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Marketing

Social-Media-Manager: Revolutionär oder PR-Fuzzi?

    Social-Media-Manager: Revolutionär oder PR-Fuzzi?
Wissen worüber Kunden sprechen. Social-Media-Monitoring-Tools helfen Gespräche im Netz zu überwachen. (Foto: Nordreisender, photocase.com)

Was ein Social-Media-Manager ist und was er kann, debattieren gerade zwei Profis auf dem Gebiet – Johannes Lenz und Thilo Specht. Die Ansichten sind mehr als konträr.

Social-Media-Manager: „Wer Netzwerke pflegt, ist noch kein guter Kommunikationsberater“

Social-Media-Manager bilden häufig die Speerspitze der digitalen Unternehmenskommunikation, doch sind deswegen gleich Revolutionäre?
Social-Media-Manager bilden häufig die Speerspitze der digitalen Unternehmenskommunikation, doch sind sie deswegen gleich Revolutionäre? (Foto: Nordreisender, photocase.com)

Social-Media-Manager müssen Enthusiasten sein, meint LEAD-Digital-Autor Johannes Lenz – so weit so gut. Doch ist das Scheitern eines Social-Media-Konzepts oder des Verantwortlichen die Folge eines fehlenden Enthusiasmus? Darüber lässt sich streiten. Der Autor und PR-Experte Thilo Specht glaubt das nicht und schreibt in seiner Antwort an Lenz in der Huffington Post: „Allein die Tatsache, dass Du das Scheitern von Konzepten und Personen am Enthusiasmus festmachst, lässt vor meinen Augen ein riesengroßes Fragezeichen entstehen. Denn das hört sich geradezu so an, als sei Enthusiasmus das neue Talent und die Erfahrung gleich mit dazu.“ Thilo Specht glaubt, dass Johannes Lenz in seinem Plädoyer entscheidende Denkfehler begeht und schreibt weiter: „Wer leidenschaftlich auf Facebook seine Netzwerke pflegt, ist deswegen nicht automatisch ein guter Kommunikationsberater. Da steht der Enthusiasmus der kritischen Selbstreflexion leider des Öfteren im Weg.“

Auch über den Stellenwert des Social-Media-Managers in Unternehmen und im Social Web an sich wird gesprochen. Ist er ein Revolutionär, wie es Johannes Lenz glaubt? Oder ist er einfach nur der neue „PR-Fuzzi“, der sich nicht selten sogar für ziemlich wichtig hält? Dass Social-Media-Manager die Unternehmensstrukturen umkrempeln, wie es Lenz den Enthusiasten diagnostiziert, hält Specht für übertrieben: „Vielmehr zeigt mir die persönliche Erfahrung, dass sich viele Social-Media-Manager, zumal jung an Jahren, nahtlos in Konzernstrukturen einfügen und versuchen, ihre Nische hübsch gemütlich auszupolstern.“

Die Debatte, die die beiden Social-Media-Profis auf LEAD Digital und bei der Huffington Post öffentlich durchführen, verspricht interessante Denkanstöße und bietet Potential für jede Menge Gesprächsstoff – nicht nur unter Kommunikationsexperten. Ein Blick lohnt sich. Und uns interessiert eure Meinung: Ist der Social-Media-Manager ein Revolutionär oder doch nur der neue PR-Fuzzi? Stimmt darüber ab und schreibt uns eure Argumente in die Kommentarfunktion.

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8 Reaktionen
charlene
charlene

Dieses "da muss man ja nur 1,2 Mal am Tag was posten" zeugt m.E. von Arroganz und/oder Unwissenheit. Sinn und Zweck von Überlegungen wie "Was ist mein Produkt und braucht mein Unternehmen dafür einen SMM?" und wenn ja, "muss es eine Vollzeitstelle vor Ort sein? reicht ein Freelancer(in)?", ist ja genau eine der Fragen die zu Fehlentscheidungen in diesem Bereich führt (sei es für oder gegen den Posten des SMM). Zweifelsfrei reichen diese 1-2 Posts am Tag in manchen Bereichen - aber davon auf alle zu schließen? (@Martin)

Das sollte man nicht tun, denn die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten.

Gleiches gilt für SEO als Aufgabenbereich des SMM oder der IT (im weitesten Sinne).
Selbst in größeren Verbänden wird beides von einer Person gemacht. Weil kein Geld oder Bewusstsein da ist.
Das grundsätzliche Problem der Aufgabenbeschreibung habe ich allerdings auch schon bei relevanten politischen Akteuren gesehen. Da gibt es dann einen Volontär (Junior Social Media Manager/ Community Manager/ whatever) plus Redakteure, die eigentlich aus dem klassischen Journalismus kommen. Damit wird sich sicher viel genommen – die Schreibe ist für Communities zu langweilig/sperrig und auch der Mut im Zweifelsfall mal mit einem Post daneben zu liegen, fehlt.

Strategie? Campaigning? Passiert mit Glück – oder auch nicht …
Im Zweifel wird die klassische Kampagne irgendwie ins Netz gequetscht und man hofft auf virale Zufallstreffer.

Mit Bezug zur Ausgangsfrage: ich denke Social Media Manager sind eine Mischung (oder sollten es zumindest sein) aus Revolluzer (Revolutionen bringen eben auch mal blaue Flecken mit sich) und PR-Mensch (ein bisschen Marktschreierfähigkeiten sind ja auch nötig).
Was häufig jedoch fehlt, ist wie bereits erwähnt der Mut (sich blaue Flecken zu holen) auf Entscheider-Ebene. Auch wenn Thilo Specht sicher recht damit hat, wenn er feststellt, dass viel SMM sich in Strukturen einfügen – somit jeglichen revolutionären Funken erlöschen lassen, so frage ich mich: Kann und darf ich selbigen die volle Schuld dafür geben, dass die digitale Revolution (in diesem Kontext) keine ist – sondern eine bloße Evolution oder nur – Erweiterung vorhandener Marketing-Instrumente?

Der Versuch, jung an Jahren, in etablierten Strukturen und in einer Position, die es vor kurzem nicht gab, wirkliche Umwälzungen anzustreben ist in den meisten Fällen zum Scheitern (vor)verurteilt. Wer immer gegen Mauer rennt, setzt sich dann im Zweifel eben doch lieber mal gemütlich hinter den Schreibtisch, reißt die ersten Jahre Berufserfahrung ab und hofft, im nächsten Unternehmen, in höherer Position noch einmal die Revolution anzuzetteln …

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Jens

In großen Unternehmen mag so etwas sinnvoll sein, aber ansonsten würde ich nicht irgendjemandem die Kommunikation über mich und mein Projekt überlassen. Authentizität ist das A und O und in vielen Fällen kann das nur der rüberbringen, der komplett hinter dem Projekt steht. In der PR-Ecke ist das meineserachtens nicht oft der Fall.
Aber auch im PR Bereich müssen neue Einnahmequellen erschlossen werde, wie bei den Beraterunternehmen ;-)

Gruß,
Jens

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Rico Weigand

@Andreas Trotzdem arbeiten diese Bereiche eng zusammen. Gerade in kleinen startups ist das an der Tagesordnung. Diese Zusammenfassung wird also in der praxis häufiger praktiziert, als man denkt.

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Andreas Weck

Also SEO und Social Media sind für mich zwei total verschiedene Sachen. Das eine ist technische Optimierung, das andere ist Kommunikation mit Menschen. Ich würde weder dem einen, noch den anderen, den jeweiligen Bereich überlassen. So etwas habe ich ja noch nie gehört, herzlichst Andreas Weck.

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Rico Weigand

Du hast natürlich recht. Man sollte es eher umgekehrt machen und den seolern den social media bereich noch mit anvertrauen.

Nehmen wir diesen Fall an, dann ist der social media manager einfach nur unwichtig.

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Martin
Martin

Ich würde jetzt keinem Social-Media Typen die Verantwortung über den SEO-Bereich übertragen. Da gehört ein bisschen mehr zu, als sich über die CTR von Katzenbildern auf Facebook zu freuen ;-)

Bei entsprechender Aufbereitung kann man 99% der Fragen bereits im Post beantworten und was dann mal selbst bei großen Seiten sporadisch per direkter Nachricht
reinkommt, kann man eben entsprechend verteilen. Es ist ja nicht so, als würden Seiten jenseits der 100.000 User mit Fragen bombardiert werden ...

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Rico Weigand

Dazu gehört aber auch SEO und der Kontakt mit den Kunden. Das nimmt teilweise einiges an in Anspruch.

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Martin
Martin

Ich opfere vielleicht 1h pro Tag für Social Media und finde es schon komisch, dass man für 1-3 Posts/Tag eine Vollzeitstelle braucht. So ein Unfug entsteht (Agenturen ausgenommen) nur in Großkonzernen, wo Strategien über 3 Etagen geplant, koordiniert und analysiert werden. Dabei muss man kein PR-Fuzzi sein, um seine Kundschaft zu kennen ... die 2-3% Seitenwachstum schafft man mit 1 Post/Tag und etwas Fingerspitzengefühl auch, wenn man sonst einen richtigen Job hat ;)

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