t3n News Startups

Nach dem Social Web kommt das Private Web: Privacy-Startups im Aufwind [Kolumne]

Nach dem Social Web kommt das Private Web: Privacy-Startups im Aufwind [Kolumne]

Seit und Tempora sprechen plötzlich Medien und Laien über Technologien, die bisher nur von einem kleinen Kreis von technikaffinen Menschen genutzt wurden. Es geht um Verschlüsselung von E-Mails oder Daten auf der Festplatte und Tools, die dabei helfen, sich anonymer im Netz zu bewegen. Das erhöhte Interesse an solchen Sicherheitstechnologien zeigt: Das Privacy Web wirft seine Schatten voraus – eine riesige Chance für und Gründer, die entsprechende Dienste planen oder schon anbieten. Die von Luca Caracciolo.

Nach dem Social Web kommt das Private Web: Privacy-Startups im Aufwind [Kolumne]

Die Spähprogramme PRISM und Tempora haben innerhalb kürzester Zeit eine Erschütterung im Netz ausgelöst, die das Vertrauen in Datenschutz und Datensicherheit nachhaltig beeinflussen wird. Die Millionen von Daten, die täglich durch die Leitungen des Webs fließen und meist auf US-amerikanischen Servern liegen – ungeschützt vor dem Zugriff Dritter, allen voran vor den Geheimdiensten der Briten, US-Amerikaner und wer weiß noch vor wem. Erleben wir eine Trendwende, die langfristig neue Formen der Kommunikation im Web etablieren wird? Ich glaube ja.

Aufwind für Privacy-Startups

Das Interesse an Privacy-Diensten und -Startups jedenfalls nimmt seit der Enthüllung von PRISM extrem zu. Die alternative Suchmaschine DuckDuckGo etwa, die einen besonderen Fokus auf Privatsphäre setzt, verzeichnet seit PRISM einen extremen Anstieg der Suchanfragen. Aber auch andere Dienste, die auf Datenschutz, Datensicherheit oder Verschlüsselung setzen, wie BoxCryptor oder Tor, sind im Aufwind. Technologien, mit denen sich bisher nur Nerds und extrem technikaffine Menschen ernsthaft auseinander gesetzt haben, sind auf einmal ein echtes Geschäftsfeld – mit Zukunft.

Die „Cloud“ direkt im Büro stehen zu haben, ermöglicht das Hamburger Startup Protonet.
Die „Cloud“ direkt im Büro stehen zu haben, ermöglicht das Hamburger Startup Protonet.

Auch deutschen Startups könnte der Skandal um PRISM und Co. deutlichen Aufwind bescheren. Produkte wie die Serverbox von Protonet könnten und sollten mit entsprechendem Marketing auf sich aufmerksam machen. Der Server der Hamburger, der mit bis zu 16 TeraByte Speicher ausgestattet werden kann und Team-Kommunikation sowie Datenaustausch beispielsweise mit Kunden möglich macht, die Daten aber lokal speichert, dürfte bei kleineren Unternehmen eine interessante Alternative zu Dienste von Google, Dropbox und Co. sein beziehungsweise werden.

Snapchat: die vergängliche Kommunikation

Der Privacy-Trend wird auch das Social Web nachhaltig verändern. Was momentan kaum denkbar erscheint – dass Giganten wie Facebook bald ernsthafte Konkurrenz bekommen könnten von Diensten, die zuerst auf Datensicherheit ihrer Nutzer setzen –, könnte schon bald Realität werden. Pardigmatisch dürfte die Applikation Snapchat für eine Kommunikationsmechanik stehen, die die Flüchtigkeit menschlicher Kommunikation im digitalen Raum viel realistischer abbildet, als es sämtliche Netzwerke im Web momentan tun. Bei Snapchat erfolgt die Kommunikation nur über Bilder – und diese werden nach kurzer Zeit für immer gelöscht. Das Snapchat vermutlich gerade deshalb oft auch für sexuell angehauchte Chats genutzt wird, ändert nichts an der flüchtigen und deshalb spannenden Kommunikationsmechanik des Dienstes.

Das ist im Grunde auch sehr sinnvoll: Der Charakter alltäglicher Kommunikation ist flüchtig, oftmals banal – nicht wert, für immer und ewig auf irgendwelchen Servern gespeichert zu werden. Was interessiert mich ein Post von vor vier Monaten über einen Witz, der damals die Runde machte, ein Kommentar aus dem vergangenen Jahr von mir, den ich zu etwas Unwichtigem verfasste? Noch wichtiger: Wieso müssen eventuelle Eskapaden meinerseits, Tweets und Bilder eines versoffenen Abends beispielsweise, immer und ewig im digitalen Großhirn gespeichert sein? Es ist schon klar, weshalb Facebook und auch andere diese ganzen Daten langfristig bewahren: Nur auf Basis all dieser Daten lassen sich entsprechende Nutzerprofile erstellen, die für die Werbeindustrie interessant sind. Und für Geheimdienste sind diese Datenberge natürlich ein gefundenes Fressen.

Snapchat: der flüchtige Charakter der Kommunikation perfekt in den digitalen Raum transferiert
Snapchat: der flüchtige Charakter der Kommunikation perfekt in den digitalen Raum transferiert.

Das Echtzeit-Web bitte auch in echt

Der nächste Evolutionsschritt des Social Web muss angesichts von PRISM und Co. sein, den Echtzeit-Charakter der Kommunikation noch besser und eindeutiger im Netz abzubilden. Warum führt Facebook nicht eine Funktion ein, die dem Nutzer vor jedem Absetzen eines Posts die Möglichkeit gewährt, einen Privacy-Modus einzuschalten? Dieser könnte zum Beispiel bedeuten, dass der Post nach einem Tag unwiederbringlich gelöscht wird. Für eine Vielzahl von Posts würde dieser Zeitrahmen absolut ausreichen.

Wenn die großen Akteure im Social Web sich nicht bewegen, dürfte die Konkurrenz in den nächsten Monaten und Jahren gewaltig werden. Snapchat dürfte da nur der Anfang sein: Das Startup hat erst kürzlich eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 60 Millionen US-Dollar hinter sich gebracht und wartet mit einer aktuellen Bewertung von 800 Millionen US-Dollar auf.

In die Zukunft gedacht: Wearable Computing mit SSDs

Spinnen wir den Gedanken einfach mal weiter: Wenn es bei der täglichen Kommunikation im Social Web wirklich oft um Banalitäten geht, deren Löschung aufgrund ihrer Tagesaktualität nur wünschenswert wäre, die tatsächlich anfallenden persönlichen Daten also entsprechend gering sind – ließe sich nicht ein mobiles Device entwickeln, dass der Nutzer wie ein Armband am Armgelenk trägt und alle wichtigen Daten, die er für die tägliche Kommunikation und Arbeit benötigt, immer dabei hat – und am Ende des Tages mit nach Hause nimmt? Passwörter, E-Mails, Daten aus dem Social Web, Fotos, Videos – all das verschlüsselt und verpackt am Arm als Armband oder am Schlüsselanhänger. Per möglichst offener Schnittstellen könnte dann dieses Device an verschiedenste Dienste und Services „andocken“ und nötige Daten herausgeben.

Was an diesem Gedankenexperiment deutlich wird: Es gibt unheimlich viel zu erfinden. Das Web wird sich in den nächsten Jahren stark wandeln, große Riesen wie Facebook oder Google bekommen Konkurrenz von kleinen flexiblen und offenen Plattformen, die den Schutz der Privatsphäre stärker in den Mittelpunkt rücken. Snapchat ist nur der Anfang, auch die Anzahl von Hardware-Startups, die nach Lösungen für die sichere Aufbewahrung digitaler Daten suchen, wird zunehmen – die Investionswelle wird langsam aber sicher anrollen – die perfekte Zeit, jetzt selbst mit seiner Idee an eine Gründung zu denken.

Weiterführende Links

Bildnachweis für die Newsübersicht: © koya979 – Fotolia.com

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
7 Antworten
  1. von Ralf Bachmann am 04.07.2013 (09:32 Uhr)

    Dem kann ich leider in mehreren Punkt so nicht zustimmen. Zum einen habe ich ausserhalb der Internetblase erkannt, dass sich die Leute trotz Prism und Co. nicht mit Verschlüsselung usw. auseinandersetzen wollen. Zu gering sind die Auswirkungen im Alltag. Es gibt für viele Nutzer keinen äußeren Druck sich jetzt mit dem Thema Verschlüsselung auseinander zu setzen. Prism ist weit weg.

    Der zweite Punkt, den ich in Frage stelle ist der von vergänglichem Content wie z.B. bei SnapChat. So wie ich mir das vorstelle, sind die Bilder bei SnapChat reguläre Bilddateien, die dann durch das Betrachten ein Löschsignal erhalten. So lange sie auf dem Server liegen, sind die reguläre Bilddateien und können kopiert werden. Damit sind sie für Geheimdienste und Firmen zugänglich. Die Kurzweiligkeit von SnapChat und Co. hat also mit der technischen Sicherheit meines Erachtens rein gar nichts zu tun. Es geht lediglich darum, dass der Endnutzer das Bild nicht länger betrachten oder kopieren kann.

    Was die automatische Löschung von Content nach ein paar Tagen angeht, wäre ich dafür. Allerdings sehe ich da das Problem, dass viele nicht technik-affine Nutzer diese Funktion kaum nutzen werden. In meinem Stream (gerade bei Facebook) sind 90% der Leute schon überfordert mit Listen zu arbeiten.

    Beste Grüße

    Antworten Teilen
  2. von Nauglamir am 04.07.2013 (10:25 Uhr)

    Würde ein "DailyWeb" mehr Sinn machen? Ich denke nicht. Erst vor kurzem war ich dankbar für einen Blogpost der vor einem halben Jahr die direkten Links zu den MS Office - ISO files anbot.

    Keine Frage - digitale Müllberge werden immer größer und größer und eigentlich wichtiger und interessanter Content wird gemeinsam mit sinnfreien Dingen wie Essensfotografien in einen Topf geworfen.

    Aber das Thema privacy ist nicht Publikumsfähig. Die Anwender wollen doch während des Surfens oder Videoschauen nicht darüber nachdenken wie Sie Ihre Daten schützen müssen - das muss einfach standardmäßig geschehen! Das Web wie es aktuell ist hat sich zu einem Sammel- und Kontrollmedium entwickelt und das lustigerweise ohne oder gerade mit Wissen der Beteiligten.

    Fakt ist das politische und wirtschaftliche Interessen das Web zu dem gemacht hat was es jetzt ist. Aber das ist ein Entwicklungsprozess in dem wir uns gerade befinden und gerade die PRISM zeigt auf welche unterschiedliche Wege dieser haben kann. Wer sagt denn das wir in 10 Jahren nicht eine globale Behörde haben die jeglichen Onlinekonsum überwacht?

    Was immer kommt, es kommt auf die Anwender an und auch wir User müssen uns in dieser Hinsicht weiterentwickeln.

    Antworten Teilen
  3. von siddhadev am 04.07.2013 (11:40 Uhr)

    Ja, die Interesse an Privacy steigt, weil das Thema zu lange von vielen ignoriert wurde. Einen ganz neuen Ansatz bietet PeerMet (http://blog.peermet.com/about/) - im Prinzip eine Art P2p CloudStorage mit Onion Routing ala Tor, für die man aber keinen extra client braucht - alles läuft ausschließlich im Browser. Sprich man könnte auf FileSharing oder CloudStorage Dienste direkt aus dem Browser heraus zugreifen, und dennoch anonym bleiben.

    Antworten Teilen
  4. von Frauke am 04.07.2013 (11:48 Uhr)

    ist doch klar, dass es seit der enthüllung mehr user auf seine daten achten

    Antworten Teilen
  5. von Nauglamir am 04.07.2013 (12:57 Uhr)

    Man vergisst immer wieder das das Internet kein "privater" Raum ist. Wie kann man bei der Nutzung eines öffentlichen und frei zugänglichen Netzes auch nur im geringsten daran denken das die Informationen die man dort nutzt oder verteilt "privat" bleiben?

    Antworten Teilen
  6. von Risiken sind mir zu groß am 04.07.2013 (12:58 Uhr)

    Ich würde gerne viel erfinden. Von den werbeeinnahmen könnte ich locker leben. Dummerweise lauern Abmahnungen, Trivialpatente, Gewerbliche Schutzrechte (für z.B. Farben wie Magenta oder abgerundete Unlock-Slider-Buttons,...) und natürlich Regularien.

    Und leider kann man die Ideen nicht einmal kostenlos bei Kickstarter verschenken weil niemand Ideen haben will.
    Atizo und brainfloor und andere sind zwar ok, aber die Ergebnisse werden nur Firmen-Intern verwendet und viele Vorschläge gehen unter.

    Sobald man z.B. mit Umsätzen zu tun hat, muss man diverse Regularien und Verordnungen erfüllen. Ohne zusätzliche Mitarbeiter und/oder Gebühren an Juristen kann man sowas vergessen. Damit sind günstige Preise eher schlecht realisierbar und man muss Provisionsmodelle, Abo-Modelle usw. einführen welche bei vielen anderen Startups ja auch schon scheitern. In den USA scheinen die Leute leider diese Ideen nicht zu haben :-( Dort darf man das vielleicht noch an z.B. .

    In manchen Regionen fordern (ich glaube Gewerkschaften) sogar das Gastwirte oder Firmengründer Kenntnisse erwerben müssen weil zu viele Betriebe schliessen mussten.
    Das die Hausbanken KfW-Kredite verzögern, haben mir Bekannte schon mal erzählt. Das ist also nicht nur eine Zeitungs-Aussage wie "Schokolade macht glücklich" o.ä.
    Die Gründer-Beratungen sind teilweise BWL-Absolventen(Studenten?) wo man mit (BWL/Wirtschaft-Informatik)Studium möglicherweise falsch aufgehoben ist und sich wie ein Formel-1-Fahrer in der Mofa-Schule vorkommt. Eine Map für Kostenkalkulation gibts natürlich nicht . Sowas würde ich gern programmieren. Die Trivialpatente und Abmahnungen wegen Scrollens oder Kommafehlern im Impressum wären mir aber zu teuer. Ja. Für Scrollen zum Impressum musste man vor Gericht . Kann man sich das ohne Groß-Investor leisten ?
    Wer die Reality-Dokus schaut sieht auch wie die Realität bei vielen Gründern aussieht. Leider ist es im Ausland nicht besser.
    Siehe auch Veoh. Dann überlegt man sich das noch mal und lernt BWL oder Jura oder Handwerker.
    Wer darf mehr behalten ? Die Pizzeria in Sizilien (Steuenr, Staats-Schulden evtl. Mafia) oder das deutsche Startup (Abmahnungen, Juristen, Gebühren, Regularien, ich glaube persönlich haftende Zoll-Beauftragte (für Hardware-Importe relevant), persönlich haftende ... für was auch immer, ...) ?

    Bevor man also Gründung empfiehlt, sollte man vielleicht mal Lanu/dotcomtod lesen oder hinter den Schein schauen. Wo sind denn die Startups geblieben ? Wo sind die Leute (Xing-Profile) abgeblieben ? Macht doch mal exemplarische Tests.
    Manche Gründer-Zentren sind evtl nur ausgelagerte Assessment-Center und die interessantesten Mitarbeiter kriegen dann Angebote für Festanstellung mit Haustarif im ("langweiligen" aber wohl rentableren) beim DAX-Konzern dem das Gebäude gehört. Andere Firmen sind nur Steuer-Spar-Projekte. Andere Gründer-Zentren versuchen mit günstigen Startups die Auslastung in der Büro-Immobilie zu erhöhen. Wenn einem dann noch weitere Immobilien gehören verdient man in Hoch-Mietpreis-Gebieten ganz gut.
    Die Frage ist also, ob die guten Startups dort sind wo es billig ist.
    GmbHs schützen übrigens eher die Investoren. Geschäftsführer-Durchgriffs-Haftung macht ambitionierte Projekte uninteressant.

    Crypto-Algorithmen unterliegen Export-Kontrollen und natürlich US-Patenten für Algorithmen, Geschäfts-Modelle usw.. Da muss man ständig die Listen der Schurkenstaaten überwachen weil man sonst evtl. gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz verstößt nur weil man eine Crypto-App oder Crypto-Chat-App programmiert hat, die von Fußball-Hooligans, Ägypten-Demonstranten, Schwulen-Demos in Osteuropa, Attac, Grünen, Linken, Rechten, Atommüll-Gegnern usw. genutzt wird.

    Wohnzimmer-Projekte ohne große Mitarbeiter-Mengen sind dank Clouds immer machbarer. Galaxy-Wars war möglicherweise so etwas. Praktisch jeder deutsche Internet-User kannte es und es hatte evtl einen prozentualen Bekanntheitsgrad/Verbreitungsgrad wie später World of Warcraft.
    Auch Bitcoin ist doch nur ein Programmierer laut t3n-bericht von (vor)gestern. War Wikileaks nicht nur ein paar Leute ?

    Der gute Programmierer spart sich vermeidbares Personal. Da die meisten leider zu wenig BWL-Kenntnisse haben, landen sie bei den Finanziers.
    Schaut mal was aus Dodgeball oder vielen anderen Ideen geworden ist.
    Viele Disruptoren werden gekauft und stagnieren dann.
    Das ist zwar keine "Startup-Lüge"(der Buchtitel würde sich gut verkaufen aber den Ärger spart man sich vielleicht wenn man keinen mächtigen Co-Autor hat, vielleicht sollte ich das Thema Wallraff vorschlagen), aber viele Informationen die nur auf wenig Beispielen basieren und die Realität der Mehrheit falsch wiederspiegeln. So wie zero-Size-Magermodels in TV und Laufstegen vs. die wohl der Bevölkerungs-Körpermaß passender entsprechenderen Sendungen bei den Home-Shopping-Sendern.

    Bei Quora berichten wohl viele aus der Geschichte der ersten Internet-Blase. Sowas darf man hier oft ja vielleicht gar nicht. Lanu bzw. Dotcomtod sind nicht immer überprüfbar aber sprachen damals durchaus relevante Aspekte an. Was aus den Sites geworden ist, weiss ich allerdings nicht.
    Manchmal hilft Archive.org aber leider findet man vieles dort nicht :-( Der arglose Student der von Dauerpraktikantentum und Alters-Diskriminierung in der IT-Branche ( google: norman matloff green card ) noch nichts mitbekommen hat, sollte mal realistischer informiert werden.

    Wie die Realität aussieht sieht man in den Kommentaren zu den jährlichen Gehalts-Statistiken der Gewerkschaften (nur Tarif-Firmen! Also eher wohl selten "kleine Klitschen" oder ambitionierte Startups.) oder heise/ct-Gehalts-Monitor oder Freiberufler-Statistiken von Gulp oder ich glaube Heise/ct. Oder den vielen "Praktikant gesucht"-Stellenausschreibungen.
    Entlässt HP nicht gerade Leute ? Ich glaube Siemens entlässt Ingenieure.

    Gescheiterte Gründungen oder Lebens-Jahre ohne Sozialbeiträge zahlen Freiberufler und Steuerzahler wohl mit am meisten. Und die guten Mitarbeiter fehlen für echte Projekte. Dumm nur das Management sich nicht weg-optimieren will. Kostenlose Bildung könnte es schon lange geben und keine neuen Lehrer und bessere Kenntnisse für alle (speziell die Handwerker Bau-Ruinen-Dokus sind gemeint). Wikipedia beweist es ja.
    In Deutschland sind mir die Regularien zu mühselig. In USA muss ich Patente auch z.B. auf Geschäfts-Ideen beachten. Also wo kann man sowas gründen ? Welches Land will keine neuen Lehrer-Pensionen aufbauen und am Kühlschrank sehen wo prozentual leistungs-mäßig der Ferrari bei F1 und das Lieblings-Fußball-Team in der Liga und die Kinder im Wettbewerb stehen ? Diese kleinen Länder sind oft Königreiche und da werden kritische Blogger abgeholt. Ich kenne also kein Land, das virtuelle Zentral-Universität, systematische Handwerker- und Volks-Bildung und natürlich geringere Lehrer haben will. Die dann überflüssigen Lehrer können dann die Landessprache beibringen und in die Arbeitsgemeinschaft eingliedern. Alles würde besser werden. Tja. Bloß wo ? Viele US-Universitäten sind schon digital absolvierbar. Aber leider zu gleichen Preisen. Das man sowas billiger bekäme, sollte klar sein. Man bezahlt nicht mehr fürs Lernen sondern für die Zertifikate (also die Prüfung) oder Experimente oder Leistungs-Tests. Aber manche Länder steigern lieber die Lehrer-Pensionen... oder kaufen zillionen Elektro-Tafeln und 800-Euro-Tabletts bei Marktführern... statt Creative-Commons-Open-Source-Learning zu etablieren.
    Wenn Nobelpreisträger ihren Kindern oder Enkeln Grundrechenarten oder Neuro-Transmitter oder Quasare oder den Barwert oder Schlupflöcher der HGB/US-GAAP(?)-Bilanzierung oder volkswirtschaftliche Rettungskünste der Notenbank-Politik erklären, kann man das dank Semantic-Programming problemlos weltweit in allen Sprachen verbreiten.
    Bloss wo ? Wikipedia, Heise, Mein-Bus,... wurden in Deutschland verklagt. Und ich spare mir, mit gebührenpflichtigen Diensten zu konkurrieren.
    Wenn Ihr unzufrieden mit Bewerbern oder Handwerkern seid, überlegt Euch mal, ob digitale Bildung und natürlich fake-freie ehrliche Bewertungs-Systeme das nicht verhindert hätte. Ein Bewerber kriegt dann vielleicht mal mit das er nuschelt oder einen überheblichen Eindruck mache oder seine Lohnforderungen überarbeiten oder weniger nach Zigarettenrauch riechen soll. Wenn eine Firma sieht das sie in den Arbeitgeber-Bewertungen die einzige ist, wo die Bewerber sich (nicht identifizierbar!) über das niedrige Lohnangebot beklagen, überlegt man sich vielleicht billigere Bewerber anzulocken indem man die Anforderungen senkt oder die Löhne zu erhöhen.
    Durch gute simple Software könnte vieles besser werden. Dumm nur das manche Leute oder überflüssige Firmen oder Systeme nicht wegoptimiert oder besser kontrolliert werden wollen... . Leider wird einem die Realität des Arbeitsmarktes und der Geschäftswelt/Geschäftspraktiken nur im TV klargemacht und die Naivität ist oft erschreckend.
    Der Spiegel-Bericht über die NSA ist von ich glaube 1998 und kostenfrei verfügbar und Prism macht wohl im Prinzip nichts anderes. Damals gabs die DDR doch noch glaube ich. Die Leute vergessen wohl zu schnell. Guter Journalismus macht das Land täglich besser und schuldenfreier.
    Also was ist besser ? Pizzabäcker in Sizilien oder IT-Gründer in Deutschland ? Als Handwerker mit Gesellenbrief ist man im Ausland oft der King weil man es richtig gelernt hat und nicht nur herumfrickelt. Schaut doch die Auswanderer-Dokus welche Jobs und Länder rentieren. Besucht doch Startups und schaut auf dem Parkplatz die Autos. Daran erkennt man möglicherweise die Löhne und Lohnverteilung der Mitarbeiter.

    "Was ist aus... geworden" ist doch im Spiegel oder Stern hinten drin. Macht das mal für Startups von letztem Jahr, vorletzten Jahr usw. ... Bei Xing oder Facebook seht ihr ja wo die Leute abgeblieben sind.

    Antworten Teilen
  7. von antwort42 am 08.07.2013 (13:28 Uhr)

    Danke Sebastian für den Link. Genau solche Anleitungen brauchen wir jetzt!

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Startups
Wir können alles außer Startups? Der digitale Masterplan für Baden-Württemberg [Kolumne]
Wir können alles außer Startups? Der digitale Masterplan für Baden-Württemberg [Kolumne]

Die neue Startup-Politik in Baden-Württemberg sei ein „dramatischer strategischer Fehler“, kritisierte Florian Nöll kürzlich. In seiner t3n-Kolumne „Undiplomatisch“ legt der Vorsitzende … » weiterlesen

Gboard und Spaces: Google trägt Nutzern das Web hinterher [Kolumne]
Gboard und Spaces: Google trägt Nutzern das Web hinterher [Kolumne]

Die Verlagerung von Desktop zu Mobile bereitet Google Kopfzerbrechen. Der Konzern sorgt sich darum, dass die Google-Suche ihren bisherigen Status als unersetzlicher Wegweiser durchs digitale … » weiterlesen

Erst Snapchat, dann Virtual Reality: Was uns der soziale Messenger über die Zukunft von Social VR verrät [Kolumne]
Erst Snapchat, dann Virtual Reality: Was uns der soziale Messenger über die Zukunft von Social VR verrät [Kolumne]

Snapchat ist aktuell der Überflieger im Social Web. Der soziale Messenger ist aber nicht nur erfolgreich, seine Funktionsweise verrät uns auch einiges über die Zukunft der sozialen Medien – und … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?