Marketpage: Der eigene Facebook-Shop in 60 Sekunden
Zum einen wurde die Shop-Idee wiederentdeckt und weiterentwickelt. Hierin versucht sich der Anbieter Marketpage. Über den Dienst lässt sich ein Shop innerhalb des eigenen Facebook-Profils anlegen. Facebook-Nutzer erstellen sich dabei einfach eine Fanpage, installieren die Marketpage-App, richten ihren Shop ein und wählen ihre Währung aus. Gehandelt werden können sowohl physische als auch digitale Güter. Abgerechnet wird dabei via PayPal, und Marketpage behält bei jedem Verkauf eine Provision ein.
Das Freemium-Modell richtet sich dabei gleichermaßen an private, wie auch an gewerbliche Nutzer. Diesen wird als Premium-Service eine Guest-Checkout-Funktion angeboten, die es ermöglicht, dass auch Nicht-Facebookmitglieder auf dem eigenen Marktplatz einkaufen können.
Des Weiteren erhalten solche Premium-Kunden die Option, Dritte über ihren Facebook-Shop Angebote einstellen zu lassen und von diesen dafür eine Gebühr zu erheben. Dadurch erhalten angehende Verkäufer mit einer hohen Reputation und Markenbekanntheit innerhalb des Netzwerks erstmals eine Möglichkeit, diese auch direkt monetarisieren zu können: Man kann seinen Shop weniger bekannten Verkäufern zur Verfügung stellen. Der Dienst befindet sich noch in der Betaphase, hat nach eigenen Angaben bisher 1000 Shop-Betreiber und ist zurzeit nur per Zugangsanforderung verfügbar.
Chirpify: Echtzeit-Käufe mit nur einem Tweet
Für Twitter wurde die Idee vom Handel innerhalb einer Plattform etwas anders umgesetzt. Über das Ein-Mann-Startup Chirpify können Nutzer ihre physischen Waren per Tweet verkaufen. Es gibt also keinen Shop, sondern Angebots-Tweets (Verkaufstext und Foto). Diese laufen dann direkt in der Timeline der Follower auf. Käufer erwerben einen Artikel, wenn sie über eine Erwähnung direkt auf den Verkaufs-Tweet antworten, inklusive der Angabe des Kaufbetrags. Auch hier wird die Zahlungsabwicklung wieder via PayPal erledigt. Das Besondere an dieser Lösung: Es reicht eine Antwort auf den Angebots-Tweet. Im selben Moment ist ein Kaufprozess bereits abgeschlossen. Ein Käufer muss danach keine weiteren Schritte mehr unternehmen, da die PayPal-Transaktion automatisiert im Hintergrund abläuft, ohne dass er nochmals eine Zahlung bestätigen müsste. Einen ausführlichen Test und eine detaillierte Beschreibung der Funktionsweise gibt es hier.
Gumroad: Angebotserstellung via Link-Shortener
Als dritte Variante dieser Art von Social Commerce gibt es noch eine rein link-basierte Form, die dabei zudem an keine Plattform gebunden ist. Über Gumroad können Nutzer jedoch ausschließlich digitale Inhalte verkaufen. Ein Anbieter markiert eine Film-, Text- oder Musik-Datei auf seiner Festplatte und über eine Funktion ähnlich eines URL-Verkürzers wird ein individueller Link erstellt, den der angehende Verkäufer als Anhang an einen Verkaufstext dann auf jeder beliebigen Plattform platzieren kann. Das Prinzip ist an bit.ly angelehnt und wird hier sehr anschaulich erläutert. Die Anmeldung bei Gumroad funktioniert bequem via Social Login per Facebook oder Twitter. Das Bezahlen wird ebenfalls über die PayPal-API ermöglicht.
"Überall-E-Commerce" ist bisher wenig erfolgreich
Derlei Dienste wurden in der Vergangenheit zwar oft für ihre innovativen Ansätze in den Fachblogs gelobt, dann aber auch schnell wieder vergessen. Dies jedoch nicht nur von den Nutzern sozialer Netzwerke, sondern auch innerhalb der Fachwelt selbst: Chirpify bekommt bald mit Dollarly einen Wettbewerber, der das Geschäftsmodell „Kaufen und Spenden via Tweet“ lediglich 1:1 kopiert. Obwohl das Konzept also bereits bekannt war, und Chirpify damals auch in reichweitenstarken US-Techblogs Erwähnung fand, wird dessen Klon nun für "seine" innovative Idee gelobt und ausgezeichnet. Weil sich niemand mehr an den Vorgänger erinnert. Marketpage dagegen ist bisher wenig bekannt, obwohl man sich mit Snoop Dog ein bekanntes Zugpferd als Betatester mit ins Boot holen konnte, das den Dienst über sein Facebook-Profil als "erster Betatester" voranbringen sollte.
Woran liegt es, dass solche Services zwar oftmals positiv in der Medienberichterstattung aufgegriffen werden, sie sich bei den Nutzern sozialer Netzwerke aber bisher nicht durchsetzen konnten?
Weiterführende Links:
- Einkaufen und Spenden per Tweet – netzwertig
- Nur mit Links und ohne Shop – etailment
- Innovative Ideas Are Unveiled at Dwolla, Etsy Ecommerce Hack Day – mybanktracker


![Die Vorteile des Social Login im Überblick [Infografik]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-468375_Facebook-Social-Media-Network-Fotolia_medium.jpg)







von Aktuelles rund um den Schuhfachhandel … 10.08.2012 (11:41Uhr) 1.
[...] Social Commerce: 3 Ansätze zum Handel bei Twitter und Facebook Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Online-Shop von schuh-zirkel. Permanenter Link des Eintrags. [...]
von Automati sierte Tweets 10.08.2012 (13:25Uhr) 2.
Manchmal ist die Zeit nicht reif.
Der Unterschied von Ebay war der automatische Biet-Roboter wohingegen man bei anderen Auktionen 30 DM eingetragen hat und dann der Preis auf 30 DM stand, obwohl der zweithöchste nur 20 DM geboten hatte. Ebay hätte nur auf 21 Euro erhöht und war somit sehr viel besser.
Es sind teilweise also nur Kleinigkeiten was und wieso etwas wie gut wächst. Manchmal ist es schlauer, in kleinen Szenen aufzubauen (Grufties, Modellbauer, Auto-Tuner, Fußball-Fans...) und dann erst den Mainstream oder weitere Nischengruppen zu bedienen. Apple hätte im Gegensatz zu ST und Amiga gegen M$ damals auch nur überlebt, weil sie z.b. Farbtreuheit ermöglichten und bei DTP- und Designern usw. beliebt waren.
Amazon Checkout kenne ich auch nur, weil es bei Kickstarter genutzt wird. Google-Checkout kennt man zwar, gabs bis vor kurzem hier aber gar nicht und ist vielleicht nur eine "Drohung" (ähnlich Bing, Bing-Maps u.ä.) "wir könnten Euch Konkurrenz machen wenn wir wirklich wollen also lasst unsere Kerngeschäftsmodelle besser in Ruhe" das es jeder bei seinem Oligopol bzw. Monopol belassen soll.
Meinungsmultiplikatoren und zufriedene Kunden sind das wichtigste. Wer nur SEO-Manipulationen macht oder umständlich zu bedienen ist, landet am Touchpad der Oma oder SmarTV der Hausfrau (bedient per Fernsteuerung!) sicher nicht in den Bookmarks.
Interessant das technologische Tweets erlaubt sind. Sowas wollte ich für Couchsurfing-Apps machen, aber viele Tweets wären eher für Software untereinander um sich abzusprechen und somit für Menschen recht uninteressant. Twitter bietet keine alternativen Server an und für selber das API Nachprogrammieren verletzt man vielleicht irgendwelche Patente.
Auch für automatisierte Regen-Bewölkungs-...-Messung in Ländern mit bezahlbarem Internet wäre sowas nett. Dann würden die Meßstationen ihre Werte Twittern und das Volk der steuerzahlenden Bürger könnte kostenlos die Werte greifen und sehen wie und wo der Regen "lang läuft" oder wo und wie lange Sonne scheint und wie wohl die Tendenz für den eigenen Platz oder Schrebergarten ist oder ob die Sonnen-Lücke fürs Mittagessen draussen reicht und wann sie das Büro erreichen wird.
von blitec 11.08.2012 (20:43Uhr) 3.
Man mag mich nun für langweilig halten, aber ich sehe in keinem der vorgestellten Topics einen wirklichen Kanal über den ich Sales erzeugen könnte. Sicherlich hängt es hier aber auch wieder an der Zielgruppe.
von Karsten Werner 12.08.2012 (17:35Uhr) 4.
@blitec
"Relevante Sales" sind sicherlich nicht zu erwarten. Die Lösungen richten sich eher an private Verkäufer, an Einsteiger in den E-Commerce und als zusätzliche Kanäle für Kleingewerbe und Künstler.
Als Umsatzbringer für Professionals eignen sich diese also nicht. Um jedoch ad hoc und mit wenig Aufwand Abverkäufe zu tätigen, vielleicht schon.
Ein möglicher Use Case an einem aktuellen Beispiel: Der Händler XY verkauft über seinen Web-Shop regelmäßig Apple-Produkte der Vorsaison als "Restposten". Oft greift die Schnäppchenjäger-Szene diese Angebote auf und verbreitet sie viral. Der Effekt: Ein riesiger Ansturm. Das WMS des Anbieters ist jedoch nicht für derlei Nachfrage-Spitzen ausgelegt, der Lagerbestand kann also nicht in Echtzeit abgebildet werden.
Ergo laufen x-Bestellungen auf nur wenige Restposten ein, die dann hinterher alle wieder storniert werden müssen. In den Schnäppchen-Portalen wird die Telefon-Nr des Kundendienstes angegeben, deren Hotline wird "gesprengt", jeder will wissen, ob er eines der Geräte bekommt, etc...
Am Ende des Tages sind die Boards mit wütenden Kommentaren geflutet und der Kundendienst des Händlers arbeitet am Limit...
Hier wäre z.B. der Einsatz einer App wie Marketpage sinnvoll. Die wenigen Geräte, die ich als Händler habe, fix über eine eigene Fanpage einstellen, den Deal an eines der Schnäppchenblogs mit passendem Link kommunizieren, fertig. Der Anbieter hat die volle Kontrolle über die weitere Entwicklung: Wenn die Geräte nach einer halben Stunde weg sind, moderiert das zusätzlich noch jemand. "Leider alles weg. Die nächste Aktion kommt bald, schaut mal wieder rein... Als Trostpflaster für alle Apple-Fans gibt's aber Gutschein...".
So ließen sich die Leute auf den Facebook-Auftritt locken, die Abverkäufe ohne Imageschaden bewältigen, die Chance zum Dialog wahrnehmen und evtl. noch zusätzlich Gutschein-Aktionen platzieren. Die Kosten wären zudem geringer, als wenn man eine vergleichbare Aktion über ebay, Amazon-Marketplace, etc durchführen würde. Des Weiteren ließe sich die etwaige Enttäuschung von Besuchern, "die zu spät kommen" durch die Möglichkeit einer Moderation mildern.
Sofern bei solchen Apps die Möglichkeit besteht, die Backend-Prozesse über eine Schnittstelle an das eigene WMS mit anzubinden, entstünde dabei auch kein weiterer Mehraufwand.
von Fanpage abmahnsicher machen: So geht… 05.09.2012 (06:44Uhr) 5.
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