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Die Sinnkrise des Google+

Die Sinnkrise des Google+

Vor ein paar Tagen habe ich gesagt, dass Google+ mir weit weniger wichtig ist als . Das war nicht immer so. Vor ein paar Wochen war ich noch ziemlich begeistert davon, habe es beinahe mehr genutzt als Twitter. Es ist seitdem nicht schlechter geworden, also warum bin ich nicht mehr davon begeistert?

Die Sinnkrise des Google+

Das ist eigentlich ganz einfach: Google+ sah sehr vielversprechend aus. Es war nicht perfekt, aber hat viel daran gearbeitet. Es bestand die Hoffnung, dass es sehr großartig werden könnte. Diese Hoffnung ist nun weg. Bis jetzt hat sich nicht wirklich viel geändert. Es kam allerlei unbedeutendes Zeug hinzu, wie Spiele oder YouTube in Hangouts. Aber was will man damit, wenn es Probleme mit der Kernfunktion gibt?

Die Kernfunktion ist der Stream, das Element, das für den ein oder anderen das Blog ersetzt und den wichtigsten Teil am Sozialen eines Netzwerks ausmacht: die Kommunikation. Diesen Teil hat Google vernachlässigt. Leider. Dabei ist das gar nicht so viel, was sich ändern müsste:

Die Probleme

Das Sharing macht soziale Netzwerke zu dem was sie sind: Großartig! Interaktion zwischen Menschen, einer denkt etwas und der andere kann damit weitermachen, hin und her, es entsteht ein großer Haufen an Denkpower. Das Sharen bei Google ist aber kaputt, es funktioniert nur einseitig und zerfleddert sich an seinen Enden in tausend tote Köpfe. Das hat zwei Gründe:

  1. Wird ein Beitrag geteilt, enthält der daraus entstehende Beitrag keinen Link zu seinem Ursprung. Es entsteht eine Kopie ohne Verbindung.
  2. Teilen mehrere Leute in meinem Stream den gleichen Beitrag, wird das Ergebnis nicht aggregiert.

Der Nutzen eines Netzwerkes geht dabei vollkommen verloren: Das Gemeinsame fehlt. Das schlägt sich auch auf die Kommentare nieder: Kommentiert man direkt zu einem Beitrag, integriert man die eigenen Kreise nicht, man kann sie nicht dazuholen, man kann ihnen nur eine Kopie (ohne dessen Kommentare) vor die Füße werfen. Dadurch verlieren sich die Kommentare vereinzelt auf die vielen Kopien. Ein großer Vorteil gegenüber Twitter verpufft damit beinahe in der Bedeutungslosigkeit.

Ein weiteres Problem sind die Circles. Sie haben einen grundsätzlichen Nachteil, dazu später mehr, aber auch einen funktionalen: Auf dem Bild sieht man die Circle Liste, da ist neben jedem Circle ein schöner Kreis. Ich will da jedesmal ein Häckchen reinsetzen, um bestimmte Circles in meinem Stream ein- oder auszublenden. Warum geht das nicht? Das wäre praktisch! Das führt zu einem Mangel an Übersicht, auch dazu komme ich später nochmal ausführlicher.

Um einiges wichtiger ist aber ein Element, das zum Beispiel Twitter groß gemacht hat: Die API hat tausende Clients und Apps ermöglicht. Sie interagieren mit Twitter und bombadieren das System mit Mehrwert. Ach ja, ich will eine iPad App!

Die Sinnkrise

Google will mit G+ an Facebook rankommen, das sieht man auch an der aktuellen Integration in die Suche. Der entscheidende Unterschied von Facebook ist deren System der gegenseitigen Freundschaft. Google hat Circles und will damit die Freundschaft auf Interessensgruppen ausweiten (Arbeitskollegen, Kegelclub, Leute mit gleichem Hobby…). Facebook hat (beinahe) private Kommunikation, innerhalb des eigenen Freundeskreises. Google probiert das nachzuahmen und durch das Schubladensystem zu erweitern, nicht mehr der gesamte Freundeskreis wird angesprochen, er lässt sich in Gruppen (Circles) aufteilen.

Bei dieser Art der „privaten“ Kommunikation vergisst Google aber die nötige Bidirektionalität der Beziehung abzubilden. Wenn ich meinen Kegelclub erreichen will, reicht es nicht, ihn zu adressieren. Er muss die Nachricht auch annehmen, also mich auch in einen Circle stecken.

Das Problem verstärkt sich durch die Doppelfunktion der Circles: Sie sind sowohl Gruppierung zum Senden, als auch zum Empfangen. Steckt ein Mitglied des Kegelclubs mich jetzt in einen anderen Circle als den Kegelclub, ist das ganze System kaputt.

Dieses offene Beziehungssystem ist den Leuten durch Twitter bekannt. Die Kommunikation auf Twitter wird nicht als privat empfunden, sie ist öffentlich. Das ist das, was Twitter so außergewöhnlich macht, es ist ein großes Gespräch. So könnte Google auch funktionieren, Twitter mit mehr Möglichkeiten: langer Text, Kommentare, Medien Integration, Schubladen.

Das Problem ist aber die Richtung der Filterung. Bei Twitter filtert der Empfänger was er bekommen will, der Sender redet einfach in das System. Die Circles von G+ wollen aber, dass der Sender entscheidet wer etwas zu bekommen hat. Der Empfänger kann das nicht beeinflussen (er kann nur Personen beeinflussen, nicht Themen). Circles machen also keinen Sinn für offene Kommunikation.

Die Lösung

… existiert schon. Das twitterähnliche Netzwerk Subjot (Mein Profil) macht vor, wie es funktionieren kann: Der Sender schränkt nicht ein, er kategorisiert. Jede Nachricht ist einem Subject (Thema) zugeordnet und wird offen in das System geschickt. Somit sammelt ein Sender ein Spektrum an Themen. Der Empfänger kann sich dann von seinem Kontakt die Themen heraussuchen, die ihn interessieren.

Man kann natürlich auch einfach alle Themen abonnieren und nachträglich einzelne wieder kündigen. Zusätzlich wird man natürlich auch auf neu entstehende Themen hingewiesen.

So müsste das Circlesystem auf Empfängerseite aussehen. Um das Private zu simulieren, müsste es für Google+ also zwei parallele Verknüpfungsebenen geben. Das wäre den meisten Nutzern wahrscheinlich zu kompliziert, aber es würde im Gegensatz zum aktuellen System funktionieren.

 

Noch ein Problem: Die Übersicht

Es gibt zwei Gruppen von G+ Meckerei.

  1. Hier ist ja gar nichts los.
  2. Wie soll ich das alles lesen?!

Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Anhänger der ersten Gruppe können das durch Hinzufügen von Leuten umgehen ;) Ich könnte Leute wieder entfernen. Problem gelöst.

Ja gelöst wäre es, aber nicht sehr schön. Ein erster Schritt wäre es, die oben genannte Möglichkeit mit dem An- und Abwählen von Circles. Damit könnte ich mir selbst Übersicht schaffen. Das Problem selbst ist der Vorteil den G+ gegenüber Twitter hat: Man kann mehr schreiben und Medien und Links werden mit Vorschaubild und Text dargestellt. Facebook macht das auch so, umgeht das Problem aber durch eine Filterung der Beiträge. Grob gesagt: Leute, mit denen man nicht interagiert, werden einfach nicht angezeigt. Das halte ich für den falschen Weg.

Die Frage ist: Wie könnte man das besser machen? Da kann wieder Twitter als Vorbild dienen. Der große Vorteil von Twitter ist die Geschwindigkeit, sowohl vom Sender als auch Empfänger. Wenig Text, wenig zu lesen. Twitter hätte sich das kaputt machen können, indem es eingebettete Videos und Bilder im Stream direkt einbindet. Hat es aber nicht.

Twitter bettet Content erst ein, wenn man den Tweet anklickt. Das ist ziemlich einfach und funktioniert. Google macht das nur bei langem Text. Jeder Link, jedes Video wird komplett angezeigt. Das ist überhaupt nicht übersichtlich.

Während mir bei G+ ganze zwei Beiträge angezeigt werden, sehe ich bei Twitter neun. Mir kann keiner erzählen, dass der Informationsgehalt bei G+ größer ist.

Fazit

Der Artikel ist etwas zu lang geraten, daher kurz eine Zusammenfassung: Sharing ist kaputt, Übersicht könnte durch Circle an- und abwählen verbessert werden, es fehlen eine API und eine iPad-App. Google will zu Facebook, ist aber eigentlich eher Twitter. Daraus folgt, dass das Circle System kaputt ist. Eine Lösung lässt sich von Subjot abgucken. Allerdings ist der Stream viel zu unübersichtlich. Twitter zeigt aber, dass es auch besser gehen würde.

Das Problem ist, dass Google so sein will wie Facebook. Das scheinen aber die Nutzer nicht so ganz zu wollen. Das liegt daran, dass das Beziehungssystem – Kernelement eines sozialen Netzwerks – etwas anderes ist, als Google es haben wollte. Das führt zu Konflikten.

Google+ funktioniert also im Gegensatz zu Twitter weder so wie ich es mir wünschen würde, noch so wie es eigentlich gerne funktionieren will. Google kümmert sich momentan auch nicht darum, dass es besser wird. Es kümmert sich nur darum, dass es größer wird. Google „integriert“ Google+ in alle anderen Google Produkte (einen G+ Button im Google Reader ist keine wirkliche Integration).

Das ist der Grund, warum ich es momentan nur so nutze wie Facebook: Fast gar nicht. Links finden ihren Weg dahin, ich selbst aber nicht.

Ich weiß, der Text ist lang, aber wenn jemand bis hierher gelesen hat würde es mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Zeichen gebt ;) Sagt mir einfach, was ihr zu den angesprochenen Problemen denkt oder wie ihr Google+ nutzt bzw. warum ihr es nicht nutzt. Danke :)

Dieser Artikel erschien zuerst auf lemontreepresse.de.

Über den Autor

Simon Nickel studiert Angewandte Informatik in Göttingen. In seinem Blog lemontreepresse.de verarbeitet er neben seinem Leben im Internet auch viele andere Themen. Als Teilzeitperfektionist kritisiert er gern Software, die nicht seinen Vorstellungen entspricht. In der Hoffnung, dass es besser wird.

 

 

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Magnet 4 Marketing dot Net / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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27 Antworten
  1. von Marco Wegleiter am 17.01.2012 (14:09 Uhr)

    Sehr guter Artikel - dem kann ich nur zustimmen. So wie Google+ momentan ist, ist es obsolet.

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  2. von Walter Schoendorf am 17.01.2012 (14:14 Uhr)

    Seit ich den Beitrag auf http://lemontreepresse.de/google/ gelesen hatte, ist meine Einstellung zu G+ viel differenzierter geworden. Simon Nickel hat das System G+ nicht nur konsequent zerlegt, sondern den Sinn und Zweck dieses Mediums auf den Punkt gebracht. Respekt!

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  3. von A girl am 17.01.2012 (14:20 Uhr)

    Dem kann ich nur zustimmen. Habe auch selbst lange überlegen müssen, ob ich G+ als privates oder öffentliches/Business-Netzwerk nutze, mich letzten Endes jedoch für die eher berufliche Nutzung entschieden. Das Circle-System finde ich wahnsinnig kompliziert und blicke immer noch nicht so recht durch. Was mich am meisten stört ist die fehlende Möglichkeit, einem Nutzer ganz ohne großes Aufheben auch einfach eine persönliche Nachricht schicken zu können - egal ob ich ihn schon "kenne" oder noch nicht. ... Schauen wir mal, wo Googles Reise noch hingeht. So stark, wie sie Plus gerade verknüpfen, müssen sie irgendwann mit den Kernfunktionalitäten nachziehen.

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  4. von Felix Dietrich am 17.01.2012 (14:35 Uhr)

    Ich stimme dem Artikel im großen und ganzen zu. Sehr interessant fand ich auch die Erwähnung des Sozialen Netzwerkes Subjot, von dem ich bisher noch nichts gehört hatte, was aber sehr vielversprechend klingt. Das wäre wirklich mal ein Ansatz, den Google verfolgen könnte. Auch eine Minimierung der einzelnen Beiträge auf den Text, oder vielleicht nur 140 Zeichen, so wie bei Twitter, nur dass man bei Google+ eben mehr schreiben könnte und das dann ausrollt, täte dem ganzen mit Sicherheit gut.
    Allerdings muss Google dabei aufpassen, das es ihnen nicht so wie Facebook ergeht, die ja für die Einführung des "Tickers" auf der rechten Seite nicht gerade viel Lob geerntet haben. Dabei ist der ja genau das: alle Meldungen, auf das wesentliche reduziert. Nur leider zu viele Meldungen, nämlich auch wer mit wem befreundet ist und wem gerade was gefällt und wer welches Spiel gespielt hat, was natürlich nicht jeden interessiert. Das sollte man dann doch etwas mehr filtern können.

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  5. von Parathion am 17.01.2012 (14:42 Uhr)

    Simon Nickel hat mit seinen Ansichten zu G+ leider durchaus recht, auch wenn sich mir das Circle-System erschließt und ich es dem geschlosseneren Freundschafts-System von FB durchaus vorziehe, ist es in seiner momentanen Form so nicht brauchbar.
    Eine Lösung wäre aber imho eine Teilintegration von "Freundschaften" durch das Aufteilen in private Zirkel wie "Freunde", "Nur verfolgen", "Nachbarn, die ich nicht ausstehen kann" und öffentlichere Zirkel wie eben "Kegelclub" und den eigenen Arbeitsplatz, zu welchen man hinzugefügt werden muss und welcher dann automatisch für andere Mitglieder eine gegenseitige Verbindung erzeugt.
    Weiterhin sehe ich das Hauptproblem für die fehlende private Nutzung (wie A girl schrieb) im Fehlen von einer einfachen Möglichkeit Direktnachrichten zu senden, fast ideal wäre die Adaption vom "auf die Pinnwand schreiben", wie sie Facebook nutzt, da der Twitter Ansatz mit @ sich leider vielen nicht erschließt, doch auch an dieser Stelle scheint sich G+ eher bei Twitter bedient zu haben BISLANG.
    Denn hoffentlich ist dieses "bislang" bald Geschichte und Google bringt G+ endlich auf das Level, welches es anfangs versprach.

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  6. von Lana Cordoba am 17.01.2012 (14:43 Uhr)

    Klasse Artikel. Vielen Dank für diese ausführliche Analyse. Hochspannend zu lesen!

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  7. von Jürgen am 17.01.2012 (15:01 Uhr)

    "Vor ein paar Tagen habe ich gesagt, dass Google+ mir weit weniger wichtig ist als Twitter."

    Bei mir isses umgekehrt - und kehrt sich alle paar Wochen wieder um. :)

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  8. von dh am 17.01.2012 (15:11 Uhr)

    Sehr schöner Artikel, dem ich in weiten Teilen beipflichten kann. Das von dir angesprochene Problem der Content-Filterung ist auch für mich der störendste Faktor. Wenn man Personen in einen speziellen Themenkreis einsortiert hat, ist man leider auch gezwungen den ganzen Kram in diesem Kreis zu lesen sehen, der öffentlich gepostet wurde, allerdings überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat. Dadurch werden die Kreise mit uninteressanten Beiträgen überflutet und das Prinzip der thematischen Sortierung völlig ausgehebelt.

    Hilfreicher wäre es, wenn man beim Hinzufügen von Personen selbst entscheiden könnte, welche Art von Beiträgen man empfangen möchte: Beispielsweise möchte ich eine Person in einen Fotographen-Kreis hinzufügen und dort nur die Beiträge sehen, die sich um dieses Thema drehen. Alle anderen allgemeinen, öffentlichen Statements sind völlig irrelevant und störend. Dummerweise würde das allerdings wieder eine zusätzliche Aktion beim Erstellen des Postings erfordern, da man dieses (z. B. mit Tags oder einer Zuordnung in die schon oft gewünschten "öffentlichen Kreise") nunmehr vorsortieren müsste. Doch genau hier steckt Google in einem Dilemma: Einerseits möchte man Benutzer nicht noch mehr Sortierungsaktionen aufbürden, um es so einfach wie möglich zu halten. Andererseits wird dadurch ein kontraproduktives Chaos erzeugt, was das Handling wieder übermäßig verkompliziert.

    Leider sind das elemantare, konzeptionelle Probleme, die schon seit Beginn angesprochen und auch zu Kentniss genommen wurden, jedoch auf die bis heute nicht mit Taten reagiert wurde. Solange dieser derzeitige Entwicklungsstillstand in der Kernfunktionalität nicht behoben wird, hat dieses Netzwerk meines Erachtens noch lange nicht das Potential als "Facebook-Killer".

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  9. von Marc am 17.01.2012 (15:23 Uhr)

    Sehr guter Artikel und (im Fazit) auf den Punkt gebracht. ;-)

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  10. von virtonym am 17.01.2012 (15:32 Uhr)

    In seiner Beschreibung hat der Autor recht. Ursache ist, dass, und das gilt weitgehend für *alle* Netzwerke, das WER/WEN mit dem WAS vermengt wird. Das WAS entspringt den unterschiedlichen Rollen, die wir im Leben einnehmen. Kann sein, dass mich Person A überhaupt nicht interessiert, wohl aber deren IT-Meldungen. Kann auch sein, dass ich Kontakt zu Person B haben möchte, aber bei aller Freundschaft keine Wert auf deren Internetveröffentlichungswut lege. Diese rollenbasierte Filterung muss auf Sender und Empfängerseite implementiert sein, und G+, Twitter u. a. werden wieder unser Freund.

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  11. von severin am 17.01.2012 (15:39 Uhr)

    Danke - mit Interesse und Zustimmung zu ende gelesen...

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  12. von hurz am 17.01.2012 (15:56 Uhr)

    So ein Humbug, da hat sich wohl jemand zu oberflächlich mit dem Thema befasst, wenn er die offensichtlichen technischen Möglichkeiten schon nicht findet

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  13. von Björn am 17.01.2012 (16:07 Uhr)

    Mich würde interessieren was in dem ganzen Rummel um soziale Netzwerke aus Diaspora geworden ist. Man munkelt, dass sich da etwas bewegt, aber wie weit das Projekt ist, erfährt man aus den Medien wenig. Es ist still geworden. Ich würde mir daher einen Bericht zu Diaspora wünschen. https://joindiaspora.com/

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  14. von Thom am 17.01.2012 (17:11 Uhr)

    Klingt, als wäre das mit dem Google-Übersetzer übersetzt worden. Ein wenig mehr Redaktion könnte nicht schaden.

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  15. von Andreas Lenz am 17.01.2012 (17:42 Uhr)

    tja. ich finde google+ mit abstand am relevantesten und aufgeräumtesten. auch die geschwindigkeit bei neuen features und bei dem entfernen von bugs finde ich top. da sind wir uns ja alle einig was? ;)

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  16. von mega am 17.01.2012 (17:44 Uhr)

    "Kommentiert man direkt zu einem Beitrag, integriert man die eigenen Kreise nicht,"
    Ist das bei der Fratzenkladde anders?
    Finde ich aber im Grunde so genau richtig. Wenn man wo seinen Kommentar abgibt, interessiert das den Beitrags-Ersteller und die anderen Kommentatoren, braucht/soll aber nicht an die eigenen Freunde gehen.
    Bei Twitter wäre es aber zwangsweise so bei nem @-reply was ich eher lästig finde. Eine durchgängige Kommunikation ergibt sich da auch nicht, sofern man nicht nen geeigneten Client hat. Statt dessen sieht man @-replys in den Streams der Freunde, mit denen man ohne weiteres garnix anfangen kann.


    "Wenn ich meinen Kegelclub erreichen will, reicht es nicht, ihn zu adressieren. Er muss die Nachricht auch annehmen, also mich auch in einen Circle stecken."
    Circles gibts ja inzwischen auch in der Fratzenkladde und auch dort muss/sollte ne Freundschaft gegenseitig sein, um den Leuten Nachrichten zu schicken.
    Was aber in der Webseite fehlt ist die (Gruppen)-Messengerfunktion, die die Android-App hat. Gefühlt kommen Nachrichten daraus auch nirgendwo an, wenn der Empfänger die App nicht hat. Eine Meldung dazu gibts aber auch nicht...
    Immerhin kann man inzwischen mit Google-Talk mit den G+ Freunden chatten. Aber leider wird an Google-Talk ja auch sonst nicht viel entwickelt, wäre mit einem für Google eher geringen Aufwand sicher als Skype-Alternative aufblasbar (Desktop-Software, mit Voice/Video, Datei-Versand, Gruppenchat/Video, Anruf an/von Telefonen und SMS).

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  17. von Eva Ihnenfeldt am 18.01.2012 (08:22 Uhr)

    Lieber Simon, danke, danke, danke. Was für eine sorgfältige Analyse! Ich hiffe, Google liest es nicht und lernt nicht daraus - denn ich liebe Twitter und will dafür keine Konkurrenz! Besser Facebook etwas entgegensetzen. - aber dafür müsste man wirklich die gegenseitigen Freundschaften förden. Du hast so Recht, so wie jetzt wird es nicht funktionieren.

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  18. von Wave rules am 18.01.2012 (12:14 Uhr)

    In Verbindung mit dem Gejammer bezüglich anonymer +-Profilen kam sofort der Vorschlag auf, nicht nur Fremde in Schubladen stecken zu können, sondern Aktionen auch selber unter verschiedenen Rollen (Für dieselbe Person beispielsweise die Rollen-"Chain": "Partei-Chef" "Ministerpräsident" "Minister" "Abgeordneter" "Partei-Mitglied" "Bürger" "Anonym") durchführen zu können.
    Lagerfeld ist Mode-Designer, Bildband-Sammler und Fotograf. Nicht jeden interessiert alles davon. Andererseits hat Lagerfeld besseres zu tun, als Kategorien auszudenken und sich mit dem Wildwuchs wie bei den strukturlosen aki-aka-Stickern abzuquälen. Interessant wäre also, wenn die Leser die Kategorien auch festlegen können und Lagerfeld sich aussucht, wie detailliert er ein neues Posting einstuft (Trivialpatent "Fraktale Tags", "Baumgranulare Tags (Tier:Haustier:Katze:(DieBesteKatzeVonMünchen)" wobei das letzte das AkiAka-Sticker wäre, der sich mindestens einem offiziellen Tag 'Tier:Haustier:Katze' unterordnen muss, damit es überhaupt gefunden wird, Mash-Tags gibts dann auch noch. Alles bald vermutlich trivial-patentiert). Da klar ist, was er zuletzt gemacht hat, muss er oft nur die Kategorie auf #1 inder Auswahl wieder anklicken ("Photografieren:Supermodels:EhemaligeSupermodels:Schiffer-C. ")und bestätigen oder leicht ändern. Statt Kategorien wären auch "moderne TAG-Systeme" sinnvoll.
    V*@gra-Werbung wird dann von Spammern als ganz wichtig eingestuft und macht Dein Kategorien-System unbrauchbar. Also ist die Trustability relevant wie sie schon vor Jahren zur Diskussion gestellt wurde, als die Wikipedia anfing, total Trustability zu verteilen ("relevant Authors" oder wie das heisst). Der Papst ist bei "Erklärung der Katholischen Ideen" 100% relevant und glaubwürdig. Bei "Kritik an der evangelischen Kirche" aber vielleicht nicht so ganz. Merkel ist bei "Erklärung des CDU-Wahlprogrammes" zu 150% glaubwürdig (und erklärt manches besser als das Wahlprogramm selber, daher mehr als 100%). Bei "Warum rot-grün schlecht ist", sind manche Punkte ("Kein DSL-Ausbau", "UMTS", "rot-grüne Ebook-Preisbindung", "keine Definition virtueller Produkte", "Solarfirmensubventionsmilliarden deren tausende Jobs jetzt gerettet werden müssen"...) glaubwürdig, andere Punkte muss Sie sich selber an die Nase fassen (ELENA, Gesundheitskarte1+2, ...) so das nicht nur der Mittelwert weit weg von "100% Trustable" ist, sondern insbesondere die Varianz (Schwankungsbreite) sehr hoch ist, so das ihre Meinung dort eher nicht zählt. Wenn man daraus ein simples Bewertungssystem anhand der Groups und Eigenen Meinung ("Weil Du 'solar' mit '+' markiert hast, findest Du alles was Trittin sagt auch zu mindestens 20% gut ") "gefärbte-Brillen-verstärkt". Sicher bald ein USA-Trivialpatent.
    D.h. google+ müsste den Schalkefans die relevanten Posts für Schalker zeigen und den Bayern-Fans die relevanten Postings und Aussagen für Bayern-Spieler. Über google-news wäre das ein Burner und schnell trivial-patentiert. Wie hier oder woanders schon geschrieben: "Rottenbildung über + führt zu Gesichtsfeld-Verengung und man kriegt nicht mehr mit, was ausserhalb passiert". Aber das ist für primitive Länder und simple Gruppen wie Fanbois ok.

    Von Wave dachte ich auch, es wäre die Lösung und die größte Townhall aller Zeiten würden alle Amerikaner das Gesundheits-System neu definieren und Lobbyisten hätten Pech gehabt. Aber es wurde abgeschaltet. Die meisten Google-Neben-Projekte laufen nicht gut. Man erkennt eindeutig, welche Produkte vom Google-Management genutzt werden: Google-Mail, Suche, Werbungs-Vermarktung. Alles andere (incl. Android) eher nicht oder es sind zu viele BWLer dort an der Macht die keine gute Software kennen. Wer bei exas TInstruments Unfug baut, muss einen Schultaschenrechner designen der ein Jahr lang an alle Schüler weltweit verkauft wird --- sagt die Legende. Wer bei M$ Unfug baut, muss nachts auf bleiben und die Build-Läufe von Windows, Office oder was-auch-immer überwachen (laut ct). Wer bei Google Unfug baut, darf wohl nicht mehr an Suche, Mail, Werbe-Platz-Vermarktung arbeiten sondern an Wave, Android, News, Orkut, GoogleTV, Reader... und den vielen anderen Projekten die ständig auf- und abgebaut werden und nicht in die Pötte kommen :-(
    neunetz meinte neulich klar so in etwa: GoogleTV wird überall installiert sein. Aber erst wenn AppleTV herauskommt, weiss Google wie man das Interface bauen muss damit auch Oma und Google-Boni-Manager es benutzen und programmiert es nach.
    Die Googles sollen die besten Programmierer der Welt sein ? Hmmm. Früher hat man in Informatik mehr gelernt als Powerpoints herumzuschieben.
    Danke das ich umsonst Informatik studiert habe weil ich in Abmahnistan und Verklag-Deine-Konkurrenten-esistanien wohne... Sonst gäbe es längst VDR- und EPG-Software die von Rentnern genutzt wird und um die Apple mich beneiden würde.

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  19. von Fix am 18.01.2012 (21:07 Uhr)

    Sehr guter Artikel,
    der es auf den Punk bringt. Ich hoffe das er auch von den G+ Machern gelesen wird.
    Vielleicht liest es ja Jemand von Google...

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  20. von Pat D. am 19.01.2012 (12:40 Uhr)

    Ein Mysterium sollte man mal aus dem Weg schaffen: "Private Nachrichten" gibt es sehr wohl in Google+. Im eigenen Profil kann man einen entsprechenden Button unterhalb des Profilbildes aktivieren und für Leute in eigenen oder erweiterten Kreisen sowie komplett öffentlich freigeben. In der Standardeinstellung ist jener Button jedoch deaktiviert und nicht mal "Freunden" zugänglich.

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  21. von Sam Steiner am 20.01.2012 (15:34 Uhr)

    Allerdings kann ich in Google+ die Kreise ein/ausschalten. Klickt man links vom Stream einen Kreis an, hat man oben den Regler, den man auf "Show nothing" stellen kann. Finde ich eine sehr schöne Funktion.

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  22. von Kurt L. am 21.01.2012 (08:30 Uhr)

    Artikel ist interessant, aber einseitig. Erstens stellt sich die Frage, warum soll G+ ein anderes FB werden? Wer die ganze Welt mit seinen körperlichen oder geistigen Darmbeschwerden beglücken will kann dies ja bei FB tun. Wer aber gezielt mit gewissen Kreisen diskutieren und Informationen austauschen will, ist wohl besser bei G+ aufgehoben. Meine Kunden müssen nicht unbedingt über meine politische Einstellung Bescheid wissen, und meine Mitbewerber brauchen nichts darüber erfahren was ich mit meinen Kunden teile.
    Das einiges von den technischen Features noch verbesserungswürdig ist, mag sein. Allerdings sollte man das Konzept nicht verdammen, nur weil es einen anderen Ansatz verfolgt.

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  23. von Gerald Stiehler am 01.02.2012 (12:46 Uhr)

    Ich hoffe, Google liest das.

    Allerdings kann man durchaus mit einem Klick auf die Circles (linke Seite) den Content filtern. Im Moment allerdings nur jeweils einen gleichzeitig anklicken.

    Mache ich seit Beginn meiner Zeit bei Google+ so.

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  24. von Britta Behrens am 02.02.2012 (16:14 Uhr)

    Interessante kritische Auseinandersetzung, der ich teils zustimme, teils aber auch anderer Meinung bin. Google+ ist auf einem guten Weg und natürlich Optimierungsbedarf. Die Circle-Sortierung und das ein und abschalten von Circles im Stream oder einzelnen Personen ist nicht gut gelöst.

    Deine Anregungen würde ich direkt über das Feedback Formular an Google+ senden, so dass sie direkt reagieren und es in ihren Think Tank schmeißen können.

    Ich muss Dir aber wiedersprechen, dass ich Google+ nicht auf 140 Zeichen und ohne Bilder und Videos haben will. Gerade die visuellen Elemente frischen auf. Und die Navigation von Beitrag zu Beitrag ist einfach. Auch die Länge bei Google+ finde ich als Vorteil. Denn hier wird viel politisch und gesellschaftlich diskutiert und hier herrscht eine angenehme Gesprächskultur. Dies möchte ich nicht missen. Hier lassen sich längere Gedanken und Ansichten teilen.

    Vielleicht hat Google die iPad App längst gebaut und Apple winkt sie vielleicht zur Zeit gar nicht durch... Mich würde freuen, wenn ich Google+ auf Flipboard einbinden könnte. neben Twitter und Facebook wäre das ideal.

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  25. von dh am 02.02.2012 (16:47 Uhr)

    @Britta Behrens: Die Vorschläge über das angesprochene G+-Feedbackformular einzusenden, dürfte wohl nur sehr begrenzt sinnvoll sein. Die angesprochenen Kritikpunkte bestehen schon seit Anbeginn des Netzwerks und wurden über viele Wege kommuniziert. Teilweise über das Feedbackformular aber sehr häufig auch über die Postings von Google-Mitarbeitern, über die Kommentare in den diversen Firmenblogs und (bis heute) auch über die Google Groups. Bis heute kamen jedoch lediglich Hashtags und diese umstrittenen Schieberegler hinzu. Ein sinnvolles Contentfiltersystem (Subjot gefällt mir diesbezüglich ebenfalls um Längen besser) fehlt nach wie vor. Am Anwenderfeedback scheitert es dabei allerdings bestimmt nicht.

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  26. von Dennis Boe am 11.02.2012 (11:24 Uhr)

    Punkt 1 ist schon seit vor Weihnachten (3 Wochen vor diesem Beitrag!) mit der Streamlautstärke (s. z.B. hier http://goo.gl/iNztO) nicht mehr aktuell, da einstellbar - u.a. eben auch ganze Kreise abschaltbar für den Hauptstream.

    Zu den anderen Sachen: Ich z.B. will hier gar nicht alles öffentlich teilen. Für mich machen die Circles wirklich Sinn.
    Und wenn der Empfänger nicht selber entscheiden könnte, was ihn erreicht, dann hätte man ganz schnell alles von jedem zugespammt.
    Wobei ich das mit der Themenfilterung sehr interessant finden würde, aber das wäre auch als zusätzliche Option innerhalb der Circles sinnvoll.

    [Nachfolgendes bezieht sich auf einen G+ Beitrag http://goo.gl/380X8 über die neue Möglichkeit der Teilung von Snapshots aus Google Earth, wo eben auch dieser t3n-Beitrag verlinkt wurde]
    Generell kann ich jedoch so weit zustimmen, dass es wichtigere Dinge als GEarth Snapshots zu tun gäbe, auch wenn die Integration aller Dienste das Fernziel ist.
    In meinem Fall wären das z.B. endlich Gruppenfunktionen und Veranstaltungen/Termine als wirklich soziale Funktionen.
    Beides Dinge, die ich eigentlich aus dem fridge-Aufkauf im letzten Sommer (s. http://goo.gl/IsGoH) erwartet bzw. zumindest erhofft hätte.

    Wobei ich trotzdem lieber auf G+ bin als auf fb.
    Für mich gilt zurzeit folgendes:
    - fb für Freunde (Treffen mit Mitgliedern aus offenen Gruppen)
    - G+ für die Information und den Gedankenaustausch für/über eigene Interessen

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  27. von gxg am 24.02.2012 (20:06 Uhr)

    Inzwischen gab es einige kleine Tweaks (die geteilten Beiträge haben jetzt Links zu den ursprünglichen Beitrag und in den Zirkeln gibt es einen Schieber um zu kontrollieren, wie viele Beiträge aus dem jeweiligen Zirkel in den Stream gelangen), aber im Ganzen hat sich nichts viel gemacht. Man hat den Eindruck, Google selbst weiß nicht, was der langfristige Ziel von Plus sein soll und die User wollen nicht gerne mitmachen, da sie keinen Wert darin finden.

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