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Sony Xperia S im Test – schickes Smartphone, ideal für Android 4.0

Wir haben mit dem S das erste Sonys nach der Trennung von Ericsson für eine Weile zum Testen in der Redaktion gehabt. Was wir von Sonys Neuanfang halten, wo das Xperia S überzeugt und wo Nachholfbedarf besteht, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Sony Xperia S im Test – schickes Smartphone, ideal für Android 4.0

Sony Xperia S – Hardware, Design und Verarbeitung

Das Sony Xperia S fällt durch sein exzentrisches Design auf

Sonys Xperia S wirkt im Unterschied zum Flaggschiff-Vorgänger, dem Xperia arc S, ein wenig voluminöser und kantiger, aber auch wertiger verarbeitet. Sein Gewicht von 144 Gramm sowie die Dicke von 10,6 mm liegen höher als die von aktuellen Konkurrenzmodellen. Das zum Einsatz kommende Gehäusematerial wirkt recht robust – man kann es beinahe mit dem Lumia 800 vergleichen (wobei das Windows Phone ein noch größerer Handschmeichler ist). Das neue Flaggschiff ist vollständig einfarbig gehalten und kommt entweder in schwarzem oder weißem Kunststoff daher. Trotz des Gehäusematerials mutet es weder billig noch wackelig an. Zudem hat dem Xperia S eine neuartige Nanobeschichtung verpasst, durch welche das Gehäuse vor Verschmutzungen geschützt ist – Schokoladenfinger, Lippenstift oder andere „Bedrohungen“ können einfach von der Gehäuseoberfläche rückstandsfrei abgewischt werden, was auch tatsächlich gut funktioniert.

Eine weitere Besonderheit am Xperia S ist das transparente Element unterhalb des Displays, mit dem das Sony-Smartphone ganz sicher den ein oder anderen neugierigen Blick auf sich ziehen wird. Zwischen dem transparenten Balken und dem Display sind die kapazitiven Navigationselemente zu finden. Diese sind lediglich durch einen kleinen, unscheinbaren Punkt markiert, sodass sich unerfahrene Android-Nutzer unter Umständen verloren fühlen, denn die zugehörigen Symbole hat Sony irritierenderweise auf dem durchsichtigen Balken abgelegt.

Sony Xperia S
Sony Xperia S – auf der Oberseite sind Powerbutton und Kopfhörerbuchse zu finden

Der japanische Hersteller hat sein neuestes Flaggschiff mit hochauflösendem 4,3 Zoll-Screen erstmals mit einem Snapdragon S3-Dual-Core-Prozessor ausgerüstet, der mit 1,5GHz getaktet ist und von 1GB RAM unterstützt wird. Speichertechnisch sind 32GB Flash fest verbaut, erweitern lässt er sich nicht. Ein microSD-Karteneinschub ist wie bei vielen aktuellen Smartphone-Modellen (siehe HTC One S und Samsung Galaxy Nexus) nicht mehr vorhanden, sodass sich User mit der vorgegebenen Kapazität zufrieden geben müssen. Auch bei dem 1.750mAh-Akku orientiert sich Sony an Apple und anderen Herstellern, denn dieser ist fest verbaut und kann nur von Fachpersonal ausgewechselt werden. An der Außenseite befinden sich neben dem Ein-/Ausschalter und der Lautsprecherwippe ein USB- sowie ein HDMI-Port, die jeweils durch eine Kunststofflasche vor Staub geschützt sind. Diese scheinen zwar fest am Gehäuse zu sitzen, wirken dennoch etwas „labberig“. Zu guter Letzt befindet sich an der rechten Seite ein dedizierter Kamerabutton, durch den man die rückseitige 12-Megapixel-Hauptkamera selbst aus dem Lockscreen blitzschnell aktivieren kann.

Technische Daten des Sony Xperia S

  • Android 2.3.7 mit Timescape-Oberfläche ( ist zugesichert)
  • Beschichtetes-Kunststoffgehäuse
  • 1,5GHz Qualcomm Snapdragon S3 MSM8660-Prozessor
  • 4,3 Zoll-LCD-Screen (1280 x 720 Pixel)
  • 32GB Speicher
  • 1GB RAM
  • 12 Megapixel-Kamera
  • Bluetooth, WLAN, DLNA, micro-USB, HDMI-Ort, NFC
  • 1.750 mAh Akku
  • 144 Gramm
  • 128,0 x 64,0 x 10,6 mm
  • weitere technische Daten des Sony Xperia S

Sony Xperia S in der Praxis – Display, Performance, Kamera

Wie erwähnt hat Sony sein Flaggschiff mit einem 4,3 Zoll-HD-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 versehen. Dieses verfügt wie sein Vorgänger, das Xperia arc S, über Sonys Bravia Engine, mit der Inhalte wie Fotos und Videos optimiert dargestellt werden sollen. Der Screen löst wie erwartet sehr hoch auf, Farben werden natürlich dargestellt. Die Schwarzwerte als auch die Weißwerte sind top. Blickt man allerdings von der Seite auf das Smartphone, so ist festzustellen, dass der Blickwinkel begrenzt ist und die Farbtreue nachlässt. Sieht man jedoch frontal auf den Screen, ist alles bestens. Wie bei vielen Smartphones gibt es  auch beim Xperia S eine starke Spiegelung. Trotz dieser kleineren Mängel macht das Display einen sehr ordentlichen Eindruck.

Obwohl der Hersteller einen Prozessor verbaut hat, der schon im HTC Sensation zum Einsatz kommt – dem 2011er HTC-Flaggschiff – ist an der Performance des Smartphones wenig auszusetzen. Alles läuft weitestgehend reibungslos, bekannte Android-Kinderkrankheiten in Form von Rucklern auf dem Homescreen kommen nur selten vor. Bei Games kam es höchstens in Spielen mit hohem Detailreichtum zu gelegentlichem Haken, sodass im Großen und Ganzen wenig auszusetzen ist. Sicherlich kann man das Xperia S nicht mit Quad Core-Boliden vergleichen, dennoch läuft es, wie es soll. Mit einem Galaxy Nexus oder Galaxy SII kann es aber locker mithalten.

Zur Kamera lässt sich sagen, dass Sony sich wie bereits beim Vorgänger nicht hat lumpen lassen. Da der Hersteller ohnehin dafür bekannt ist, gute Kameras herzustellen, hätte man sich vermutlich eher gewundert, wenn man dem Xperia S einen qualitativ schlechten Sensor verbaut hätte. Die 12 Megapixel-Kamera ist durchaus gelungen, reagiert schnell nach Drücken auf den dedizierten Button und fabriziert ordentliche Fotos. Sony liefert das Xperia S noch mit Android 2.3.7 aus und läuft damit im Grunde eine Generation hinterher. Die aktuelle Android Version ist seit November 2011 4.0 Ice Cream Sandwich (ICS). ICS bietet einen weit größeren Funktionsumfang bezüglich der Kamera, wie beispielsweise Touch-to-Focus (Nachtrag: Auch Sony bietet beim Xperia S Touch-to-Focus, ist nur ein wenig in den Einstellungen versteckt). Damit ist es möglich, bestimmte Regionen auf dem Sucher zu fokussieren, was dem Nutzer einen breiteren Schaffensspielraum einräumt. Mit der auf dem Xperia S installierten Version ist es nur möglich, das Bild zentriert oder per Gesichtserkennung zu fokussieren. Liefert Sony das zugesicherte ICS-Update nach, wird das Knipsen mit diesem Smartphone mit Sicherheit noch mehr Freude machen.

Sony Xperia S mit offener Gehäuserückseite: man sieht den fest verbauten Akku und Einschub für die microSIM-Karte

Sony Xperia S – Software, Telefonie und Akkuleistung

Kommen wir zu Software. Wie bereits erwähnt liefert Sony sein erstes Smartphone-Flaggschiff mit Android 2.3.7 Gingerbread aus. Schaut man über den Tellerrand, sieht man allerhand Hersteller, die ihre aktuellen Modelle ab Werk mit Android 4.0 ausliefern, was im Grunde Standard sein sollte. Sony hat zwar zugesagt, ein Update auf Android 4.0 für seine neue Smartphone-Serie bereitzustellen, jedoch heißt es, dass es erst im Juni dieses Jahres verteilt werden soll. Sicherlich ist Sonys Nutzeroberfläche recht ansprechend, wer aber jemals mit dem neuen Betriebssystem in Kontakt gekommen ist, möchte zumeist nicht mehr zurück, denn Google hat vieles richtig und noch mehr besser gemacht. Mit dieser langsamen Update-Politik schießt Sony sich selbst ins Knie.

Zwar ist Sony mit Android 2.3.7 nicht auf dem aktuellen Stand was Software angeht, doch im Grunde ist dies Jammern auf hohem Niveau. Denn was die Japaner mit Android angestellt haben, ist schon recht ordentlich. Denn im Vergleich zu Gingerbread-Versionen anderer Hersteller findet man viele praktische Funktionen, die kurioserweise auch bei Android 4.0 zu finden sind. So lassen sich Ordner anlegen, Widgets für Bildergalerien zum Durchscrollen auf den Homescreen legen und vieles mehr. Der installierte Launcher ist auch wunderbar und läuft sehr rund. Dennoch sollte Sony sich beeilen, möglichst schnell das Update auf ICS bereitzustellen.

So sieht  Android 4.0 als Beta-Version von Sony aus:

In Bezug auf die Sprachqualität des Xperia S ist nicht viel auszusetzen. Die Stimmen der Gesprächspartner klingen klar und sauber, ohne zu Rauschen. Die integrierte Freisprecheinrichtung dürfte ruhig etwas lauter sein. Doch dies kann Sony theoretisch per kleinem Update optimieren.

Kommen wir zur Akkulaufzeit des Xperia S. Diese ist neben Android 2.3.7 Gingerbread einer der größten Schwachpunkte. Der fest verbaute Akku misst zwar 1.750mAh, der dem Sony Xperia S genügend Energie bereitstellen sollte, um einen ganzen Tag zu überstehen. Leider reicht die Kapazität selbst bei vielen deaktivierten Funktionen nicht aus, um dies zu bewältigen. Selbst im Standby mit Verbindung zum WLAN macht der Akku bereits nach weniger als 24 Stunden schlapp. Bei normalem Gebrauch mit durchschnittlicher Helligkeit und mobiler Datennutzung ist schon nach einem halben Tag Schluss.

Sony-Xperia-S-Smart-Tags
Dank NFC können beim Sony Xperia S mithilfe von Smart Tags individuell angepasste Geräteprofile aktiviert werden.

Fazit zum Sony Xperia S

Sonys erstes Smartphone-Flaggschiff aus eigenem Hause ist mit Abstrichen ein gutes Gerät, das mit ein paar Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, die sich überwiegend leicht durch das Software-Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich ausbügeln lassen. Sowohl die derzeit magere Akkuleistung als auch der Funktionsumfang der eigentlich sehr guten Kamera können erfahrungsgemäß softwareseitig optimiert werden. Selbst die Performance des Xperia S kann mithilfe der Hardwarebeschleunigung in ICS nochmals verbessert werden.

Wer sich mit einem fest verbauten Akku, microSIM-Karte und einem nicht erweiterbaren, internen Speicher von 32GB arrangieren kann und auch zeitweise noch mit Android 2.3 Gingerbread zurecht kommt, sollte sich das Xperia S näher ansehen. Das Gerät ist seit kurzem verfügbar, der „Straßenpreis" liegt derzeit bei rund 450 Euro.

Wer lieber ein Smartphone Out-of-the-Box mit Android 4.0 haben möchte, sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen. Hier kämen beispielsweise das HTC One S oder Samsung Galaxy Nexus in Betracht. Im Laufe der kommenden Monate werden wir mit weiteren vielversprechenden Modellen rechnen können - darunter auch das Galaxy S3 von Samsung. Bis dahin wird aber auch vermutlich das Update auf ICS bereitstehen.

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4 Antworten
  1. von Ann-Kathrin H. am 20.04.2012 (12:03 Uhr)

    Na na na, da hat aber einer nicht gut aufgepasst. ;)

    Den Akku gebt ihr im Text einmal mit 1650 mAh und bei der Aufzählung der technischen Daten mit 1750 mAh an – letzteres ist richtig.

    Auch Sonys Kamera-App ist wohl nicht genau genug inspiziert worden. Denn auch wenn leider noch 2.3.7 auf dem SXS läuft, hat Sony dort schon Touch-to-Focus eingebaut. Sony nennt dies Sensorfokus und dieser lässt sich im Menu unter dem Punkt Fokusmodus einstellen. Außerdem ist dort neben dem erwähnten zentrierten Einzel-Autofokus und der Gesichtserkennung auch noch ein Multi-Autofokus und ein unendlicher Fokus zu finden.

    Seit Karsamstag nenne ich nun ein weißes SXS mein eigen und bis auf ein paar wenige Kritikpunkte an Sonys Nutzeroberfläche, der Akkulaufzeit (wobei Sony hier schon durch ein kleines Update nachgebessert hat) und einem leider etwas wackelndem Akkudeckel, bin ich mit meiner Entscheidung für dieses Handy immer noch vollauf zufrieden. Vor allem wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist das Sony Xperia S ein absolut empfehlenswertes Smartphone!

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  2. von Andreas Floemer am 20.04.2012 (12:10 Uhr)

    @Ann-Kathrin H.: Danke für den Hinweis: Ist korrigiert. Auf dem Testgerät hatte ich den Patch noch nicht installiert, sodass ich Verbesserungen an der Akkulaufzeit nicht feststellen konnte.

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  3. von thomas am 20.04.2012 (17:25 Uhr)

    Ich würde auch gerne eines gewinnen.

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  4. von los3r am 11.05.2012 (13:42 Uhr)

    Ich habe das Xperia S jetzt ein paar Wochen im Einsatz und ich bin absolut zufrieden. Der Sony Launcher ist sehr gut und meiner Meinung nach dem HTC-Sense überlegen.

    Ich hoffe das ICS Update kommt bald raus und ich bin auf eventuelle Verbesserungen gespannt.

    Seit dem letzten Update ist die Akkulaufzeit auch wesentlich besser geworden.

    Gruß
    los3r

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