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Digitale Wirtschaft

Skype-Deal: Microsoft braucht neue Cash-Cow

    Skype-Deal: Microsoft braucht neue Cash-Cow
(Foto: aanjhan / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Was hat Microsoft dazu bewogen, Skype für die astronomische Summe von 8,5 Milliarden US-Dollar zu kaufen? Ist es möglich, dass das Redmonder Unternehmen seine einstmalige Dominanz schwinden sieht und mit Skype einen Umbruch einläuten will? Die Übernahme von Skype könnte den Versuch darstellen, sich frühzeitig und vor der Konkurrenz von Google, Facebook oder Apple einen neuen Markt zu erschließen. War der hohe Übernahmepreis letztendlich der Angst geschuldet, dass Skype keinesfalls an die Konkurrenz gehen durfte?

Skype-Deal soll neue Märkte eröffnen

Noch vor wenigen Jahren hatte eBay 2,6 Milliarden US-Dollar für die VoIP- und Messenger-Software auf den Tisch gelegt. Im Mai 2011 hat sich an Skype im Wesentlichen nichts geändert, dennoch – Microsoft ist auf einmal bereit, 8,5 Milliarden Dollar zu investieren. Da drängt sich die Frage auf, warum es für einen IT-Giganten und unanfechtbaren Marktführer früherer Tage derart wichtig zu sein scheint, sich den Skype-Deal zu sichern. Fest steht, dass Microsoft wohl zu keiner Zeit stärkere Konkurrenten hatte als heute – Apple, Facebook und Google dominieren die wichtigen Märkte. Die Begriffe Smartphone und Tablet sind unweigerlich mit Google beziehungsweise Android und Apple, in Form von iPad und iPhone verbunden, Facebook ist überall.

Microsoft hingegen schafft es nicht, sich auf den neuen Märkten zu etablieren, geschweige denn überhaupt zu platzieren. Die Windows Phone Marktanteile liegen unter zehn Prozent, ein Windows Tablet gibt es auch mehr als ein Jahr nach dem Verkaufsstart des iPads nicht. Selbstverständlich wird der Markt der Desktop-PCs nicht von heute auf morgen zusammenbrechen – Wachstum ist aber angesichts des Tablet- und Smartphone-Booms nicht zu erwarten. Fazit: Microsoft muss etwas tun und sich einen neuen Markt schaffen, der nicht bereits von Apple oder Google okkupiert ist.

Steve Ballmer, CEO bei Microsoft: Nokia Kooperation, Skype-Deal – Wohin steuert er Microsoft? (Foto: aanjhan / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Skype-Deal als Präventivkauf?

Man stelle sich einmal das Horrorszenario für Microsoft vor, hätte sich beispielsweise Google den Skype-Deal gesichert. Von heute auf morgen würden über eine halbe Milliarde Skype-User zu Gmail und und Google Voice konvertiert. Ein herber Seitenhieb für Microsofts Zugpferde Yahoo! und MSN, resümiert das Blog „I, Cringely“. Die Konsequenz – Microsoft muss Skype kaufen, damit es niemand anderes tut. Die Frage, was Microsoft selbst mit Skype anfängt ist damit aber noch längst nicht geklärt. Zwei nicht gerade für ihre Schnelllebigkeit berüchtigte Unternehmen laufen zusammen – nicht wenige Nutzer und Brancheninsider sehen skeptisch in die Zukunft.

Wie bewertet ihr den Skype-Deal? Wird es Microsoft gelingen, den beliebten Dienst in sinnvoller und für den Nutzer praktikabler Weise in sein Produktportfolio einzugliedern? Seid ihr womöglich schon auf der Suche nach einer Skype-Alternative? Schreibt uns doch in den Kommentaren, was ihr euch von Skype unter Führung von Microsoft erwartet und wie ihr eventuell darauf reagiert.

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: aanjhan / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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10 Reaktionen
schnitzelbrot
schnitzelbrot

Microsoft hat die Rechnung ohne die Telefonprovider gemacht. Microsoft denkt, sie könnten dann ihr Skype in ihr Smartphone OS einbinden und alle würde dann ihre Telefongespräche über Skype führen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Telefonprovider das zulassen würden. Vielleicht funktioniert das in den USA. Aber in Europa sicher nicht. Solange die Telefonprovider mit den überhöhten Gesprächskosten Milliarden verdienen, werden sie es sicher nicht zulassen, dass ihre Kunden nur noch mit Skype über die Datenleitung telefonieren.
Und da Microsoft scheints so darauf erpicht ist, ihrer Konkurrenz nichts zu gönnen, oder ihr gar zu schaden, muss ich mich dann schon fragen, wie vertrauenswürdig ist dann Skype noch auf meinem iMac, iPhone und iPad?

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Daniel

Wenn man mal unterstellt, dass früher oder später das gesamte Telefonieren, egal ob mobil oder nicht, nur noch über Datenverbindungen geführt wird und Telefongespräche nicht mehr wie heute einzeln berechnet werden, sondern nur als Traffic in irgend einer Datenabrechnung auftauchen - dann könnte das für Microsoft ein extrem guter Deal gewesen sein. Allerdings würde es mich wundern, wenn Microsoft soweit in die Zukunft blicken würde, denn die letzten Jahre hinkten die MS-Jungs immer deutlich hinterher und verpassten so ziemlich jeden Trend.

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Azzlack Namo

Alles Neider

also MS hat da ne Supper sache mit Skype begonnen und der umstieg auf was neues wäre dumm da MS noch kein scheiß damit gemacht hat MS wird es wohl kostenlos sein lassen und in MSN und sontigen MS Servicen einbindel bin überracht habe ein Gutes gefühl bei MS

Sie zahlen doch nicht 8,5 Mrd. um Kunden zu verlieren

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zapp
zapp

Mir ist eigentlich schnuppe wem Skype gehört, aber MS hat sich in der letzten Zeit als ziemlich Innovationsfeindlich bewiesen. Ich denke es ist zu befürchten das Skype unter neuer Herrschaft bald gegen die Konkurenz schlecht da steht. Wenn es soweit ist kann man aber immer noch nach Alternativen suchen, momentan hat sich für uns Nutzer gar nichts verändert, also wofür der Hype?

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Björn
Björn

@Rene weil es auf dem iPad nicht erscheint = Shit? Fragwürdig...
Meiner Meinung nach ein guter Kauf von MS... Toll wäre es, wenn sie es in eine kommende OS-Version integrieren und nicht im Windows Phone vor die Hunde gehen lassen.

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Artjom

kurz und knapp: facetime :-)

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Norman
Norman

Ich habe Skype aufgrund des sehr vernachlässigten Linux-Clients eh so gut wie nie Benutzt, und würde einen Untergang somit auch nicht vermissen.

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stoltenberg
stoltenberg

… rampenwürstchen ballmer gibt's ja immer noch :-)
und „ja“, ich finde die frage nach einer alternative absolut relevant.
microsoft als telefonprovider finde ich nicht so prickelnd.

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Marcel Seer
Marcel Seer

@ Max: Danke, natürlich ist eine halbe Milliarde gemeint, ist geändert.

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Max
Max

Ihr meint wohl eher eine halbe Milliarde neue Gmail-Nutzer, nicht eine halbe Million. :-)

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