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Startups

Tour teilen, Geld sparen: Shäre bringt Ubers Killer-Feature in deutsche Taxis

    Tour teilen, Geld sparen: Shäre bringt Ubers Killer-Feature in deutsche Taxis

(Foto: Shäre)

Preisdumping, Medienhetze, ignorierte Verbote: Mit diesen Mitteln hat Uber die deutsche Taxi-Branche in diesem Jahr gehörig in die Enge getrieben. Die aber könnte jetzt ausgerechnet vom Münchner Startup Shäre profitieren, das die Vorteile regulierter Fahrzeuge nutzen und sie zugleich mit einem Teil der US-Idee wieder attraktiver für den Markt machen will.

Für das deutsche Taxigewerbe war 2014 praktisch ein Jahr zum Vergessen: Die scharfen Proteste und die vor gleich mehreren Gerichten in Großstädten wie Hamburg, Berlin und Frankfurt erstrittenen Verbote gegen das expansionsfreudige US-Startup Uber haben dem Ruf der rund 50.000 Taxis nicht gut getan.

Da Uber, das Privatleute per App zu Chauffeuren macht, die einstweiligen Verfügungen zunächst werbewirksam ignorierte, um sie unter anderem durch das Anfechten der Eilbedürftigkeit anschließend außer Kraft zu setzen, ist die Zukunft des deutschen Taxigewerbes weiter ungewiss. Kurz vor Jahresende könnte es aber doch noch Hoffnung auf Besserung geben.

Die kommt aus München, heißt Shäre und ist ein Startup, das auf die wohl hitzigste Tech-Debatte des Jahres mit einem vielversprechenden Produkt antworten will.

Shäre bringt Ubers Pool-Prinzip ins Taxi

Die Gründer von Shäre: Christoph Nedopil und Daniel Valenti. (Foto: Shäre)
Die Gründer von Shäre: Christoph Nedopil und Daniel Valenti. (Foto: Shäre)

Shäre ist eine App zum Teilen von Taxis mit sozial angehauchtem Touch. „Mit Shäre reduzierst du deine Kosten für deine Taxi-Fahrten, indem du das Taxi einfach mit netten Shärern teilst“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Konkret an einem Beispiel: Wer vom Flughafen mit dem Taxi in die Stadt möchte, kann während der Fahrt per App einfach weitere Mitfahrer auf gleicher Strecke zur Mitnahme anwerben und so seinen Fahrpreis senken. Bezahlt wird anschließend bargeldlos per App an den Fahrer, Shäre selbst verdient an einem Teil der Ersparnis.

Wem das bekannt vorkommt, der irrt nicht. Mit „Pool“ bietet Uber einen solchen Dienst innerhalb von San Francisco nämlich schon länger an. Das Prinzip dürfte Nutzern von klassischen Mitfahrgelegenheiten auch unter der Bezeichnung Carpooling bekannt sein. Zugeben will man das bei Shäre zwar nicht, dass sich die Macher des Startups dieses Prinzip aber beim US-Vorbild Uber abgeguckt haben, daraus machen sie zumindest keinen Hehl: „Ja, unser Konzept lässt sich durchaus mit Angeboten wie ‚Pool’ von Uber oder dem Lyft-Pendant ‚Line‘ vergleichen“, sagt Daniel Valenti, der Shäre zusammen mit Christoph Nedopil gegründet hat.

Mehr als nur eine Copycat

Taxi berlin
Hoffnungsschimmer für die sterbende Taxibranche? (Foto: © Sliver - Fotolia.com)

Direkt von einer Copycat zu sprechen, wäre allerdings zu kurzsichtig. Immerhin handelt es sich bei der von Shäre adressierten Klientel nicht etwa um Privatfahrer, die mit eigenem Fahrzeug, fehlendem Personenbeförderungsschein und vergleichsweise geringen Preisen in Konkurrenz zu herkömmlichen Taxiunternehmen treten, sondern unmittelbar um die mit sinkender Nachfrage und schlechtem Image hadernde Taxigemeinde.

Die könnte nach dem Willen von Shäre in zweierlei Hinsicht von dem Produkt der Münchner profitieren. Zum einen bringe Shäre, so sagt Valenti, den vielerorts als Innovationsfeinde gebrandmarkten Taxifahrern die nötige Attraktivität durch ein App-basiertes Geschäftsmodell inklusive mobiler Bezahlfunktion zurück. Zum anderen – und das ist der wichtigere Punkt – werde Taxifahren sozialer und preiswerter, ohne dabei an Sicherheit durch professionell geschulte Taxifahrer einzubüßen.

Was Uber in Deutschland fehlt, hat Shäre schon

Mit dem Ansatz, einen Teil des erfrischenden Uber-Konzepts auf die traditionelle Taxibranche zu übertragen, öffnet sich Shäre zudem noch eine weitere Tür. Das Münchner Startup hat so nämlich bereits, was dem US-Primus – zumindest in Deutschland, trotz aller Bemühungen – noch fehlt: Ein engmaschiges Netz an bereitwilligen Fahrern. Shäre, das diesen November vorerst in München startet, kann in der bayrischen Landeshauptstadt zum Start weg auf potenziell rund 3.500 Taxis zuzüglich Kunden zurückgreifen.

Das ist insofern wichtig, als eine Funktion zum Teilen bestimmter Strecken eine kritische Masse an verfügbaren Fahrzeugen auf der einen und nachfragenden Nutzern auf der anderen Seite voraussetzt. Gelingt es dem Startup, beide Seiten möglichst zügig von seiner Idee zu überzeugen, könnte das Prinzip, gewöhnliche Taxiifahrten zu „shären“ unter Berücksichtigung von damit einhergehenden Netzwerkeffekten schnell Schule machen.

Das ist die App von Shäre

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„Bei Taxis allein wird es nicht bleiben“

„Konkurrenten wie myTaxi könnten Shäre schnell ausbremsen.“

Passiert das, dürfte Shäre seinen Dienst 2015 auch in anderen deutschen Großstädten anbieten. Wann genau ist zwar noch unklar. Im Gespräch mit t3n erklärt Valenti aber, im Laufe des kommenden Jahres zumindest von jedem zweiten Taxikunden in München genutzt werden zu wollen. Abzuwarten bleibt, wie die Konkurrenz um myTaxi oder Taxi.eu auf das neue Angebot reagieren wird. Dass gerade das unter den Fittichen von Daimler stehende myTaxi aus Hamburg eine entsprechende Funktion schnell und werbewirksam umsetzt, ist eine Annahme, die Shäre auch schnell den Saft abdrehen könnte. In München weiß man das wohl auch.

Bei Taxis allein soll es langfristig daher nicht bleiben, denkbar wäre das Konzept laut Valenti auch im spezialisierterem Beförderungsumfeld: „Wenn alles so klappt, wie wir es uns erhoffen, wollen wir unser Konzept auch in Limousinen-Diensten wie MyDriver oder Blacklane unterbringen.“

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1 Reaktionen
Bastian
Bastian

Klingt nicht nach einem Konzept, welches lange hält. Sie haben derzeit keinerlei Verbreitung, sondern nur "Potential" in einer App-feindlichen Zielgruppe und treten mit einem innovationsarmen, leicht zu kopierenden Geschäftsmodell an.

Ich glaube Expansionsgedanken braucht man sich nicht zu machen, sondern kann höchstens hoffen, dass einer der Mitbewerber den eigenen Aufwand minimieren möchte und die Jungs ins Boot holt.

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