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Spotify, Simfy und Napster verlieren über 200 Musiklabels

Schwerer Schlag für , und andere Streaming-Dienste: Über 200 Labels machen nicht mehr mit, nachdem die NPD Group eine Studie veröffentlicht hat, der zur Folge andere Formen der Distribution kannibalisiert.

Spotify, Simfy und Napster verlieren über 200 Musiklabels

Die Studie der NPD Group kommt zu dem Ergebnis, dass Musik-Streaming wie bei Spotify dem Verkauf von physischen Datenträgern und Paid Downloads wie bei iTunes nachhaltig schadet. Diese Erkenntnis nahm der Musik-Distributor STHoldings, der über 200 Labels repräsentiert, laut Wired zum Anlass, alle Songs von Spotify, Simfy, Napster und Rdio zu entfernen.

Egal welche Art von Nutzer. Viele Konsumenten gaben in einer Studie der NPD Group an, dass Spotify und andere Streaming-Dienste ausreichen und sie deshalb keine Musik käuflich erwerben.

Insgesamt verschwinden 234 Labels aus den Datenbanken von Spotify, Simfy und Co. Dabei geht es in erster Linie um Songs aus den Bereichen Dubstep, Grime, Bass und Techno. Nur vier der von STHoldings vertretenen Labels belassen ihre Inhalte bei Spotify.

„F**k Spotify“

STHoldings begründet die Entscheidung, die Musik aus Spotify und anderen Diensten zu entfernen, damit, dass man als Distributor im Interesse seiner Labels handele. Die Mehrheit würde ihre Titel nicht bei Streaming-Diensten platzieren wollen, da Labels dort nur wenig Umsätze generieren könnten, die sich auch noch negativ auf herkömmliche Abverkäufe auswirken würden. Zudem würden die Tracks ihren besonderen Charakter verlieren, wenn sie entweder umsonst oder für nur wenig Geld angehört werden könnten. STHoldings zitierte in diesem Zusammenhang auch eines seiner Labels: „Let's keep the music special, f**k Spotify.“

Spotify zeigt sich unbeeindruckt

Die Reaktion von Spotify ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Gegenüber Wired teilte das Unternehmen mit, dass man die Entscheidung jedes Künstlers respektiere, der seine Werke nicht auf Spotify wissen möchte. Man erhalte im Allgemeinen großen Zuspruch von der Musikindustrie und hoffe, dass auch die jetzt betroffenen Labels ihre Meinung ändern. Man hätte darüber hinaus schon jetzt erreicht, dass Millionen von Nutzern wieder für Musik bezahlen und sich von illegalen Download-Plattformen abgewandt hätten. So sei Spotify eine echte Bereicherung für die Musikindustrie.

Fazit

Auch wenn Spotify versucht, die Wogen zu glätten, ist es für einen Dienst mit dem Anspruch alles zu bieten, sicherlich schmerzhaft, wenn nur ein Label, geschweige denn 234, die Segel streichen. Für Nutzer dürfte das in jedem Fall ein Schuss vor den Bug sein, denn es stellt sich folgende Frage: „Wie sicher ist, dass meine Lieblingsinterpreten nicht plötzlich verschwinden? Und wäre der Dienst für mich dann überhaupt noch sinnvoll?“

Bildnachweis für Foto in der Übersicht: SCA Svenska Cellulosa Aktiebolaget / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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3 Antworten
  1. von Oliver Springer am 21.11.2011 (20:00Uhr)

    Na klar wirkt sich Streaming negativ auf die Verkäufe aus - selbst wenn die Musikhörer damit viele neue Künstler entdecken.

    Wer auf eine so große Musiksammlung jederzeit zugreifen kann, überlegt sich dreimal, ob er sich einen Song/ein Album noch kauft. Das wäre nicht so schlimm, wenn die Nutzer bereit wären, mehr Geld für ihr Streaming-Abo auszugeben. Kurz gesagt: Die Abo-Preise müssten höher sein. Aber es soll Leute geben, denen ein so umfangreiches Angebot nicht einmal 5 Euro im Monat wert ist.

    Wenn sich das nicht ändert, haben Musik-Streaming-Dienste leider keine Zukunft.

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  2. von bacon am 21.11.2011 (22:56Uhr)

    Die Dubstep, Bass und Technobegeisterten werden jetzt natürlich sicherlich den Labels die Bude einstürmen und wie verrückt kaufen....

    Klasse Plan ihr Anfänger...

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  3. von zapp am 22.11.2011 (10:06Uhr)

    Wow riesen Überraschung, wer Musik jederzeit per Streaming abrufen kann kauft weniger CD's und digitale Titel. Manche Studien beschäftigen sich echt mit Binsenweisheiten.

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