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Smartphone-Sicherheit: Lookout-Chef setzt auf deutsche Datenschutz-Angst

Die Deutsche und das US-amerikanische IT-Sicherheitsunternehmen Lookout haben auf der DLD-Konferenz in München eine Kooperation angekündigt. Danach soll die Sicherheits-App Lookout Mobile Security bald auf einer Reihe von des deutschen Mobilfunkanbieters vorinstalliert sein. Als erstes werden das Samsung Galaxy S 3 mini und das HTC One SV mit dem Programm ausgeliefert.

Smartphone-Sicherheit: Lookout-Chef setzt auf deutsche Datenschutz-Angst

Auf dem S3 mini ist ab sofort die Lösung von Lookout vorinstalliert. Das HTC-Gerät, das den neuen schnellen Funkstandard LTE unterstützt, kommt erst Ende Januar auf den Markt. Fünf weitere Smartphone-Modelle sollen in Kürze folgen. Die App soll die Smartphones vor schädlichen ebenso schützen wie transparent machen, welche Daten bestimmte Programme sammeln und mit welchen Werbenetzwerken sie geteilt werden. Der Nutzer kann sich dann per Knopfdruck von den verschiedenen Werbenetzwerken abmelden. Lookout will sich als einer der Marktführer für mobile Sicherheitslösungen gegen große Namen wie Symantec und Norton behaupten.

Bei der Telekom soll die App in der Premium-Version nach zweiwöchiger Probezeit 2,49 Euro im Monat oder 24,99 Euro im Jahr kosten. Eine kostenlose Basis-Variante für Android-Smartphones schützt vor Schadsoftware und sichert ein Backup der Kontakte, bietet aber keine Datenschutzfunktionen an.

Lookout-CEO John Hering.

Der erst 29-jährige Chef von Lookout, John Hering, erklärt dem Wall Street Journal Deutschland auf der DLD-Konferenz, dass er als großes Zukunftsthema bei mobilen Sicherheitslösungen sieht. Nur wenige Apps würden Schadcode in Smartphones einschleusen, viele aber persönliche Informationen auslesen und an Werber verkaufen. „Es gab da zum Beispiel diese App, die einen Bildschirmhintergrund von 'My Little Pony' installiert – eine Kinder-Serie mit Pferdchen. 4,4 Millionen Leute haben das Programm heruntergeladen", sagt Hering. „Wir haben die App untersucht und herausgefunden, dass sie eine persönlich identifizierbare Nachricht samt Voicemail-Nummer und Passwort an einen Server in China schickt." Der Lookout-Chef erwartet noch viele weitere ähnliche Fälle für die Zukunft.

Große Sensibilität auf dem deutschen Markt

Insbesondere auf dem deutschen Markt gäbe es eine große Sensibilität für das Thema Datenschutz, sagt Hering. Ein fundamentaler Unterschied zu Sicherheit auf Desktop-PC-Systemen sei, dass auf Smartphones wesentlich persönlichere Daten gespeichert sind. „Es weiß mehr über einen als jeder andere Computer: Wo man sich befindet, mit wem man gesprochen hat - persönliche Daten, berufliche Daten, Bankinformationen."

Die Partnerschaft von Deutscher Telekom und Lookout geht auf eine persönliche Initiative von Telekom-Chef René Obermann zurück. „Wir haben ihn zuerst in Europa getroffen, und dann hat er uns im Silicon Valley besucht", sagt Hering. „Es gibt nicht besonders viele europäische Telekommunikationskonzerne, die das machen. Das ist wirklich etwas Besonderes. Und er hat all die interessanten Leute dort getroffen."

Gründung noch als Student

Das amerikanische Unternehmen Lookout hat Hering mit seinen Teamkollegen noch als Student gegründet. Heute gehört die App zu den populärsten Sicherheitslösungen für Smartphones, obwohl auch große - bereits aus der PC-Ära bekannte Namen wie Symantec, McAffee und Kaspersky hier aktiv sind.

„Zum Glück konnten wir das, was wir am Wochenende aus Spaß sowieso machten, in ein Unternehmen verwandeln", sagt Hering. „Wir verstehen diese neue Technologieplattform, das ist der Vorteil bei einem jungen Team." Nachteilig sei dagegen, dass den Jungunternehmern die Erfahrung fehle, ein großes Unternehmen zu führen. „Allerdings haben wir uns mit großartigen Investoren umgeben, die bereits in Unternehmen wie Facebook und Skype investiert haben, und die uns einiges beibringen können. Deshalb glaube ich, dass wir eine gute Balance gefunden haben", sagte Hering.

von Stephan Dörner

Ursprünglich publiziert bei wsj.de

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