt in die Selbstständigkeit entsprechend Auf- und Ausgebaut.

t3n: Unter welchem Stundensatz würdest du nie arbeiten?

Spriestersbach: Das ist immer eine Frage von Angebot und Nachfrage. Gute Leute mit einer guten Reputation werden sehr viel besser bezahlt als Unbekannte Anfänger – klar. Grundsätzlich sollte jeder Selbstständige oder Freelancer von seiner Arbeit leben können und für die Rente und Rücklagen sorgen können. Zu Beginn muss man in der Regel etwas niedriger ansetzen, aber mein Tipp ist es, lieber einen Auftrag abzulehnen der schlecht bezahlt ist und dafür die Zeit in das eigene Marketing zu stecken. Wenn man am Ende 40 Stunden die Woche rödelt und davon nicht Leben kann ist das weder im eigenen Interesse noch im Interesse der Kunden.

t3n: Hast du einen branchenspezifischen Spar- oder Tooltipp?

Spriestersbach: Spartip: Schaut euch sehr genau Eure monatlichen Fixkosten an. Überlegt lieber zweimal, bevor ihr einen neuen Vertrag abschließt oder etwas anschafft. Einmalige Kosten sind kalkulierbar, aber gerade Laufzeitverträge oder Finanzierungen können sich schnell zu einem ordentlichen Brocken summieren, der jeden Monat gestemmt werden muss. Tooltip: Ich erledige meine gesamte Buchhaltung, Rechnungsstellung et cetera über Lexoffice. Außerdem ist ein gutes To-Do-Tool und ein funktionierender E-Mail-Client mit Kalender sehr wichtig!

t3n: Hast du sonst noch einen Rat, den du jemandem mit auf den Weg geben würdest, der sich als SEO-Freelancer versuchen will?

Spriestersbach: Positioniere dich! Also sorge dafür, dass du ganz klar machst, was du kannst und was nicht. Wofür stehst du, wofür nicht? Damit du wahrgenommen wirst, musst du nach außen gehen und damit man sich an dich erinnert, ein möglichst klares und scharfes Bild abgeben. Der typische Bauchladen-SEO, der Webseiten, AdWords, Texte und am Besten noch Fotos anbietet hat es extrem schwer, an gute Kunden zu kommen.

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1 Reaktionen
Markus Deutscher

Vielen Dank für die hilfreichen Infos. Werde versuchen das ein oder andere umzusetzen.

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