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Kolumne

Sony verkauft 1 Million Virtual-Reality-Brillen: Was das für die Branche bedeutet

    Sony verkauft 1 Million Virtual-Reality-Brillen: Was das für die Branche bedeutet

Eine Million Virtual-Reality-Brillen hat Sony verkauft (Foto: ShutterstockChristian Bertrand)

Mit einer Million verkauften Playstation-VR-Headsets gelingt Sony ein Achtungserfolg. Aber reicht das, um Virtual Reality zum Durchbruch zu verhelfen? Die Virtual-Reality-Kolumne „Views on VR“ von Luca Caracciolo.

Es ist der erste Hoffnungsschimmer des Jahres: Nachdem die letzten Wochen in der Virtual-Reality-Branche eher von Ernüchterung geprägt waren, hat Sony jetzt als erster der drei großen Anbieter von VR-Highend-Headsets offizielle Verkaufszahlen verkündet: Bis zum 19. Februar hat der japanische Konzern weltweit 915.000 Exemplare des Playstation-VR-Headsets verkauft. Laut eines Berichts der New York Times war es das interne Unternehmensziel, innerhalb der ersten sechs Monate nach Launch am 13. Oktober 2016 rund eine Million Geräte zu verkaufen. Das wird Sony mit großer Wahrscheinlichkeit schaffen.

Knapp eine Million Headsets in vier Monaten ist ein beachtlicher Erfolg – vor allem vor dem Hintergrund, dass Sony bisher kaum Marketing für das Playstation-VR-Headset gemacht hat. Das Launch-Lineup war sehr gut, aber in den Monaten danach war es recht ruhig geworden um die Virtual-Reality-Brille der Japaner. Selbst auf dem Hausevent Playstation Experience im Dezember, auf dem der Konzern neue Titel ankündigte, war Playstation VR kaum Thema. Erste Stimmen wurden laut, ob Sony sich mit Peripherie-Hardware – wie schon zuvor – mal wieder verrannt hat.

Erst die Veröffentlichung von Resident Evil 7, das erste große Spiel eines großen Videospiel-Franchises, das sich komplett in VR spielen lässt, hat Fans und Käufer aus dem Dornröschenschlaf geweckt: Laut weltweiten Spielstatistiken haben rund zehn Prozent der Spieler den Titel in VR gespielt. Und eine weitere interessante Zahl in diesem Zusammenhang: Andrew House, Chef von Sony Interactive Entertainment, gibt in dem New-York-Times-Bericht an, dass sich die generelle VR-Spielzeit seit Resident Evil 7 nahezu verdoppelt hat.

Virtual Reality: ein erster Achtungserfolg

Mit einer Million verkaufter Headsets ist der Markt im Konsolen-Bereich noch klein – von den Playstation-4-Konsolen hat der Konzern bisher rund 53 Millionen Stück verkauft. Also haben sich knapp zwei Prozent der PS4-Besitzer eine PSVR-Brille zugelegt. Das ist ein geringer Wert und der Markt bleibt damit überschaubar. Es wird noch immer ordentlich Anschubfinanzierung von Sony sowie der anderen Plattformen wie Facebook, HTC und Valve brauchen, um größere Titel wie Resident Evil 7 auf die VR-Headsets zu bringen. Und genau diese Titel braucht es – auch wenn sie vielleicht keine dedizierten VR-Titel sind. Im Moment zählen die großen Namen mehr als das zu 100 Prozent auf VR ausgelegte Spielkonzept.

Dirt Rally ist kürzlich für Playstation VR erschienen: Auch wenn es eine Herausforderung für den Magen ist und mit grafischen Abstrichen gelebt werden muss, ist das Rallye-Gefühl deutlich intensiver als auf einem 2D-Screen. Profis greifen für die nahezu perfekte Immersion zum Lenkrad. (Screenshot: Codemasters)

Mit knapp einer Million verkaufter PSVR-Headsets ist Sony trotzdem Marktführer bei den Highend-Headsets. Sowohl HTC als auch Oculus haben bisher noch keine offiziellen Verkaufszahlen bekannt gegeben. Der Analyse-Dienst Superdata schätzt die Verkäufe der HTC Vive auf 420.000, bei der Oculus Rift ist von 240.000 weltweit verkauften Exemplaren die Rede. Das ist alles noch weit weg von einer Massenadaption. Trotzdem: Die psychologisch wichtige Millionenhürde hat Sony jetzt geknackt – und vermutlich hätten die Verkäufe sogar noch höher ausfallen können, wäre Sony mehr in Vorleistung gegangen und hätte mehr Einheiten produziert. Denn vor allem in Japan sind PSVR-Headsets häufig ausverkauft.

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Playstation VR: Mehr Marketing nötig

Unterm Strich heißt der Achtungserfolg für Sony aber vor allem eines: Wenn die Japaner es mit Virtual Reality ernst meinen, müssen sie das Ökosystem kontinuierlich ausbauen. Zwei Dinge wären jetzt wichtig:

Erstens: Endlich mehr Marketing-Budget in den Topf schmeißen und Playstation VR deutlich mehr bewerben als bisher. Und es gibt sie ja, die Vorzüge, die Gamern wichtig sind: Mehr Immersion, um etwa den Horror hautnah zu erleben wie in Residient Evil 7 oder die Piste zu spüren wie in Dirt Rally; einmal Batman wirklich sein oder in die abstrakten Welten eines Rez Infinite eintauchen.

Zweitens: Sony muss den Nachschub von hochwertigen Titeln hochfahren. Leider ist momentan der einzige Lichtblick Farpoint, das im Mai erscheinen soll und mit einem speziellen Waffen-Controller ausgeliefert wird. Und dann wird es dünn. Wie wäre es mit einem vollwertigen Batman oder Star-Wars-Spiel zum Weihnachtsgeschäft? Zudem sind zwar noch einige Titel in Entwicklung, etwa das vielversprechende Golem, aber Sony ist erstaunlich zurückhaltend, was die entsprechende Kommunikation angeht.

Gaming wird mittelfristig das wichtigste VR-Zugpferd sein. Und Sonys Vorteile sind in dieser Hinsicht ja offensichtlich: Wer wäre für die Pionierarbeit nicht besser geeignet als eine Gaming-Company?

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