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SEOcruise-Recap: Vom SEO zum Unternehmer, Shop SEO und mehr

Vom 13. bis 15. Mai fand die erste Online-Marketing-Konferenz in Form des SEOcruise auf offener See statt. Die Veranstaltung wurde von der hannoverschen Agentur ayudo organisiert und fand auf dem Fährschiff Color Magic statt, das zwischen Oslo und Kiel pendelt.

SEOcruise-Recap: Vom SEO zum Unternehmer, Shop SEO und mehr
Obwohl der Name SEOcruise auf den ersten Blick nach einer reinen SEO-Konferenz klingt, ging es bei dem – frei nach dem Motto „Meer Marketing“ – inhaltlich um die gesamte Klaviatur des und teilweise darüber hinaus. Um den auf dem Festland verbliebenen einen Eindruck über die vermittelten Inhalte zu geben, nachfolgend eine Zusammenfassung ausgewählter Sessions.

Vom SEO zum Unternehmer

SEOcruise: Vom SEO zum Unternehmer. (Foto: Olaf Kopp)
SEOcruise: Vom SEO zum Unternehmer. (Foto: Olaf Kopp)

Die Online-Unternehmer-Ikonen Thomas Promny, Marcel Hollerbach, Ron Hillmann, Dominik Wojcik und Johannes Beus befassten sich in dieser Session mit der Beanwtortung von Publikumsfragen zum Thema Unternehmertum. Für mich als Geschäftsführer sehr interessant. Im folgenden einige Kernaussagen der Herren zusammengefasst:

  • Ziel sollte es sein Marktführer zu werden. Das erreicht man am Besten, indem man die Nische, in der man sich bewegen möchte, klein genug macht.
  • Bei der Frage, ob man die Entwicklungarbeit inhouse behalten oder outsourcen sollte, waren sich alle einig: Kernprojekte sollten inhouse entwickelt werden, da die Beauftragung von Externen oftmals zu Problemen führt.
  • Fehler zulassen, denn nur daraus kann man lernen
  • Bis auf Promny waren alle der Ansicht sich lieber auf einige wenige Projekte zu konzentrieren. Promny selbst bevorzugt viele Projekte anzustoßen, um sie dann von anderen perfektionieren zu lassen. Eine Typfrage.

„Human Ressources for SEO“

Jan Kutschera über die Beschaffung von Inhouse-SEOs. (Foto: Olaf Kopp)
Jan Kutschera über die Beschaffung von Inhouse-SEOs. (Foto: Olaf Kopp)

Unter der Fragestellung „Woher bekomme ich einen SEO?“ beschäftigte sich Jan Kutschera mit der Personalbeschaffung für Inhouse-Stellen. Zunächst einmal beeindruckte mich der Lebenslauf von Kutschera, der in seinen 38 Jahren schon so einige Branchen und Themengebiete durchlaufen hat. In seinem Vortrag ging er auf Unternehmensteile ein, die ein Inhouse beeinflussen sollte:

  • Redaktion
  • Produktmanagement
  • Technik
  • Sales
  • Einkauf
  • Marketing
  • PR / Corporate Publishing
  • Externe Agenturen

Damit übernimmt man als Inhouse SEO eine Art Projektmanager-Rolle, der mit ausreichend Einfluss ausgestattet ist, um Entscheidungen durchzusetzen. Eine gute Grundlage bei Startups ist ein Gründer mit SEO-Kenntnissen und Beziehungen zu Programmierern mit fundiertem SEO-Wissen. Zum Abschluss gab Kutschera allen Teilnehmern noch folgenden Hinweis mit auf den Weg: „SEO hilft nicht SEA-Kosten einzusparen.“

„Rock the SERPs“: Reputation und Traffic duch Google+ und Author Rank

Björn Tantau sprach über Google+ und den Author Rank. (Foto: Olaf Kopp)
Björn Tantau sprach über Google+ und den Author Rank. (Foto: Olaf Kopp)

Björn Tantau begann seien Vortrag mit einigen Argumenten dafür, dass Google zukünftig verstärkt auf soziale Signale achtet. Zum einen begründete er seine Annahme mit der Aussage, dass Backlinks mit genug Geld und Personal einfach zu beschaffen sind, während soziale Signale deutlich schwieriger zu manipulieren sind. Zudem anderen verwies er neben dem Author Rank auf die zukünftige Relevanz des Publisher-Mark-Ups, über das Inhalte und deren Feedback in Bezug zur Brand gesetzt werden können. Als Tipp gab Tantau die Nutzung des Author Crawler Tools zur Identifizierung von relevanten Autoren und den Verweis auf das Google Patent „Ranking Authors in Social Media Systems“ mit auf den Weg.

Content Marketing: Strategien & Taktiken für die erfolgreiche Vermarktung von Content Assets

Einer der nach meinem Geschmack besten Vorträge kam von Dr. Sven Wilhelm. Neben der Vorstellung einer horizont-Studie zeigte er Beispiele erfolgreicher Content-Marketing-Kampagnen aus der Praxis und erläuterte einen 7-stufigen Content-Marketing Prozess:

  1. Zieldefinition
  2. Bestandsaufnahme
  3. Umsetzungsplanung
  4. Kanalauswahl
  5. Content-Produktion
  6. Verbreitung
  7. Erfolgsmessung

Als nützliche Helfer für die Arbeit verwies Wilhelm auf zwei interessante Social-Media-Tools: simplymeasured.com und topsy.com. Im Großen und Ganzen ein inspirierender Vortrag zum Thema Content-Marketing in der Praxis.

Auf SEO-Grund gelaufen: Lecks erkennen und beheben

In seinem Vorträg unter oben stehendem Titel präsentierte Dominik Schwarz einen insgesamt 14-stufigen Ablaufplan, um mögliche Gründe für Ranking- und Sichtbarkeitsverluste zu identifizieren.

  1. Keine Panik
  2. Traffic prüfen
  3. Indexierung prüfen
  4. Tracking prüfen
  5. Webmaster Tools
  6. Mitbewerber-Check
  7. Algorithmus-Update-Check
  8. Onsite-Änderungen
  9. Penalty-Check
  10. Rankings nach Thema
  11. Domaincheck
  12. GWMT-Daten
  13. Backlinkprofil prüfen
  14. Bei Google betteln

Viele SEO-Grundlagen, aber auch der eine oder andere inspirierende Ansatz.

Die Optimierung von Online-Shops zwischen Content-Strategie, dem Disavow-Tool und KPI´s

Stefan Fischerländer präsentierte in seiner Session SEO-Maßnahmen, die speziell beim besseren Ranking ihrer Produkte helfen sollen. Dabei vertrat er die These, dass das Vertrauen von Google in eine Domain heutzutage eine sehr wichtige Rolle spielt. Ich würde das aufgrund eigener Erfahrungen unterschreiben. Um den Trust einer Domain zu identifizieren, greift Google laut Fischerländer auf folgende Kriterien zurück:

  • Links
  • Brand Searches
  • Bounce to SERP
  • Unique Content
  • Pagespeed

Zudem gab Fischerländer den dringenden Hinweis zur Pflege des Contents durch eigene Shop-Redaktionen. Sein Vortrag war eine gute Zusammenfassung der Shop-SEO-Basics, angereichert mit einigen weiterführenden Überlegungen. Sie betrafen unter anderem den Zusammenhang zwischen Umsatz und Sichtbarkeit oder Anzahl der Top-100-Keywords, was ich aber durchaus für diskussionswürdig halte.

SEOcruise 2013: Das Fazit zur Veranstaltung

Ich habe in den letzten Jahren so einige Online-Marketing-Konferenzen besucht, doch das Ambiente, der SEOcruise war schon etwas Besonderes. Die inhaltliche Qualität bewegte sich irgendwo zwischen SMX und SEOcampixx, also auf überdurchschnittlichem Niveau. Die Atmosphäre war locker und entspannt, teilweise mit Zügen einer Klassenfahrt. Interessant fand ich, dass sich einige Vorträge thematisch mit (werbe-)psychologischen Ansätzen beschäftigten, was im Online Marketing bislang eher unüblich und im klassischen Marketing zuhause war.

Als sehr gelungen empfand ich, dass die Teilnehmer teilweise den Ausflug nutzten um ihre Famillien mitzunehmen, was der Veranstaltung eine sehr lockere Atmosphäre verlieh. Kleiner Kritikpunkt war, dass einige Speaker spontan ihre Vortragsthemen änderten und man sich plötzlich in den Vorträgen mit anderen Themen konfrontiert sah, als man im Vorfeld ausgewählt hatte.

Wer sich ein Online-Marketing-Event in besonderen Ambiente wünscht, dem ist die SEOcruise des Veranstalters ayudo nur zu empfehlen. Meine Bewertung im Kurzüberblick:

Atmosphäre: 1+ ; Inhalte: 2- ; Rahmenprogramm: 3 ; Verpflegung: 2

Über den Autor

olaf-koppOlaf Kopp ist geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Aufgesang Inbound Online Marketing  und beschäftigt sich seit 2005 mit Social Media Marketing, SEO und Google AdWords. Die Agentur hat Kernkompetenzen in der SEO-Onpage-Optimierung, organischem Linkaufbau und performanceorientiertem Online Marketing über Suchmaschinenwerbung (SEA) sowie Display-Werbung. Das elf Spezialisten umfassende Online-Marketing-Team ist Teil der Aufgesang Agenturgruppe , die sich auf die Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Inbound-Marketing-Konzepte spezialisiert hat.

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7 Antworten
  1. von marius mayerhofer am 17.05.2013 (06:54Uhr)

    vom seo profitieren in erster linie die seo-anbieter, welche sich einem mittlerweile inflationär aufdrängen, wie hersteller von antivirus-programmen, finanzberater oder windows-registry-optimierer

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  2. von Xfear am 17.05.2013 (09:44Uhr)

    Der 7-stufige Content-Marketing-Prozess ist ja wohl nicht wirklich innovativ, oder? So sieht das Schema von fast jedem Prozess für jeden Quark aus. -.-'

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  3. von Manuel am 17.05.2013 (10:06Uhr)

    Was sagt eigentlich der Veranstalter? Zufrieden? und findet die Seocruise nächstes Jahr wieder statt?

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  4. von Andreas am 17.05.2013 (14:57Uhr)

    Eine kurze Frage: Von wem dieser 5 Jungs stammt dieser Satz? "Ziel sollte es sein Marktführer zu werden. Das erreicht man am Besten, indem man die Nische, in der man sich bewegen möchte, klein genug macht."

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  5. von olaf kopp am 17.05.2013 (14:58Uhr)

    Hallo Andreas, kann ich dir leider nicht mehr ganz genau sagen. Warum ist dir das so wichtig?

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  6. von Ron am 18.05.2013 (02:09Uhr)

    Hallo Andreas,

    ich war das. Sorry;-). Meine Erfahrung: Als Spezialist (Berufskarriere Experte) bestehen immer wieder Chancen, sich mit fehlenden Finanzierungen und Teams in aufkommenden Themen (Dienstleistung/Produkt) dennoch durchzusetzen, um dann darüber natürlich zu wachsen oder erfolgreich an ein Netzwerk zu verkaufen oder eine Finanzierung für den Hebel Marketing oder Development zu bekommen.

    So kann ich mich im Netz beispielsweise auf die Automarke Porsche mit dem werthaltigen Modell 993 konzentrieren und werde zum Aggregator über alle Plattformen zum Autokauf im Netz für dieses einzelne Modell. Bilde ich dann damit die größte Transparenz im Netz ab und binde die Fangemeinde, dann expandiere ich eventuell international oder docke den 964 in Deutschland an, wenn es passt. Oder ich verkaufe an einen Marktführer für den Sportwagenverkauf, der dieses speziell aufbereitete Inventory braucht, um sein Angebot PR-technisch aufzublähen. Aus Google-Sicht passt es auch. Als "HUB" gewinne ich schneller Relevanz durch Expertenstatus in den Serps ... . In der Nische zu starten birgt auch andere Vorteile. Der Fokus bspw. auf die komplette Transparenz auf alle verfügbaren Gebrauchtwagen der Marke Porsche mit dem Modell 993 verlangt nicht unbedingt teures Design und perfekte Usability wie von Autoscout24 oder mobile.de. Die Usergemeinde kann das verkraften. In Zeiten von Pinterest & co. aber auch bitte die Qualität der Bilder im Auge behalten.

    Dein Business ist spannend. Gern Austausch Telefon oder eMail.

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  7. von Andreas am 18.05.2013 (09:32Uhr)

    Weil ich wissen wollte, wer der 5 Jungs diesen cleveren Satz gesagt hat :)
    Ist definitiv so. Leider machen gerade an diesem Punkt viele Existenzgründer Fehler, vor allem im Online Bereich.

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