Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Spam, Hoaxes und Viren: Großer Ratgeber für mehr Sicherheit bei Facebook

ist heutzutage nicht nur voll mit interessanten Menschen und Informationen, sondern auch mit mehr und mehr Gefahren – Spam, Hoaxes und Viren verbreiten sich über das soziale Netzwerk. Dabei reicht das Spektrum vom harmlosen Scherz über nervige Werbung bis hin zum gefährlichen Schadprogramm. Um die Seriösität eines bestimmten Beitrags besser beurteilen zu können, haben wir verschiedene Arten von Facebook-Müll für euch zusammengefasst und beschrieben.

Spam, Hoaxes und Viren: Großer Ratgeber für mehr Sicherheit bei Facebook

Als etabliertes Kommunikationsmittel und Massenmedium ereilt Facebook das gleiche Schicksal wie alle anderen auch: Missbrauch. Betrüger machen auch vor dem Web 2.0 keinen Halt und überlegen sich immer bessere Taktiken, um normale User hinters Licht zu führen. Im besten Fall geht es den Übeltätern nur darum, Aufmerksamkeit zu generieren oder den User auf Werbeseiten zu locken, um damit Geld zu verdienen. Im schlimmsten Fall kann Facebook-Spam aber auch zu virenverseuchten Downloads führen und den Rechner infizieren. Teilweise sind die Betrugsversuche so geschickt, dass es fast nicht möglich ist, sie zu erkennen. Wir haben für euch verschiedene Arten von "social trash" zusammengefasst und geben darüber Auskunft, welche Arten am gefährlichsten sind.

Allgemein

Es gibt ein paar allgemeine Tipps, die beachtet werden sollten, wenn man auf Facebook unterwegs ist. Fast jede Art des digitalen Mülls in sozialen Netzwerken weist eines der folgenden Merkmale auf.

  • Rechtschreibung und Grammatik: Zumindest Firmen achten auch auf Facebook in den meisten Fällen auf korrekte Sprache. Wenn ein Beitrag vor Rechtschreibfehlern strotzt oder fragwürdigen Satzbau aufweist, ist das ein deutlicher Hinweis auf Spam. Auch eine permanente Großschreibung oder mehrfache Satzzeichen sind bei seriösen Urhebern kaum zu finden.
  • Namen: Achtet immer auf die Schreibweise eines Namens. Oft versuchen Störenfriede durch ähnlich aussehende oder klingende Namen eine Firma, eine Person oder ein Produkt zu imitieren.
  • Sprache: Verdächtig sind fremdsprachige Postings, wenn der Urheber eigentlich Deutsch spricht. Wenn ein Posting oder eine Nachricht von einer Person oder Seite ohne offensichtlichen Grund auf einmal auf Englisch verfasst wird, sollten alle Alarmglocken klingeln!
  • Design: Betrügerische Seiten verraten sich oft durch mangelhaftes Design. Andere Schriftarten, minmal abweichende Farbtöne, Kompressions-Artefakte in Grafiken oder ungewöhnliche Abstände können oft ein Indiz für nachgemachte Internetseiten sein.

Falschmeldungen und Warnungen

Beschreibung

Die Falschmeldung ist sicherlich die harmloseste Form des Facebook-Mülls. Dennoch ist sie nervig und stört einen gut gepflegten und personalisierten Nachrichten-Stream. Manchmal werden diese Meldungen auch als private Nachricht verbreitet. Meistens warnen die Meldungen davor, einen bestimmten Kontakt hinzuzufügen oder eine Seite zu liken. Dabei wird gleichzeitig aufgefordert, die jeweilige Warnung weiterzverbreiten. Ob die Person, vor der gewarnt wird, tatsächlich Böses im Sinn führt ist fraglich und kann meistens nicht überprüft werden. Um die Verbreitung einer solchen Meldung zu fördern wird oft mit emotionalen Themen gearbeitet (Tierquälerei, Missbrauch) oder kostenlose Produkte oder Dienstleistungen versprochen. Die Meldungen werden gelegentlich durch Bilder ergänzt.

Einstufung: nervig

Eine typische Falschmeldung, deren Inhalt nicht verifizierbar ist (Bildquelle: mimikama.at)

Was kann passieren?

  • Ein angenommener Kontakt oder gelikete Seite kann euren Stream mit Spam oder Werbung bombardieren

Technischer Hintergrund:

  • Das bloße Annehmen eines Kontaktes kann nicht dazu führen, dass man sich Schadsoftware einfängt

Skandal-Videos

Beschreibung

Diese Meldungen versprechen bei einem Klick, ein skandalöses Video wiederzugeben. Dabei geht es im Großteil der Fälle um Pornografie oder Gewalt. Meistens versprechen die Autoren Sex-Videos von prominenten Persönlichkeiten. Dabei verweisen die Links aber nie direkt zu einem Video. Meistens muss vorher eine Anwendung autorisiert werden, oder eine Seite geliked werden. Erst dann soll sich das Video angeblich abspielen lassen. In besonders schweren Fällen wird der User sogar dazu aufgefordert, eine Anwendung von einer externen Seite herunterzuladen.

Einstufung: gefährlich

Ein Video findet der User hier nicht. Nach dem Klick soll nur eine Anwendung autorisiert werden. (Bildquelle: mimikama.at)

Was kann passieren?

  • Wird eine Facebook-Anwendung autorisiert, kann sich das angebliche Video selbstständig im Namen des Users verbreiten
  • Wird auf eine externe Seite verlinkt, so besteht die Gefahr, dass dort Schadsoftware (Viren, , etc.) heruntergeladen werden können

Technischer Hintergrund:

  • Ohne entsprechende Autorisierung kann keine Facebook-Anwendungen Beiträge in eurem Namen publizieren
  • Durch Interaktion auf Facebook ist es unmöglich den Rechner mit Viren oder Trojanern zu infizieren. Erst das Herunterladen von Dateien bringt den Rechner in Gefahr

Gefälschte Facebook-Mails

Beschreibung

Je nach Einstellung verschickt Facebook bei vielen Ereignissen Benachrichtigungen via E-Mail. Immer mehr Betrüger machen sich das zunutze und fälschen die Facebook-Benachrichtigungen. Auf den ersten Blick sieht die E-Mail aus wie alle anderen echten Facebook-Benachrichtigungen. Schaut man jedoch genauer hin, entdeckt man dass die Links in der Mail nicht zu einem Facebook-Server deuten. Außerdem ist der Absender meistens eine wenig vertrauenserweckende Adresse, die Mail besteht teilweise nur aus Wortfetzen.

Einstufung: gefährlich

Eine gefälschte Mail-Benachrichtigung von Facebook ist nur schwer als Fake zu identifizieren. (Bildquelle: mimikama.at)

Was kann passieren?

  • Beim Aufrufen der Links in der Mail wird auf Werbeseiten verwiesen und infizierte Downloads angeboten
  • In besonders schweren Fällen wird der User auf eine gefälschte Facebook-Seite geleitet und dort zur Eingabe von privaten Informationen aufgefordert

Technischer Hintergrund:

  • Die E-Mails stammen nie von Facebook selbst, sondern von Absendern die meistens nur das Wort Facebook irgendwo beinhalten
  • Ebenso führen die Links in diesen Mails nie zu Facebook selbst, sondern entweder zu offensichtlichen Werbeseiten oder zu Facebook-Fakes
  • Wer auf einer gefälschten Facebook-Seite sensible Daten preisgibt, läuft Gefahr dass sein Account gekapert und missbraucht wird

Falsche Facebook-Anwendungen

Beschreibung

Facebook erlaubt es Usern verschiedene Anwendungen zu nutzen, vom Bauernhof-Spiel bis hin zum Musik-Streaming. Allerdings gibt es auch einige Fake-Anwendungen, die nicht das tun, was sie eigentlich versprechen. Häufig geht es dabei um angeblich "geheime" Facebook-Funktionen, die so freigeschaltet werden sollen. Im Endeffekt will sich eine solche Anwendung nur den Zugriff auf die Daten des Users verschaffen. So verbreitet sich die Anwendung einerseits selber, andererseits können beispielsweise E-Mail-Adressen gesammelt und zu Werbezwecken weiterverkauft werden.

Einstufung: nervig

Diese Facebook Anwendung macht viel - ändert aber garantiert nicht die Farbe der Facebook-Oberfläche. (Bildquelle: mimikama.at)

Was kann passieren?

  • Gewährt man einer solchen Anwendung Zugriff auf die eigenen Facebook-Daten, postet sie in den meisten Fällen eine Nachricht an die eigene Chronik und versucht so, andere User zu infizieren

Technischer Hintergrund:

  • Die Anwendungen können vielfältige Berechtigungen vom User erhalten. Sie können zum Beispiel im Namen des Betroffenen private Nachrichten verschicken, Posts verfassen, Anwendungen erstellen oder dessen E-Mail-Adresse auslesen
  • Die beworbenen Funktionen sind technisch durch eine Facebook-Anwendung schlicht und einfach nicht umsetzbar. Beliebte Beispiele:
    • Facebook in eine andere Farbe hüllen
    • Sehen, wer die eigene Facebook-Seite besucht hat

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es sich bei einer Nachricht, einem Post oder einer E-Mail um einen Fake oder Hoax handelt, hilft es meistens einen Teil des Wortlauts oder die Überschrift im Internet zu suchen. In fast allen Fällen finden sich bereits andere Betroffene in den Weiten des Internets. Eine gute Anlaufstelle sind auch die Kollegen von "ZDDK" (Zuerst denken, dann klicken), die täglich über Facebook-Betrug berichten.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
2 Antworten
  1. von timeeeeeee am 04.10.2012 (11:34Uhr)

    ACHTUNG: Absendername & -adresse bietet keinerlei Sicherheiten. Jede Email kann auf dem Transportweg gelesen werden und dort kann (außer Empfängeradresse natürlich) fast alles geändert werden. Schaut euch lieber den Quellcode an, da die Übertragungsserver sich in der Regel dort eintragen. Das gibt vertrauenswürdigere Hinweise wie wenn z.B. eine amerikanische Facebook-Email plötzlich den Umweg über Brasilien oder Russland nimmt.

    Antworten Teilen
  2. von newego am 04.10.2012 (16:15Uhr)

    Ich finde es sollte endlich mal Schulfächer für digitale Verantwortung geben. Schaut man sich die Profile der Kinder an, wird sofort deutlich, wie wenig Ahnung diese eigentlich von dem Thema haben. Hier sind Eltern sehr oft nicht in der Lage ihren Kindern den bewussten Umgang mit dem Internet zu erklären - weil sie eben selbst keine Ahnung davon haben. Die Schulen sind hier meiner Meinung nach gefragt. Zwei Stunden Töpfern oder Sport abzwacken und den Kindern zeigen, welche Auswirkungen das haben kann und Ihnen erklären wie ich mit dem Internet umzugehen habe.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Security
Techno, Marburg und Madman: Künstler visualisieren virtuelle Schädlinge im Computer-Virus-Catalog
Techno, Marburg und Madman: Künstler visualisieren virtuelle Schädlinge im Computer-Virus-Catalog

Fiese Viren können auch schön sein. Zumindest wenn sie von talentierten Künstlern illustriert werden. Der digitale „Computer Virus Catalog“ zeigt 23 Schadprogramme, wie du sie noch nie gesehen hast. » weiterlesen

PayPal: Sicherheitsexperten umgehen Zwei-Faktor-Authentifizierung
PayPal: Sicherheitsexperten umgehen Zwei-Faktor-Authentifizierung

Sicherheitsexperten von Duo Security haben einen Weg gefunden, die Zwei-Faktor-Authentifizierung von PayPal zu umgehen. Dadurch würde der Sicherheitsgewinn durch die Technik praktisch ausgehebelt. » weiterlesen

Klickbetrug im Werbemarkt: Neue Technik soll Bot-Aufrufe erkennen können
Klickbetrug im Werbemarkt: Neue Technik soll Bot-Aufrufe erkennen können

Klickbetrug kostet Werbetreibende Milliarden. Ein großer Teil der Klicks auf Anzeigen soll von fremdgesteuerten Botnetzen stammen. Ein US-Unternehmen will nun eine Lösung gefunden haben, die … » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 36 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen