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Porträt

Hinter dieser Glastür bahnt sich gerade eine Shopping-Revolution an

In den Düsseldorfer Büroräumen von Shopco. (Foto: © Johannes Schuba)

Das Düsseldorfer Startup Shopco will den Einkauf im Internet radikal vereinfachen – mit einem universellen Warenkorb für alle Shops. Der größter Gegner? Niemand Geringeres als Amazon.

Wenn man Jay Habib zuhört, ist es nicht immer leicht, ihn zu verstehen. Während des Gesprächs redet der Jungunternehmer wie ein Wasserfall und nippt ständig an einer Flasche Club Mate. Der Mann steht unter Strom, auch, weil er mehr als nur Herzblut in seine Idee investiert hat. Um die Gründung von Shopco zu finanzieren, hat sich Habib vor ein paar Jahren mal mit einem privaten Kredit in sechsstelliger Höhe verschuldet.

Doch glaubt man ihm und seinem Mitgründer, dem IT-Experten Manuel Schoebel, wird sich das auf lange Sicht auszahlen. „Wenn wir alle für uns relevanten Umsatzkanäle zusammenrechnen, liegt das globale Marktpotenzial bei rund 100 Milliarden US-Dollar“, sagen die Shopco-Gründer. Das Startup aus Düsseldorf hat es mit seiner Idee vor allem auf einen Player in der Domäne des Onlinehandels abgesehen: Amazon.

Wie Pinterest, nur für Onlineshopper

Shopco will die Art und Weise, wie wir im Internet einkaufen, radikal vereinfachen. Habib und Schoebel haben eine Software entwickelt, die es Nutzern ermöglicht, jedes Produkt aus jedem Onlineshop in einen universellen Einkaufswagen zu packen. Alles funktioniert direkt im Browser: Ein entsprechender Button nistet sich nach der Installation dezent neben der Adresszeile ein und ist damit vergleichbar mit Diensten wie Pinterest. Mit dem Unterschied, dass mit Shopco keine Fotocollagen gespeichert, sondern shopübergreifend Einkäufe getätigt werden können.

Zu Besuch be Shopco in Düsseldorf. Das Startup will den Einkauf im Internet mit einem universellen Warenkorb-Button auf den Kopf stellen. (Foto: © Johannes Schuba)

Bislang ist das ein großes Problem. Habib spricht aus Erfahrung: Als der gelernte Wirtschaftsinformatiker vor vier Jahren versuchte, mehrere Produkte nach einem Preisvergleich in mehreren Onlineshops zu kaufen, wurde die virtuelle Shoppingtour schnell zum Nervfaktor. Der 33-Jährige musste sich jedes Mal aufs Neue als Kunde registrieren, immer wieder dieselben Daten in die Formulare eintippen. „Was für ein unfassbar dämlicher Prozess“, sagt Habib rückblickend.

Mit Shopco soll dieses Ärgernis ein Ende haben. Nutzer müssen sich nur noch einmalig mit all ihren Daten bei dem Dienst anmelden. Die Tipparbeit bei künftigen Bestellungen übernimmt dann die Software. Eine künstliche Intelligenz scannt den Artikel auf einer Shopseite, zieht sich die vom Nutzer hinterlegten Adress- und Zahlungsinformationen und platziert auf Knopfdruck eine Bestellung. Fertig.

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„Nur Amazon kann uns gefährlich werden“

Die Shopco-Gründer Jay Habib und Manuel Schoebel (Mitte, rechts) im Gespräch mit t3n-Redakteur Daniel Hüfner.(Foto: © Johannes Schuba)

Neu ist die Idee von Shopco nicht. Das US-Startup Shoppable oder auch Paypal versuchen sich seit Jahren an einem universellen Warenkorb für das Netz. Echte Konkurrenz sieht Habib darin aber nicht. „Keine dieser Lösungen funktioniert ausnahmslos in jedem Shop“, sagt der Gründer. Dies liege an den Programmierschnittstellen, die Unternehmen bisher zur Verbreitung einer solchen Technologie an jeden Händler verkaufen müssen. Shopco hingegen müsse die Onlineshops nicht um Erlaubnis fragen. Eine technische und vertragliche Abstimmung sei wegen des hohen Automatisierungsgrads der Software nicht notwendig.

Habib und Mitgründer Schoebel hoffen, auf diese Weise zu einer Meta-Bestellmaschine für alle Onlineshops zu werden. Das soll auch kleinen Händlern neue Kunden bescheren. „Wenn sich ein Kunde in fremden Shops nicht mehr anmelden muss, kauft er öfter dort ein und nicht nur bei Amazon“, sagt Habib. In dem weltweit größten Onlinehändler sehen die Shopco-Gründer daher den einzigen Konkurrenten. „Amazon kann uns vielleicht mal gefährlich werden“, so Habib. Amazon habe ein riesiges Sortiment und außerdem eine patentierte One-Click-Bezahlschnittstelle, die sich bald auch in anderen Onlineshops verbreiten könnte.

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Shopco erobert das Silicon Valley

Verstecken müssen sich Habib und Schoebel indes nicht. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Unternehmensgründung ist aus dem Ziel, ein alltägliches Problem lösen zu wollen, ein prosperierendes Technologie-Startup mit 32 Mitarbeitern geworden. Seit kurzem gibt es auch eine Zweigstelle in San Francisco, denn die USA sind in den Augen der Gründer der wichtigste Markt im Onlinehandel. Die Kriegskasse ist fürs Erste gefüllt: Vor wenigen Wochen erst konnte Shopco namhafte Investoren und sechs Millionen Euro für die Shopping-Revolution gewinnen.

Doch wie viele Nutzer hat Shopco aktuell überhaupt? Wie soll eigentlich Geld verdient werden und warum haben Habib und Schoebel – so sagen sie – „viel Scheiße gefressen“ zu Beginn der Gründung?

Lest die ganze Geschichte exklusiv in der t3n Nr. 48!

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So sieht es bei Shopco in Düsseldorf aus
(Foto: © Johannes Schuba)

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10 Reaktionen
Konstantin
Konstantin

Also ersteinmal wünsche ich dem Startup jede Menge Erfolg, eine dezentrale und trotzdem mächtige Alternative ist prinzipiell natürlich immer eine wünschenswerte Sache!

Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass das den Trend hin zu einer Monopolstellung von Amazon wirklich stoppen kann. Aus meiner Sicht gibt es genau zwei Gründe, heute noch bei 'kleineren' Händlern zu kaufen: Entweder ich kaufe preisbewusst bspw. über idealo ein oder ich interessiere mich für ein ausgefallenes Produkt, was ich wirklich nur in einem speziellen Shop bekomme. In ersterem Fall wage ich die Größe der Zielgruppe zu bezweifeln, zudem gibt es da Alternativen wie Ebay, Rakuten, Marketplace... Bei letzerer Gruppe dürfte die Registrierung egal sein, die möchten schließlich genau dieses eine Produkt haben und haben sich deshalb bewusst gegen Amazon entschieden.

Die wirklichen Nachteile können imho nicht gelöst werden, folgende Gründe auch in Zukunft bei Amazon zu bestellen fallen mir spontan ein:
- Unverlässlicher Kundensupport
- Unklare Versandzeiten
- Unbekannte Rücksendebedingungen
- Auffindbarkeit der Shops abseits von idealo etc.
- Datenschutzbedenken
-> der (mir unbekannte) Shopbetreiber bekommt auch so meine Daten

Lösen könnte das Startup eigentlich nur:
- Redundante Dateneingabe
-> Dank Autocomplete eigentlich heute kein Problem mehr
- Bezahlproblem
-> Gibt genug Lösungen wie PayPal etc.
- Login-Abschreckung
-> Gastbestellungen sind da eine gute Alternative
- Einheitlicher Warenkorb
-> Ehrlich... Das Problem hab ich glaube ich noch nie gehabt? Wenn ich über idealo auf eine Seite komme bin ich entschlossen und kaufe ich sofort, ansonsten wären diese Shops selten meine erste Anlaufstelle ;)

Rein faktenmäßig bleibt mir also wenig Grund zur Hoffnung, aber ich denke da hängt da auch jede Menge anderes unternehmerisches Geschick mit dran, von daher gibts vielleicht doch bald Grund zur Freude :)

NOWIS BLOCK

Gibt es eigentlich t3n-Kommentatoren, die nicht einfach nur alles schlecht reden, was sie lesen?
Der Artikel bietet mir persönlich zu wenige Informationen, um so radikal bewerten zu können, ob das Konzept für eine Zielgruppe von relevanter Größe aufgeht. Vielleicht sind die aufgeführten Kritikpunkte haltlos, bzw. Ich-Bezogen und nicht zu verallgemeinern. Oder es sind längst Anworten entwickelt worden.
Etwas Respekt darf einer Millionen-Finanzoierung und hoher selbstverschuldung gezollt werden. Sonst kommt da nichts bei rum außer Selbstdarstellung.

Daniel Hüfner

Bei dem Artikel handelt es sich übrigens auch nur um einen Teaser für den Heftartikel. Der sollte einen Großteil Deiner sicherlich noch offenen Fragen beantworten.

Beste Grüße

Daniel

NOWIS BLOCK

Schon quasi gekauft,
übrigens gute Idee mit den Teasern. Gerne öfter.

Fotograf Ulm

Auch, wenn ich mit einem nicht voller Neid gepflasterten Post extrem aus der Reihe tanze,
ich find's gut und freue mich, wenn es klappen sollte.
Eine ständig sich wiederholende Eingabe meiner Daten zum Kauf von Produkten ist wirklich nervig und Zeit aufwendig, eine Lösung dessen - wie auch immer - wäre brillant.

:)

Thomas

Eine gute Idee, aber weit entfernt von der Praxis. Übergreifende Warenkörbe funktionieren bei Amazon und ebay auch nur, weil dahinter ein ganzen Konzept steht, wie z.B. der kostenlose Versand, einheitliche Reklamations- und Widerrufregelungen, usw. Mit einem Warenkorb für alles ist einem noch lange nicht geholfen.
In meinen Augen ist das Projekt schon jetzt zum scheitern verurteilt. Das Ganze ist fast schon naiv.

Klaus
Klaus

Der Regelfall: Ich kaufe bei meinen Stammhändlern ein. Mit ein zwei Mausklick.
Der Sonderfall: Ich kaufe einmalig bei einem Händler ein und muss mich regestrieren. Halt! Muss ich das? Immer öfter nutze ich Paypal-Checkout oder Amazon-Pay und muss nichts eintragen.

Also ich sehe keinen Mehrwert in diesem Projekt.

Thomas
Thomas

Ich bezweifele mal, dass die Gründer über praktische Erfahrungen im Shopping-Bereich verfügen. Ein wesentlicher Grund, warum viele bei Amazon einkaufen, besteht doch im Wegfall der Versandkosten (Prime mal voraus gesetzt). Wenn ich mir nach dem Konzept meine Bestellung zusammen klickere, komm ich schnell mal auf 25-30 Euro Versandkosten. Günstig geht anders!

Jürgen
Jürgen

Selten sowas dummes gelesen...
Gelernter Wirtschaftsinformatiker, der nicht mal die automatische Formularvervollständigung im Browser benutzen kann, will eine universelle Software mit künstlicher Intelligent schreiben? Er hat wohl mehr Wirtschaft als Informatik studiert.
Und von e-Commerce hat der Knabe noch weniger Ahnung, nämlich genau Null. Denn der Gesetzgeber hat ganz strikte Vorstellungen, wie das Einkaufen in online Shops ablaufen soll. So muss ein Verkäufer den Kunden darauf hinweisen, dass sein Widerrufsrecht mit der Bestellung der persönlich angefertigten Ware erlischt, der andere Händler muss eine Altersverifizierung durchführen, der dritte Händler hat eine Mindestbestellmenge pro Kategorie, der vierte Händler liefert nicht auf die Inseln, der fünfte benötigt im Checkout zusätzliche persönliche Angaben, und so weiter und so fort.
Der Gesetzgeber sagt dann ganz sicher nicht "na, der Habib kann zwar nicht mal seinen Browser bedienen, aber hats bestimmt gut gemeint, dem wollen wir es leichter machen und seine künstliche Intelligenz muss sich nicht an all die Hunderte von Regelungen und Normen halten, die wir in mühsamer Arbeit zum Schutz der Verbraucher erarbeitet haben. Ist schon ok, wenn er wild und automatisch Sachen in Shops bestellen lassen kann."

Als IT'ler schäme ich mich gerade für die Naivität und Ahnungslosigkeit dieser Leute. Echt traurig.

Danny
Danny

Danke, die Welt ist noch zu retten

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