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Social Search: Google integriert Twitter direkter und prominenter

Social Search: Google integriert Twitter direkter und prominenter

macht seine vor zwei Jahren gestartete Social Search jetzt noch sozialer und durch die direkte Platzierung in den Suchergebnissen auch sehr viel prominenter als bisher. Wer in seinem Google Account eingeloggt ist, bekommt nun das beste der Googlesuche, kombiniert mit den Meinungen und Erfahrungen seiner Freunde und Bekannten, die diese passend zu einem Suchbegriff zum Beispiel bei abgegeben haben. Das Update wird zunächst nur für die englische Suche eingespielt.

Social Search: Google integriert Twitter direkter und prominenter

Google setzt bei der Social Search stärker auf Twitter

Twitter spielt bei dem ersten großen Update der Social Search eine herausragende Bedeutung. Bislang wurden die zu einem Suchbegriff passenden Tweets aus dem Social Graph eines Nutzers unter den Suchergebnissen „versteckt“. Mit dem Update wird diese eher halbherzige Integration durch eine echte Integration abgelöst. Thematisch passende Tweets werden jetzt in die normalen Suchergebnisse gemischt und nach ihrer Relevanz eingeordnet. Für die Praxis bedeutet das eine deutliche Aufwertung relevanter Tweets und für den Suchenden eine noch sozialere Social Search als bisher.

Die Social Search von Google integriert Tweets nun direkt in die Suchergebnisse (BIld: Google).

Besonders interessant sind dabei die Zusatzinformationen zu den sozialen Inhalten. Zunächst bekommt man durch die Integration der jeweiligen Profilbilder schnell einen Hinweis auf die Person, die den Content für die Suchergebnisse „geliefert“ hat. Außerdem sieht man auch noch wann dieser Link verbreitet wurde.

Möglich wird dies durch eine Änderung an der allgemeinen Funktionalität der Social Search. Bislang mussten Inhalte im öffentlichen Google-Profil hinterlegt werden, damit sie von der Social Search abgegriffen werden konnten. Jetzt ist es auch möglich seine Accounts nicht-öffentlich zu hinterlegen. Google kommt damit dem steigenden Wunsch nach mehr Privatsphäre nach, denn nun lassen sich auch Twitter-Accounts für die eigene Social Search einbinden, ohne dass eine Person über das öffentliche Google Profil damit in Verbindung gebracht werden kann. Statt also zwingend seinen Twitter-Account öffentlich zu machen, um ihn für die Social Search nutzen zu können, geht dies jetzt auch inkognito.

Auch andere Inhalte werden in die Social Search eingebaut

Neben den Tweets von Twitter werden zudem noch Blogbeiräge, Flickr-Bilder und YouTube-Videos in die neue Social Search von Google integriert. So werden beispielsweise passende Blogbeiträge von Freunden und Bekannten angezeigt, wenn sie zu einem Suchbegriff passen und die nötige Relevanz haben.

In der Social Search werden auch Blogbeiträge, Flickr-Bilder oder YouTube-Videos angezeigt (Bild: Google).

Interessant wäre es hier zu erfahren, wie sehr die persönliche Verknüpfung mit einer bestimmten Person einen Einfluss auf die Bestimmung der Relevanz ausübt und welche Unterschiede Google hier im Detail macht.

Facebook bleibt draußen

Weiterhin nicht integriert werden dagegen die Inhalte von Facebook. „Wir kooperieren mit allen Diensten, die offen sind“, erklärte der Google-Produktmanager Mike Cassidy gegenüber der FAZ. Gemeint ist damit die selektive Weiterreichung der Like-Daten, die der Konkurrent Bing durch die weitreichende Kooperation von Facebook mit Microsoft bekommt, Google aber eben nicht. Dabei hatte der scheidende Google-Chef Eric Schmidt auf dem Mobile World Congress in Barcelona noch die hohe Bedeutung der „Likes“ für Suchmaschinen betont. Sicher würde Google diese Daten am liebsten noch heute einbauen, ob es dazu aber jemals kommen wird, ist unklar.

Durch die steigende Bedeutung der Daten aus dem Social Web hat Bing momentan einen klaren Wettbewerbsvorteil, zumindest auf dem Papier. Für Google wird es daher sehr wichtig werden, diesen Nachteil durch eine intelligente und im Vergleich zu Bing bessere Integration der offenen Daten aus dem Social Web auszugleichen.

Social Search - mal etwas weitergedacht

Im Grunde sagt Google ja schon mit der Integration der sozialen Inhalte, dass diese eine große Wichtigkeit für Suchende besitzen. Da sind persönliche Verknüpfungen als ein zusätzlicher Rankingfaktor eigentlich nur logisch. Würde Google dabei dann auch noch ein intelligentes System einsetzen, dass die Wertigkeit einer Verknüpfung beurteilen kann, so könnte man die Social Search auch sehr gut als einen Filter für das Social Web einsetzen. Faktoren für die Wertigkeit einer Verknüpfung müssten dafür sicher noch definiert werden. Vorstellbar wären beispielsweise der Grad der Interaktion zwischen zwei Personen oder auch der allgemeine Verknüpfungsgrad einer Person, den man mit einer Follower-Following-Ratio ausdrücken könnte.

Für die nächste Ausbaustufe der Social Search sollte Google genau an diesen intelligenten Filterfunktionen weiterarbeiten. Wünschenswert wären beispielsweise eigene Bewertungen von integrierten Inhalten aus dem Social Web, so dass die Social Search mit der Zeit lernt, welche Tweets man in den personalisierten Suchergebnissen sehen möchte und welche nicht. Nützlich wäre hier auch die Übernahme der Twitterlisten, mit denen man quasi eine Vorauswahl derjenigen Twitterer treffen könnte, die man gerne in die Social Search integriert haben möchte.

Wie auch immer es mit der Social Search in Zukunft auch weitergehen wird, für die Gegenwart sendet Google bereits mit dem jetzigen Update ein wichtiges Signal aus: Vergesst die Suchmaschinenoptimierung und kümmert euch um eure sozialen Kanäle!

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8 Antworten
  1. von Robert am 18.02.2011 (12:40 Uhr)

    Bin ich eigentlich der Einzige, der Social Search nicht so toll findet? Es heißt immer "Suchergebnisse sind relevanter, wenn meine Freunde sie auch interessant finden".
    Aber ich suche sehr oft Dinge, von denen meine Freunde absolut keine Ahnung haben, oder sich dafür halt nicht interessieren.

    Ich brauche keine Social Search, ich brauche eine fachliche Suche, zum Beispiel um nicht ständig irgendwelche Fragestellungen aus Foren zu finden wo als Antwort immer nur kommt "frag Google bevor du hier fragst", sondern Webseiten mit den Lösungen zu diesen Fragen!

    DAMIT könnte Google doch mal so richtig punkten. Wenn ich wissen will, wie meine Freunde etwas bewerten dann frage ich sie selbst. Das muss für mich keine Suchmaschine machen.

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  2. von robbz am 18.02.2011 (12:43 Uhr)

    Weiterhin könnten es neue Webseiten, die noch nicht sehr oft "geliked" wurden sehr schwer haben in den Suchergebnissen aufzutauchen, selbst wenn sie zu 1000% relevant für die Suchanfrage wären.

    Stattdessen wird den Suchenden nur das vorgeschlagen, was eh schon alle mögen. Wie soll da jemals was Neues dazu kommen??

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  3. von thomasweise am 18.02.2011 (13:22 Uhr)

    Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen, finde aber eine direkte "Social-Search" genau so wichtig.
    Vielleicht sollte Google beides einfach trennen? Also die bisherige "Websuche" beibehalten und eine eigenständige Social-Search anbieten (so wie Google-Maps).

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  4. von Ed Wohlfahrt am 18.02.2011 (13:30 Uhr)

    Ich finde toll was hier passiert. Relevantere Ergebnisse für mich stellen einen konkreten Nutzen dar. Wie es weitergeht mit der Social Search wird sich aber erst zeigen. Jetzt gibt es erste Anzeichen, dass Over-Friending den Wert unserer Netzwerke schmälert, den Grad an Vertrauen also reduziert. Siehe dazu z. B. Steve Rubel in Sachen Edelman Trust Barometer. Google greift jetzt auf diese Netzwerke zu, die aus immer irrelevanteren Verbindungen bestehen (daran sind viele Nutzer selbst schuld). Wohin führt das? Zu irrelevanten Treffern. Ist natürlich nicht das Problem von Google, wenn Einzelne irrelevante Freunde haben...

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  5. von robbz am 18.02.2011 (13:55 Uhr)

    @Ed (hehe, klingt cool ;-) )

    Das ist auch ein guter Punkt. Und wenn mir dann die Social Search permanent nur Ergebnisse liefert, die mehr zu meinen Freunden passen als zu mir, dann muss ich mir vermutlich Freunde suchen, die eher dieselben Interessen haben könnten, um vernünftige Suchergebnisse zu bekommen.
    Aber ob auch das im Sinne des Erfinders liegt? Hm..

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  6. von Ed Wohlfahrt am 18.02.2011 (14:07 Uhr)

    ich finde das was Robert ganz oben sagte sehr spannend. Er würde oft Dinge suchen von denen seine Freunde keine Ahnung hätten. Das kenn ich. Ich kann die Logik natürlich nachvollziehen die da lautet, was für Nutzer A relevant ist könnte (Konjunktiv!) auch für seine Freunde / Follower relevant sein, muss es aber natürlich nicht. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Will jetzt nicht zu techno-deterministisch rüberkommen, aber Google wird sich das schon überlegt haben...

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  7. von Falk Hedemann am 18.02.2011 (14:28 Uhr)

    @Robert: Also wenn ich alles richtig verstanden habe, wird Google Dir ja gar keine Inhalte von Deinen Freunden anzeigen, wenn diese sich nicht mit den von Dir gesuchten Informationen beschäftigen. Die Social Search soll Dir ja nur dann helfen, wenn sich jemand aus Deinem Social Graph ebenfalls mit dem Suchbegriff beschäftigt hat - dann könnte ein Tweet, ein Blogpost, ein Flickr-Bild oder ein YouTube-Video eines Bekannten für Dich vertrauenserweckender sein, als die zig Millionen normalen Treffer der Suchmaschine. Für mich klingt das plausibel.

    Zudem bleibt Dir ja auch die Wahl: Wer seinen Twitter-Account in seinem Google Profil nicht angibt bzw. bestätigt, der bekommt auch keine Tweets seiner Followings angezeigt. Und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit sich aus seinem Google Account auszuloggen und die Suche dann zu nutzen - auch so bleibt die Social Search wirkungslos ;-)

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  8. von Falk Hedemann am 18.02.2011 (14:36 Uhr)

    @robbz: Die Facebook „Likes“ fließen ja eben nicht mit in die Suchergebnisse ein. Hier hält Microsoft als Kooperationspartner von Facebook die Hand drauf, um für Bing einen Vorteil herauszuholen.

    Leider ist das von Dir beschriebene Szenario aber auch so, ganz unabhängig von der Social Search, eine gängige Praxis. Neue Webseiten müssen sich bei den Suchmaschinen erst einen gewissen „Trust“ erarbeiten, bevor ihre Inhalte ganz vorne in den Serps landen.

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