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Social Media: Mit diesen 6 Tipps werdet ihr eure Fans und Follower los – garantiert

Social Media: Mit diesen 6 Tipps werdet ihr eure Fans und Follower los – garantiert

Wer hat eigentlich behauptet, dass es im Social-Media-Bereich schwer sei, Fans und Follower aufzubauen? Purer Unsinn! Viel anspruchsvoller ist es, seine Fans und Follower auch zu behalten, denn das versteht sich nicht von selbst.

Social Media: Mit diesen 6 Tipps werdet ihr eure Fans und Follower los – garantiert

Weg sind die Follower. (Bild: © mikdam – iStockphoto.com)

Facebook, Twitter und Google+ sind leider keine Selbstgänger und enttäuschte User verabschieden sich aus einer Community mitunter schneller, als man „Follow me on Twitter“ sagen kann. Dabei ist es grundsätzlich ganz einfach, es sich mit seinen Fans und Followern nicht zu verscherzen. Was also sollte man nicht tun, wenn man in Social Media ernsthaft unterwegs sein will?

1. Zu viele Social-Media-Netzwerke auf einmal bespielen

Die Social-Media-Landschaft ist groß. Im Rahmen der Social-Media-Strategie müssen Verantwortliche relevante Netzwerke identifizieren. (Quelle: ethority)
Die Social-Media-Landschaft ist groß. Im Rahmen der Social-Media-Strategie müssen Verantwortliche relevante Netzwerke identifizieren. (Quelle: ethority)

Es ist nicht leicht, überall gleichzeitig zu sein. Im echten Leben geht das schon mal gar nicht, digital ist es zumindest theoretisch möglich und wird auch gern gemacht. Was technisch machbar ist, muss sich aber in der Praxis noch lange nicht bewähren. Das Problem: Nicht jeder macht sich die Mühe, für jedes Soziale Netzwerk wirklich passende Inhalte zu erstellen und damit ist nicht gemeint, dass gleich jeweils unterschiedliche und exklusive Content-Strategien existieren müssen.

Social Media benötigen immer ausreichend Zeit und Ressourcen. Wer sich also verzettelt, weil er auf mehr als einer Hochzeit tanzen will, wird Probleme bekommen. Besser: Passende Soziale Netzwerke nach genauer Zielgruppen-Analyse gezielt auswählen. Das muss dann übrigens nicht immer Facebook sein, die Wahl ist neben der Zielgruppe auch von der Art des Produkts abhängig.

Im Bereich Mode und Fashion kann Pinterest oder Tumblr sinnvoller sein. Viele Auto-Themen spielen sich in klassischen Foren ab und nicht auf Facebook, Google+ oder Twitter. Nur weil etwas groß ist, muss es nicht zwingen auch der wirklich richtige Ort für die eigenen Aktivitäten sein.

2. Nur auf die Zahl der Fans und Follower schielen

Twitter-Follower - Pepsi
Der Twitter-Account von Pepsi stieg an einem Tag im November 2011 um satte 71.686 Follower an. (Bild: Screenshot @pepsi)

Allzu gern lassen sich vor allem Entscheider und Marketing-Verantwortliche von Zahlen beeindrucken. Facebook hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, dass die reine Anzahl der Fans nicht mehr wirklich aussagekräftig ist. Interessiert nur leider die wenigsten. Auch heute noch wird auf die Zahlen geschielt und nach der altbewährten Parole „Je mehr, desto besser“ werden auch heute noch gern Fans eingekauft oder mit anderen dubiosen Mitteln generiert.

Was oft zu kurz kommt ist die Interaktion mit Fans und Followern, denn: Es kommt eben nicht auf die reine Größe der Community an, sondern darauf, wie aktiv sie ist. Das ist bei einem klassischen Forum nicht anders als auf Facebook oder Twitter. Was bringen 100.000 Follower, wenn davon niemand retweetet? Was bringen 100.000 Fans, wenn niemand einen Inhalt teilt?

Schlimmer noch: Wer seine Social-Media-Profile künstlich aufpumpt und dann aber nur oberflächlich groß wirkt, wird irgendwann auch die paar Leute verlieren, die wirklich aus Interesse dabei sind. Ein uninteressanter Kanal auf Facebook, bei dem nicht interagiert wird, wirkt nämlich auch echte Fans höchst langweilig. Und so ziehen diese Fans dann irgendwann auch die Reißleine und machen sich aus dem Staub.

3. Viele Postings gleichzeitig veröffentlichen

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Social Media mit Inhalten versorgen kann viel Arbeit machen. (Foto: Sean MacEntee / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

„Social Crosspostings“ sind manchmal unvermeidbar und sie treten vor allem dann vermehrt auf, wenn es sich um große Firmen oder Agenturen handelt, die zahlreiche Accounts zu verwalten haben. Grundsätzlich ist eine gewisse Automatisierung okay, man darf es nur nicht übertreiben. Und ganz generell geht es auch nicht zwingend um die Crosspostings zwischen einzelnen Sozialen Netzwerken, um zum Beispiel auf einen neuen Artikel aufmerksam zu machen.

Viel wichtiger ist es, die Aufmerksamkeitskapazität seiner Community nicht zu sehr zu strapazieren. Ganz gleich auf welcher Plattform: Gibt es zu viel von allem, dann fällt es vielen Leuten schwer, Fan oder Follower zu bleiben. Nach einer gewissen Zeit tritt schlicht und ergreifend eine gewisse Gewöhnung ein und man will einfach nicht mehr alles lesen.

Solche Entwicklungen muss man im Auge behalten und darauf achten, dass es nicht aus dem Ruder läuft, denn im schlimmsten Fall verbrennt man mit diesem Verhalten seine Follower. Gegenmaßnahme: strategisch veröffentlichen und vorher ganz genau prüfen, wann und wo ein Posting sinnvoll ist. Dabei ist nicht nur die Tageszeit, sondern auch der Wochentag entscheidend. Mit welchen Tools Crosspostings am besten funktionieren, erfahrt ihr übrigens hier.

4. Nicht auf Kommentare und Fragen antworten

Früher liefen viele Marketing-Kampagnen eindimensional ab: Eine Firma überlegt sich meist mit Hilfe einer Agentur eine ganz bestimmte Aktion, die dann entsprechend konzipiert und durchgeführt wurde. Ohne das Internet gab es dann konkretes Feedback oft nur telefonisch oder per Brief – auf keinen Fall aber in Echtzeit, Messen und Branchenevents mal ausgenommen. Und ganz nach diesem Muster handeln auch heute noch viele Verantwortliche.

Wie sonst ist es zu erklären, dass sich die gute alte Pressemitteilung hartnäckig hält, obwohl es erwiesen ist, dass nur ein geringer Prozentsatz der Journalisten sich über diesen Kanal informiert, weil es heute bessere Möglichkeiten gibt? Auch die Pressemitteilung entwickelt sich weiter und es gibt heute sinnvolle Ansätze, das Format gewinnbringend zu nutzen. In der Regel passiert das aber noch nicht. Heute kommt das Feedback auf eine Kampagne für gewöhnlich nicht nur sehr schnell, sondern oft auch mit Macht. Die eigene Community nimmt solche Themen auf und diskutiert sie direkt vor Ort und ganz besonders Facebook ist ein extremer Brandbeschleuniger. Und ganz egal, wie eine Diskussion abläuft, sie muss in Teilen zumindest beobachtet werden, wenn sie schon nicht gesteuert werden kann – bei großen Brands ist das nämlich oft schlicht und ergreifend nicht möglich.

Trotzdem sollten wenigstens konkrete Fragen beantwortet werden. So sehen bestehende Fans und Follower, dass man sich als Firma oder Marke mit einer Situation auseinandersetzt und versucht ist, diese zu bereinigen. Wer hingegen alles einfach so laufen lässt und sich nicht um seine Community kümmert, der wird dazu nach einer gewissen Zeit auch keine Möglichkeit mehr haben, weil die Community sich dann nämlich aufgelöst hat. Um das zu vermeiden, sollte man also besser auf seine Community eingehen und in einem angemessenen Rahmen reagieren oder reagieren lassen.

5. Unpassende Inhalte veröffentlichen

#FLICKR#
Social Media: Unpassender Content kommt bei den meißten Followern nicht gut an. (Foto: Moyan_Brenn_be_back_on_Jan_20th / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Social Media funktionieren am besten, wenn man sich in thematischen Nischen bewegt und den Fans und Followern genau das präsentiert, was sie erwarten. Das gilt immer dann, wenn etwas schon etabliert ist. Geht es um neue Sachen, die erst noch „viral gehen“ sollen, verhält es sich etwas anders. Doch auch hier bildet sich in kurzer Zeit eine thematische Richtung heraus und es wird schnell deutlich, wohin die Reise geht.

Dieses Bedürfnis nach passenden Inhalten einer homogenen Community wird immer stärker, je größer sie wird. Letztendlich geht es dann nur noch darum, sich genau in dem anvisierten Themenfeld zu bewegen und möglichst nur noch solche Inhalte zuzulassen, die inhaltlich perfekt passen. Das mag auf den ersten Blick als höchst langweilig erscheinen. Wer sich mit der Materie jedoch genauer befasst, wird sehen, dass bei gewachsenen Communities das Gegenteil der Fall ist – mit allen Vor- und Nachteilen und mit allen Konsequenzen. Hat man sich eine solche Community aufgebaut, ist man gut beraten, den Themendurst dann auch zu stillen und nicht in fremden Topics zu wildern. User, die in einer thematisch homogenen Community verwurzelt sind, reagieren mitunter höchst allergisch, wenn sich die Ausrichtung plötzlich ändert.

Das klappt auch nicht, wenn es sich vorher um eine große Marke gehandelt hat. 2013 machte zum Beispiel der ehemalige Social-Bookmark-Dienst „Mister Wong“ von sich reden und wollte sich plötzlich als Fashion-Portal etablieren – mit mäßigem Erfolg. Grund: Die ursprünglichen User waren nicht Teil der Community, weil sie sich für Mode interessierten. Man fährt also deutlich besser, wenn man den Leuten genau das bietet, was sie verlangen. Wer das gern als Anbieter aufbrechen möchte, kann sich in der Ausgründung neuer Verticals üben, denn hier ist die Chance, dass die User sich thematisch unverwirrt neu oder zusätzlich ausrichten können, viel größer.

6. Social Media als Ich-bezogenen Werbekanal missbrauchen

Auch 2014 wird Social Media gern als Kanal für platte Werbung gehalten und entsprechend oft missbraucht. Strategisch keine gute Idee, denn selbst wenn man es schafft, irgendwie an echte Fans und Follower zu kommen, werden diese Leute nicht lange bleiben, wenn man immer nur auf die eigenen Produkte, die eigene Marke oder die eigene Dienstleistung hinweist. Auf Dauer langweilt das und führt nicht zum gewünschten Erfolg. Besser: Inhalte variieren, aufbereiten, kuratieren. Wer anderen hilft und sich als nützlich erweist, hat immer Vorteile.

Dabei muss es sich nicht zwingend um eigenen Content handeln. Zahlreiche Accounts zum Beispiel auf Twitter machen nichts anderes, als aktuelle News über bestimme Tech-Riesen wie Facebook zusammenzufassen und aufzubereiten. Das mag keine eigenständige Leistung sein, aber so lockt man Fans und Follower. Wer nicht ausschließlich fremde Sachen promoten will, handelt nach einer gewogenen Mischung. Eigene Themen gemischt mit denen von anderen Websites funktionieren sehr gut, vor allem auf Twitter.

Diese Strategie kann man nutzen, um selbst zu wachsen und Reichweite zu generieren. Später ist es dann sogar möglich auf Basis dieser Reichweite viel mehr Traffic für eigene Produkte zu ergattern. Das allerdings muss dann auch mit Bedacht getan werden. Fällt man wieder in alte Verhaltensweisen zurück und bietet seinen Followern und Fans immer nur den eigenen Content, dann kann es zu negativen Effekten kommen – ganz besonders dann, wenn dieser eigene Content nicht hochwertig ist.

Fazit

Der Aufbau einer Community ist hart, dauert lang und steckt oft voller Entbehrungen. Umso schlimmer, wenn man das leichtfertig aufs Spiel setzt. Auch Sportler können bestätigen, dass es mitunter leichter ist, auf den ersten Platz zu kommen, als dort zu bleiben. Wer sich aber an einige einfache Regeln hält, wird seine Fans und Follower so schnell nicht verlieren. Auch bei Social Media ist eine auf einem starken Fundament stehende Strategie sehr wichtig und kann Wunder wirken.

Vor allem die Tatsache, dass man einen Fahrplan hat, ist in vielen Fällen Gold wert. Dieser Fahrplan kann von Zeit zu Zeit angepasst werden. Die eigentliche Notwendigkeit aber überhaupt zu wissen, wohin die Reise geht, bleibt unangetastet. Wer also seine Fans und Follower nicht nur seriös aufbauen, sondern auch langfristig behalten will, sollte sich die in diesem Artikel genannten Regeln zu Herzen nehmen. Andernfalls droht der Exodus – und sowas lässt sich dann mitunter nur sehr schwer aufhalten.

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2 Antworten
  1. von Astrid Eishofer am 19.02.2014 (11:53 Uhr)

    Tolle Zusammenfassung. Wird gerne von mir ge-shared!

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  2. von Björn am 19.02.2014 (11:58 Uhr)

    Hallo Astrid,

    vielen Dank! Freut mich, dass dir der Artikel gefällt :-)

    Gruß
    Björn

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