Wi-Fi: SleepWell schaltet das WLAN deines Clients in Standby
Justin Manweiler, Entwickler des SleepWell-Konzepts, erkannte folgendes Problem. Befinden sich mehrere Geräte innerhalb desselben WLAN und nutzen gleichzeitig intensiv Datenkommunikationsfunktionen, so beeinträchtigen sie sich gegenseitig nicht nur in ihrer Sende- und Empfangsleistung, sondern auch in ihren Akkulaufzeiten. Das liegt an der Architektur der Wi-Fi-Technologie.
Die funktioniert nämlich so, dass den anfragenden Geräten quasi scheibchenweise die Daten übermittelt werden. Je mehr Geräte im gleichen Netz sind, desto mehr Scheibchen entstehen. Jedes Gerät muss nun permanent hellwach sein, um anzuzeigen, dass es seine Scheibchen entgegen zu nehmen bereit ist. Das kostet Strom und durch das entstehende Gedrängel reduziert sich die Leistung im Gesamtnetz. So könnte ein einzelner Downloader seine Daten weit schneller erhalten, wenn er der einzige Downloader wäre. Zudem würde der Vorgang weniger Strom kosten.
Hier setzt SleepWell an. SleepWell untersucht, ob im gleichen Netz gerade weitere Geräte Daten senden oder empfangen. Ist das nicht der Fall, schaltet es das WLAN für alle anderen Teilnehmer quasi auf Standby. Allein dieser Vorgang reduziert die Stromaufnahme beträchtlich. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der identifizierte Downloader nun exklusiv seinen Vorgang beenden kann. SleepWell überwacht das Netz laufend auf abgeschlossene Vorgänge und teilt dann dynamisch die Exklusivität weiteren Geräten zu. So lädt oder sendet jeder in maximaler Geschwindigkeit bei minimalem Stromverbrauch seine Daten.
Der Technologie werden gute Chancen eingeräumt, Teil eines kommenden Wi-Fi-Standard zu werden, weil die Verbreitung der Smartphones in Einheit mit der Verbreitung von WLANs das Problem künftig eher noch verschärfen wird.
Ich bin gespannt, aber skeptisch. Denn, wenn ich das Konzept richtig verstehe, können so in großen WLANs mit vielen Teilnehmern für den Einzelnen massive Wartezeiten entstehen. Letztlich muss ja jeder warten bis der nächste fertig ist.
„Hey, ich war zuerst da. Immer schön hinten anstellen!“
(Bildnachweis für die News-Übersicht: Flickr/twicepix, Lizenz: CC-BY-SA)









von T-Moe 04.07.2011 (12:00Uhr) 1.
Ich denke das mit den Wartezeiten ist gar kein Problem. Denn stellen wir uns mal vor, die "Scheibchen" werden fair gesendet und jeder Teilnehmer hat 3 "Scheibchen":
abcabcabc
d.h. c hat erst am Ende dieser Sequenz ein volles Packet. Wenn das jetzt nacheinander gesendet wird entsteht folgendes:
aaabbbccc
Somit haben a und b ihre Pakete schneller als vorher, c allerdings immerhin noch genauso schnell. Niemand wird dadurch "verlangsamt". Der Vorteil ist, dass a und b vorher ihr WLAN abschalten können und c seins erst später einschalten muss, alle drei müssen also nur ein Drittel der Zeit online sein und verbrauchen so weniger Energie. Wenn eine faire Rotation stattfindet und niemand die Leitung lange "belegen" kann sollten sich also die Wartezeiten nicht auswirken, da ja durch die zwischendurch gesendeten "Scheibchen" der anderen aktuell auch Verzögerungen entstehen. Gefährlich wird es erst, wenn z.B. Cisco beschließt, dass Geräte, die Cisco-Adapter haben und z.B. per monatlicher Gebühr einen bestimmten Code freischalten bevorzugt behandelt werden. Dann werden natürlich alle anderen Netzteilnehmer benachteiligt. Wobei das ja aktuell auch schön möglich wäre.
von Smartphones und Wi-Fi: Doppelte Akkulauf… 04.07.2011 (13:00Uhr) 2.
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von Smartphones und Wi-Fi: Doppelte Akkulauf… 05.07.2011 (04:47Uhr) 3.
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