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Luxus zum Teilen? Autohersteller suchen Weg in die Sharing Economy

    Luxus zum Teilen? Autohersteller suchen Weg in die Sharing Economy
Volkswagen ID. (Bild: VW)

Der Horror für Autofahrer: die Suche nach einem Parkplatz, vor allem in Großstädten. Selbst Deutschlands Automanager geben das zu. Kommt die Lösung, wenn Autos wie von Geisterhand gesteuert vorfahren?

Sharing Economy: Wenn das Auto per App angerollt kommt

Wenn es nach Daimler-Chef Dieter Zetsche geht, gehört die Parkplatzsuche irgendwann der Vergangenheit an. „Dann kommt das autonome Elektroauto per App zu mir, wenn ich es brauche.“ Alle Hersteller feilen an Ideen rund um selbstfahrende Fahrzeuge und Mitfahrdienste. Doch lässt sich damit auch Geld verdienen?

Erst am Dienstag hatte Daimler verkündet, in einigen Jahren Roboterautos über den Fahrdienst-Vermittler Uber anbieten zu wollen. Der Konzern und das US-Unternehmen wollen gemeinsame Sache machen. Den großen Wurf sehen Branchenexperten in der Kooperation aber noch nicht. „Wir werden mehr solche Ankündigungen sehen“, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut an der Universität Duisburg-Essen.

Die Autoindustrie musste sich in den vergangenen Jahren immer neuen Konkurrenten stellen. War erst die Rede von Google und Apple, die ihre Schnittstellen zu Handys und anderen Mobilgeräten ins Innerste der Autos verlagerten oder im Falle von Google eigene Roboterwagen entwickelten, sind es nun andere Schreckgespenster. Denn Uber und Lyft oder Googles Mitfahrdienst machen das eigene Auto – genau wie beim Carsharing – erst einmal überflüssig.

Sharing-Ecomnomy: Car2Go bietet unter anderem mit dem Mercedes CLA edle Mittelklasse-Fahrzeuge an.(Copyright: Daimler)

In puncto Carsharing haben die Hersteller längst gegengesteuert. BMW rief DriveNow ins Leben, Daimler startete Car2Go. Opel versuchte erst, Autobesitzer dazu zu bewegen, das eigene Auto zu vermieten – und steuert nun über den Dienst Maven auch eigene Modelle bei. Daimler startete Anfang des Jahres einen ähnlichen Dienst namens Croove, über den Mercedes-Besitzer ihre Fahrzeuge vermieten können. Die Volvo-Mutter Geely plant einen eigens dazu designten Geländewagen, der über eine App auch an Fremde weitergegeben werden kann.

Doch dabei bleibt es nicht. Auch das Fahren soll den Menschen in Zukunft abgenommen werden. Tesla etwa will ebenfalls eine eigene Plattform entwickeln, über die Besitzer ihre selbstfahrenden Autos zum Geldverdienen losschicken können. Volkswagen stieg im vergangenen Jahr beim israelischen Uber-Konkurrenten Gett ein und will mit seiner neuen Tochter Moia Shuttle-Dienste in Städten einrichten, die den öffentlichen Nahverkehr ergänzen.

Sharing Economy: Selbstfahrende Autos könnten zum Problem werden

Uber erprobt bereits seit dem Spätsommer Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh. Die Autos stammen von den Herstellern Volvo und Ford – allerdings ist immer ein Fahrer an Bord. Auch in Singapur sind bereits Robotertaxis auf speziell festgelegten Strecken unterwegs. Die Autos stammen von Mitsubishi und Renault. Anbieter Nutonomy startete zum Jahreswechsel auch in Boston.

Uber lässt seine User mit den selbstfahrnden Pkws miitfahren. (Bild: Uber)
Selbstfahrende Autos: Uber hat erste Tests gestartet. (Bild: Uber)

Das könnte allerdings zum Problem werden: Eng wird es für die Autohersteller, wenn der Wagen nur noch zum Transport genutzt wird, um von A nach B zu kommen. „Wichtig ist, dass der Kontakt zum Kunden bleibt“, sagt Dudenhöffer. Denn sonst zögen Verkaufsargumente wie Motorisierung oder Design nicht mehr. Sich möglichst breit aufzustellen, hält Dudenhöffer für den richtigen Weg. „Es gibt verschiedene Wege nach Rom.“

Zetsche glaubt nicht daran, dass Design und Motorisierung in Zukunft keine Rolle mehr spielen werden. Im Gegenteil, die von Daimler vornehmlich verkaufte Oberklasse soll sich gerade in der „Sharing Economy“ – der Wirtschaft des Teilens – durchsetzen. „Luxus wird erschwinglicher und damit eher noch breiter durchsetzbar“, erklärte der Daimler-Chef auf der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag. Gleichzeitig rechnet er damit, dass Autos auch in Zukunft noch gekauft werden, selbst wenn das Teilen eine gewisse Rolle spielt. Die neuen Formen der Autonutzung funktionierten nur in größeren Ballungsgebieten.

Ob sich mit den Diensten allerdings Geld verdienen lässt, ist noch offen. Daimlers Carsharing-Dienst ist bislang nicht profitabel. Es liege in der Natur der Sache, so Finanzchef Bodo Uebber, dass App-basierte Geschäftsmodelle lange Investitionsphasen haben. Viel Geld muss für Marketing und Werbung ausgegeben werden, damit sich die Hoffnung auf Gewinne erfüllt. Uebber rechnet fest damit, dass es klappt, wenn man Geld für eine Marke wie den Taxidienst myTaxi in die Hand nimmt: „Dann kommt der Zeitpunkt, wo Sie es geschafft haben.“ afr/dpa

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Jürgen Tepe
Jürgen Tepe

" Daimlers Carsharing-Dienst ist bislang nicht profitabel. Es liege in der Natur der Sache, so Finanzchef Bodo Uebber, dass App-basierte Geschäftsmodelle lange Investitionsphasen haben. "
Ach?
Das muss man den Carsharingfirmen mal sagen (den richtigen Carsharern, nicht den Kurzzeitvermietern)
Die existieren und wachsen seit bald 30 Jahren - und sind profitabel, ohne lange Investitionsphase. Komisch, irgendjemand muss da was falsch machen…

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