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Kolumne

Social Networking: Stories, die Blockchain und eine Chance, alles anders zu machen

    Social Networking: Stories, die Blockchain und eine Chance, alles anders zu machen

(Foto: 10 FACE / Shutterstock.com)

Das von Snapchat und Instagram bekannte Stories-Format gewinnt immer mehr Anhänger. Martin Weigert erklärt in seiner Kolumne Weigerts World, wieso diese Entwicklung eine Chance darstellt.

Derzeit sieht es danach aus, als avancierte das von Snapchat und Instagram vorangetriebene „Stories“-Format sukzessive zu einer Standardkomponente des Social Networkings. Vielleicht werden Stories eines Tages das Konzept des vertikal scrollbaren Newsfeeds sogar ganz verdrängen. Eine sichere Prognose ist zwar nicht möglich – ein solches Szenario erscheint aber zumindest nicht komplett abwegig.

Nehmen wir einmal an, dass spätestens im Jahr 2018 mehr als eine Milliarde Menschen täglich von anderen erstellte Stories konsumieren oder eigene Story-Inhalte kreieren – es wäre nicht wünschenswert, dass dieses Wachstums-Segment zwei Firmen mit stark zentralistischen, geschlossenen Ansätzen überlassen wird.

Verständliche Desillusionierung

Ich verstehe alle, die allein beim Vernehmen des Rufes nach einer „offenen Alternative“ desillusioniert abwinken. Es ist ein nachvollziehbarer Reflex. Wer in den letzten zehn Jahren die Entwicklung des Social-Networking-Marktes verfolgt hat, kennt die traurigen Geschichten der zahlreichen gescheiterten Versuche, den Monopole anstrebenden Walled Gardens etwas entgegenzusetzen. Man muss ein extremer Optimist sein, um die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben zu haben, dass sich eines Tages doch ein Gegenentwurf zu dem klassischen Geschäftsmodell des zentralistischen, werbefinanzierten und intensiv Nutzerdaten erhebenden Social Networks durchsetzt.

Die Blockchain ändert die Vorzeichen

Doch dank der fortschreitenden Entwicklung der Blockchain-Technologie stehen die Vorzeichen heute unerwartet besser denn je, dass dies doch geschieht. Die Blockchain schickt sich an, gleich in zwei Aspekten die bisherigen Konventionen im Social-Networking-Bereich umzustürzen.

Zum einen könnte mit ihrer Hilfe eine verteilte Kontakt- bzw. Vernetzungsdatenbank errichtet werden. Im Idealfall entstünde ein offenes technisches Verfahren zur Abbildung des Social Graph und der Vernetzung, auf das kein Unternehmen Besitzansprüche erheben kann, das aber Drittanbietern zur Nutzung zur Verfügung steht.

Zum anderen ließe sich unter Einsatz der Blockchain ein Initial Coin Offering (ICO) beispielsweise für eine Stories-Alternative durchführen. Bei einem ICO erwerben interessierte Privatpersonen sowie institutionelle Investoren in der Hoffnung einer Wertsteigerung auf einer eigenen Kryptowährung basierende Tokens. Das damit eingenommene Kapital würde den Machern der Stories-Alternative als Startkapital dienen.

ICOs gelten derzeit als sehr risikobehafteter Weg der Kapitalbeschaffung und Spekulation, weil sie im Gegensatz zu  traditionellen Finanzierungs-/Anlageverfahren kaum einer oder keiner Regulierung unterliegen. Dennoch könnte der Token-Ansatz das sonst bei allen jungen Social Networks auftretende Henne-Ei-Problem abmildern. Denn frühzeitige Nutzer und 3rd-Party-App-Entwickler fungieren dann gewisserweise als Anteilseigner, was ihre Loyalität, Geduld und Bereitschaft zum Investment von Zeit oder anderen Ressourcen wie Entwicklerkapazität erhöht. Der Netzwerkeffekt wird zum „Token Network Effect“.

Lieber Hype als Status Quo

Ich bin mir bewusst, dass mein Vorschlag klingt wie frisch vom Hype geschwängert. Aber etwas Hype und naiver Optimismus ist in einer Zeit, in der sich alle mit dem Status Quo abgefunden zu haben scheinen (= Facebook/Instagram/Whatsapp, ein bisschen Snapchat, ein bisschen Twitter), vielleicht nicht schlecht. Die Transformation vom vertikalen Newsfeed zu Stories markiert einen der wenigen Wendepunkte in der Geschichte des Social Networking. Man kann spekulieren, dass Anwender, die sich ohnehin mit der Notwendigkeit einer Veränderung der Nutzungsmuster konfrontiert sehen, temporär eine höhere Wechselbereitschaft aufweisen. Ein solcher Moment kombiniert mit dem enormen (derzeit häufig noch theoretischen) Potenzial der Blockchain sowie mit der Leistungsfähigkeit heutiger Smartphones (die viele erforderliche Rechenprozesse lokal durchführen können) öffnet Tür und Tor für bislang nicht realisierbare Experimente. Ein solches Experiment wäre besagte Verwirklichung einer offenen Stories-Infrastuktur, deren Geschäftsmodell nicht auf Anzeigenvermarktung basiert, sondern auf der Schaffung eines Transaktionsmarktplatzes mittels Blockchain und dazugehöriger Kryptowährung.

Der Messaging-Pionier Kik ist gerade dabei, mit der Lancierung einer eigenen Kryptowährung namens Kin sowie einem geplanten ICO einen solchen Weg zu beschreiten. Das Unternehmen will so die Entstehung eines Ökosystems befördern, das in etwa die Aufgaben erfüllt, die ich in diesem Text beschreibe. Noch besser wäre es meiner Ansicht nach allerdings, wenn eine nicht gewinnorientierte Organisation à la Wikimedia oder Mozilla die Kerninfrastruktur bereitstellt.

Ich hoffe, dass ich nicht der einzige bin, der gerade eine sich öffnenden Chance für einen radikalen technischen und philosophischen Neustart beim Social Networking  sieht.

Weitere Kolumnen der Serie Weigerts World findet ihr hier. Ihr könnt die vom Autor täglich kuratierten News zur Netzwirtschaft abonnieren oder seinen wöchentlichen E-Mail-Newsletter mit englischsprachigen Leseempfehlungen beziehen.

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5 Reaktionen
MrEth
MrEth

Der Artikel macht keinen Sinn, der Autor wirft mit irgendwelchen Trendbegriffen um sich aber scheint diese (oder seine Idee) nicht wirklich zu verstehen.

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Miss Peabody
Miss Peabody

Dezentrale Netze sind auf jeden Fall eine Chance für ein freies, besseres Internet.

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Martin Weigert
Martin Weigert

@Sebos @Jürgen

Das tut mir leid. Ggf bringt ein Blick auf das Blockchain-Glossar Licht ins Dunkel.
http://t3n.de/news/blockchain-glossar-830913/

Das Themenfeld Blockchain/Tokens/ICO ist leider durchaus etwas kompliziert, speziell wenn man sich noch nicht intensiver damit auseinander gesetzt hat.

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Sebos
Sebos

Bin froh, @Jürgen, dass es nicht nur mir beim Lesen so geht :-D

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Jürgen

Ich habe NICHTS verstanden. Aber doch, die Idee hat eine Menge Bullshitbingo, MUSS also gut sein.
Und wenn nicht, dann war die Idee zu früh oder die Kunden noch nicht bereit.

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