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Sonny Dickson: Ein junger Australier verrät Apples intimste Geheimnisse

Sonny Dickson: Ein junger Australier verrät Apples intimste Geheimnisse

Die Zeiten, in denen noch überraschen konnte, scheinen endgültig vorbei zu sein. Neue iPhones, neue iPads, neue iPods: Bevor der US-Konzern seine Produkte offiziell vorstellt, machen Bilder davon im Netz die Runde. Manchmal Tage vor einer Präsentation, manchmal Wochen.

Sonny Dickson: Ein junger Australier verrät Apples intimste Geheimnisse
Sonny Dickson enthüllt Apple-Neuheiten. (Foto: Sonny Dickson)

Wer ist dieser Sonny Dickson?

Neu ist das nicht. Doch so gehäuft wie vor dem Apple-Event am Dienstag traten die sogenannten Leaks noch nie auf. Ein Grund dafür ist der australische Blogger Sonny Dickson. Der junge Mann mit dem Faible für Apple-Produkte scheint es sich auf die Fahnen geschrieben zu haben, möglichst jedes Geheimnis des Technologie-Konzerns schon im Vorfeld aufzudecken. Immer wieder hat Dickson, der nach Angaben der Tageszeitung The Age aus dem südlichen Bundesstaat Victoria kommt, Fotos von Produktprototypen auf seiner Seite veröffentlicht. Er stellt Bilder von Komponenten online und präsentiert Informationen zu möglichen Verpackungen und Gerätefarben. Tech-Blogger und Redaktionen rund um den Globus greifen die Schnipsel auf und verbreiten sie weiter.

Aber wer ist dieser Sonny Dickson? Woher bekommt er seine Informationen? Was treibt ihn an?

Sonny Dickson enthüllt Apple-Neuheiten. (Foto: Sonny Dickson)
Sonny Dickson enthüllt Apple-Neuheiten. (Foto: Sonny Dickson)

„Ich interessiere mich einfach für neue Produkte von Apple", erklärt der junge Mann, der sein Alter nicht nennen möchte, in einer E-Mail-Konversation mit dem Wall Street Journal Deutschland. Er habe Freunde in China gefunden, die ihn mit Material ausstatten würden. Zur Schule geht Dickson nach eigenen Angaben nicht mehr. Wie er sein Geld verdient, darüber schweigt er sich aus. Die Zeitung The Age schreibt, dass er einige der Prototypen und Komponenten, die er von seinen Freunden aus China erhält, weiterverkauft. Von dem Geld scheint er sich unter anderem teure Mode-Accessoires zu leisten. Darauf deutet zumindest sein Instagram-Profil hin. Dort präsentiert Dickson Fotos seiner Anschaffungen, darunter eine goldene Tissot-Armbanduhr, eine Sonnenbrille von Louis Vuitton und Parfüm von Calvin Klein.

Im Interview mit Fortune erklärte Dickson vergangene Woche, er spreche nicht gerne über Geld, fügte dann aber hinzu: „Ich könnte noch heute zu Louis Vuitton gehen und mir eine der Taschen dort kaufen von dem Geld, das ich in diesem Monat gemacht habe.“ Laut Fortune erzielt der Tech-Blogger, wenn man ihn denn so bezeichnen möchte, Einnahmen über verschiedene Kanäle. Dickson verfügt über einen eigenen YouTube-Kanal mit Videos, die zum Teil über eine halbe Million Mal abgerufen wurden. Auf seiner Seite www.sonnydickson.com wird Werbung gezeigt, die ihm bei 1,5 Millionen Seitenaufrufen im vergangenen Monat auch ein paar australische Dollar einbringen dürfte. Und er repariert Apple-Produkte, was laut Fortune etwa die Hälfte seines Einkommens ausmacht.

„Sie erzählen mir Dinge, die sie mir nicht erzählen sollten“

Die Komponenten und Prototypen, die Dickson auf seiner Seite präsentiert, besorgt sich der Australier laut The Age von Freunden und Quellen in China, die er in Online-Foren und in Sozialen Netzwerken wie Weibo.com kennengelernt hat. „Ich verstehe mich gut mit ihnen, sie erzählen mir Dinge, die sie mir nicht erzählen sollten, und ich poste es dann online“, sagte er der Zeitung. Dickson selbst spricht kein Chinesisch, er war auch noch nie in dem Land. Allerdings hat er Freunde, die mit der Sprache vertraut sind. Und schließlich gebe es auch den Online-Übersetzungsdienst Google Translate.

Wenn Dickson Bilder der Rückseite des neuen iPads online stellt, dann hat er die präsentierten Gegenstände in der Regel direkt aus den Fabriken bekommen – allerdings nicht kostenlos. Gegenüber Fortune erklärte der Australier, dass er zum Beispiel für die farbige Rückseite der möglichen Billigvariante des iPhones 250 US-Dollar bezahlt habe.

Das kauft sich Dickson von seinem Geld. (Foto: Sonny Dickson/Instagram)
Das kauft sich Dickson von seinem Geld. (Foto: Sonny Dickson/Instagram)

Es ist davon auszugehen, dass Apple von seinem Vorgehen alles andere als begeistert sein dürfte. Der US-Konzern antwortete kurzfristig nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Dickson sagt, dass er mittlerweile täglich digitalen Besuch aus Cupertino auf seiner Seite habe. „Sie wollen immer wissen, was ich weiß", erklärte er gegenüber The Age.

Dass vor Produktpräsentationen Bilder von möglichen neuen Apple-Geräten auftauchen, ist nicht wirklich neu. Die Vertriebsketten sind mittlerweile so umfangreich, dass es für Firmen wie Apple kaum noch möglich ist, die Augen überall zu haben. Hinzu kommt, dass das Unternehmen des mittlerweile verstorbenen Mitgründers Steve Jobs einen Großteil seiner Produkte in Asien produzieren lässt. Was dort vorgeht, entzieht sich häufig der Kontrolle der Amerikaner.

Die Menge an Fotos und Informationen ist neu

Dickson zeigt unveröffentlichte Apple-Neuheiten. (Foto: sonnydickson.com)
Dickson zeigt unveröffentlichte Apple-Neuheiten. (Foto: sonnydickson.com)

Sonny Dickson ist nicht neu in der Szene. Bereits in der Vergangenheit war er häufiger mit Bildern von noch nicht vorgestellten Apple-Produkten aufgefallen. Doch die Menge an Fotos und Informationen, die in den vergangenen Wochen und Tagen ihren Weg auf seine Seite gefunden haben, ist neu. Dickson war der erste, der Teile von vier bisher unangekündigten Apple-Produkten der Netzgemeinde präsentierte: vom 5c, vom iPhone 5s, vom mini 2 und vom iPad 5.

Auf die neuen iPhones angesprochen, die Apple am Dienstag vorgestellt hat, zeigte sich der junge Australier zufrieden. Was er bisher gesehen hat, gefalle ihm, erklärte er gegenüber dem Wall Street Journal Deutschland. Obwohl er glaubt, dass auch dank ihm alles bekannt war, was am Dienstag von Apple präsentiert wurde, wollte er sich das Event trotzdem ansehen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, irgendwann einmal für den US-Konzern zu arbeiten, antwortete er aber ausweichend: „Ich weiß nicht."

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Von Jörgen Camrath, Mitarbeit: Vera Sprothen

Ursprünglich publiziert bei wsj.de.

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3 Antworten
  1. von Thiemo am 11.09.2013 (11:57 Uhr)

    Naja, der Artikel ist zwar schön abgeschrieben, erzählt aber nicht die ganze Wahrheit.
    http://www.macgasm.net/2013/09/09/alibaba-iphone-leaks-and-journalism/

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  2. von tecorner am 11.09.2013 (13:33 Uhr)

    Wieso veröffentlicht ihr hier noch einmal die WSJ Artikel?

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  3. von Jan-Hendrik Heinemann am 12.09.2013 (13:32 Uhr)

    Hallo Tecorner,
    wir veröffentlichen einige Artikel, da wir eine Kooperation mit dem WSJ haben.

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