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Social Network Wars: Google will mit Twitter und Facebook verhandeln

Social Network Wars: Google will mit Twitter und Facebook verhandeln

Die tiefere Integration von Google+ in den Algorithmus der Googlesuche sorgte schnell für Kritik aus verschiedenen Richtungen. Die befürchteten Wars will nun aber durch Gespräche mit und im Keim ersticken, so scheint es jedenfalls.

Social Network Wars: Google will mit Twitter und Facebook verhandeln

Social Network Wars: Google reicht Twitter und Facebook die Hand

Für den Auftakt zu den Social Network Wars sorgte Google durch die umfangreichen Änderungen am Algorithmus der Googlesuche. Unter der Bezeichnung „Search, plus Your World“ wurde vorgestern eine tiefere Integration von Google+ in das Ranking der Suche vorgestellt. Der komplett überarbeitete Algorithmus bezieht nun auch persönliche und private Daten und Informationen aus den Google+ Profilen der Suchenden mit ein.

Das gefiel dem Konkurrenten Twitter nicht, der Google postwendend vorwarf, die viel aktuelleren Daten von Twitter außen vor zu lassen und damit die Suche zu verschlechtern. Allerdings kämpft Twitter hier mit stumpfen Waffen, denn nach einer Reaktion auf der Google+ Page von Google habe die Microblogging-Plattform sich selbst dafür entschieden, den Vertrag für den Zugriff auf die Firehose mit Google nicht zu verlängern.

Social Network Wars: Eric Schmidt bietet Twitter und Facebook Gespräche an.

Nun hat sich der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt zu Wort gemeldet. Schmidt ist aktuell Mitglied im Aufsichtsrat von Google und soll sich vor allem um die Beziehungen zu Geschäftspartnern kümmern. Diese Rolle nimmt er nun auch in diesem Fall ein und will die aufkommenden Social Network Wars gleich im Keim ersticken. Google wolle die Daten von Google+ nicht bevorzugen und würde sich über Gespräche mit Twitter und Facebook freuen, erklärte er am Rande der CES 2012 in Las Vegas.

Social Network Wars: Wie ehrlich ist Googles Angebot?

Eric Schmidt sprach auf der CES 2012 mit Danny Sullivan über die neue Google+ Integration in die Suche. Auf die Bemerkung Sullivans, Google hätte ausreichende Rechte und Möglichkeiten Links aus Netzwerken wie Twitter und Facebook in die Suche zu integrieren, konterte Schmidt in dem für ihn typischen Stil:

That’s your opinion. If you could arrange a letter from Facebook and Twitter to us, that would be helpful.

Was würde denn passieren, wenn Google von sich aus Daten von Twitter und Facebook integrieren würde - immer vorausgesetzt Google hätte ausreichenden Zugriff darauf? Der Aufschrei von Twitter und Facebook wäre sicher noch sehr viel lauter, denn diese Daten sind für die beiden Social Network wesentlicher Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle. Wenn Google diese Daten einfach so wie Google+ integrieren würde, wäre damit die Geschäftsmodelle von Twitter und Facebook ausgehebelt.

Es ist kaum davon auszugehen, dass Twitter und Facebook ihre Daten kostenlos für die Integration in die Googlesuche zur Verfügung stellen werden. Bei dem Gesprächsangebot von Eric Schmidt handelt es sich also eher um ein Verhandlungsangebot. Ob Google denn überhaupt gewillt ist für die externen Daten zu bezahlen, ist die andere Frage.

Momentan ist die Bezeichnung „Search, plus Your World“ für den neuen Algorithmus eher ein Versprechen als Realität. Google sollte jetzt den nächsten Schritt machen und dieses Versprechen einlösen. Das würde dann bedeuten: Auch die Daten von Twitter und Facebook werden für die persönlichen Suchfunktionen verwendet - denn eine Welt ohne Twitter und vor allem ohne Facebook ist derzeit wohl nicht realistisch.

Die Positionen der Beteiligten sind allerdings recht klar. Google hat vorgelegt und den Konkurrenten die Hand gereicht. Diese werden sie aber nicht ergreifen können, weil sie ihre Daten nicht kostenlos abgeben wollen. Nach einem Ende der Social Network Wars sieht das also nicht gerade aus…

Weiterführende Links zum Thema Social Network Wars:

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Eine Antwort
  1. von Hm am 12.01.2012 (14:34 Uhr)

    Manchmal wünsche ich mir eine Art Bildblog für Techblogs. Google reicht Twitter oder Facebook in keiner Art und Weise irgendwelche Hände. Die würden gerne deren Daten abgreifen und versuchen es deswegen jetzt mit Manipulation des eigenen Suchalgorithmus und Höherranking ihres eigenen Netzwerks. Epressung, fast.

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