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Marketing

Social Media Facts: Ein Facebook-Fan ist 136,38 US-Dollar wert – wirklich?

    Social Media Facts: Ein Facebook-Fan ist 136,38 US-Dollar wert - wirklich?
Gründerboom in Deutschland: Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind in Sachen Neugründungen so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Foto: © Spectral-Design - Fotolia.com

Die Social Media Marketing Agentur Syncapse hat in einer Studie einige interessante Zahlen zum Wert von Facebook-Fans für Unternehmen veröffentlicht (PDF-Datei 1,9 MByte). In der empirischen Untersuchung wurden die Top 20 Marken auf Facebook und ihre Fans analysiert. Das Ergebnis: Wer Fan einer Marke bei Facebook ist, gibt jedes Jahr durchschnittlich 71,84 US-Dollar mehr aus, als die Nicht-Fans.

Anders ausgedrückt bekommt diese Zahl noch etwas mehr Gewicht: Facebook Fans geben jährlich im Durchschnitt 136,38 US-Dollar für ihre Marken aus - fast doppelt soviel, wie der Nicht-Fan. Für Unternehmen sicher ein interessantes Ergebnis, gibt es doch immer noch kaum Anhaltspunkte für die Wirkung von Social Media Kampagnen. Die Social Media Berater werden diese Ergebnisse sicher für ihre Überzeugungsarbeit nutzen wollen, doch so einfach ist die Übertragung auf andere Unternehmen und ihre Marken leider nicht.

Ausgaben für Marken-Produkte von Fans und Nicht-Fans (Bild: Syncapse)

Die Aussagekraft dieser Studie ist durch ihren wissenschaftlichen Ansatz nur sehr begrenzt. Wie in der Empirie üblich, beschränkt sich die Studie auf einige wenige Fallbeispiele und ihre Fans. Analysiert wurden rund 4.000 Fans von Marken wie Nokia, BlackBerry, Motorola, Adidas, Nike, Coca-Cola oder Starbucks. Allein Nokia hat aber über 1 Millionen Fans bei Facebook. Die befragte Stichprobe ist also mit 4.000 Fans doch sehr dünn. Zudem gibt es keine Aussagen über die Motivation der Fans an der 25-minütigen Umfrage teilzunehmen.

Fazit

Für übertragbare Ergebnisse hätten auch Marken in der Studie auftauchen müssen, die über nicht so eine riesige Reichweite verfügen. Auch wenn Mashable-Autor Samuel Axon schreibt, man könne aus der Studie ablesen, dass Fans einer Marke eher bereit sind, Produkte dieser Marke zu kaufen, stellt sich mir hier die vielzitierte Frage: „Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?“ Statt der Mashable-Schlussfolgerung, könnte man auch annehmen, dass die Käufer bestimmter Produkte auch dazu tendieren, Fan dieser Marke bei Facebook zu werden.

Weiterführend Links:

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10 Reaktionen
Thomas
Thomas

Große Marken haben es auf Facebook leichter. Bei diesen Wertigkeiten sollten aber nicht nur große, sondern auch mittlere & kleine Unternehmen (bis hin zu Einzelunternehmen) folgendes leben: Facebook Fans gewinnen! Wir haben 25 Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen mehr Fans zu gewinnen - und wenn man diesen Wertigkeiten von Fans Gewichtung schenkt, sollte man den Leitfaden befolgen, um den Gewinn zu steigern ;-)

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Sarah
Sarah

Wenn man sieht, wie günstig man ECHTE fans (ok die heissen nicht mehr so) auf ebay kaufen kann, also Firmen zahlen kann, die dann für dich sich die Arbeit machen, leute einzuladen usw,.... dann glaube ich nicht dass solche Studien stimmen!

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Lennart Jensen

@Erk:

Also ich denke schon, dass "Fans" einer Marke/eines Unternehmens unter Umständen mehr Geld für entsprechende Produkte ausgeben. Dabei kommt es natürlich immer auf die Ausgestaltung der Fanpage an. Viele Unternehmen nutzen Facebook etwa, um dort bspw. über Sonderaktionen für Ihre "Fans" bestimmte Produkte zu promoten oder exklusive Angebote rauszuhauen.

Es kommt also mMn auch immer darauf an, wie und wozu das Unternehmen die Fanpage einsetzt.

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Erk
Erk

Das Wesentliche ist doch, ob man Fan einer Marke ist; nicht, ob man Fan einer Marke bei Facebook ist. Und natürlich geben Marken-Fans auch wesentlich mehr Geld für ihre Marken aus als Nicht-Fans.

Meiner Meinung nach kein überraschendes Ergebnis. Wenn man den Bezug zu Facebook weggelassen hätte, wäre die quantitative Aussage der Studie sicher noch interessanter gewesen.

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Alex
Alex

@ Falk:

Für die Größe einer Stichprobe reichen auch 4000 Fälle für verallgemeinerbare Ergebnisse. Das Problem ist wie du richtig sagst die Zufallsauswahl, was ich mit der Zusammensetzung meinte. Hier ist ja keine Zufallsauswahl, da man gezielt Mitglieder verschiedener Gruppen befragte. Wenn ich nur eine Aussage über "alle Facebook-Fans, unabhängig welcher Gruppe" treffen möchte sind 4000 mehr als genug. Für einzelne Gruppen sind 100+ nicht schlecht.

Nichtsdestotrotz, liefert die Studie interessante Ergebnisse.

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Falk Hedemann

@Alex: Für eine qualitative empirische Studie ist die Grundgesamtheit in der Tat unerheblich. Aber dann muss man natürlich auch klar sagen, dass die Studienergebnisse nicht für eine Verallgemeinerung taugen, sondern nur zur Aufstellung von Hypothesen genutzt werden können. Deutlich wird das eben wenn man sich das Verhältnis zwischen den Befragten und ihrer Gesamtheit ansieht: 4000 Befragten von +47 Millionen Fans.
Verallgemeinerbare Ergebnisse liefern nur quantitative Studien, deren Stichproben aber deutlich größer sind und möglichst zufällig gewählt werden müssen. Eine Social Media Marketing Agentur sollte das wohl wissen...

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Alex
Alex

Ich kann mich der Aussage nur anschließen, dass man nicht zwingend davon ausgehen kann dass Facebook-Fans automatisch mehr Geld ausgeben, nachdem sie Fan geworden sind.
Allerdings erreichen die Unternehmen über Facebook so ihre "wertvollsten" Kunden, dass hat die Studie gezeigt.
Zur Empirie: 4000 Fans sind statistisch gesehen genug für eine Auswertung, abhängig davon wie sich diese zusammensetzt. Die Größe der Grundgesamtheit (Alle Facebook-User die Fan einer Marke sind) ist für eine Auswertung unerheblich. Es spielt also letztlich keine Rolle ob allein Nokia 1 Million Nutzer hat...

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Stephie
Stephie

ROI Zahlen sind - meiner Meinung nach - auch nur ein Punkt unter "ferner liefen", der bei der Betrachtung von Social Media Kanälen und deren Nutzung bei Unternehmen in Betracht gezogen werden sollte. Social Media Kanäle sind nicht in erster Linie neue Marketing Kanäle! Klar, je mehr ein Kunde mit meiner Marke verbunden ist, desto höher steigt auch die Wahrscheinlichkeit, WENN denn dann irgendwann mal eine Kaufentscheidung ansteht, dass er zu meinem Produkt greift. Aber das sollte erstmal auf einem anderen Blatt stehen...

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Stephie
Stephie

"könnte man auch annehmen, dass die Käufer bestimmter Produkte auch dazu tendieren, Fan dieser Marke bei Facebook zu werden." - Genau das hat mich auch beim Lesen des Artikels von Mashable umgetrieben. Aber nichts desto trotz sehe ich auch einen Gewinn in Facebook Fans. nicht vielleicht in der direkten Vergleichbarkeit von Käufen. Aber es ist doch ein wunderbares Mittel, um seine Zielgruppe besser kennen zu lernen. Vorab werden immer Annahmen und Ziele getroffen, die im Endeffekt auf Interpretationen von mehr oder weniger glaubhaften Studien oder persönlichen Einschätzungen/Wünschen (wen WOLLEN wir denn als Unternehmen erreichen). Hier bekommt man jetzt vor Augen geführt, wer denn tatsächlich von meiner Marke angesprochen wird. Deckt es sich mit den ursprünglichen Vorstellungen? Ich finde diesen Aspekt - und viele daraus resultierende weiterführenden Überlegungen - spannender und aussagekräftiger, als die Frage, wieviel ausgegeben wird. Denn wie ihr so schön schreibt: was war vorher? Die Kaufbereitschaft oder das "Fan sein" :)

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Falk Hedemann

Das sehe ich ganz ähnlich. Mich ärgert es einfach nur, wenn eine Marketing-Agentur eine Fallstudie macht und die Ergebnisse so präsentiert, als wären sie für alle Unternehmen/Marken gültig.

Interessant ist ja auch, dass viele der in der Studie enthaltenen Marken sehr breit angelegte Social-Media-Strategien aufgebaut haben, ohne dass sie mehr Informationen über die Wirksamkeit haben als andere Unternehmen. Warum tun sie das? Ich denke, weil sie sich davon einen engeren Kontakt zu ihren Kunden versprechen. Zurecht übrigens. Und wer dieses Ziel verfolgt, ist bei Facebook richtig und den interessieren ROI-Zahlen allenfalls am Rande.

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