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Startups

Mehr als Pizza und Bier: Die House-of-Startups-WG zwischen Speeddating und Investoren-Gesprächen

(Foto: Börsenverein / Tom Kauth)

Die Frankfurter Buchmesse hat drei Gründer für eine Woche in das House of Startups eingeladen, um als WG zusammenzuwohnen und die Buchbranche kennenzulernen. Und das kann ganz schön anstrengend sein.

House of Startups: Mehr als Pizza und Bier

PIzza und Bier: Für eine richtige WG, die das House of Startups auch sein will, unverzichtbar. (Foto: Börsenverein / Tom Kauth)
PIzza und Bier: Für eine richtige WG, die das House of Startups auch sein will, unverzichtbar. (Foto: Börsenverein / Tom Kauth)

Klar, für eine richtige WG braucht es neben einer Wohnung vor allem den Kasten Bier auf dem Balkon – und Pizza, sagt Dorothee Werner, als sie auf der Frankfurter Buchmesse das Projekt House of Startups vorstellt. „Und WLAN“, ergänzt Roger Umbricht, Gründer von mediaspot und einer der WG-Bewohner. Doch die Gründer-WG, die sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr für das größte Branchenevent der Publishing-Branche hat einfallen lassen, will mehr bieten als Spaß und ein bisschen Netzwerken. Es soll handfest darum gehen, den drei Gründern ein paar Türen aufzustoßen – und auf der anderen Seite die Buchbranche an Startups heranzuführen. Und das ist auch nötig.

Nicht nur, dass die Branche selbst sich mit der Digitalisierung nach wie vor schwer tut, auch auf Startup-Seite sieht Investor Andreas Lukic noch einiges an Nachholbedarf: „Es haben sich für ein Projekt wie das House of Startups noch zu wenig Leute beworben, zwei Drittel der Startups haben wir selbst aktivieren müssen. Und: Viele Bewerber waren noch etwas weit weg vom Kapitalmarkt, das liegt auch an den Werdegängen der Gründer. Die kommen noch sehr stark vom Inhalt.“

Das House of Startups: Die Gründer-WG der Frankfurter Buchmesse
(Foto: Börsenverein / Tom Kauth)

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Pendeln zwischen Investoren-Gesprächen und Parties

„Es braucht mehr Leute, die die Digitalisierung nicht als Bedrohung sehen.“

Und doch ist Lukic, der in der Jury des House of Startups gesessen hat, optimistisch. „Ich habe sehr viele Branchen niedergehen sehen und hoffe und glaube, der Buchbranche passiert das nicht. Noch haben wir ein paar Jahre Zeit, und ich hoffe, dass wir da expansiv werden.“ Doch wie kann das klappen? „Die Branche braucht mehr Leute, die die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung sehen“, sagt Olaf Bryan Wielk, Gründer von Beemgee. „Wobei klar ist, dass Verlage nicht von heute auf morgen alles neu denken können“, ergänzt Umbricht.

Nach der ersten Nacht in der WG, ein paar Bier auf dem Balkon und ein paar Kartons Pizza, haben Wielk, Veit und Umbricht wenig Zeit, sich auszuruhen. Zwischen Frühstück, Podiumsdiskussionen und Parties versucht Umbricht beispielsweise, so viele Investoren-Gespräche einzufädeln wie möglich. „Ich pendle die ganze Zeit zwischen Buchmesse und irgendwelchen Hotel-Lobbies, um möglichst viel von hier mitzunehmen“, sagt er.

Erste Investoren-Gespräche beim House of Startups

Beim Speeddating sollen sich Verlage und Startups kennenlernen. (Foto: t3n)
Beim Speeddating sollen sich Verlage und Startups kennenlernen. (Foto: t3n)

Und dann wäre da noch das Programm, das der Börsenverein auf die Beine gestellt hat. Am zweiten Nachmittag der Messe etwa, noch bevor die drei Gründer ihren ersten richtigen Rundgang über die mit 160.000 Quadratmetern gigantische Veranstaltung bekommen, steht ein Speeddating an. Die Regeln sind einfach: Jedes Startup hat zehn Minuten Zeit, sich einem Verlag vorzustellen, darunter namhafte Häuser wie Carlsen, Oetinger oder Egmont. Und jeder der Verlage hat zehn Minuten Zeit, herauszufinden, ob eines der Geschäftsmodelle spannend genug für eine Zusammenarbeit ist.

Doch nicht nur Großverlage hat der Börsenverein zu diesem Speeddating eingeladen, auch „edel&electric“, eine erst vor zwei Wochen gelaunchte Abteilung der Edel-Gruppe für hochwertige, digitale Belletristik ist dabei – quasi selbst so etwas wie ein Startup. „Ich bin ziemlich begeistert von den verschiedenen Startups – und vom Themenspektrum“, sagt Mitarbeiterin Laura Sonnefeld nach dem Speeddating. Ich sehe da auch eine ganz große Chance. Natürlich ist nicht jedes Startup für uns maßgeschneidert, aber unserer Meinung nach sollte noch eine viel größere Vernetzung in der Branche stattfinden.“

(Foto: t3n)

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„Die Buchbranche ist extrem konservativ“

„Verlage haben große Angst vor Risiken – und alles Neue ist ein Risiko.“

Doch warum passiert das nicht? Warum bewegen sich die verschiedenen Welten nach wie vor so langsam aufeinander zu? „Die Buchbranche ist extrem konservativ“, so Sonnefeld, „das ist ein ganz großes Problem. Es wäre dringend nötig, dass Innovationen schneller zugelassen werden, dass Verlage keine Angst vor Neuerungen, keine Angst vorm Digitalen haben. Denn was soll schon passieren? Das Abendland wird nicht untergehen, bloß weil es E-Books oder neue Produkte oder Startups gibt! Im Schlimmsten Fall geht eine Idee nicht auf. Aber das gedruckte Buch wird nicht vom Markt verschwinden.“

Das Speeddating ist für sie ein gutes Mittel, um an dieser Situation etwas zu ändern, auch wenn das nur langsam passieren werde: „Verlage haben ganz große Angst davor, Risiken einzugehen – und alles Neue ist erst mal ein Risiko. Die wollen Zahlen sehen, und genau die können Startups nicht immer schon liefern.“ Und: Auf den Entscheiderpositionen säßen meistens Menschen, die mit der Welt der Startups nicht viel anfangen könnten. Was sich Sonnefeld wünscht, ist deshalb: mehr Offenheit und mehr Neugier. Für sie und Edel habe sich das Speeddating nämlich gelohnt, und damit vielleicht auch für das ein oder andere Startup: „Eins der Unternehmen hatte schon Kontakt zu uns aufgenommen, da hat schon ein Austausch stattgefunden. Aber auch darüber hinaus werde ich ein oder zwei von ihnen auf jeden Fall noch mal ansprechen. Ihre Produkte haben zwar erst mal nichts mit Literatur oder der Verlagsbranche zu tun, aber für mich ist klar, dass es trotzdem eine tolle Kooperationsbasis gibt.“

t3n ist Medienpartner des House of Startups. Die Reise nach Frankfurt erfolgte auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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