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South by South West (SXSW): Tech-Visionäre feiern gegen Trump an

    South by South West (SXSW): Tech-Visionäre feiern gegen Trump an
(Foto: SXSW)

So politisch wie 2017 war die South by South West (SXSW) noch nie. Ein Krisentreffen ist das Tech- und Musikfestival trotzdem nicht.

„Ich würde vom Anführer der freien Welt sprechen – aber das ist derzeit wahrscheinlich eher Angela Merkel“, sagt CNN-Journalist Jake Tapper am Freitag auf der South by South West (SXSW) in Austin, Texas. Gemeint ist natürlich US-Präsident Donald Trump – und im Publikum brandet spontan Applaus auf. Unter den hippen Gründern, Techies und Kreativen des Festivals ist der neue US-Präsident eine Persona non grata.

Austin ist wie andere Großstädte eine liberale Insel im konservativen US-Bundesstaat Texas. Sie hat wie Houston einen demokratischen Bürgermeister – beide sind Speaker auf der Konferenz. Wer in Austin landet, sieht kein Porträt des aktuellen US-Präsidenten. Die texanische Stadt ist aber auch zunehmend ein Tech-Hub und der Ort für viele Startup-Gründungen. Austin ist außerdem seit mehr als zwei Jahrzehnten die Stadt, in der das bekannte das Musikfestival SXSW stattfindet, das den Fokus seit rund zehn Jahren auch auf Technologie ausgeweitet hat.

SXSW: „Tech Under Trump“

Und wenn es zwei Gruppen gibt, bei denen der neue US-Präsident besonders unbeliebt ist, dann vermutlich Kreative und Techies – also genau jene, die beim SXSW alljährlich in Texas zusammenkommen. Viele der Veranstaltungen drehen sich daher dieses Jahr auch um Politik und den Widerstand gegen den neuen US-Präsidenten.

Eine Suche im SXSW-Programm findet rund 45 Veranstaltungen mit dem Namen Trump im Titel oder der Beschreibung für dieses Jahr – darunter „Politik dokumentieren in den Trump-Jahren“, „Startup-Investitionen in den Trump-Jahren“, „Der Zustand des offenen Internet in der Trump-Ära“ oder „Der heimische Krieg: Trump und die Mainstream-Medien“. Eine Veranstaltungsreihe mit ganzen 18 Programmpunkten trägt den Namen „Tech Under Trump“.

Kurzfristig hat die SXSW noch den ehemaligen US-Vizepräsidenten unter Barack Obama, Joe Biden, als Speaker angekündigt – 2016 war sogar Obama selbst gekommen und wurde umjubelt. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass je eins mit so voller Leidenschaft und Gefühl war wie dieses [SXSW-Meeting]“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Hugh Forrest, einen der Programmdirektoren des Festivals, der die 1987 begonnenen Festivals schon seit mehr als 20 Jahren besucht. „Wir können eine Rolle spielen in einer fortschrittlicheren Zukunft.“

Silicon Valley hat sich klar gegen Trump positioniert

Zu Trump haben sich inzwischen fast alle relevanten Tech-Größen mit Ausnahme des Investors Peter Thiel kritisch geäußert – darunter Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Apple-Chef Tim Cook, Tesla-Chef Elon Musk, Microsoft-Chef Satya Nadella und Sergey Brin, CEO der Google-Mutter Alphabet.

Ein Krisentreffen ist das Tech- und Musikfestival trotzdem nicht: Bei in der Spitze 28 Grad Celsius vergnügten sich die Besucher am Freitag in den abgesperrten Straßen von Austin und tranken Craftbeer in den teils extra für das Event umgestaltenden Häusern rund um die SXSW in Austin.

Doch Trump ist dennoch überall präsent –  sogar in Veranstaltungen der SXSW, die auf dem ersten Blick unpolitisch scheinen. „Wenn du morgen zum Mars fliegen könntest, würdest du?“, fragt eine Teilnehmerin in einen der beiden Referenten zu einem Vortrag zur Gesetzgebung auf dem Mars. „Unter dieser Regierung?“, fragt dieser zurück.

Mehr zum Thema: SXSW – Meet, Greet and Eat mit t3n auf dem Startup- und Musikfestival in Austin

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