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Marketing

SEO & Mercedes: Das verbotene Web-Special

    SEO & Mercedes: Das verbotene Web-Special
Die Besten überlassen nichts dem Zufall ... (Bild: Mercedes Benz)

Als Online-Marketer wirft man gerne einen Blick auf die oft kreativen und inspirierenden Kampagnen der großen Werbeagenturen, die einen Hauch von Glamour versprühen. Hier sind die Big Brands zuhause! Doch obwohl Online mittlerweile zum klassischen Marketingmix gehört, treten immer wieder Fälle auf, die zeigen, dass Online als Teil der Kampagne zwar eingeplant, aber nicht wirklich gelebt wird.

Werfen wir einen Blick auf den neuesten Streich der Altmeister von Jung von Matt, dem Big Brand Mercedes und einigen Hühnern, die zunächst für Aufruhr sorgen. Letzte Woche hat W&V von der neuesten Kampagne für Mercedes berichtet. Unter dem Motto „Vernetzt mit allen Sinnen“ lässt Jung von Matt im Auftrag des Autoherstellers die Hühner tanzen. Allerdings weisen die Tierchen mit den steifen Hälsen eine gewisse Ähnlichkeit zu den Hauptdarstellern eines älteren Werbespots von Ogilvy & Mather für Fujifilm auf. Dieser Plagiatsvorwurf ist der Aufhänger des W&V-Artikels.

Mich persönlich interessiert aber mehr das von W&V als weniger schwungvoll angekündigte Web-Special mit Michael Schumacher unter der URL http://www.mercedes-benz-intelligent-drive.com/. Beim Klick auf die URL kamen mir zwei Gedanken:

  1. Ja, das ist tatsächlich weniger schwungvoll.
  2. Was für ein Fehler von W&V, eine Seite mit Fehlermeldung zu verlinken.
Webspecial Mercedes: Forbidden
Webspecial Mercedes: Forbidden

Das Webspecial: 403 Forbidden

Wie kann so etwas passieren? Vermutlich ist W&V ein Fehler unterlaufen, als sie die URL übernommen haben. Bei der Veröffentlichung wurde der Link nicht überprüft und zack! – ein toter Link. Allerdings gäbe es hier dann einen 404-Statuscode. Es muss also eine andere Antwort auf die Frage geben, wie so etwas passieren konnte. Sucht man bei Google nach „intelligent drive mercedes webspecial“ finden sich unzählige Pressemeldungen, die den toten Link übernommen haben. Es muss also die Quelle her: unter media.daimler.com wird man fündig. Hier wird der Start der Kampagne zum 23. September 2013 angekündigt, der Startschuss ist also schon gefallen. Aber: Das Web-Special startet erst im Oktober. Aus diesem Grund wird aktuell ein 403-Statuscode ausgeliefert. Doch ist das klug?

Online gibt es keine klassische Sperrfrist!

Zunächst: Diese Seite sehen Besucher. Ganz unabhängig vom Thema SEO klicken hier Menschen auf eine Seite und werden mit einem nicht sehr schwungvollen „Forbidden“ begrüßt. Hier ist so viel möglich. Es muss kein Wachmacher wie das k-fee Filmchen sein, das trotz Vorwarnung wirkt. Aber dem ungebändigten Kreativpotenzial einer Agentur dieses Formates sollte mehr einfallen als ein 403-Statuscode. Wahrscheinlicher ist, dass der Bedarf einfach nicht gesehen wurde. Hier greift die Offline-Denke: Wenn es noch keinen Inhalt gibt, dann ist so lange nichts zu sehen, bis was da ist. Punkt. Doch so funktioniert das Web nicht.

Im Hinblick auf SEO ist es unklug, eine Seite zunächst mit einem Fehlercode auszustatten, um sie dann irgendwann bei Launch auf Statuscode 200 zu schalten. Denn faktisch ist der aktuelle Stand: Die Domain, die von vielen Seiten verlinkt wird, liefert einen Fehlercode zurück und keine Inhalte. Das ist kein Trustsignal. In den Google-Quality-Rater-Guidelines gäbe es hier ein Häkchen für „Didn’t Load“. 403-Seiten werden hier in einer Reihe aufgeführt mit Seiten, die Malware ausliefern. So möchte niemand von Google gesehen werden ...

Zusätzlich findet hier kein Tracking statt. Um Kampagnen im Web zu optimieren, benötige ich aber Daten über Besucher und ihre Klickpfade. Welche Pressemeldung brachte mir die meisten Besucher? Welcher Suchbegriff? Suchen die Leute nach „Intelligent Drive“ oder doch eher nach „Werbung Michael Schumacher“? Hier lasse ich die einmalige Chance sausen, vor dem eigentlichen Kampagnenstart mit einer Teaser-Seite (Statuscode 200, bitte) Daten zu erheben, die ich direkt nach Implementierung der Inhalte in Bezug zu neuen Daten setzen kann.

Und was passiert, wenn endlich Inhalte auf der Seite sind? Hier kann ein Statement von Matt Cutts herangezogen werden, der empfiehlt, geparkte Domains schon vor dem eigentlichen Freischalten mit Inhalten zu versorgen. Begründung: Der „Parked Domain Detector“ braucht eine gewisse Zeit, um die Seiten neu zu crawlen. Nun handelt es sich bei 403-Seiten nicht um geparkte Seiten, doch die beiden Seitentypen haben etwas gemeinsam: Google will sie nicht im Index haben. Und warum sollte der Bot ausgerechnet dann wiederkommen, wenn auf den Seiten endlich was drauf ist? Hier muss neben der korrekten Technik (unter anderem XML-Sitemap über Webmaster-Tools, Ping in Google+ und natürlich maschinenlesbarer Inhalt) Buzz erzeugt werden. Und den hatte man schon – nur ist er leider verpufft.

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6 Reaktionen
Benjamin Buttkus

Hallo,

Klasse Beitrag! Das nächste Beispiel hat nicht allzu lange auf sich warten lassem. Ogilvy hat heute im Zuge der "Media Markt schließt" Kampagne einen 301er bzw. 503 auf die mediamarkt.de Startseite gepackt.

Hab das in einem kurzen Blogpost ebenfalls kommentiert.
http://digitaledelikatessen.de/blog/2013/seo-fail-media-markt
Hoffe ist keine Eigenwerbung.

Grüße
Ben

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cephei
cephei

http://t3n.de/news/seo-mercedes-fail-498240/

Auf dieser Seite findet der W3C Link checker 12 Links die einen 404 zurückgeben...
http://validator.w3.org/checklink

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Martin
Martin

Vollkommen Richtig!

Aber ein kleiner Hinweis an die Redaktion. Beim Klick auf das G+-Icon der Autorin unterhalb des Artikels kommt man auf eine 404. ;)

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Ted
Ted

Ziel erreicht! Die Medien berichten für die Kampagne und verlinken die Seite.
Ein versehen wird das nicht sein, dann hätten die wohl inzwischen reagiert und zumindest eine Platzhalterseite geschaltet.
Gut in Punkto SEO und Co. wäre eine Seite mit Slogen und "Startet im Oktober" sinnvoller.

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Ara

Meine These: Mercedes & JvM wollen gezielt Onliner mit Intelligent Drive ansprechen und geben deshalb einen 40334 raus. So kann sich die ganze Branche erst darüber lustig machen um sich anschließend einen neuen Wagen mit Sternchen zu kaufen. Yeah!

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