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Siri – Humor und Ernst: Neues vom digitalen Sprachassistenten [Screenshots]

Siri – Humor und Ernst: Neues vom digitalen Sprachassistenten [Screenshots]

Nachdem das in immer mehr Haushalten Einzug hält, gibt es auch immer mehr Erfahrungen mit der Qualität des digitalen Sprachassistenten . Dabei fokussieren sich bereits ganze auf die Darstellung von Siris Antworten auf schräge Fragen. Wir haben erneut die lustigsten davon zusammen gestellt, zeigen aber auch, wo Siris Schwächen liegen…

Siri – Humor und Ernst: Neues vom digitalen Sprachassistenten [Screenshots]

Siri: Wirklich zuverlässig nur in den USA bei guter Netzabdeckung

Ich beginne mit meinem aktuellen Lieblings-Siri: “Siri, was ist der Sinn des Lebens?” - Siri: “Nach allem was wir heute wissen, ist es Schokolade…”

Lasst uns kurz den Spaß beiseite nehmen. Ich verspreche, am Ende des Beitrags gibt es wieder eine Wagenladung davon. Einschränkend muss ich dazu sagen, dass ich aus den mittlerweile hunderten von Siri-Screens diejenigen ausgesucht habe, die ich am lustigsten fand. Euer Humor mag abweichen. Derbere Zeitgenossen sollten ruhig auch mal den Tumblr-Blog zu Siri besuchen. Manche dort eingestellten Sprüche kann man in einem Umfeld wie t3n einfach nicht bringen, wenn ihr versteht, was ich meine ;-)

Die meisten Siri-Liveberichte kommen derzeit aus den USA und nur dort liefert Siri den vollen Funktionsumfang, sofern es über eine funktionsfähige Internetverbindung verfügen kann. Wie Engadget berichtet, ist Siri in Kanada komplett nutzlos, jedenfalls soweit es die Verwendung lokaler Informationen betrifft. So kann Siri dort weder nach Locations (Restaurants etc.) suchen, noch kann es Karten und Richtungsanzeigen bieten, noch kennt es auch nur die aktuelle Uhrzeit vor Ort.

Siri: Unbrauchbar in Kanada (Quelle: Engadget)

Das erstaunt im Grunde nur auf den ersten Blick. Immerhin weist Apple auf der Infoseite zu Siri ausdrücklich darauf hin, dass Siri erstens Beta und zweitens nicht überall mit allen Funktionen verfügbar ist. Auch in Deutschland kann es zu ungewöhnlichen Antworten des digitalen Sprachassistenten Siri kommen, wie die bekannte Webentwicklerin und Buchautorin Manuela Hoffmann erfahren musste, als sie Siri nach dem örtlichen Wetter fragte. Die Antwort ist mindestens - sagen wir - widersprüchlich. Manuela Hoffmann fragt sich nicht zu Unrecht: “Wann gilt denn das Wetter für Siri als schön? ;-)”

Siri: Nee, kein schönes Wetter (Quelle: Manuela Hoffmann)

Siri: Von damals bis heute

Siri entstand aus dem Forschungsprojekt CALO, das eine Kollaboration des Unternehmens SRI International (SRI, klingelt´s?) mit weiteren Teilnehmern, auch aus dem akademischen Umfeld war. Ziel war es, eine Spracheingabe- und -steuerungsmöglichkeit auf der Basis natürlichsprachlicher Anweisungen zu schaffen. Später setzte sich SRI allein mit den Ergebnissen auseinander und erschuf bereits im Jahre 2007 Siri.

Im Februar 2010 veröffentlichte SRI Siri als kostenlose App namens Siri Assistant für das iPhone 3GS in Zusammenarbeit mit Nuance, den Machern der Dragon-Spracherkennungslinie, die es für das iPhone unter dem Namen Dragon Dictation weiterhin kostenlos gibt. Innerhalb von drei Monaten kaufte Apple das Unternehmen SRI für kolportierte 200 Millionen Dollar und entfernte die App aus dem App Store. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war die App in der Lage, Locations Based Services sprachbasiert zu nutzen, also etwa die auf der Apple-Keynote viel bewunderte Restaurantsuche auszuführen.

Siri: Nachteile der Vorgehensweise

In der Folgezeit arbeitete Apple mit Partnern, etwa Yelp und Wolfram Alpha an der Fortentwicklung der Technologie, die zwar dadurch an Nutzwert gewann, aber prinzipiell nur eine Erweiterung um den Zugriff auf weitere APIs darstellt. Darin liegt das Geheimnis Siris. Es ist darauf programmiert, mit bestimmten Webservices zusammen zu arbeiten. Künstliche Intelligenz hat damit nur am Rande etwas zu tun. So ist es auch verständlich, dass Siri international unbrauchbar ist. Überall da, wo ein fest in Siri verdrahteter Webservice, etwa Yelp nicht verfügbar ist und auch kein alternativer, für das jeweilige Land lokalisierter, fest verdrahtet wurde, kann Siri nicht punkten. Das ist die Erfahrung, die der oben genannte kanadische Nutzer machen musste.

Ein weiterer Nachteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass Nutzer auf die Services festgelegt sind, auf die Siri programmiert ist. Um zum Beispiel Manuela Hoffmanns zurück zu kommen. Sie hat Siri nach dem Wetter gefragt. Siri antwortete unter Zugriff auf Yahoo! Weather. Abgesehen von der Mehrdeutigkeit der Antwort, wäre ich persönlich freiwillig nie auf die Idee gekommen, Yahoo! Weather zu befragen, um das örtliche Wetter zu erfahren. Ich nutze für Wetterauskünfte die App Weather Pro, die sich als weitaus zuverlässiger erwiesen hat, aber über Siri nicht angesprochen werden kann, weil Siri eben Teil des Walled Gardens ist, in dem Apple all seine Produkte gärtnert.

So stellt sich Siri aktuell, abseits aller lustigen Sprüche, in weiten Teilen als weniger hilfreich dar als Apple suggerieren möchte. Es beschränkt die Vielfalt der möglichen Alternativen und wählt nicht automatisch die beste aus. Vor allem perspektivisch könnte sich Siri zu einer Bedrohung der Pluralität der Dienste im Web entwickeln. Baut Apple deinen, möglicherweise grandiosen Webservice nicht in Siri ein, hast du Pech gehabt. Und Siris Nutzerbasis im Grunde auch. Nur werden sie es nicht merken, denn im Walled Garden ist ja immer alles grün…

Siri: She´s funny anyway...

So. Nun aber genug mit den ernsten Themen. Wie versprochen habe ich eine weitere Charge lustiger Screenshots mit skurrilen Siri-Fragen, vor allem aber -Antworten zusammengestellt.

Weitere interessante Links:

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3 Antworten
  1. von Moka.s-Onkel am 18.10.2011 (08:51 Uhr)

    Warum dieser Kulturpessimismus?

    Die derzeitigen Nachteile der Vorgehensweise sind sicher richtig und zu recht geschildert. Aber warum so pessimistisch? Auch bei der normalen Suchmaschine in Safari kann man vom Standard Google abweichen, wenn man will. So wird es doch auch mit den von Siri verwendeten Datenbanken werden - man wird sie auswählen und einstellen können.

    Siri wird m.E. der Anstoß dazu sein, dass solche Datenbanken auch für die Länder entwickelt werden, in denen sie jetzt noch nicht existent oder sinnvoll einsetzbar sind. Dabei wird es wie bei jeder Entwicklung passieren, dass einige Projekte Erfolg haben und einige nicht. Und auch wie im echten Leben sind bei denen, die keinen Erfolg haben, Entwicklungen dabei, die qualitativ eigentlich besser sind als andere, die trotzdem genutzt werden. Das aber Apple und dem "walled garden" anzulasten, könnte ich nur nachvollziehen, wenn auch Google fest verdrahtet wäre und es keine Wahlmöglichkeit gäbe.

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  2. von Reinhard am 18.10.2011 (11:26 Uhr)

    Klartext Dein sogenanter Kommentar wurde sehr aufmerksam von 3 D. gelesen ! und in Sache wars Du nicht schlecht warum soviel Pessimismus Steve und Co. haben eine Tür geöffnet die auch vorteile bringt Siri anbinden an Wikipedia ist so-einer ! In Deiner Ausführung hast Du aber eins vollkommen übersehen da Siri bei dem Fragen und Antworten die über Apple Server laufen Daten-mengen anfallen die das Unternehmen nutzt haben wir damit einen Trojaner geschaffen ??? und was kommt danach ! das wäre etwas für einen Rechts-Experten !.

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  3. von conny am 24.02.2012 (10:50 Uhr)

    Ein sehr erheiternder Artikel. Leider geben die unten gelisteten Bilder bei mir einen Fehlercode 500 aus. Aber auch der tumblr-Link war eine sehr lustige Angelegenheit. Danke!

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