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SEO: Top Rankings durch reine Onpage-Optimierung [SEO Day 2012]

Am gestrigen Donnerstag fand im Kölner RheinEnergieStadion mit über 600 Besuchern der zweite Day statt. Unser Gastautor Olaf Kopp, Geschäftsführer der Agentur Aufgesang Inbound Online Marketing aus Hannover, war vor Ort und fasst nachfolgend Eindrücke vom SEO Day und die Kernaussagen einiger Sessions zusammen.

SEO: Top Rankings durch reine Onpage-Optimierung [SEO Day 2012]

Da die Sessions in drei Slots parallel stattfanden konnte ich nicht bei allen Vorträgen dabei sein. Ich habe dennoch versucht eine bunte Mischung an interessanten Themen in den Sessions zu berücksichtigen.

SEO Day: Rich Snippets in den SERPs

Als erstes besuchte ich den Vortrag von Joost de Valk. Hier wurden in erster Linie die Notwendigkeit und Effektivität von Rich Snippets in den SERPs erläutert. Viele SEOs trennen noch immer die Bereiche Conversionrate-Optimierung und Suchmaschinenoptimierung, erklärte de Valk. Die Betrachtung und Optimierung von Klickrate und Bouncerate gehöre aber zur Aufgabe eines jeden Suchmaschinenoptimierers. Fördernd wirken hierbei vor allem Video Mark Ups und Author Mark Ups.

Ein Blick über den SEO-Tellerrand

Zwischen Tür und Angel erlebte ich das Ende des Vortrags von Marco Janck aka der Seonaut, der für ihn typisch den Blick über den SEO-Tellerrand wagte. Er gab Tipps zum Networking und nutzte abschließend die Chance, das offizielle SEOcampixx Rap-Video zu präsentieren. Sein finales Fazit lautete: Lieber machen statt labern!

SEO Day: Das Verhältnis zwischen Agentur und Kunde

Den nächsten Vortrag meiner Wahl hielt Markus Hövener. Er behandelte ein viel diskutiertes Thema, nämlich das Verhältnis zwischen SEO-Agentur und Kunde. Dabei startete er mit der interessanten Frage nach den Gründen, die für oder gegen eine SEO-Agentur sprechen. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung:

Pro SEO-Agentur

  • Agenturen haben mehr Erfahrung und ein tieferes Wissen bezüglich der SEO-Arbeit.
  • Sie verfügen in der Regel über eine große Anzahl an Tools.
  • Sie kennen eventuell passende Link-Quellen durch eigene Linknetzwerke.

Contra SEO-Agentur

  • Unternehmen gewinnen nicht an Erfahrung.
  • Sie bauen intern kein Wissen auf.
  • Die Kosten für eine SEO-Agentur sind höher.

Hövener wies zudem daraufhin, dass SEO ein Handwerk ist, das man erlernen kann. Viele SEO-Agenturen verkaufen ihre Arbeit hingegen als mystisch und schwer verständlich. Wichtig sei, dass Kunden grundlegend wissen worum es bei der Suchmaschinenoptimierung geht. Hier eine Übersicht:

  • Content
  • Struktur
  • Technologie
  • Gute Links

Zusammenfassend sei es für Kunden wichtig im Vorfeld die folgenden Dinge zu klären:

  • Was will ich?
  • Welche Angebote gibt es?
  • Habe ich die Angebote verstanden?
  • Wer ist für mich als Kunde zuständig?

SEO Day: Personal Branding über Social Networks

Andreas Graap hielt seinen Vortrag zum Thema Personal Branding. Dabei hob er die wichtigsten Gründe für das Suchen eines Namens hervor: Business, Dating und Bewerbung. Interessant war insbesondere seine Ergebnisvorstellung einer Datenerhebung, die bei 5.000 Namenssuchen das Top-10-Ranking untersuchte. In den meisten Fällen lagen Portalen wie Personensuchmaschinen, Telefonbücher und Branchenportale vorne, die sich nicht direkt beeinflussen lassen. Graap riet deshalb dazu, eigen Profile in Social Networks einzurichten. Seine Erhebung erbrachte die folgende Prioritätenliste:

  1. Facebook
  2. XING
  3. LinkedIn
  4. Twitter
  5. Google+
  6. Slideshare
  7. Pinterest
  8. Myspace
  9. WordPress

Um das Ranking dieser Profile zu Verbessern, sei es hilfreich den echten Namen anzugeben, eigene Fotos hochzuladen, die andere Profile anzugeben und Blogkommentare mit den Profilen zu verlinken. Auch eine Website mit einer auf den Namen laufenden Domain sei hilfreich, so Graap.

Content-Marketing als SEO-Strategie

Das nächste Panel war hoffnungslos überfüllt. Marcus Tandler, einer der bekanntesten und kontroversesten SEOs in Deutschland, sprach gemeinsam mit Andi Bruckschlögl über Content Marketing.

Marcus Tandler und Andi Bruckschlögl auf dem SEO Day 2012.

Zum Einstieg erläuterte Tandler drei Möglichkeiten, die Google seiner Meinung nach nutzt nutzt, um die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten einzuschätzen: Über das Penguin Update versucht Google demnach künstliche Backlinkprofile zu erkennen. Das vor kurzem veröffentlichte Disavow Tool bezeichnete Tandler in diesem Zug als Spam Report 2.0, weil es fast auschließlich von Leute genutzt wird, die sich über ihr Fehlverhalten bewusst sind. Ein weiteres Kriterium für Vertrauenswürdigkeit sei darüber hinaus die Authorität eines Autors. Das dritte Kriterium sind schließlich sogenannte „Traffic Based Signals“ wie beispielsweise Erwähnungen in den Social Media.

Tandler und Bruckschlögl präsentierten im weiteren Verlauf des Vortrags einige Inhalte, die im Rahmen des Content-Marketing eingesetzt werden können. Neben Infografiken, Ratgebern und E-Books kam das Gespräch auch auf Case Studies, Video-Interviews und Ressourcen-Listen. Tandler bestätigte desweiteren unsere Erfahrungen, dass einmaliges Content Marketing nur kurzfristig zu einem Anstieg der Sichtbarkeit führt. Es sei deshalb wichtig, diese Sichtbarkeit durch regelmäßige Content-Marketing-Kampagnen beizubehalten.

Ein Blick in Richtung Googles Zukunft

Im nächsten Vortrag stellte Niels Dörje wichtige Käufe, Zusammenführungen und Patente von Google vor, aus denen sich Prognosen für Googles Aktivitäten in der Zukunft und Gegenwart ableiten lassen. Hervorzuheben ist hier beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn im Rahmen von Google Transit. Das Ziel sei hierbei, Informationen des Nahverkehrs in den Routenplaner der Google Maps zu integrieren. Dörje wies desweiteren auf die Aktivitäten Googles im Bereich von Reisen und Flügen hin.

SEO Day: Onpage-Optimierung sichert Top-Positionen

Mit Spannung erwartete ich den Vortrag von Karl Kratz, in den letzten Jahren ein Durchstarter der Online- Marketing-Szene. Er besticht in seinen Vorträgen durch inhaltliche Tiefe und fundierte Daten. So auch dieses Mal: In seiner Session beleuchtete Kratz die Ergebnisse einer Untersuchung zum Thema „Linkless Outranking“, die er in den letzten Jahren durchführte. Mit seiner Untersuchung wollte Kratz beweisen, dass die Anpassung der Inhalte reicht, um Seiten in einem sehr umkämpften Markt auf Top-Positionen zu platzieren.

Karl Kratz überzeugte auf dem SEO Day 2012 mit einem beeindruckenden Vortrag.

Über mathematische Zusammenhänge identifizierte er Muster, die auch Google nutzt um relevanten Content zu identifizieren. Dafür verglich er die Beschaffenheit erfolgreich rankender Webseiten für stark umkämpfte Keywords aus dem Versicherungsbereich. Bei der Vorstellung seiner Ergebnisse konfrontierte er Zuhörer mit komplexen mathematischen Formeln, die zum Teil erstaunliche Ergebnisse zur Folge hatten und ein regelmäßiges Muster bezüglich der Termgewichtung identifizierten. Eine wichtige Erkenntnis von Kratz war darüber hinaus, dass die regelmäßige Aktualisierung von bestehenden Inhalten das Ranking dieser Seiten nachhaltig verbessert.

SEO Day: Interessant, praxistauglich und empfehlenswert

Obwohl der Tag für mich als regelmäßigen Konferenzgänger etwas zäh begann, verließ ich den SEO Day doch mit Erinnerungen an interessante Gespräche und praxistaugliche Learnings. Die Vorträge steigerten sich im Laufe des Tages deutlich, sodass ich für den SEO Day auf dem umkämpften Markt der Online-Marketing-Konferenzen noch immer eine klare Empfehlung aussprechen kann.

Über den Autor:

Olaf Kopp beschäftigt sich seit 2005 mit Online-Marketing, Social Media und Suchmaschinenmarketing. Der begeisterte Blogger und IHK-Seminarleiter schreibt regelmäßig für t3n, im Agentur-Blog von Aufgesang Inbound Online Marketing und seinem privaten Online Marketing Blog über Performance Marketing & Co.

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Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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5 Antworten
  1. von Marcus am 26.10.2012 (19:14 Uhr)

    Servus Olaf!
    Als einen der "kontroversesten SEOs" wurde ich bislang noch nie bezeichnet :-)
    Vielleicht vertrete ich ab und an mal eine durchaus kontroverse Meinung zu gängigen SEO-Praktiken, aber wird deshalb gleich meine ganze Person als "kontrovers" betrachtet?
    Naja, nix für ungut :-)

    Nur kurz zu den von mir angesprochenen "Traffic based Signals" - damit hatte ich mitnichten "Erwähnungen in den Social Media" gemeint, denn diese gehören ja zu der zweiten von mir skizzierten Flanke - den Autorship Signals. Traffic based Signals sind Qualitäts-Signale, die Google theoretisch durch Data-Mining des Surfverhaltens via Google Chrome, Toolbar, G+-Button Integrationen und auch alle weiteren von Google angebotenen Services aggregieren kann. Ich habe das von dem im Jahr 2004 von Google eingereichten Patent "Ranking documents based on user behavior and/or feature data" bzw. des dort beschriebenen "Reasonable Surfer Model" abgeleitet - immerhin kann Google nun 8 Jahre später solche vormals eher theoretischen Überlegungen mit den Ihnen mittlerweile zur Verfügung stehenden Traffic-Signalen validieren. Da hier in einer geradezu gigantischen Panel-Größe reales Nutzerverhalten herangezogen werden kann, sind gerade die Traffic based Signals meiner Meinung nach am schwersten manipulierbar, und somit für Google sicherlich hochinteressante Signale. Am Ende des Tages geht es ja für Google stets darum nicht die Seite am besten zu ranken, die das beste SEO macht, sondern vielmehr diejenige, die das beste Ergebnis für den User ist!

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  2. von olaf am 26.10.2012 (19:23 Uhr)

    Hi Marcus,

    kontrovers vielleicht eher für mich persönlich, da ich dich nun schon ein paar Jahre verfolge (jetzt nicht Stalker mäßig gemeint ;-) ) und dein extrovertiertes Auftreten zum Einen gemocht, aber auf der anderen Seite auch von einigen als unsympathisch empfunden wird. Aber das können wir auch mal beim Bier auf der Campixx genauer bequatschen ...

    Ich habe versucht den ganzen Tag zusammenzufassen, deswegen sind hier auch einige Ungenauigkeit drin. Der Text wurde zudem noch vom t3n team leicht umgeschrieben. Das Reasonable Surfer Model hatte ich in meiner Version noch mit drin ...

    best

    o

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  3. von semseoguy am 26.10.2012 (20:59 Uhr)

    @Olaf,

    seit langen mal wieder eine wirklich gute, kurze und knackige Zusammenfassung.

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  4. von JenZ am 30.10.2012 (09:57 Uhr)

    Im Grunde sind Suchmaschinenoptimierer doch nur Leute die besser als andere RATEN(!), was sich Google für den Suchalgorithmus hat einfallen lassen.
    Zitat aus dem Text: "Zum Einstieg erläuterte Tandler drei Möglichkeiten, die Google seiner Meinung nach nutzt ..."

    *Wissen* kann man da gar nix und *lernen* nur über trial and error ... wenn man WÜSSTE was man tut, dann hätte es nicht viele Seiten nach dem Penguin Update rausgehauen ...

    Ich glaube mittlerweile auch eher an Karl Kratz' These, das Onsite-Optimierung fürs erste ausreicht, es braucht dann halt Ausdauer, bis man in der Suche nach oben rutscht. Gute externe Links kommen dann von ganz alleine.

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  5. von Marcus am 30.10.2012 (10:24 Uhr)

    Servus JenZ,
    im Grunde hast Du vollkommen recht, aber selbstverständlich ist es etwas zu kurz gegriffen, dass hier lediglich geraten wird. Es ist vielmehr ein "educated guess" unterfüttert durch eigene Erfahrungen, sowie sorgsames Studium der von Google und anderen Suchmaschinen eingereichten Patente. Gerade diese lassen ja doch recht gut darauf schließen, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt. Zu 100% Wissen kann man da sicher nichts, aber es wäre ja fatal, nicht in die Zukunft zu denken, und lediglich Techniken zu verwenden, die halt aktuell gut funktionieren. Das Wichtigste beim SEO ist immer noch die Nachhaltigkeit, so geht es ja weniger darum, so schnell wie möglich den ersten Platz in den Suchergebnissen zu erklimmen, sondern vielmehr so lange wie möglich dort zu bleiben!

    Gerade diese fehlende Weitsicht hat dann für viele zu Problemen mit Google´s Penguin geführt. Viele SEOs haben bereits frühzeitig vor einer übermässigen Verwendung von direct-match Anchorn gewarnt, aber letztendlich haben dennoch recht wenige auf diese Warnungen gehört, und eben diese Technik weiterhin angewandt, da sie damals aktuell noch gut zu funktionieren schien. Es wurden weiterhin stupide Links gekauft, obwohl die Vorzeichen bereits am Horizont klar zu erkennen waren. Von demher ist es gerade wichtig, sich richtig zu informieren, bevor man sich evtl. durch schlichte Unwissenheit oder Beratungsresistenz in eine Penalty manövriert.

    Aber selbstverständlich will ich Dir nicht widersprechen, denn auch wir sind fest davon überzeugt, dass eine gute OnPage Optimierung heutzutage essentiell ist - deswegen haben wir ja auch ein Tool in diesem Bereich entwickelt :-)

    Letztendlich geht es halt weniger um die Suchmaschinen, als vielmehr um die User, und das diese finden was sie suchen, denn Google will ja nicht diejenige Seite am besten ranken, die das beste SEO macht, sondern vielmehr diejenige, die das beste Ergebnis für den User ist. Daher sollte man sich lieber Gedanken darüber machen, wie man eben jenes beste Ergebnis für den User sein kann, statt Wege zu finden, wie ich den Suchalgo austricksen kann.

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