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Gadgets & Lifestyle

Smartphones sind essentiell, der Rechner zu Hause ist Luxus

    Smartphones sind essentiell, der Rechner zu Hause ist Luxus
Smartphones verändern die Welt. (Foto: Shutterstock)

Die einen sehen in Smartphones ein Luxusgut, die anderen schlicht einen „Hosentaschen-PC“, der mehr oder weniger das Gleiche kann wie der Rechner zu Hause, nur angepasst für kleinere Bildschirme. Beides ist falsch. Das Revolutionäre an Smartphones sind all die Fähigkeiten, die dem heimischen Computer fehlen, merkt Martin Weigert in seiner Kolumne Weigerts World an.

Smartphones: Mehr als das mobile Pendant zum PC

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatte wird deutlich: Smartphones sind längst mehr als mobile Computer. (Foto: Spectral-Design / Shutterstock.com)
Im Rahmen der Flüchtlingsdebatte wird deutlich: Smartphones sind längst mehr als mobile Computer. (Foto: Spectral-Design / Shutterstock.com)

„Das Smartphone-Zeitalter wird zurecht als riesiger Schritt in eine völlig neue Ära verstanden.“

Das Smartphone ist das vielleicht am meisten unterschätzte digitale Gadget aller Zeiten. Nicht etwa, weil Menschen ansonsten immer treffgenau das Potenzial neuer Technologien einzuschätzen wissen. Denn das ist natürlich nicht der Fall. Sondern weil das Smartphone lange Zeit und auch heute noch als verlängerter, mobiler und manchmal etwas begrenzter Arm des PCs gesehen wird. Wie auch im Rahmen der Flüchtlingsdebatte wieder deutlich wird, halten viele Menschen in westlichen Ländern das Smartphone für ein Luxusprodukt, das man sich maximal ergänzend zum heimischen PC zulegt, um von unterwegs die gleichen Dinge zu tun, die man sonst mit dem Rechner zu Hause erledigt.

Es stimmt, dass Smartphones auch (!) als mobiles Pendant zum PC betrachtet werden können. Aber was das Smartphone so einzigartig und revolutionär macht, sind nicht die Tätigkeiten, die man auch über andere Gerätschaften oder bedrucktes Papier erledigen könnte. Es sind die Vorgänge, die zuvor nicht vorstellbar waren. Hier zeigen sich die wirklichen Superkräfte des Smartphones. Hierin liegt der Grund, warum das Smartphone-Zeitalter in Branchenkreisen zurecht als riesiger Schritt in eine völlig neue Ära verstanden wird.

11 Beispiele und Szenarien für den Einsatz von Smartphones

Hier sind Beispiele für Szenarien und Einsatzgebiete, in denen es ohne Smartphone nicht geht und die das Leben für bestimmte Gruppen rund um den Globus radikal verändern.

  • Menschen, die aus Kriegsgebieten im Mittleren Osten fliehen, nutzen das Smartphone-GPS zusammen mit Karten, um die besten Routen Richtung Europa ausfinding zu machen und einander Tipps zu geben. Teilweise können sie auf diese Weise sogar darauf verzichten, die Dienste von Schleusern in Anspruch zu nehmen, wie die New York Times jüngst erklärt hat.
  • Wer in einer ungemütlichen Gegend alleine zu Fuß unterwegs ist, kann sich mit einer neuen App namens Companion „virtuelle“ Begleiter organisieren, die das Sicherheitsgefühl erhöhen und im Notfall unmittelbar Alarm schlagen. Companion erfreut sich laut Business Insider schnell wachsender Beliebtheit.
  • Eine andere App mit Namen Be My Eyes erhielt kürzlich viel Aufmerksamkeit für ihren innovativen Ansatz, Menschen mit Sehbehinderung im Bedarfsfall die Augen anderer Smartphone-Nutzer zu „leihen“. Mehr als 20.000 Blinde und 290.000 Sehende verwenden die Anwendung schon.
  • Als im vergangenen Jahr in Hong Kong die Menschen auf die Straße gingen, wurde eine App namens FireChat zum Shooting-Star. Mit ihr können Menschen einander Nachrichten schicken, ohne dazu auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen zu sein. Mittels eines sogenannten Mesh-Netzwerks werden Daten direkt von Gerät zu Gerät geschickt. Mit Jott gibt es mittlerweile einen Konkurrenten, der gerade bei US-Jugendlichen zum neuen Hit avanciert. Die Chancen stehen gut, dass die robusten, für Zensur und Überwachung weniger anfälligen Mesh-Netzwerke künftig eine immer größere Rolle spielen werden.
  • Hilfsarbeiter und Ärzte in Entwicklungsländern nutzen Smartphones verstärkt für grundlegende medizinische Vorgänge. So lässt sich etwa über einen an ein Smartphone angeschlossenen Dongle ein Schnelltest für bestimmte Infektionskrankheiten durchführen. Es ist wahrscheinlich, dass in einigen Jahren Smartphone-Nutzer überall in der Lage sein werden, für Routine-Prozesse, bei denen es bloß um Messungen geht, auf kostspielige (wenn nicht für den Patienten, dann für das Gesundheitssystem) und zeitaufwendige Arztbesuche zu verzichten.
  • Viele Millionen Menschen nutzen Smartphones und Handys (wobei sogenannte „Feature-Phones“ auch in den ärmsten Ländern von günstigen Smartphones verdrängt werden) als Bank. Im Gegensatz zu reichen Nationen, in denen Bürger einfach auf die mobilen Interfaces ihrer Finanzinstitute zugreifen, ist etwa der in Kenia und Tanzania beliebte, allein über Textnachrichten funktionierende Service M-Pesa direkter Teil der mobilen Infrastruktur. Nutzer brauchen somit für Alltagsgeschäfte gar keine Bank mehr, sondern nur noch ein Mobiltelefon.
  • Andernorts setzen Millionen von Menschen Smartphones ein, um im On-Demand-Verfahren Mobilitätsdienstleistungen anzubieten oder in Anspruch zu nehmen. Man kann von Uber halten, was man will, aber der Ansatz, Transportdienste jederzeit, ohne Zentrale, Fahrpläne und Vorab-Planung sowie an immer mehr Orten abhängig von der tatsächlichen Nachfrage abzuwickeln, wird viel verändern und irgendwann auch für den ÖPNV zur Realität werden.
  • Hohe UV-Strahlung ist schädlich für die Haut und verursacht Hautkrebs. Das Schweizer Startup sunbeat hat einen an der Kleidung zu befestigenden Sensor entwickelt, der direkt mit dem Smartphone kommuniziert und immer über den aktuellen, am momentanen Standort gemessenen Grad der UV-Strahlung informiert. Das Konzept lässt erahnen, wie Menschen dank Smartphones in Zukunft auf eine Vielzahl von im Augenblick erhobenen Daten über Bedrohungsfaktoren in ihrer unmittelbaren Umgebung Zugriff haben werden.
  • Carsharing-Anbieter wie car2go und DriveNow, Bikesharing-Startups wie lock8 und Smart-Lock-Firmen wie August verleihen dem Smartphone die Fähigkeiten von Schlüsseln und ermöglichen damit viele wegweisende und aus Anwendersicht sinnvolle Geschäftsmodelle, die in einer Pre-Smartphone-Ära schlicht nicht praktikabel gewesen wären.
  • Die von Google im Jahr 2013 übernommene smarte Navigations-App Waze erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Allein in Los Angeles kommt sie auf Smartphones von mehr als einer Million Autofahrern zum Einsatz. Ihr großes Alleinstellungsmerkmal: die automatische, kollaborative Erfassung von Staus in Echtzeit und daraus resultierende intelligente und dynamische Empfehlungen zur Umfahrung. Eine derartige Lösungen kann im Idealfall die Lebensqualität ganzer Regionen erhöhen.
  • Immer mehr Städte und Gemeinden in zahlreichen Ländern lancieren Smartphone-Apps, mit deren Hilfe Bürgerinnen und Bürger vor Ort Probleme, Defekte und Vandalismus an öffentlicher Infrastruktur übermitteln und mit Fotos und Videos dokumentieren können.

Smartphones verändern die Welt – und zwar mindestens so stark, wie der Heim-PC und das stationäre Internet das in den letzten 20 Jahren getan haben. Vermutlich aber sogar noch viel stärker. Deshalb gilt: Das Smartphone ist essentiell, der Rechner zu Hause ist zusätzlicher Luxus.

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1 Reaktionen
Einfache nützliche Ideen
Einfache nützliche Ideen

AppLoad um Fotos hochzuladen ist eine alte Idee. Sie wäre Steuerfrei weltweit wirksam etabliert worden. Leider waren die Rechtskosten zu hoch.
Dort hätte man alle umgeknickten Straßenschilder, Umgefallenen Bäume usw. melden können und mit 120 Minuten Verzögerung auch die Presse informieren. Die Behörden hätten sich freiwillig eingetragen. Ohne jegliche Steuer-Investition einheitlich für überall.

Aber mit Steuern ist das sicher besser für jede Gemeinde für Flüchtlinge, Urlauber, weltweite Messebesucher in Köln eine App in ganzen 2-10 Sprachen anzubieten die an der Stadtgrenze nicht mehr genutzt werden kann... In Afrika gibts Länder mit 200-400 verschiedenen Sprachen...

Die meisten Ideen kann man in korrupten Diktaturen nicht realisieren wo Programmieren systematisch bestraft wird. Und auch dort nicht wo Trivialpatente und US-Kosten dank TTIP/ACTA/IPRED2/... ab Ende des Jahres gelten werden...

In welchen europäischen Ländern wäre Wikipedia wohl verboten worden ?

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