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Twitter als Fernbedienung – Wie die Zukunft des Social TV aussieht

Twitter als Fernbedienung – Wie die Zukunft des Social TV aussieht

In Amerika verbindet ein Kabelnetzbetreiber sein Fernsehprogramm mit und in Brasilien können Pay-TV-Kunden Sendungen per aufnehmen. Doch von Social TV, werden wir bald noch viel mehr sehen können.

Twitter als Fernbedienung – Wie die Zukunft des Social TV aussieht
Bild: Ruocaled / Flickr Lizenz: CC BY 2.0
Twitter, Facebook und andere sozialen Netze könnten integraler Bestandteil unseres Medienkonsums werden. (Bild: Esther Vargas / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Twitter, Facebook und andere sozialen Netze könnten integraler Bestandteil unseres Medienkonsums werden. (Bild: Esther Vargas / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Social TV: Fernsehen und die sozialen Netze

Während Analysten und selbsternannte Medienprofis nicht müde werden, einen Kampf der alten und neuen Medien herbeizuschreiben, sieht die Realität bisweilen anders aus. Social Media bekommt beispielsweise bei Fernsehzuschauern und -machern einen immer größeren Stellenwert, ohne dass eines das Andere ablösen würde. Mittelfristig könnten beide Kanäle sogar noch enger zusammenwachsen als bisher.

Nielsen Media Research USA, die Firma also, die in den Vereinigten Staaten die Einschaltquoten misst, hat erst kürzlich einen neuen Dienst vorgestellt, über den Fernsehsender Twitter-Echtzeitdaten zu aktuellen Sendungen beziehen können. Auch Facebook gibt Nutzerdaten wie die Anzahl der Likes, Shares oder Kommentare zu Programmen an Fernsehsender weiter – zu den Partnern gehören auch deutsche Sender. Und wer sonntags den Hashtag #tatort auf Twitter verfolgt, bekommt einen Einblick, wie der sogenannte Second Screen zur Erweiterung des TV-Bildschirms wird. Doch das alles dürfte nur der Anfang einer weitaus interessanteren Entwicklung sein.

See It: Fernsehen und Twitter wachsen zusammen. (Bild. Comcast)
Social TV: Fernsehen und Twitter wachsen zusammen. (Bild: Comcast)

Social TV: Twitter wird zur Fernbedienung

Der amerikanische Kabelnetz- und Internetanbieter Comcast hat mit See It eine spannende Integration von Fernsehen und Social Media präsentiert, die ab November 2013 verfügbar sein soll. Kunden des Digitalangebots Xfinity können auf Tweets zum Programm des Fernsehsenders NBC reagieren, indem sie den See-It-Button betätigen. Daraufhin öffnet sich ein Menü, das es Nutzern ermöglicht, die Sendung sofort anzuschauen, über die Settop-Box des Anbieters aufzunehmen oder eine Erinnerung für die Sendung einzurichten. Die Sendung selbst kann dann entweder über die Settop-Box auf dem Fernseher oder alternativ direkt auf dem Screen des Smartphones oder Tablets angesehen werden.

Die Partnerschaft der beiden Unternehmen hört mit See It allerdings noch nicht auf. Nutzer der Settop-Box können sich auch direkt anzeigen lassen, welche Sendungen auf Twitter gerade besonders stark diskutiert werden. Auf Twitter wiederum können Partner des sogenannten Amplify-Programms kurze Clips in Werbe-Tweets packen, um auf ihre Sendung aufmerksam zu machen – oder, wie im Fall einiger amerikanischer Sportübertragungen, zeitnah kurze Wiederholungen spannender Spielszenen zeigen. Durch diesen Mechanismus erhöht sich auch die Werbereichweite der TV-Sender.

#SKYREC und die Zukunft des sozialen Fernsehens

Dabei ist Comcast nicht der erste Fernsehanbieter, der sein Programm um eine Steuerungsmöglichkeit per Social Media erweitert. Schon seit Mai 2013 können Kunden des brasilianischen Pay-TV-Anbieters SKY Brasil Sendungen auf ihrer Settop-Box aufnehmen, wenn sie den entsprechenden Tweet des Anbieters mit dem Hashtag #SKYREC retweeten.

Noch stehen wir am Anfang der Social-TV-Revolution. Doch mit der Zeit dürften Fernsehen und soziale Medien noch viel enger zusammenwachsen. Empfehlungen zu Sendungen von Freunden auf sozialen Netzwerken könnten uns direkt zu den entsprechenden Inhalten führen. Genauso wie wir noch während der Sendung direkt darauf reagieren könnten. Das funktioniert natürlich schon heute – was fehlt, ist die direkte Verbindung. Ein Klick und wir sehen das Programm, das andere gerade diskutieren. Ein Klick und wir können die Sendung die wir gerade sehen kommentieren. Dabei geht es nicht nur um Bequemlichkeit, sondern auch um neue Nutzungsmöglichkeiten.

Statt beispielsweise die Bundesligakonferenz zu schauen, schaut man ein Spiel – und sobald in einem anderen, vorher definierten Spiel etwas Spannendes passiert, kann man es sich entweder auf dem zweiten Screen anschauen oder direkt den Kanal wechseln, ohne zur Fernbedienung zu greifen. Oder anders gedacht: Jedes Mal, wenn man den Sender wechselt, bekommt man auf seinem Tablet oder Smartphone automatisch die entsprechende Diskussion dazu auf Facebook oder Twitter angezeigt. Damit wären wir im Zeitalter des sozialen Fernsehens angekommen. Und wer will, kann seinen sonntäglichen Krimi natürlich auch weiterhin alleine schauen.

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