Der amerikanische Journalist Adam Penenberg hatte sich darüber geärgert, dass ein Gerichtsurteil nicht in den Medien auftauchte, in dem der Autohersteller Ford zu einer Zahlung von 131 Millionen US-Dollar verurteilt wurde, weil ein Konstruktionsfehler im Ford Explorer zum Tod eines aufstrebenden Baseball-Spielers geführt hatte. Kein einziger Reporter war bei der Urteilsverkündigung in Laurel, Mississippi, zugegen und keine einzige Meldung erschien in den Nachrichten. Dabei war das Urteil durchaus wichtig, denn der Ford Explorer sorgte in den USA für überdurchschnittlich viele tödliche Unfälle.
Penenberg wollte die Sache nicht auf sich beruhen lassen und fing an, die Story über seinen Twitter-Account zu verbreiten. Als er damit fertig war, zählte sein „Twitter-Artikel“ über 1000 Wörter, aufgeteilt in 50 Tweets. Zwar verfügte Penenberg zu dem Zeitpunkt nur über 2.800 Follower, aber das reichte trotzdem aus, um die Story auch für andere Medien interessant zu machen. Wenig später gab es bereits 277 entsprechende Einträge bei Google News.
Fazit:
Twitter ist durchaus mehr als ein reiner Verteiler von Breaking News der Massenmedien – Twitter kann auch selbst Themen setzen und sie für die Massenmedien interessant machen. Dabei spielt es offenbar nur eine untergeordnete Rolle, ob die News-Quelle nun 100.000 oder wie Adam Penenberg eben „nur“ 2.800 Follower hat. Wichtig ist der Inhalt. Ist er relevant und aktuell, lässt er sich über Twitter sehr gut verbreiten. Bildnachweis: Foto von ianmunroe auf Flickr. Lizenz: CC BY.
Weiterführende Links zum Thema:
- Social Network Wars: Google will mit Twitter und Facebook verhandeln - t3n News
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3 Antworten
von Der Steffen 06.09.2010 (12:09Uhr) 1.
Mit Kreativität hat man schon immer Aufmerksamkeit bekommen. Der zweite der Twitter auf diese Weise nutzt, wird wesentlich weniger Erfolg haben.
von Jan Tißler 06.09.2010 (14:58Uhr) 2.
So gesehen wäre er aber auch nicht der erste, der Twitter nutzt, um eine News zu verbreiten und trotzdem hat es geklappt. Und auch das hat schon mehr als einmal funktioniert, man denke da nur an die diversen „Social Media Desaster“ der vergangenen Wochen.
Das Problem sehe ich eher weniger in einem möglichen Eintagsfliegencharakter, sondern darin, dass sich auf diesem Weg eben nicht auf jedes beliebige, gesellschaftlich relevante Thema aufmerksam machen lässt. Twitter ist aus meiner Sicht das weltgrößte Boulevardmedium. Was zu kantig und sperrig für die schnelle Empörung und den 140-Zeichen-Stammtisch ist, wird auch hier ungehört verhallen. Das liegt einfach in der Natur der Sache und der Menschen.
Trotzdem stimme ich Falks Fazit zu: Twitter ist ein neuer Kanal, um News, Meinungen, Inhalte zu verbreiten. Und das ist schon einmal grundsätzlich gesehen eine gute Sache.
von Die Woche im Rückspiegel – 36. KW &la… 10.09.2010 (09:37Uhr) 3.
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