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Co-Citation und Co-Occurrence: Der nächste große SEO-Trend?

Co-Citation und Co-Occurrence: Der nächste große SEO-Trend?

Die Konzepte „Co-Citation“ und „Co-Occurrence“ gelten als mögliche Rankingfaktoren der Zukunft. Doch was versteckt sich hinter diesen Begriffen? Haben die beiden Konzepte schon jetzt Einfluss auf Suchergebnisse? Wir sind dem Thema auf den Grund gegangen.

Co-Citation und Co-Occurrence: Der nächste große SEO-Trend?
(Foto: istock_SEO)

Das aktuelle Buzzword der SEO-Szene lautet Content-Marketing. Im Mittelpunkt steht hierbei der wiedergewonnene Fokus auf qualitativ hochwertige Inhalte. Weitgehend unbeachtet häufen sich jedoch Artikel über zwei weitere Rankingfaktoren, denen einige Experten eine große Zukunft vorhersagen: Co-Citation und Co-Occurrence. Wir wollen klären, worum es dabei geht und inwieweit eine Einflussnahme auf Rankings schon jetzt erkennbar ist.

Co-Citation und Co-Occurrence: Was ist das?

Bevor wir uns der aktuellen Bedeutung beider Konzepte widmen, bedarf es etwas Erklärungsarbeit. Denn noch ist nicht jedem klar, worum es sich dabei handelt. Eine übersichtliche Einführung veröffentlichte David Linden erst vor wenigen Tagen auf SEOSweet. Unter dem Titel „Co-Occurrence und Co-Citation: Was ist das eigentlich?“ erklärt er die beiden Konzepte, die selbst Szenegröße Rand Fishkin (SEOmoz) in einer seiner Folgen „Whiteboard Friday“ verwechselte.

Co-Citation: Eine Verbindung zweier Websites ohne direkten Link

Von sogenannter Co-Citation spricht man, wenn eine Suchmaschine wie Google die Beziehung zweier Websites (B, C) erkennt, weil eine weitere Website (A) beide Seiten im gleichen Kontext verlinkt. Grundlage der Co-Citation ist die Annahme, dass sich thematisch ergänzende oder überschneidende Websites von hoher Relevanz regelmäßig gemeinsam verlinkt werden. Linden bringt auf SEOSweet ein passendes Beispiel: „Wer schonmal eine Hausarbeit geschrieben hat, kennt das: Die Standardwerke müssen erwähnt werden, sonst fehlt der Arbeit ein wichtiger Teil und sei es allein die Aussage, dass man die Standardwerke und dementsprechend auch das Thema kennt.“ Etwas anschaulicher wird Search Engine Journal mit der folgenden Grafik.

Eine Visualisierung der Co-Citation vom Search Engine Journal.
Eine Visualisierung der Co-Citation vom Search Engine Journal.

Co-Occurrence: Das Nebeneinander von Ankertext und Beschreibung

Je nachdem welchen Experten man fragt, beschreibt „Co-Occurrence“ zum Teil sehr unterschiedliche Konzepte. Wir konzentrieren uns im Folgenden auf die gängigere Definition: Wenn bestimmte Begriffe häufig gemeinsam verwendet werden, müssen wir annehmen, dass zwischen ihnen eine Beziehung besteht. Das Nebeneinander der Begriffe bezeichnen wir hierbei als Co-Occurrence.

Beispiel: Nehmen wir an, t3n.de wird auf vielen Websites mit folgendem Satz verlinkt: „t3n.de ist das führende deutschsprachige Onlinemagazin für Social Media, E-Business und Webtechnologien“. Obwohl lediglich „t3n.de“ verlinkt wird, liegt es nahe, eine direkte Beziehung zu den Begriffen „Social Media“, „E-Business“ und „Webtechnologien“ anzunehmen. Bedeutung trägt demnach nicht nur der Ankertext.
Eine Visualisierung der Co-Occurence vom Search Engine Journal.
Eine Visualisierung der Co-Occurence vom Search Engine Journal.

Welchen Einfluss haben Co-Citation und Co-Occurrence auf die Suchmaschinenergebnisse?

Inwiefern die beiden Konzepte schon jetzt direkten Einfluss auf die Suchmaschinenergebnisse haben, ist schwer zu klären. Es gibt unzählige Einschätzungen namhafter SEO-Experten, doch keine umfassende Studie. Schon 2006 schrieb Jim Boykin über das Konzept der Co-Citations. Sein abschließender Tipp: „If you’re trying to rank high, keep in mind your linking neighborhood and your co citation. On the pages where you’re getting links from, who else do those pages link to?“ Ein interessanter Hinweis, vor allem im Kontext der Penguin-Updates.

Rand Fishkin von SEOmoz beackerte das Thema Co-Occurrence in einem „Whiteboard Friday“ im November 2012. Und obwohl er die Begriffe Co-Citation und Co-Occurrence durcheinanderbringt, scheint sich Rand Fishkin in seinen Annahmen sicher: „In this week's whiteboard friday, I make some predictions that anchor text may be a fading factor while co-occurence is becoming stronger.“ In eben diesem Sinne formuliert auch Haris Bacic sein Fazit auf Search Engine Journal: „Co-citation and co-occurrence seem to be the next big thing in an attempt to avoid manipulation of SERPs, or as many will suggest, it is just another attempt to counter over-optimization, which was the very basis of Google Penguin’s introduction.“

Ein deutlicher Beweis für die Bedeutung der beiden Konzepte fehlt, doch eine Tendenz ist deutlich. So oder so ähnlich formulieren es zumindest die zitierten Experten. Wir halten also fest: Co-Citation und Co-Occurrence gewinnen an Bedeutung – spätestens, wenn auch der letzte das Buzzword „Content Marketing“ leid ist.

Was haltet ihr von Co-Citation und Co-Occurrence? Werden die beiden Konzepte in den kommenden Jahren wichtiger?

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5 Antworten
  1. von Thomas am 24.04.2013 (11:39 Uhr)

    Sehr spannender Beitrag! Ich bin gespannt wo die "SEO-Reise" in Zukunft hinführen wird.

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  2. von monika.ts am 24.04.2013 (12:19 Uhr)

    Fazit
    "Ein deutlicher Beweis für die Bedeutung der beiden Konzepte fehlt, doch eine Tendenz ist deutlich. So oder so ähnlich formulieren es zumindest die zitierten Experten. "


    "Achte auf deine Nachbarschaft," hieß es früher. Heute muss bad neighbourhood mit neuen Buzzworten gefüllt werden. Alte Konzepte in neue Schläuche bringen mag ja nett sein, ändert aber nichts daran, dass heute wie früher keiner nichts genaues weiß, dies aber felsenfest als urwichtig anpreist.

    :-)

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  3. von Dominik am 24.04.2013 (16:37 Uhr)

    So wie der Google-Suchalgorithmus aus vielen Faktoren besteht, besteht SEO aus vielen Puzzleteilen. Momentan wird Contenmarketing durch die Arena getrieben, in einem halben Jahr von mir aus Co-Citation. Es ändert aber nichts daran, dass immer alle Faktoren berücksichtigt werden müssen. Google wird es ziemlich egal sein, was die ganzen SEOs aktuell als "superwichtig" erachten.

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  4. von Asokan von linkbird am 26.04.2013 (10:12 Uhr)

    Kann meinen zwei unmittelbaren Vorrednern nur beistimmen. Ich habe auch nie ganz verstanden, warum ein eigentlich bereits bekannter Rankingfaktor alle paar Wochen herausgespickt und als DER neue Geheimtipp für ein gutes Ranking verkauft wird. Vielleicht liegt es einfach daran, das sich die Szene durch denen eigenen brancheninternen Hype erhalten muss und natürlich auch einen Diskussionsstoff braucht, über den man viel reden, schreiben und referieren kann. Und das ergibt reichlich viel Content zum Sharen, Liken, Plussen usw. Alles Content Marketing halt! ;)

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  5. von avianex am 24.01.2014 (11:30 Uhr)

    Klasse Zusammenfassung, und um die Frage zu beantworten: Beide Ansätze sind völlig nachvollziehbar und letzerer würde ggf. zwanghafte Keywordverankerungen relativieren.

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