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Spiele-Entwickler trollen Software-Piraten

Die Entwickler des Spiels „Game Dev Tycoon“ haben sich einen bösen Scherz mit allen erlaubt, die ihr Spiel illegal herunterladen wollen. Sie bekamen via eine leicht abgewandelte Version untergeschoben. Der Gag: In dieser Version geht man im Spiel pleite, weil es zu viele Software-Piraten gibt und zu wenig ehrliche Käufer.

Spiele-Entwickler trollen Software-Piraten

Das Spiel „Game Dev Tycoon“ verzichtet auf jedes Rechtemanagement und wer es einmal kauft, darf es auf bis zu drei Rechner installieren und das auf allen verfügbaren Plattformen. Der Preis: 7,99 US-Dollar. Wer nicht die Katze im Sack kaufen will, lädt sich erst einmal die kostenlose Testversion herunter. Im Spiel baut man sich sein eigenes virtuelles Spielestudio auf.

Die Entwickler haben sich bei alldem aber einen Scherz mit jenen erlaubt, die sich das Spiel illegal herunterladen wollen. Zugleich ist es ein interessantes Experiment und wie sich inzwischen herausstellt auch prima PR in eigener Sache.

Der Gag geht so: Gleichzeitig mit dem offiziellen Download haben die Entwickler eine als „cracked“ gekennzeichnete Version ihres Spiels via eingestellt. Für den Nutzer handelte es sich offensichtlich um eine illegal zur Verfügung gestellte Variante.

Die über BitTorrent eingestellte Version hatte jedoch einen kleinen, aber doch wichtigen Unterschied: Zu einem bestimmten Zeitpunkt des Spiels wird die eigene virtuelle Software plötzlich massenhaft illegal heruntergeladen und kaum noch gekauft. Über kurz oder lang geht man unweigerlich pleite und kann nichts dagegen unternehmen.

Wer das Spiel via BitTorrent heruntergeladen hatte, wurde mit demselben Effekt im Spiel selbst konfrontiert.
Wer das Spiel via BitTorrent heruntergeladen hatte, wurde mit demselben Effekt im Spiel selbst konfrontiert.

Die Entwickler des Spiels konnten sich in der Folge über die verzweifelten Fragen der spielenden Piraten amüsieren, wie man das denn verhindern könne. Manche fragte in Foren auch, ob man innerhalb Spiel vielleicht irgendwie einen Kopierschutz entwickeln kann, um das zu verhindern.

Den Spielern war in dem Moment offenbar nicht klar, dass ihr eigener illegaler Download zu den virtuellen illegalen Downloads im Spiel führte...

Und es gab jede Menge Piraterie: Nach einem Tag wurde das Spiel 214 Mal auf dem offiziellen Weg gekauft. Anhand ihrer Nutzerstatistiken sahen die Macher aber, dass es zugleich 3.104 Spieler mit der Piratenversion gab. Quote: 93,6 Prozent.

Der Autor dieses Forumsposts weiß nicht, wie kurios seine Beschwerde wirkt, er werde von Software-Piraten im Spiel ruiniert...
Der Autor dieses Forumsposts weiß nicht, wie kurios seine Beschwerde wirkt, er werde von Software-Piraten im Spiel ruiniert...

Angesichts des niedrigen Preises, dem Verzicht auf einen Kopierschutz und eine kostenlose Testversion scheint es nur wenig Ausreden dafür zu geben, warum man das komplette Spiel gratis aus dem Netz ziehen will.

Trotzdem zeigen sich die Entwickler in ihrem Blogpost durchaus großzügig. In ihrer Jugend sei es praktisch normal gewesen, illegale Kopien herunterzuladen, heißt es dort. Und es gebe tatsächlich Personen, die es aus verschiedenen Gründen nicht auf dem offiziellen Weg kaufen können oder die wirklich kein Geld haben und nicht einfach nur zu geizig sind.

Allen anderen erinnern sie hingegen daran, dass ihr Kauf mitbestimmt, welche Spiele entwickelt werden können und welche nicht.

Weiterführender Link

What happens when pirates play a game development simulator and then go bankrupt because of piracy? - greenheartgames.com

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3 Antworten
  1. von Trump am 02.05.2013 (10:49Uhr)

    Daumen hoch! Tolle Idee mit Lerneffekt!

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  2. von Dirk am 03.05.2013 (14:43Uhr)

    @t3n: Mit dieser Meldung seid ihr viel schneller als eine Tageszeitung! ;)

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  3. von Dirk am 03.05.2013 (14:50Uhr)

    Zudem ist die Frage, ob die Software mehr als Verkäufe tatsächlich raubkopiert ist. Falls dieses Spiel ein Raubkopierschutz hat und deshalb nur auf einem Computer installierbar ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass ein Spiel gekauft wird und dann sogar mehrere Raubkopieversionen vom Käufer zusätzlich heruntergeladen wird, weil der Käufer beim Spielen nicht auf ein Computer beschränkt werden will und es (natürlich nicht ganz) nicht einsieht für das gleiche Spiel mehrmals zu zahlen.

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