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Urheberrecht: Mit dem Facebook-Share-Button auf der sicheren Seite

Urheberrecht: Mit dem Facebook-Share-Button auf der sicheren Seite

Mit dem Einbinden eines Share-Buttons erteilt man nicht die Nutzungsrechte für den ganzen Text. Die Nutzung von Vorschau-Bild und Snippet muss man sich jedoch schon gefallen lassen, entschied das Amtsgericht Frankfurt und wurde darin vom Landgericht bestätigt.

In dem aktuellen Streitfall ging es darum, dass ein Nutzer auf einen ganzen Text ohne die Zustimmung der Autorin gepostet hatte. Der Beklagte argumentierte, dass es auf der entsprechenden Seite einen Share-Button gebe. Die Richter sehen den Share-Button allerdings nicht als Freifahrtschein für die Nutzung ganzer Inhalt, da der Share-Button zum Verbeiten von Links sei. Dabei stützt das Gericht seine Begründung auch auf die Formulierung von Facebook selbst „Mit der Teilen-Schaltfläche kannst du einen Kommentar zu einem Link hinzufügen und das Publikum für den Beitrag auswählen“.

Share-Button überträgt Nutzungsrechte für Snippet

share-button

In ihrem Urteil heißt es jedoch auch: „Durch die Bereitstellung des Share-Buttons hat die Klägerin somit nicht unzweideutig zum Ausdruck gebracht, dass sie über das Setzen eines Links nebst Ankündigungstext hinaus weitergehende Nutzungsrechte an jeden Facebook-Nutzer übertragen hat. Nachdem der Beklagte nicht lediglich die Share-Funktion bedient hat, also einen bloßen Link zu dem Beitrag gesetzt hat, sondern den Beitrag vollständig auf den eigenen Facebook-Auftritt kopiert hat, hat er die Urheber- bzw. Nutzungsrechte der Klägerin hieran verletzt.“

Der Share-Button hat also durchaus die Übertragung von Nutzerrechten zur Folge hat, jedoch in sehr viel geringerem Umfang, als der Beklagte angenommen hatte.

Vorsicht beim Teilen von Fotos Dritter

Aus dem Urteil ergibt sich also, dass Publisher durch Share-Buttons Nutzungsrechte für Snippets und Vorschaubilder einräumen. Rechtsanwalt Christian Solmecke erklärt dazu „Für die Blogbetreiber bedeutet die Entscheidung, dass sie den Share Button nur dann anbringen dürfen, wenn die zum Teilen vorgeschlagenen Bilder auch mit so weitreichenden Lizenzen versehen worden sind, dass sie in den sozialen Netzwerken weiter verteilt werden dürfen.“

Konkret bedeute das, die Betreiber von Internetseiten sollten sich von Fotografen die entsprechenden Rechte vorher einräumen lassen, etwa dadurch, dass im Lizenzvertrag geregelt ist, dass die eingekauften Bilder auch in den sozialen Netzwerken (die möglichst konkret benannt werden sollten) verwendet werden dürfen. Gleiches gilt für den Einkauf von Bildmaterial über Stock-Fotografie Datenbanken, so der Anwalt

 

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3 Antworten
  1. von Dirk am 11.11.2014 (13:02 Uhr)

    Im Hinblick auf Fotos dürfte dieses Urteil wieder mal viele Unannehmlichkeiten nach sich ziehen. Denn in aller Regel ist die Übertragung der Nutzungsrechte an Dritte - hier also den "Sharer" - in den üblichen Lizenzvereinbarungen explizit ausgeschlossen. Da wird es dann schon schwierig überhaupt noch Stockfotos verwenden zu können.

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  2. von Michael_Fertig am 11.11.2014 (20:35 Uhr)

    Sehe ich das richtig, der Angeklagte hat einen ganzen Text kopiert und dann auf seiner Facebook Seite gepostet? Dann kann ich es verstehen, wenn er aber diesen Like Button verwendet hat, dann nicht. Zu den Bildern. Wenn Fotografen ( Ich bin einer) solche Buttons verwenden und sich dann beschweren, dass dort ein Vorab-Schaubild zu sehen ist, kann ich es beim besten willen nicht verstehen. Man will es doch das Sachen geteilt werden, oder? Und diese "ich Mahn mal Ab" Mentalität geht mir tierisch auf die E... Selbst als ich meine kostenlose Bilder Seite veröffentlicht habe, habe ich erst einmal böse Mails von aufgebrachten Fotografen bekommen. Das ist Deutschland ( ich meine nicht die Regierung)

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    • von Tobias am 12.11.2014 (01:43 Uhr)

      Mann, siehst du aber fertig aus ...
      *Spaß beiseite*

      Wie wäre es, wenn du diese Seite ganz langsam noch einmal durchliest und versuchst den Text zu verstehen? Hoffentlich verstehst du es auch.

      Zum Urteil: Dieses Urteil ist wegweisend und führt zu mehr rechtlicher Klarheit. Es wird im Artikel eindeutig dargelegt, wann man Sharen kann und was. Dein aufgeführtes Beispiel zeigt, dass du nichts verstanden hast. Ich nehme hier einen rüden Umgangston an, weil du ungerechtfertigt jemanden verurteilst (was in diesem Fall das Subjekt Staat ist). Ich schreibe dies hier, weil ich die Hoffnung habe, dass du mehr verstehst und weniger Vorurteile verbreitest.

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