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Spotify nicht rentabel – Lizenzgebühren zu hoch

Spotify nicht rentabel – Lizenzgebühren zu hoch

gilt als Erfolgsbeispiel auf dem Musikstreaming-Markt. Doch viele Nutzer bedeuten nicht gleich Erfolg. Wie in einem mit Daniel Ek im Wall Street Journal bekannt wurde, fährt der Dienst jedes Jahr Millionen an Verluste ein – vor allem durch Lizenzgebühren.

Spotify nicht rentabel – Lizenzgebühren zu hoch

Spotify: 576,5 Millionen US-Dollar Umsatz – und doch hohe Verluste

Der Gründer Daniel Ek und Martin Lorenzon (v.l) managen den beliebten Musikstreaming-Anbieter Spotify. Die Gewinne bleiben aber aus.
Der Gründer Daniel Ek und Martin Lorenzon (v.l.) managen den beliebten Musikstreaming-Anbieter Spotify. Die Gewinne bleiben aber aus.

Spotify gilt als einer der beliebtesten Musikstreaming-Dienste im Web und doch ist der Publikumsmagnet wenig profitabel für die Betreiber. Das hat der Chef und Mitgründer von Spotify Daniel Ek in einem Interview mit dem Wall Street Journal (WSJ) zugegeben. Der Grund für die geringen Gewinne: zu hohe Lizenzkosten. Laut dem WSJ hat der Musikstreaming-Dienst im Jahr 2011 einen Umsatz von 252 Millionen US-Dollar erwirtschaftet und den im Folgejahr 2012 mit 576,5 Millionen US-Dollar sogar verdoppelt. Doch obwohl genügend Nutzer den Dienst abonniert haben und man generell Traumumsätze generiert, kommt man nicht auf den angestrebten grünen Zweig. Genau wie die Umsätze, die gestiegen sind, ist auch der Gesamtverlust gestiegen: Von 60 Millionen auf 77 Millionen US-Dollar Minus.

Glaubt man Daniel Ek, ist dieser krasse Gesamtverlust vor allem der Musikindustrie geschuldet, die enorm zur Kasse bittet. Der CEO erklärt im Interview, dass seit dem Start vor sieben Jahren eine Summe von einer halben Milliarde Dollar an die Rechteinhaber gezahlt wurde – rund 70 Prozent des Umsatzes. Angesichts dieser Tatsache schwankt aber nicht nur der Dienst selbst, sondern das gesamte Konzept Musikstreaming im Netz steht auf dem Prüfstand. Denn man kann davon ausgehen, dass Spotify als Marktführer, gegenüber Konkurrenten wie Pandora oder Rdio, das größte Geschäftspotential innehat.

Wenn der Marktführer aber schon strauchelt, dürfte die ganze Branche straucheln. Wie man sich aus der misslichen Lage retten will, hat Daniel Ek aber auch schon verraten. Neue Märkte in Asien sollen für höhere Umsätze sorgen, sodass die 77 Millionen sich wieder verringern und schnellstmöglich Gewinne statt Verluste erwirtschaftet werden. Außerdem hofft der Gründer, dass die Musikindustrie die Lizenzgebühren senkt. Entsprechende Verhandlungen sollen bereits laufen.

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5 Antworten
  1. von blub am 01.08.2013 (20:35 Uhr)

    Mhh, ich würd auch mehr als 10€ für Spotify bezahlen. Das ist ja nicht nur Musikstreaming sondern die Kombination mit Playlisten und verschiedenen Diensten.

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  2. von TeK am 02.08.2013 (01:12 Uhr)

    Kann nicht richtig rechnen oder ist der Artikel nur kompliziert formuliert? Ich meine, wenn ich

    2011 = 252 Millionen
    2012 = 576,5 Millionen

    Umsatz mache, dann sind das alleine in der Summe bummelige 820 Millionen. Also mehr als eine dreiviertel Milliarde an Umsatz in 2 Jahren. Wenn ich dagegen eine halbe Milliarde (500 Mio) an Lizenzgebühren über 7 Jahre gezahlt habe, dann macht das im Schnitt ~71,5 Millionen pro Jahr. Ich weiß nun nicht wo genau man da klagen sollte? Ist doch ein gutes Ergebnis.

    Oder mussten die 500 Mio jährlich gezahlt werden? Das würde dann irgendwie mit den Verlusten Sinn machen.

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  3. von Steffen am 02.08.2013 (07:18 Uhr)

    Genau das war auch mein Gedanke, TeK :)

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  4. von Tom am 04.08.2013 (08:18 Uhr)

    Ja, die Rechnung geht nicht auf. So ergeben die Zahlen keinen Sinn. Abgesehen davon - 30% Marge sind nichts worüber man sich beschweren sollte, davon kann man im Handel oft nur träumen.

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  5. von Vinylla am 08.08.2013 (21:57 Uhr)

    klar macht Herr Ek hier politik gegen die labels; aber 60% an die LAbels und 10% an die Gemas dieser Welt sind Realität. Wenn man dann keine zusätzlichen Kosten hätte, wäre das natürlich in Ordnung. Als weltweit agierendes Unternehmen aber läuft da noch so einiges auf: personal, Standorte, Streamingkosten, Werbung ... merke: EBIT ist nicht VK minus EK :-)
    Streaming rechnet sich - wenn überhaupt - erst dann, wenn der Massenmarkt erschlossen ist und user subscriben, die den Service nicht nutzen - Stichwort hardbundling.

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