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Social SEO: Mythos oder Traffic-Garant?

Social SEO: Mythos oder Traffic-Garant?

Es gibt und es gibt . Doch gibt es auch „Social SEO“? Oder ist dieses Buzzword nur ein Mythos? SEO-Experte Björn Tantau geht diesen Frage auf den Grund.

Social SEO: Mythos oder Traffic-Garant?
Bild: © BeholdingEye – iStockphoto.com

Die Online-Marketing-Branche liebt Buzzwords. Und Buzzwords machen durchaus Sinn. Manchmal sorgen erst sie dafür, dass sich ein neuer Bereich richtig etablieren kann. Erinnern wir uns an den Ausdruck „Web 2.0“. Vor einigen Jahren war das in aller Munde und nach einiger Zeit waren fast alle genervt. „Web 2.0“ hat aber dazu geführt, dass der Wandel des Internets vom statischen Informationsangebot hin zu einer Dynamisierung durch die Nutzer selbst überhaupt erst stattfinden konnte. Ein paar Jahre später stehen wir erneut vor einem Dilemma. Es gibt „Social Media“ und es gibt „SEO“. Aber gibt es wirklich auch „Social SEO“?

Einfluss von SEO und Social Media steigen

Ist Social SEO nur ein Mythos? (Bild: © BeholdingEye – iStockphoto.com)
Ist Social SEO nur ein Mythos? (Bild: © BeholdingEye – iStockphoto.com)

Social SEO ist auf jeden Fall eines der aktuell oft benutzten Buzzwords. Nur „Content Marketing“ wird mehr genutzt. Letzteres halte ich persönlich allerdings nicht für ein Buzzword, sondern für eine wichtige Errungenschaft, aber darum soll es hier und heute nicht gehen.

Social-Media-Marketing mit all seinen Facetten hat sich mittlerweile im Marketing-Mix etabliert. Es mag sein, dass nicht jede Firma Social-Media-Marketing im Werkzeugkasten hat. Sollte sie aber. Und gleiches gilt für SEO. Auch die „gute alte“ Suchmaschinenoptimierung ist nicht mehr aus dem Online-Marketing wegzudenken.

Ganz im Gegenteil. Der Einfluss wird meiner Ansicht nach in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Disziplin wird sich intern ändern, die Auswirkungen aber werden weiter groß sein – und niemand wird sich dem entziehen können. Für Social-Media-Marketing prognostiziere ich übrigens genau das Gleiche.

Social SEO: Das Beste aus zwei Welten?

Will man bei Facebook noch stattfinden, muss man seine Hausaufgaben machen. (Bild: Placelt by Breezi)
Will man bei Facebook noch stattfinden, muss man seine Hausaufgaben machen. (Bild: Placelt by Breezi)

Die Vermutung, dass aus der Notwendigkeit, beides richtig anzuwenden, nun Social SEO erwächst, ist verständlich. Und tatsächlich: Angesichts neuer Errungenschaften wie der Facebook-Graph-Search wird es notwendig, nicht nur Inhalte der eigenen Website onpage zu optimieren. Zum Beispiel eine Facebook-Page: Will man in Zukunft in dem weltweit größten Social Network überhaupt noch stattfinden, dann muss man seine Hausaufgaben machen.

Schon früher gab es zarte Ansätze von „Facebook-SEO“. Das bezog sich aber oftmals auf den Versuch, durch die textliche Optimierung der eigenen Facebook-Page besser in den Suchergebnissen von Google zu ranken. Das hat auch recht gut funktioniert, ist nur aus meiner Sicht nicht primär das, worum es gehen sollte.

Wer bei Google sucht, ist meiner Ansicht nach nicht auf der Suche nach Inhalten, die auf Facebook stattfinden. In dem Fall geht man dann doch gleich zu Facebook. Und wer die Facebook-Suche bisher kannte, wird drei Kreuze machen, dass die Facebook Graph Search mehr und mehr ausgerollt wird.

Denken hilft!

Doch zurück zur Frage, ob es Social SEO wirklich gibt. Grundsätzlich: Ja! Zumindest sollte es das Verständnis für Social SEO geben. Dieses Verständnis setzt nämlich voraus, dass die Betreiber von Internetprojekten verstanden haben, worum es eigentlich geht.

Reichweite ist wichtig. Neben dem eigentlichen Inhalt einer Website (also dem Content) ist die Reichweite der wichtigste Faktor überhaupt. Sie entscheidet über viele Dinge, die erst später mit einer Website passieren. Lässt sich genug Traffic aufbauen? Gilt eine Website als Autorität? Wie sieht es mit der Reputation aus? Die Liste ließe sich ausbauen, aber darauf kommt es nicht an.

Die Reichweite steht ganz am Anfang. Und über diese Notwendigkeit landet man wieder bei Social SEO. Google als Suchmaschine wertet alles aus, was es in die Finger bekommt. Das gilt für öffentliche Inhalte. Google kann also sehr wohl die Relevanz eines Inhalts in Social Media beurteilen, auch ohne die hausgemachten +1-Auszeichnungen zu berücksichtigen.

Google wertet alles aus

Auch für lokale Unternehmen kann Social SEO sinnvoll sein. (Screenshot: Sistrix.de)
Auch für lokale Unternehmen kann Social SEO sinnvoll sein. (Screenshot: Sistrix.de)

Das bedeutet, dass zum Beispiel schlechte Bewertungen, die im öffentlich einsehbaren Foursquare-Profil eines ortsansässigen Bäckers durchaus dafür sorgen können, dass Google diese Signale nutzt, um den Bäcker gegenüber der Konkurrenz herabzustufen. Das werden vermutlich keine großen Sprünge sein, aber wenn es darum geht, zwischen zwei Platzierungen entscheiden zu müssen, dann wird Google solche Daten höchstwahrscheinlich nutzen, um zu verifizieren.

Das Beispiel mit Foursquare lässt sich auf alle anderen Sozialen Netzwerke übertragen, deren Daten Google öffentlich auslesen kann. Und so gesehen gibt es Social SEO natürlich – allerdings wirklich nur in dieser in sich greifenden Komplexität.

Daraus folgt übrigens auch, dass die Annahme, Inhalte mit vielen Links würden auch viele soziale Signale bekommen, weil sie eben viele Links haben und somit ganz oben bei Google stehen, nicht ganz sinnvoll ist. Umgekehrt ist es übrigens nicht anders. Es ist allerdings sehr wichtig zu wissen, dass hochwertige Inhalte eher weiterverbreitet und verlinkt werden. Solche Inhalte bekommen mehr Links und mehr soziale Signale. Deswegen ranken sie gut und erzielen hohe Reichweiten.

Ohne Content ist alles sinnlos

Social SEO ist also kein Mythos, Social SEO gibt es wirklich. Wie so oft ist es aber kein wirklich feststehender Begriff, der immer so und nicht anders gilt. Social SEO ist spontan und muss flexibel sein. Social SEO muss reagieren können und darf vor allem nicht eindimensional sein.

Social Media und SEO werden in den kommenden Jahren weiter miteinander verschmelzen. Der Einfluss von Google+ auf die Suchergebnisse wird steigen. Wer in Zukunft nicht nur ganz oben bei Google stehen will, sondern auch darüber hinaus möglichst viel Reichweite generieren will, wird an Social-Media-Marketing nicht vorbeikommen.

Beides allerdings funktioniert ohne den richtigen Content nicht. Nur mit einer hochwertigen Content-Marketing-Strategie lässt sich einigermaßen steuern, wohin die Reise für ein Projekt im Web geht. Und damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Social SEO als Trend ist natürlich nur ein Faktor in einem erfolgreichen Online-Marketing-Mix und Social SEO ersetzt auch nicht Dinge wie Conversion-Optimierung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder Linkaufbau.

Social SEO: Fazit

Wir stellen fest: Es gibt Social SEO wirklich. Das allerdings nicht als eindimensionales Buzzword, das sich wahllos über alle möglichen Kampagnen stülpen lässt. Social SEO muss Teil einer umfassenden Strategie sein, die ein ganzheitliches Erfolgserlebnis als Ziel hat.

Am Ende steht immer die Website im Mittelpunkt, nicht Google oder Facebook und auch kein anderes soziales Netzwerk. Es ist legitim, Facebook und Co. zu nutzen, um sich selbst auf Basis des eigenen Projekts Vorteile zu verschaffen. Dabei sollte man allerdings meiner Meinung nach darauf achten, dass man nicht der Versuchung erliegt, Kanäle außerhalb der eigenen Website als sinnvoller zu betrachten.

Den Content auf der eigenen Website kann man zudem kontrollieren. Niemand weiß, was mit den Inhalten, die wir täglich auf Facebook, Google+, Twitter und Co. ablegen, später wirklich mal passiert. Deswegen gilt die Devise „Website First!“. In diesen „eigenen vier Wänden“ kann man selbst entscheiden, was man tut und was man lässt. Und was man davon nach außen tragen will, das bleibt ebenfalls jedem selbst überlassen.

Über den Autor

bjoern tantauBjörn Tantau arbeitet als Senior Manager Inbound-Marketing bei der Testroom GmbH  in Hamburg und ist seit Ende der 1990er Jahre im Online-Marketing aktiv. Er ist Spezialist für Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Marketing, Linkaufbau und Content-Marketing , bloggt auf seiner Website über aktuelle Themen aus diesen und anderen Bereichen, hat ein Buch über Google+ geschrieben  und ist als Speaker auf Konferenzen, Messen und Branchenevents  aktiv.

Weiterführende Links zum Thema „SEO“

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3 Antworten
  1. von Lutz Wiedemann am 30.07.2013 (09:30 Uhr)

    Danke für diesen sachlichen Bericht und der klaren Aussage im Fazit. Eigentlich ist es ja klar.
    Alle wünschen sich Information und die verschiedensten Meinungen sind zur persönlichen Orientierung wichtig.
    Mit der Information "Finde ich gut" allein einsteht nur weiterhin "Rauschen" und dieses ist so überflüssig wie jeder abgeschriebener Artikel.

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  2. von Thomas am 30.07.2013 (10:02 Uhr)

    Also dann verstehst Du unter Social SEO, dass man soziale Netzwerke für das Google-Ranking nutzt? Und nicht, dass man SEO-Techniken nutzt, um in sozialen Netzwerken besser zu ranken?

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  3. von SEO_Agentur. am 07.11.2013 (22:09 Uhr)

    Guter Artikel, ich finde der Bereich SEO und Social Media sollten zusammen Optimiert werden, denn ich finde das eine schließt das andre nicht aus. Wobei sich Social-Werbung für manche Branchen einfach nicht lohnt.

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