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Das Ende der Banken-Fintech-Lovestory? solarisBank startet PaaS-Dienst mit Vollbank-Lizenz

Das Ende der Banken-Fintech-Lovestory? solarisBank startet PaaS-Dienst mit Vollbank-Lizenz

Mit der solarisBank startet der Company Builder FinLeap jetzt die erste „echte“ Bank, die als Banking-Platform-as-a-Service für die Fintech-Branche dienen soll und so die digitale Wirtschaft unabhängig von der traditionellen Bankenlandschaft macht.

Das Ende der Banken-Fintech-Lovestory? solarisBank startet PaaS-Dienst mit Vollbank-Lizenz

(Foto: solarisBank)

Die Fintech-Branche bekommt ihre eigene Bank: Mit der solarisBank ist jetzt eine Bank nur für die Fintech-Branche an den Start gegangen. Mit an Bord der neuen Fintech-Bank sind im Aufsichtsrat Banker wie Dr. Gerrit Seidel, vormals CEO der SOFORT AG, im Vorstand als CTO der vorher beim Inkubator Hitfox tätige Peter Grosskopf und mit Marko Wenthin und Andreas Bittner bankerfahrene Manager. Hinter der solarisBank steht der Company-Builder FinLeap als Partner. Die solarisBank bietet Startups aus der Digitalwirtschaft mit einem Platform-as-a-Service-Ansatz genau die Infrastruktur, zu denen Fintechs bisher nicht ohne einen traditionellen Banken-Parter Zugang bekommen haben.

(Screenshot: solarisBank)
DIe solarisBank ist das erste Fintech-Startup mit Vollbanklizenz. (Screenshot: solarisBank)

Das Ende der Banken-Fintech-Lovestory?

Bisher waren aus der Fintech-Branche zu letzt eher leise Töne zu hören: Vielfach wurde auf Kooperation mit den traditionellen Banken gesetzt, unter anderem auch, um mit den großen Regulationshürden umzugehen. Die solarisBank ist jetzt eine echte Kampfansage, denn mit der neuen PaaS-Bank – oder dem neuen „Banking-as-a-Platform“, wie die solarisBank den eigenen Dienst bezeichnet, ist das Disruptionspotenzial im Bankensektor extrem gestiegen.

„Die freundliche Zweckehe zwischen Banken und Tech-Nerds ist vorbei.“

Die Banken-Fintech-Lovestory ist schnell erzählt: Bisher haben traditionelle Banken oft von Fintechs profitiert, der Endkunden-Bereich ist noch nicht in Masse erschlossen – Fintech-Startups wie Gini oder Figo liefern intelligente, neue Technologien, die veralteten Banken-Frontends Beine machen. Startups wie Cringle, die auf die DKB zurückgriffen, oder der neue Banking-Anbieter , der auf die Wirecard-Bank zurückgreift, arbeiten partnerschaftlich mit Banken zusammen, um nicht selbst eine Bankenlizenz beantragen zu müssen.

Glaubt man den leisen Tönen in der Fintech-Branche, dann klappt dieses freundliche Miteinander vor allem deshalb, weil beide Seiten voneinander profitieren. Nicht falsch, aber bisher fehlte den Fintechs schlicht eine Vollbank-Lizenz, um eigene Bankendienstleistungen anzubieten. Diese Lizenz zu bekommen ist sowohl vom Aufwand als auch aus wirtschaftlichen Gründen für Fintech-Startups entweder nicht möglich, nicht schnell genug möglich – oder schlicht unattraktiv. Es hat sich bisher also eher um eine freundliche Zweckehe zwischen Banken und Tech-Nerds gehandelt.

Zwar gibt es innovative Unternehmen wie die Sutor-Bank, die eine technische Plattform speziell zur Lieferung von Bankdienstleistungen für Fintechs aufgebaut hat, aber eine Bank, die keinerlei eigenes Geschäfts betreibt – sondern einzig und allein als technischer Dienstleister fungiert – das ist neu für die deutsche Banken- und Fintechwelt.

SolarisBank: Banking-Platform-As-a-Service für die digitale Wirtschaft

„Mit einer Bank zu kooperieren heißt, die Geschwindigkeit des Startups auf die Geschwindigkeit der Bank hinunterzuziehen.“

Die technischen Grundlagen der traditionellen Banken basieren meistens auf extrem alten „Betriebssystemen“, den Core-Bankingsystemen. Diese sorgen vereinfacht ausgedrückt für eine gewisse Unbeweglichkeit der Banken auf dem IT-Sektor. Marco Wenthin von der solarisBank beschreibt das Problem der Fintechs mit den traditionellen Banken so: „Mit einer Bank zusammenzuarbeiten heißt, die Geschwindigkeit des Startups auf die Geschwindigkeit der Bank hinunterzuziehen“.

Die solarisBank bietet der digitalen Wirtschaft über eine API Zugang zu einer Banking-Plattform und damit verbundenden Dienstleistungen für Konten- und Zahlungsverkehrslösungen, Compliance- und Treuhand-Lösungen, Working-Capital-Finanzierungen sowie Online-Kredite. Erweitert wird das Portfolio um Addons wie beispielsweise die Identitätsprüfungen, den sogenannten Know-Your-Customer-Verfahren (KYC).

„Die Solaris-Plattform ermöglicht Lösungen, deren Implementierung in IT-Systeme des Partners schnell und unkompliziert über Schnittstellen (APIs) erfolgt. Unsere Schnittstellen sind wie Legosteine, aus denen sich unsere Partner ihre Lösungen passgenau entwickeln können. Dank der reibungslosen Integration können sich unsere Partner mit der solarisBank an ihrer Seite voll und ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Keine Kompromisse gehen wir bei Datenschutz und Regulatorik ein. Wir verstehen Regulatorik als ein Privileg, das es gilt den Geschäftskunden als Technologieplattform an die Hand zu geben.“

– Andreas Bittner (Vorstand solarisBank), Pressemitteilung 14.03.2016

Damit will die solarisBank nicht nur Fintechs, sondern auch jedem Startup, das Verwendung für eigene Zahlungsverkehrslösungen oder sonstige Banken-nahen Dienstleistungen hat, eine technische Plattform für eine sichere, regulatorisch einwandfreie und schnelle Umsetzung bieten. Beispielsweise Onlinehändler mit Marktplatzmodellen, die eigene Zahlungsdienste im eigenen Marktplatz etablieren wollen.

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3 Antworten
  1. von David am 15.03.2016 (12:37 Uhr)

    Ich bin gespannt wie lange sich das die Großbanken noch anschauen bevor Sie die Rechtsabteilung von der Leine lassen. Die Hochfinanz wird sich die Wurst sicher nicht vom Teller nehmen lassen, das haben schon ganz andere Kaliber zu spüren bekommen. Da könnte man genauso gut versuchen ein Drogenimperium legal zu digitalisieren, das bringt auch ganz schnell neue Freunde inkl. Hausbesuch aus Kolumbien. FinTech ist eine gute Idee, aber das Risiko der Mitspieler wird gänzlich ausser Acht gelassen.

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  2. von Jochen G. Fuchs am 15.03.2016 (12:39 Uhr)

    Wir werden natürlich live über das erste Killer-Kommando berichten ...
    Irritierte Grüße aus dem t3n-HQ,
    Jochen

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    • von David am 16.03.2016 (06:53 Uhr)

      Das "Killer-Kommando" trägt normalerweise Anzug, schreibt dicke und teure Briefe und kostet sehr viel Zeit und Nerven ;-) Vielleicht seh ich dazu auch zu schwarz...

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