Wer große Mengen an redaktionellen Inhalten produziert muss Strukturen schaffen, um diese für Nutzer und Suchmaschinen erreichbar zu machen. Die Startseiten von Online-Portalen sind schließlich nicht dafür gemacht, große Mengen an Inhalten permanent verlinkt zu halten. Sie zeigen dem Nutzer schließlich nur die aktuellsten Artikel. Die Lösung sind Tagpages, Schlagwortseiten, oder Themenseiten,… es gibt viele Begriffe für ein und dasselbe Ziel: Eine Sammelseite im eigenen Netzwerk zu bestimmten Begriffen oder eben Schlagworten bereitzustellen.
Betrachtet man die Tagpages großer Online-Portale, fällt auf, dass einige zwar eine recht hohe Sichtbarkeit bei Google haben, aber eine Anpassung auf aktuelle Nachfrage und damit optimale Nutzung von Trafficpotentialen nicht stattfindet.
Aber grau ist alle Theorie, und an anderen herummäkeln ist immer leicht. Im folgenden zeigen wir anhand der t3n-Tagpages und 5 Themengebieten, wie man seine Tagpages auf Vordermann bringt. Denn am Ende sollen sie ja für den Nutzer wertvoll sein – nur so erreicht man nachhaltig auch gute Platzierungen in Google.
- Ist der Content inhaltlich erschlossen?
- Bieten die Tagpages dem User Mehrwert?
- Kann flexibel auf Rankings und Suchverhalten reagiert werden?
- Wurde ein Workflow für operatives SEO definiert?
- Ist Crawlability sichergerstellt?
Ist der Content inhaltlich erschlossen?
Um Tagpages generieren zu können, muss Content, der dort dargestellt werden soll, inhaltlich erschlossen werden. Es geht also um die Frage, wie die Inhalte in die richtigen „Schubladen“ einsortiert werden und wie effektiv dieser Prozess betrieben wird.
Ein sehr mächtiges Feature ist eine automatisierte Erschließung, zum Beispiel durch eine „Entity Extraction“. Als Entity Extraction bezeichnet man den Prozess, der automatisiert festgelegte Entitäten (z.B. Personen, Orte oder Unternehmen) eines Textes erkennt. Aus einem Text werden also Metadaten extrahiert und die Dokumente um diese strukturierten Metainformationen erweitert. Bei solch einem Feature gilt es dauerhaft die „Entitätenliste“ zu optimieren, zu pflegen und zu erweitern.
Gehen wir mal davon aus, dass das CMS oder System zur Pflege der Tagpages aktuell nicht eigenständig Entitäten erkennen kann. Es wird redaktionell per Hand verschlagwortet. Artikel oder Produkte im Content Management System werden einzeln bearbeitet und mit relevanten Schlagworten versehen. Es gilt dann, die für User relevanten Aspekte sowie die Sprache und Problemstellung der User aus Suchmaschinen abzubilden. Hilfreich ist eine Clusterbildung je nach Art des Contents:
Nehmen wir als Beispiel den Artikel zum neuen Medion-Tablet. Gibt es themenübergreifende Topics? Macht es Sinn, feste Schlagwörter für die Eingruppierung in CMS oder in Websitehierarchie zu nutzen? Um welches Produkt, um welche Produktgruppe handelt es sich?
Sind die Dokumente bzw. Artikel inhaltlich klassifiziert, können auf dieser Basis Inhalte thematisch aggregiert und dem Nutzer passend zu seinem Informationsbedürfnis angeboten werden?
Bieten die Tagpages dem User Mehrwert?
Ziel ist es, die eigenen Tagpages auch bei umkämpften Einwortsuchanfragen im sichtbaren Bereich bei Google zu platzieren. Sprich: Die Tagpage http://t3n.de/tag/ultrabook sollte zur Suchanfrage „Ultrabook“ auf der ersten Google Ergebnisseite landen und zu eben diesem Begriff Traffic generieren. Der Vorteil von Tagpages in solchen Fällen ist, dass es bei generischen Begriffen wie z.B. „Ultrabook“ oft den einen passenden Artikel nicht gibt. Für Google macht es also Sinn, auch Seiten mit generischen Inhalten zum Thema zu ranken. Die Frage beziehungsweise Herausforderung für den Anbieter der Tagpage ist es, zu erkennen und abzubilden, was der User aus Suchmaschinen mit dem generischen Suchbegriff „Ultrabook“ will.
Man muss mit einer Tagpage zu einem generischen Begriff also möglichst die maximale Anzahl an Intentionen des Users aus Suchmaschinen abdecken. Sie muss Mehrwert hinsichtlich so vielen Ausprägungen zum Thema wie möglich liefern. Eine Tagpage zu einem generischen Thema wie „Ultrabook“ muss als Verteilseite zum Thema dienen.
Die Frage, die an dieser Stelle häufig auftaucht: „Woher soll ich wissen, was der User zu diesem Thema eigentlich will?“. Die Antwort ist recht einfach. Man schaut bei Google nach, was User rund um den Begriff suchen und bietet die dazu passenden Inhalte! Hört sich komplizierter an als es ist.
Der erste Schritt: Google Suggest nutzen! Das heißt, das Schlagwort in den Suchschlitz bei Google eintippen und die Vorschläge durcharbeiten. Bei diesem Beispiel:
ultrabook test, ultrabook vergleich, ultrabooks 2012,…
Ergebnis einer 30-Sekunden-Recherche: Die Tagpage zum Thema „Ultrabook“ sollte neben News zum Thema auch Testberichte und Vergleiche liefern. Desweiteren lohnt sich ein Bereich „welche Ultrabooks kommen 2012?“ sowie eine Clusterung nach Herstellern und Ausprägungen wie Größe des Displays.
Der nächste Schritt: Die eben erkannte Nachfrage über die Tagpage schnell zugänglich machen.
Der Status Quo:
Die Idee:
Eine Möglichkeit wäre, über den Headerbereich eine eigene Seitennavigation einzubauen. Die einzelnen Navigationspunkte „Ultrabook Tests“, „Topliste: Ultrabook Vergleiche“, „Neue Ultrabooks 2012“ sowie „Ultrabooks nach Hersteller“ verlinken jedoch nicht auf eine neue Seite. Es sind Anker, die in den Bereich auf der Tagpage springen der genau dieses Thema behandelt. Ziel ist es ja, die Tagpage als Sammlung aller nachfragerelevanten Inhalte zum Thema zu platzieren und den User gezielt im eigenen Netzwerk zu „seinem“ Thema zu führen.
Soviel zum Thema „bieten die Tagpages dem User Mehrwert“ bei Einwortanfragen. Doch wie sieht es bei Tagpages zu Mehrwort-Suchanfragen aus? Lohnt es sich eine Tagpage zu z.B. „Flash auf dem Ipad“ anzulegen?
Die Antwort ist relativ simpel: „Ja, wenn die Inhalte auf der Tagpage das Nutzerbedürfnis zur Suchanfrage befriedigen.“ Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob der Nutzer auf dieser Tagpage etwas zum Thema „Flash auf dem Ipad“ erfährt?
Ich wage zu behaupten, dass diese Tagpage den meisten Usern zur Anfrage „Flash auf dem Ipad“ nicht weiterhilft. Um zu verdeutlichen, dass es auf der Tagpage http://t3n.de/tag/flash-auf-dem-ipad eigentlich gar nicht um das Thema „Flash auf dem Ipad“ geht habe ich den Begriff „Flash“ auf der Seite mal markiert:
Fazit an dieser Stelle: jede Tagpage muss Mehrwert für den User liefert – ansonsten ist sie Ballast!
Kann flexibel auf Rankings und Suchverhalten reagiert werden?
Der Punkt „kann flexibel auf Rankings und Suchverhalten reagiert werden?“ basiert im Grunde genommen auf Folgendem: bereits in der Konzeptionsphase von Tagpages muss die Editierbarkeit SEO relevanter Elemente berücksichtigt werden.
Um Optimierungspotentiale nutzen zu können, muss es möglich sein, über das Backend Defaultwerte für gewisse Elemente anpassen zu können. Nehmen wir als konkretes Beispiel mal die Tagpage zum Thema „Iphone 5“: http://t3n.de/tag/iphone-5
Eine kurze Recherche über Google Suggest und die Analyse von HTML-Title und Meta-Description ergibt folgendes Bild:
Relevante Suchanfragen rund um den Begriff „Iphone 5“ werden bis auf „Iphone 5 News“ in HTML-Title und Meta Description kaum abgedeckt. Trafficpotentiale werden in diesem Zustand nicht optimal genutzt.
Die Lösung dafür: Title und Description müssen individuell gestaltet werden können! Das hört sich banal an, wird aber häufig bei der Konzeption von Tagpages nicht beachtet. Besteht die Möglichkeit, individuell auf die Nachfragesituation zu reagieren, kann man aus dem „t3n-Tagpage-Standard-Google-Snippet“ folgendes machen:
Man sieht bereits, dass viel mehr Suchkombinationen abgedeckt sind. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit enorm, weitere Trafficpotentiale zu heben.
Neben der Editierbarkeit der inhaltsbeschreibenden Elemente wie HTML-Title, Meta-Description und den h-Überschriften empfiehlt sich die Einführung einer „frei editierbaren HTML-Box“. Diese kann man für einen feststehenden Text nutzen, aber auch um die Userführung zu weiteren themenrelevanten Angeboten im Netzwerk zu verbessern:
Man sieht: Auch Tagpages müssen hinsichtlich SEO operativ betreut werden!
Auf der nächsten Seite finden sich weitere Tipps zur optimalen Aufbereitung von Tagpages



![Local SEO: Eine Einführung in die lokale Suchmaschinen-Optimierung [SEMSEO 2013]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-460995_SEMSEO-Konferenz-2013_medium.jpg)





von Schwaneberg 05.04.2012 (13:48Uhr) 1.
Herr Koch ist doch auch Buchautor oder verwechsel ich ihn?
von Dominik 05.04.2012 (14:04Uhr) 2.
Toller Artikel! Vielen Dank!
von SEO für Tagseiten – SEO.at 05.04.2012 (14:34Uhr) 3.
[...] SEO für Tagpages: Die optimale Präsentation für Leser und Google var szu=encodeURIComponent(location.href); var [...]
von Mike 05.04.2012 (18:27Uhr) 4.
Durchaus interessanter Artikel, jedoch eine Anleitung zum SEO SPAM. Eine Tagpage wie "Flash auf Iphone", welche nachweislich keinen relevanten Content bietet ist doch eindeutig SPAM. Google ist daran interessiert dass sie qualitative Ergebnisse liefern. Und genau solche unrelevanten Seiten mögen die nicht in den SERPs. Abgesehen mag ich als User solche Seiten ebenfalls nicht.
Dann wird dazu geraten im Title möglichst viele Keywords abzubilden. Schwächt dies im Grunde nicht die Wertigkeit jedes einzelnen Keywords ?
Aber nicht alles wird mir klar
von SEO für Tagpages: Die optimale Präsent… 06.04.2012 (06:09Uhr) 5.
[...] SEO für Tagpages: Die optimale Präsentation für Leser und Googlet3n MagazinStefan Koch (Online-Marketing bei der Deutschen Telekom) sagt, worauf es zu achten gilt. Wer große Mengen an redaktionellen Inhalten produziert muss Strukturen schaffen, um diese für Nutzer und Suchmaschinen erreichbar zu machen. [...]
von SEO für Tagpages: Die optimale Präsent… 06.04.2012 (07:49Uhr) 6.
[...] SEO für Tagpages: Die optimale Präsentation für Leser und Googlet3n MagazinStefan Koch (Online-Marketing bei der Deutschen Telekom) sagt, worauf es zu achten gilt. Wer große Mengen an redaktionellen Inhalten produziert muss Strukturen schaffen, um diese für Nutzer und Suchmaschinen erreichbar zu machen. [...]
von Lars 06.04.2012 (12:41Uhr) 7.
@Mike: eine Anleitung zum Seo Spam? Sorry das ich so zurück fragen muss, aber hast du den Artikel gelesesen? Es wird doch klar gesagt das die Tagseiten Mehrwert liefern müssen und das Vorgehen nicht empfohlen wird.
von Andreas Wander 06.04.2012 (21:33Uhr) 8.
Starker Artikel... Tja, Content is King. :)
von Top 10 der Woche 14/12 « Wochenrückbli… 08.04.2012 (15:20Uhr) 9.
[...] nehme ich mir zum Anlass, auf ein paar interessante Äußerungen einzugehen. Weiter…SEO für Tagpages – Tagpages bieten Lesern idealerweise gebündelte Informationen zum Themenfeld ihres [...]
von youssef.boutzakht 08.04.2012 (19:13Uhr) 10.
Guter Artikel, der mich weiterhin darin bestärkt, dass am Ende immer nur Qualität siegt. Lieber Klasse statt Masse rate ich zumindest meinen Klienten.
von Mein-Spandau.info 11.04.2012 (20:25Uhr) 11.
Bemerkenswerte Ideen, wir werden user hyperlokales Newsportal http://www.mein-spandau.info entsprechend den Tipps durchforsten.
von Frühlingsputz im Blog - oder 7 Tipps f… 12.04.2012 (17:00Uhr) 12.
[...] gab es erst vor kurzem einen hilfreichen Artikel zur Optimierung von Tag-Pages in der t3n. Falls Du jetzt gerade nachschauen möchtest, wie ich es umgesetzt habe – mach Dir keine [...]
von Felix - traffic über tag-Seiten mit Wor… 16.04.2012 (12:29Uhr) 13.
Schöner Artikel und gut durchleutet das Thema. Vor einigen Wochen habe ich dazu auch etwas umfangreicher geschrieben. Ich finde tag-Seiten auf jeden Fall sehr spannend - Besonder für größere Seiten, welche viel Content haben, aber auch für kleinere Blogs, welche aktuellere Infos zu dem tag Thema bieten.
Grüße,
Felix
von Knut 05.06.2012 (14:20Uhr) 14.
Sehr guter Artikel! Klasse
von Tag-Seiten als gezielte SEO-Maßnahme ei… 14.03.2013 (10:48Uhr) 15.
[...] Weitere Information zu Tagseiten finden sich im sehr guten Artikel von Stefan Koch auf t3n.de [...]