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Social TV zur EM 2012: Sport und Social Media finden zueinander

Millionen Zuschauer haben die Europameisterschaft 2012 im Fernsehen verfolgt. Auch auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen war das Fußballturnier ein großes Thema. t3n-Autorin Stefanie Aßmann blickt zurück auf die hiesigen Social-TV-Aktivitäten von Fernsehsendern und Unternehmen.

Social TV zur EM 2012: Sport und Social Media finden zueinander

 

In den USA ist die Verknüpfung von und Sportereignissen längst eingespielt. Die letzten großen Events in Amerika waren der Super Bowl 2012 und die Social Media Awards der NBA. Der Superbowl sorgt in Amerika immer für ordentlich Buzz auf Twitter und Facebook. Während des Spiels wurden dieses Jahr 5.679.596 Tweets abgesetzt. Um auch auf Fragen eingehen zu können und mit den Usern in Dialog zu treten, wurde eigens für den Superbowl ein Social Media Command Center mit einem 50-Mann-Team eingerichtet. Das Team arbeitete 2 Wochen in einem 2-Schicht-System 15 Stunden pro Tag, um alle Fragen und Probleme zu beantworten und die Besucher mit Tipps zu versorgen.

Der Superbowl 2012 im Social Web.

Das Finale der NBA überragte den Superbowl sogar noch mit über 6 Millionen Tweets. Mitte Juni wurden die ersten Social Media Awards verliehen. Bei den Social Media Awards wurden die NBA Spieler, Teams und auch die Fans für das Social Media Engagement während der Season geehrt. Die Fans konnten auf der Seite für ihre Favoriten abstimmen. Zur Auswahl standen u.a. die Kategorien „The Epic Award“ für das beste Spiel, der „Social Slam Award“ für den besten Dunking oder „The Social MVT (Most Value Team)“, für das Team mit der besten Social Media Präsenz. Fußball ist in den USA nur ein Nebenschauplatz und ist nicht, wie in Deutschland, Nationalsport Nr. 1. Aber selbst zur EM, dem „soccer tournament", diskutieren die Amerikaner über die verschiedenen Social Media Kanäle ordentlich mit.

Deutschland im Vergleich noch Social-Media-Entwicklungsland

Hier in Deutschland spielt Social Media beim Sport im Vergleich zu Amerika eine noch untergeordnete Rolle. Allerdings sind auch hier schon sehr gute Ansätze zu erkennen. Natürlich sind zahlreiche Fußballvereine auch in Social Media vertreten. Bayern München gründet gleich ein eigenes Netzwerk, aber das ist natürlich nicht mit den USA vergleichbar. Die EM 2012 war die perfekte Gelegenheit, um Social Media im Fußball eine größere Bedeutung zu verleihen. Neben zahlreichen anderen Akteuren mit Social-Media-Aktionen ist dies auch den deutschen Fernsehsendern ARD und ZDF gelungen. Auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

Das ZDF hat neben Blog, Twitter-Account und einem Live-Ticker auf eine spielerische Teilnahme der User im DFB11Center gesetzt. Hier konnten die User ihre Lieblings-Teamaufstellung erstellen und die Spieler der Deutschen Mannschaft pro Spiel nach ihrer Leistung bewerten. Das folgende Bild zeigt Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger im Vergleich.

Die Kommunikation auf den Social Media Kanälen wurde vor und nach den Spielen in der TV-Berichterstattung beim ZDF aufgegriffen, daneben wurden immer wieder Tweets eingeblendet. Eine besondere Aufmerksamkeit hat Oliver Kahn mit seinem Twitter-Kanal erhalten. Jeannine Michaelsen hat in einer Sendung Oliver Kahn erklärt, wie Twitter funktioniert und mit seinem Einverständnis den ersten Tweet von Oliver Kahn abgesetzt. Das lief natürlich nicht einwandfrei ab und wurde daher in der Presse belächelt. Den meisten Zuschauern wird es jedoch ähnlich wie Oliver Kahn gegangen sein. Für ihn und viele andere ist Twitter neu und muss erklärt werden. In Sachen Social TV war die Aktion auf jeden Fall erfolgreich – Twitter hatte vermutlich noch nie so viel Aufmerksamkeit in Deutschland wie an diesem Abend.

Der Fußballer Hans Sarpei hat im Anschluss direkt angeboten, Oliver Kahn beim twittern zu unterstützen. Das ZDF hat hier reagiert und Hans Sarpei am 22. Juni ermöglicht, beim Spiel Deutschland gegen Griechenland via @ZDFsport Account zu twittern. Der ZDF Accout wurde dafür wiederum mit gut 1.500 zusätzlichen Followern belohnt. Insgesamt hat sich das Mention-Aufkommen des ZDF während der EM verzehnfacht.

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