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The Day the Music Died: Taylor Swift löst das Ende der Streaming-Dienste aus [Kommentar]

The Day the Music Died: Taylor Swift löst das Ende der Streaming-Dienste aus [Kommentar]

Streaming ist die Zukunft. Viele Musiker sind anderer Meinung: Streaming sei unrentabel. Jetzt verlassen erste Musiker wie Taylor . Ist das Geschäftsmodell tragbar oder gehen irgendwann die Lichter aus im Streaming-Haus?

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify wachsen und wachsen. Das liegt nicht zuletzt an den umfangreichen Funktionen, die derartige Services bieten. Streaming ist die Zukunft, sagt die Branche, sagen die Nutzerzahlen und zeigen die Statistiken, die auf sinkende MP3-Downloadzahlen hinweisen. Und doch: Die Geschäftsmodelle von Spotify und den vielen Alternativen unter den Streaming-Anbietern sind trotz aller Wachstumszahlen auf tönernen Füßen gebaut und stark davon abhängig, dass die Musiker ihre Musik auch für die Streaming-Dienste zur Verfügung stellen.

Sollten die Konditionen für Musiker unattraktiv werden und die Abverkäufe der eigenen Titel durch den Dienst kannibalisiert werden, dann werden viele den Stecker ziehen. Gerade ist das publikumswirksam geschehen: Taylor Swift hat ihren kompletten Musikkatalog bei Spotify leergeräumt. Ich kann gerade keinen Titel der Sängerin in Erinnerung bringen, aber ich will auch nicht darüber philosophieren, ob das Entfernen der Swift'schen Titel ein Verlust für Spotify ist oder nicht. Sondern schlicht feststellen, dass sich hier das drohende Ende der Streaming-Dienste abzeichnen könnte. Wie heißt es so schön bei Max und Moritz: Dies war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.

Taylor Swift hat ihren kompletten Musik-Katalog bei Spotify entfernt. (Foto: (Foto: Eva Rinaldi Celebrity and Live Music Photographer / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA))

Die Bezahlung der Musiker: Gering ...

Taylor Swift ist nicht die erste Stimme, die sich erhebt: Beispielsweise Pink Floyd lief im letzten Jahr gegen Pandora Amok und beschuldigte den Streaming-Dienst durch politische Lobby-Arbeit für eine neue Gesetzesvorlage die Künstler um 85 Prozent ihrer Tantiemen bringen zu wollen. Die Zahlen sind unbestätigt und wohl nicht zutreffend, wie der Rolling Stone anmerkt, aber das Problem dahinter bleibt: die Musiker haben das latente Gefühl, schlecht für ihre Musik bezahlt zu werden. Kein Wunder, die Musiker bekommen, wie der US-Musiker David Lowery von Cracker anmerkt für eine Million abgespielter Songs bei Pandora rund 42 US-Dollar. Damit kann man einmal essen gehen. Bei Youtube wird es wohl eher eine Packung zuckerfreier Kaugummi mit 1,95 US-Dollar. Zum Vergleich: von den üblichen Radiosendern bekommt Lowery beispielsweise für 19.000 abgespielte Stücke 14.000 US-Dollar. Spotify beispielsweise rechnet selbst die ausgeschüttete Summe pro Stream wie folgt aus. „Recently, these variables have led to an average “per stream” payout to rights holders of between $0.006 and $0.0084.“ Okay, Das ist lächerlich wenig.

Tatsächlich?

verneinen
Spotify-Ausschüttungen sind nicht so gering, wie sie auf den ersten Blick wirken. (Foto: © photophonie - Fotolia.com)

... wenn auch mehr als bei Radiosendern, aber immer noch wenig

Pink Floyd und Lowery vergleichen beide ihre Einnahmen von Radiosendern mit den Einnahmen, die ihnen Streaming-Dienste verschaffen. Das produziert einen erheblichen Denkfehler: Ein einzelner Stream richtet sich an einen einzelnen Hörer. Ein abgespieltes Musikstück in einem Radiosender richtet sich an Tausende bis Hunderttausende von Hörern. Den Bruchteil eines Cents also direkt mit dem knapp runden Dollar zu vergleichen, den eine Radiostation offensichtlich zahlt, ist also nicht realistisch. Spotify argumentiert zu Recht auf seiner Webseite, dass sie relativ betrachtet pro Zuhörer mehr bezahlen als andere Dienste.

(Screenshot: Spotify)
(Screenshot: Spotify)

Diese Erkenntnis hilft nur nichts, wenn die Musiker immer noch – gefühlt oder tatsächlich – im Gesamten zu wenig Einnahmen einfahren.

Ausschüttungen an Musiker: Mehr geht nicht, das Geschäftsmodell skaliert nicht

Bei Geschäftsmodellen wird gerne von Skalierbarkeit gesprochen: die Streaming-Dienste betonen ihre Ausrichtung auf Wachstum. Und die immer größer werdenden Gesamt-Ausschüttungen an die Rechteinhaber werden als Argument angeführt. Kann man wirklich von Skalierung sprechen, wenn doch die Einnahmen immer gleich bleiben: 9,99 Euro pro Premium-Nutzer. Relativ betrachtet: nein. Eine Skalierung erfordert steigenden Ertrag, mit einer Skalierung der Nutzerzahlen lässt sich in einem Onlineshop ein steigender Ertrag prognostizieren. Spotifiy kann Nutzerzahlen skalieren soviel sie wollen: der Ertrag bleibt gleich. Den Musikern kann somit nicht mehr ausgezahlt werden, da Spotifiy relativ gesehen immer nur den gleichbleibenden Betrag von 9.99 Euro zum Verteilen zur Hand hat. Und je mehr Musikstücke gespielt werden, je größer der Katalog wird, desto geringer werden die Ausschüttungsbeträge an die Musiker. Die Wachstumsquote der Nutzer kann die steigende Kurve der notwendigen Ausschüttungen meiner Meinung nach nicht kompensieren.

Streaming ist die Zukunft: Die Geisteshaltung der Nutzer hat sich verändert

Die Downloadzahlen sinken gerade, die in der Anfangsphase so gerne kolportierte „Werbefunktion“ der Streaming-Dienste für den Download-Abverkauf der Musiker ist eher Nonsens. Streaming-Dienste sind Musikkonsum und MP3-Dateien sind Musikkonsum. Mit der steigenden Internetgeschwindigkeit in (mobilen) Netzen ist der Musikkonsum über Streamingdienste jederzeit verfügbar. Und wird mit verbessertem Netzausbau von Jahr zu Jahr besser verfügbar. Die fehlende (mobile) Verfügbarkeit war mit einer der Gründe für den Erwerb von MP3-Dateien – jedenfalls bei den jüngeren Generationen. Die permanente Verfügbarkeit irrationalisiert das Gefühl, Musik besitzen zu müssen, sie ist ja eh immer da – omnipräsent und immer erreichbar. Das ist eine neue Geisteshaltung. Und mit Sicherheit ist diese Veränderung in der Geisteshaltung einer der Gründe für einen schrumpfenden Abverkauf am Musikmarkt.

Fazit: Streaming ist die Zukunft, aber an den Geschäftsmodellen muss gefeilt werden

Legale, bequeme und günstige Download-Portale für digitale Musik waren die Antwort der 90er auf Piraterie. Streaming-Dienste sind die aktuelle Antwort auf Piraterie und sicher auch auf die Bedürfnisse der Nutzer: eine Form von personalisiertem Radio für jedermann. Ich nutze selbst Spotify. Die kostenfreie Version. Bisher habe ich keinen Grund entdeckt, Premium-Nutzer zu werden. Und ich sehe keinen Ansatz bei Spotify oder einem anderen Dienst, der bei mir dazu führen könnte, dass ich mehr Umsatz bei diesen Diensten mache. Es wird neben mir noch einigen Nutzern ebenso gehen. Das muss anders werden.

Nicht nur die Konvertierung zu Premium-Nutzern ist ein Problem: Ist der Nutzer zum Premium-Nutzer konvertiert, kann er auch nicht mehr Umsatz machen. Das muss anders werden, um die Erträge zu skalieren. Damit Musiker eine nachvollziehbarere Ausschüttung für ihre Titel erhalten. Wenn Spotify und Co kein besseres Geschäftsmodell finden, wird ihnen der oben beschriebene Shift in der Geisteshaltung der Nutzer nämlich nichts nutzen: Die Musiker werden gehen. Und die Dienste damit unattraktiver.

Und dann heißt es wirklich eines Tages: „The day the music died.“ Zumindest auf Spotify & Co.

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54 Antworten
  1. von der-anonyme-t3n am 04.11.2014 (11:12 Uhr)

    Der Vergleich ist ja (nicht von t3n jetzt) Quatsch. Wenn ein Lied im Radio läuft, werde ich es mir - wenn es mir gefällt - auch noch auf CD kaufen . Wenn ich es schon bei Spotify habe, kaufe ich mir die CD / MP3 eigentlich nicht mehr.

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  2. von Phil am 04.11.2014 (11:26 Uhr)

    Was Taylor Swift und andere im Musikbusiness überlegen sollten ist jedoch, daß der Effekt auch in die andere Richtung gehen kann: Leute werden dann halt Taylor Swift nicht auf Spotify hören, sondern lieber andere Künstler. Sie werden dann auch vielleicht nicht mehr auf Konzerte von ihr gehen und andere unterstützen. Es ist also auch ein gewisses Risiko für Taylor Swift da.

    Ich kann mich noch an manche Bands erinnern, die sich partout gegen mp3-shops weigerten, da dies angeblich ihnen nichts bringen würde. Aus diesen Bands wurden, wenn sie nicht doch auf den Trend aufsprangen, Nischenerscheinungen für Leute, die alles haben (und, boshaft gesagt, wurden die Lieder dann halt auf youtube gehört - kostenlos).

    Eine Frage - da ich mich hier nicht auskenne - : Wie ist die Situation in der Filmbranche? Dank Amazon instant video, watchever etc. hat man dort ja auch einige Streaming-Dienste. Fühlt sich die Filmszene dadurch kannibalisiert und wenn nein, warum nicht?

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    • von andy.mustermann am 07.11.2014 (10:42 Uhr)

      Filmbranche: Nein (noch nicht), weil die Filmauswahl nicht stimmt und Filme nicht zeitgleich zum Kino erscheinen.

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  3. von Henry am 04.11.2014 (12:10 Uhr)

    Interessanter Gesichtspunkt: Eigentlich ist spotify zu teuer, apple soll ja auch mit einem 5 Dollar Streaming Dienst starten wollen.
    http://netzwertig.com/2014/10/21/musikstreaming-der-preiskampf-von-spotify-und-apple-ist-eine-gute-nachricht-fuer-musik/

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    • von Jochen G. Fuchs am 04.11.2014 (12:21 Uhr)

      Dank für den Link zu Jan Tisslers's Artikel, Henry. Spannend. Jan plädiert dafür die Preisschranke zu senken um mehr „nicht-zahlende“ oder „wenig-zahlende“ Nutzer zu Premium-Nutzern zu konvertieren.

      Gerade wenn du Apple anführst, ist es aber wichtig, wieder auf das Geschäftsmodell zurückzukommen: wie Jan in dem verlinkten Artikel ja aufführt (und auch mein Kommentar), sollten Zusatzangebote da sein. Wie Beispielsweise High-End-Hifi um zusätzliche Umsätze zu generieren.

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      • von Chris am 04.11.2014 (13:02 Uhr)

        High-End-Hifi gibts z.B. schon bei WIMP. Das wird aber auch nur die (wahrscheinlich eher wenigen) Musikliebhaber interessieren, die unbedingt beste Qualität wollen.

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  4. von Thomas D. am 04.11.2014 (12:32 Uhr)

    Kann mir das mal jemand das mit dem "Skaliert nicht" erklären? Angeblich bleibt der Ertrag für Spotify gleich (9,99 €), egal wie viele Nutzer sie haben.

    Pro Nutzer mag das stimmen, aber es ist ein Unterschied in den Gesamteinnahmen, ob 100 Nutzer 9,99 Euro zahlen oder 100.000 oder 100 mio., oder nicht? Im ersten Fall nimmt Spotify 999 Euro ein, im letzten knapp 1 Mrd. Euro. Bei gleichbleibenden Katalog und Nutzungsintensität wird jeder Titel entsprechend häufiger gestreamt und die Künstler bekommen mehr Geld.

    Ein wachsender Katalog wird die Einnahmen natürlich stärker verteilen, aber insgesamt ist das Wachstum der Einnahmen momentan größer als der des Katalogs und Konkurrenz ist jetzt ja auch nicht unbedingt ein Phänomen, dass erst mit dem Streaming aufgekommen ist.

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    • von Jochen G. Fuchs am 04.11.2014 (12:52 Uhr)

      Ich verstehe woran du hängst.

      Das ist nicht angeblich so, sondern tatsächlich. Gegenfrage: Wieso sollte denn auch die Spotify-Grundgebühr steigen, bloß weil mehr Nutzer hinzukommen?^^

      Skaliert nicht, bedeutet in diesem Fall, dass es keine Möglichkeit gibt mehr zu verdienen. Fabulieren wir mal: ein Durchschnittsnutzer streamt 1000 Songs pro Monat. Dann werden die 9.99 Euro dieses Nutzers auf 1000 Songs verteilt (30/70, 30 für Spotify und 70 für die Rechtinhaber.) Es spielt dabei keine Rolle ob es 1000 oder 1000000 Nutzer sind, der Anteil der Rechteinhaber an diesem Nutzer ist immer rund 6.99 Euro. Wie du selbst anmerkst, verteilt sich das dann bei einem wachsenden Katalog immer weiter, Streaming animiert auch zu einem größeren Musikkonsum, der Anteil sinkt also weiter. (Nicht zwingend die Gesamtausschüttung.)

      Und die Streaming-Dienste haben aktuell kein Mittel um das zu ändern, um zusätzliche Erträge zu erwirtschaften.

      Der Knackpunkt hängt jetzt für den Künstler ja quasi an der Frage wie sich die Kurve der steigenden Tantiemen aus den Spotify-Erträgen im Verhältnis zur Kurve der sinkenden Verkäufe der Künstler verläuft.

      Ich behaupte das wird sich so nicht ohne weiteres ausgleichen.

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      • von Alex am 04.11.2014 (15:28 Uhr)

        Ja, du hast schon recht! Wenn wir nur von den Einnahmen für die Accounts ausgehen. Was ist jedoch mit den Werbeeinnahmen? Spotify bietet aktuell spannende Möglichkeiten im Marketingsegment. Mehr "Free-User" = mehr Werbeeinnahmen = mehr Streams = $ -> skaliert also.

        Das Problem der Künstler ist meiner Meinung nach eher, dass Sie durch Streams absolut vergleichbar werden. Sie bekommen halt kein Geld für Schund, sondern nur noch für das tatsächliche Abspielen eines ihrer Titel.

        Gegen streaming wird sich auch eine Tyler Swift nicht verschließen können. IMHO.

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      • von Thomas D. am 04.11.2014 (15:46 Uhr)

        Dass sie pro Nutzer nicht mehr kriegen, ok! Aber wenn 10 Nutzer jeweils 1.000 Songs/Monat streamen und das verteilt wird, kriegen die Rechtinhaber 69.90, wenn es eine Mio. Nutzer sind, 6,9 Mio. Euro/Monat etc. Was nicht skaliert, ist der Durschnittsbon, aber absolut wird der Kuchen natürlich größer, insbesondere wenn sie es schaffen, Leute zum streamen zu bekommen, die vorher keiner CDs gekauft haben.

        In DE lagen die Durschnittsausgaben für Musik/Person bei ca. 25 Euro (Stand 2010 für CD, Konzerte etc.), da sind die 10 Euro schon mal nicht schlecht, vor allem da es durch das Abo-Modell relativ stabile Einnahmen sind und Konzerte in der Musik ein wesentlicher Teil der Einnahmen ausmachen. Und dass sich die 10 Euro nicht steigern lassen, würde ich so auch nicht unterschreiben. Momentan geht es noch darum, mit einfachen Modellen an Nutzer zu kommen, wenn das geschafft ist, geht es sicherlich weiter mit irgendwelchen Premium-Produkte, wie auch immer die aussehen werden (Videos, exklusive Songs, Konzertmitschnitte, Sonderrabatte für Konzerte etc. etc.).

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  5. von Will am 04.11.2014 (13:00 Uhr)

    Früher oder später werden die User merken dass, wenn die Lieblingsplatform flöten geht, auch deren komplette Musiksammlung verschwindet.
    Das ist mir bereits das ein oder andere mal passiert, weshalb ich solche Dienste mit vorsicht geniesse.

    Sollen Spotify und Co. branchenübergreifend Staffelungen einführen, auf diese Weise könnten sie die Ausschütung der Tantiemen unter Kontrolle halten. Wie z.B., 200 Songs/Nutzer, für 2,99€ im Monat / 400 Songs für 5,99€ / etc.

    Und falls jemand nur auf Pink Floyd steht, dann muss er/sie/es halt einen Aufpreis zahlen. So funktioniert's im Restaurant mit dem 3-Gänge Menü, warum also nicht im digitalen Bereich?

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  6. von gshshdhdh am 04.11.2014 (13:00 Uhr)

    Ihr scheint sehr solidarisch zu sein. Mich interessiert es überhaupt nicht, ob ein Künstler genug verdient, solange ich preiswert und komfortable Musik (als Nebenbeimedium) hören kann.

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    • von Jochen G. Fuchs am 04.11.2014 (13:15 Uhr)

      Ach, solidarisch. Mir persönlich ist es auch egal, was Taylor Swift verdient. Gut, ich will Musiker unterstützen, die ich persönlich gut finde. Dann kaufe ich halt eine CD oder lade eine herunter, besuche ein Konzert der Gruppe. Das ist dann solidarisch.

      Hier gehts mir eher um die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle. Und an der Tragfähigkeit kann man noch schrauben.

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    • von Chris am 04.11.2014 (13:29 Uhr)

      Das ist durchaus eine Einstellung. Das System funktioniert aber nun mal nur, wenn das Produkt (hier die Musik) auch zur Verfügung steht bzw. ob es sich für den Künstler lohnt. Und im Vergleich zu anderen Konsumgütern ist Musik bzw. ein Künstler nicht beliebig austauschbar. Streaming funktioniert nur, wenn möglichst alle Künstler verfügbar sind. Wenn ich dann doch wieder MP3 kaufen muss, lohnt es sich nicht mehr.

      Wie bereits erwähnt wurde, ist hier natürlich die Frage, welcher Absatzweg einen anderen kannibalisiert und welche Strategie am Ende erfolgreich ist. Und da eine Einschätzung bei Musik bzgl. "preiswert" wohl eher schwierig ist und einige denken mögen, die Künstler verdienen sowieso genug, so trifft das sicher auf einige bekannte Künstler zu, aber eben auf viele andere nicht unbedingt.
      Wie auch erwähnt, wird es also entweder gar keine Musik über Streaming mehr geben, Streaming wird teurer (sind 30 EUR / Monat immer noch preiswert?) oder der Katalog wird so unattraktiv, dass niemand mehr bereit ist, zu zahlen.
      Da heute leider immer mehr die kostenlos-Mentalität Einzug hält, sollte jeder überlegen, wie viel er bereit ist, für (gute) Musik zu zahlen. Ich für meinen Teil finde die ca. 10 EUR pro Monat lächerlich im Vergleich dazu, was man vorher für Musik gezahlt hat.

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  7. von Markus am 04.11.2014 (13:06 Uhr)

    Naja, es ist klar, dass Künstler so wie jeder andere Dienstleister den größtmöglichen Ertrag mit ihrem Aufwand erreichen wollen. Aber eigentlich wäre da doch das ganze Onlinebusiness die Hölle im Musikerhimmel. Die einen verfluchen Apple weil man im Store Titel einzeln kaufen kann, die anderen meiden Spotify wie der Teufel das Weihwasser. Ist ja auch böse... Ich glaube aber, dass das gewaltig nach hinten losgeht. Immer mehr Bands setzen auf das Onlinebusiness, vertreiben ihre virtuellen Platten nur noch über WorldWideWeb. Und komisch... sie leben noch. Das sind dann komischerweise meistens die Bands, die Stadien und Clubs füllen und live zeigen was sie können... Man kann von Taylor und Co. halten was man will. Die Zukunft ist Streaming - und das schon seit längerer Zeit!

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  8. von Conny am 04.11.2014 (13:28 Uhr)

    Und das zeigt mal wieder das Problem auf. Von einem auf den anderen Moment sind die Lieder weg die ich gerne höre bzw. welcher ich mich dort hingegeben habe. Das kann bei einer gekauften CD oder einem Musikdownload nicht passieren. Schon ganz schön ärgerlich wenn von einer auf die anderen Sekunde die ganze Musik verschwindet. Wenn der erste Dominostein fällt, dauert es nicht lange bis die ganze Reihe umkippt...

    p.s. würde nie auf die idee kommen für musik zu zahlen, der rundfunkbeitrag reicht mir schon. künstler unterstütze ich wenn dann lokal aus der region, und nicht die "gehypten" künstler.

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  9. von Saenic am 04.11.2014 (13:28 Uhr)

    Der Unterschied von Streaming zu Radio ist, dass beim Streaming die User bestimmen, was sie hören. Beim Radio gibts die Moderatoren, die - basierend auf irgendwelchen Chart Plazierungen oder persönlichen Vorlieben - eine Playliste zusammenstellen. Bei den Streaming Diensten nehmen die User nur die Lieder/Alben in ihre Sammlung auf, die sie wirklich hören wollen.
    Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn ein Musiker bei Spotify & Co viel weniger verdient als im Radio, dass kaum jemand seine Musik anhört.

    @Markus
    Ich persönlich finde, dass Streaming aus technischer Sicht eigentlich total bescheuert ist, wozu wertvolle Bandbreite verschwenden, wenn man die Musik auch vom Gerät abspielen könnte. Zwar haben die Streaming Dienste auch offline Funktionen, aber trotzdem werden die Dateien nicht als MP3 gespeichert, damit man sie nicht einfach raubkopieren kann. Wenn man dann doch mal ne MP3 braucht um sie z.B. als Klingelton oder Wecker Musik einzurichten, lößt sich die Illusion der "überall verfügbaren Musik" in Rauch auf.

    Streaming Dienste basieren nur auf einer Gesetzeslücke, da sie keine Musik verkaufen, sondern nur eine Dienstleistung anbieten. Das wird dann erkauft durch teure Bandbreite und nicht wirklich "überall verfügbare Musik".

    In diesen Sinne: Streaming soll bitte schnell sterben!

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    • von Insomnia88 am 05.11.2014 (13:02 Uhr)

      Beim streamen hast du aber den Vorteil das gestreamte im Idealfall sofort zu konsumieren. Der Download braucht an sich erstmal seine Zeit. Diesen Punkt scheinst du völlig zu vernachlässigen, wobei dieser eigentlich mit einer der Hauptgründe ist.

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  10. von Marius Rzepczyk am 04.11.2014 (13:38 Uhr)

    Insgesamt ein spannender Beitrag. Allerdings gibt es in der Argumentation den ein oder anderen Schwachpunkt.

    Komplett außen vor gelassen wird die Marge von Spotify, irgendwas wollen die Jungs ja auch noch an der Sache verdienen. Jeder Cent oder Bruchteil eines Cents, der an einen Künstler gezahlt wird geht von Spotifys Marge ab. Hier ist meiner Meinung nach der 1. Hebel an dem man ansetzen kann wenn es um höhere Tantiemen für die Künstler geht.

    Was das Thema Skalierung angeht: Nein, der "Ertrag" bleibt eben nicht gleich. Wie gesagt, alles was an monatlichen Gebühren nicht "verbraucht" wird bleibt bei Spotify. Das genaue Verrechnungsmodell dahinter ist hier auch eher zweitrangig. Durch die Masse der Nutzer werden Skaleneffekte erreicht, Reduktion der Marketingkosten und Senkung der IT-Kosten zahlen direkt auf den Customer Lifetime Value ein, der bei Spotify vermutlich die zentrale Kennzahl sein wird.

    Angenommen ich habe eine monatliche Gebühr von 9,95 $ und ziehe davon MwSt. ab so kann ich zum Betrag von 0,006$ insgesamt 70 Stunden Musik hören. Das sind - auf den Monat gerechnet etwas mehr als 2 Stunden pro Tag, ein Wert auf den der "normale" Nutzer vermutlich nicht kommt. Platz genug also für höhere Tantiemen an Künstler wenn Sie denn nötig sein sollten, was sie aber nicht sind und daher bleibt das Geld bei Spotify.

    Fakt ist, dass die betroffenen Künstler den gerade ablaufenden Paradigmenwechsel nicht weiter befeuern wollen. Die Entwicklung hin zu einer "Pay as you Use Economy" nimmt in vielen Bereichen ihren Lauf, die Musikindustrie merkt es nur am ehesten. Dabei sollte es die Musikindustrie sein, die sich auf solch gravierende Änderungen besser einstellen können müsste. Obwohl das Geschäftsmodell seit den 90ern durch Brenner, MP3 und P2P Tauschbörsen "bedroht" wird möchte (zumindest ein Teil) der Musikindustrie weiterhin ein Teil des Problems und nicht der Lösung sein.

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    • von Benno am 04.11.2014 (17:55 Uhr)

      So ist es. Einen Paradigma-Wechsel beim Konsumverhalten der Musikhörenden kann man nicht verhindern - schliesslich fusst das Verhalten auf einem echten Bedürfnis! Streaming gehört deshalb die Zukunft. An den Abrechnungsmodellen darf aber gut noch etwas geschraubt werden - speziell wenn die grossen Labels dann etwas weniger für ihre schlechten, hochgepushten Hits kassieren ;-). Auch zahle ich für gute Musik gerne etwas mehr als 10 EUR/Monat - Hauptsache ich kann selber entscheiden, was gespielt wird und muss nicht das Kommerz-Gedudel im Radio hören.

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    • von OpenObserver am 04.11.2014 (18:35 Uhr)

      >>auf den Monat gerechnet etwas mehr als 2 Stunden pro Tag, ein Wert auf den der "normale" Nutzer vermutlich nicht kommt.<<

      18.00 Uhr Feierabend
      18.30 Uhr Zuhause - Streaming an

      Natürlich kann der "normale" Nutzer locker pro Tag 2 Stunden Musik hören erreichen. Man schaltet einfach nur seine Playlist an und die läuft dann nebenbei. Ob man kocht, putzt, zockt oder irgendetwas anderes treibt wird auch schnell irrelevant. Viele hören Musik ja nicht als Hauptbeschäftigung sondern im Hintergrund.

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  11. von derWebdesigner am 04.11.2014 (13:47 Uhr)

    Sehr schön geschrieben Jochen, über die Sichtweise der Skalierbarkeit von Spotify hatte ich mir vorher noch keine Gedanken gemacht, das Problem dahinter finde ich aber spannend!

    Lg,
    Manuel

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  12. von Captain_Miuta am 04.11.2014 (13:55 Uhr)

    Mich würde sehr interessieren wieviel genau Taylor Swift den bei Spotify verdient hat...denn ganz ehrlich 10 Euro im Monat ist meiner Ansicht nach viel zu teuer. Für 10 Euro im Monat kann ich mit durschnittlichen 20 Musikartikel in guter Qualität als MP3 kaufen, die dann mir gehören und ich damit machen kann was ich möchte...für immer und ewig. Ich kenne fast niemanden der soviel Musik hört das er auf 20 neue Artikel pro Monat auch nur ansatzweise kommt. Das sind eigentlich nur ein paar Ausnahmen. Ich sag mal vielleicht sind es 5 von 50 Personen die soviel und andauernd Musik hören, das sich sowas wie Spotify überhaupt ansatzweise lohnen würde zu bezahlen.

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  13. von Manuel am 04.11.2014 (13:58 Uhr)

    Ich persönlich bin Premium Kunde bei Spotify. Wegen der Offline-Verfügbarkeit auf meinem Smartphone. Ok, und weil ich mir einbilde die Künstler die ich dann höre zu unterstützen. Natürlich ist mir klar, dass das kaum der Fall ist.

    Aber sehen wir das doch mal anders: Ich habe ein begrenztes Budget für Musik im Monat. Hier 10€, dafür kann man dann, zumindest digital, ein Album kaufen. Also pro Monat ein Album. Wenn der Künstler dann alle zwei Jahre ein Album raus bringt, verteilen sich die 10€ auf 24 Monate, á 12 Songs (grob geschätzt) sind dann 0,03472€ pro Song, wenn ich ihn nur einmal höre. Werde ich wohl nicht machen, sondern öfter. Also geht der Preis pro Abspielen noch mal runter. Klar, der Künstler hat den Gewinn in der Tasche, und ihm ist dann egal wie oft ich den Song höre.

    Kaufen ist also gut für den Künstler. Für mich aber nicht.
    Ich möchte für mein Budget viele verschiedene Lieder von verschiedenen Künstlern hören. Nicht nur ein Album jeden Monat hoch und runter. Also verteile ich mein Geld auf die gehörten Songs. Einzeln. Monat für Monat.
    Das ist also gut für mich, weniger für den Künstler.

    Jetzt frage ich mich aber schon lange, was mit meinem Geld passiert, wenn ich ein Abo habe, dass ich mal nicht nutze. 3€ bekommt Spotify, 7€... ja wer, wenn ich nicht oder nur ganz wenig höre?
    Ich fände eine Verteilung wie bei flattr.com interessant: Die 7€ werden ausgeschüttet. Immer. Aufgeteilt auf die von mir gehörten Songs. Wenn ich nur einen Song höre, ist der halt 7€ wert. Höre ich 100 Lieder, immerhin noch 7 Cent. Was ja weitaus mehr ist, als Spotify jetzt ausschüttet. Und bevor jemand sagt "aber was ist wenn jemand sehr viel musik hört?".
    Rechnen wir mal mit 0,006 Cent (Dollarkurs mal außer Acht), müsste man 1167 Lieder im Monat hören. Durchschnittlich und jeder User. Ist viel glaube ich. Das wäre doch mal ein System, mit dem die Künstler nicht zu kurz kommen. Dafür natürlich der Streamingdienst.

    So, hoffe ich hab keinen Denkfehler und soweit richtig gerechnet. Es darf gerne korrigiert werden.

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    • von Daniel am 04.11.2014 (15:07 Uhr)

      Dein Ansatz gefällt mir, auf der anderen Seite sind 1200 Lieder in etwa 2 Stunden Musik pro Tag. Ich für meinen Teil höre am Tag zwischen 4 und 8 Stunden Musik. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich damit alleine bin und andere Nutzer nicht mindestens auch 2 Stunden Musik am Tag hören.

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  14. von haefti am 04.11.2014 (14:22 Uhr)

    Trent Reznor ist da mal wieder etwas realistischer, auch wenn er (noch?) keine Antwort hat:

    "I think paying for music is a relic of an era gone by – and I’m saying that as somebody who hopes you pay for music."

    http://metalhammer.teamrock.com/news/2014-11-03/paying-for-music-is-a-relic-from-the-past-reznor

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  15. von Will am 04.11.2014 (14:52 Uhr)

    Sollen Spotify und Co. branchenübergreifend Staffelungen einführen, auf diese Weise könnten sie die Ausschütung der Tantiemen steuern, wie z.B. 200 Songs/Nutzer, für 2,99€ im Monat / 400 Songs für 5,99€ / etc.
    Und falls jemand nur auf Pink Floyd steht, dann muss er/sie/es halt einen Aufpreis zahlen. So funktioniert's im Restaurant mit dem 3-Gänge Menü, warum also nicht im digitalen Bereich?

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  16. von Chris Lüders am 04.11.2014 (15:04 Uhr)

    Also, wenn die Streaming Dienste dichtmachen, dann wird halt wieder die Raubkopiererei ansteigen. Ich glaube damit schneiden sich die Künstler ins eigene Fleisch.

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  17. von Daniel am 04.11.2014 (15:31 Uhr)

    Wer sagt denn überhaupt, dass man mit Musik reich werden muss. Ist es nicht ein Beruf wie jeder andere auch? Außerdem kann Musik, einmal komponiert, beliebig oft vervielfältigt und verkauft werden. Mein Mitleid für Musiker mit einem geschätzten Vermögen von ca. 70 Mio. hält sich in Grenzen. Wenn andere Berufsgruppen auf diese Art anfangen würden, mit ihrer Arbeit reich werden zu wollen, dann hätten wir wohl ein viel größeres Problem...

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  18. von Peter P am 04.11.2014 (15:44 Uhr)

    Ist ja nicht nur eine Frage des Geschäftsmodells, sondern auch der Nachfrage. Ich gehe davon aus, dass der Durchschnittsbürger einfach nicht bereit ist, mehr als 10 Euro monatlich für Musik auszugeben - der Stellenwert liegt für den Normalnutzer vermutlich unter dem eines Handys (mit dem die meisten sicherlich auch mehr Zeit verbringen als mit Musik).

    Ich höre viel und gerne Musik, zähle mich aber nicht zu den Audiophilen. Ich selbst habe vor Streaming-Zeiten grob geschätzt 15 Euro pro Monat für Tonträger ausgegeben, schon immer. Insgesamt hat sich daran nur geändert, dass ich 10 Euro davon nun für Streaming bezahle. Letztendlich fließt zumindest meinerseits also etwa der selbe Betrag ins System - der Streaming-Zehner wird halt kräftig gestreut - die wenigen Tonträger die ich noch Kaufe werden direkt beim Künstler oder Label gekauft. Damit unterstütze ich die "Kleinen", die es mir besonders angetan haben.

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  19. von Peter P am 04.11.2014 (15:51 Uhr)

    ~0,007 $ pro gestreamten Titel finde ich übrigens ganz vernünftig.

    Analogie zur CD: wenn eine CD ihr Geld wirklich wert ist, kann ich sie locker 50 mal hören. Wenn's weniger ist, geht's für mich schon Richtung "Fehlkauf".

    Wenn ich mir ein Streaming-Album mit 12 Titeln 50 mal anhöre, käme das auf 4,20 $ - klingt für mich spontan nicht soooo schlecht, oder?

    Dass "die jungen Leute heutzutage" ein anderes Hörverhalten haben und keine Alben mehr durchhören, sondern meist nur noch die Hits wollen, steht auf einem anderen Blatt, Stichwort Nachfrage. Aber genau für diese Zielgruppe gibt's ja die Popmusik-Maschinerie, die Billigware am Fließband produziert.

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  20. von Will am 04.11.2014 (15:56 Uhr)

    Eigentlich bräuchten Spotify, Deezer & co. nur Staffelungen einfügen, um die Auszahlung der Tantiemen Leistungsgerecht zu halten; Wie zum Beispiel: 200 Songs/Nutzer, für 1,99€ / 400 Songs, für 2,99€ / etc.
    Und wenn Pink Floyd mehr haben wollen, dann müssen Hardcore Fans eben 1€ mehr im Monat bezahlen. Was beim Restaurant beim 3-Gänge Menü für 33€ funktioniert, sollte schließlich auch im digitalen Bereich umzusetzen sein.

    Das Problem ist aber mMn. ein ganz anderes.

    Spotify verhält sich zu Musiker wie, 99designs/Fiverr zu Grafiker, Streamingplatformen zu Bewegtbildindustrien, Entwicklungsländer zu den Programmierern, und das Internet zu Print (wenn auch vermindert). Dabei haben alle neuen Platformen eines gemein: sie bauen ihre Existenz auf ein Medium auf das sie auf Dauer zerstören - eigentlich ein parasitäres Verhalten. All diese Dienste fördern Plagiate, bestrafen Fleiss, und ersticken Kreativität.

    Da sich aber unsere Gesellschaft in unseren Geschäftsmodellen widerspiegelt, so ist es nicht weiter verwunderlich dass, diese immer mehr parasitäre Züge einnehmen. Auf kurz oder lang werden wir unsere Kultur zerstören, und somit uns selbst. Die Frage ist nur, wie schnell.

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  21. von MatthiasA am 04.11.2014 (15:57 Uhr)

    Interessante und inhaltlich wertvolle Kommentare, die mir das mit dem Skaleneffekt für Spotify aus dem Munde genommen haben. ;-)

    Fakt ist aber: Nach der CD kam die Piraterie, nach der Piraterie kamen Musicload, itunes und wie die alle heißen. Aus MP3s kaufen wird Streamingabo werden, zwangsweise, selbst der noch größte Player am MP3-Datei-Markt - Apple iTunes - will Streaming werden. Deswegen haben die Milliarden für beats ausgegeben. Google mischt auch mit, Spotify ist noch Weltmarktführer, es gibt WIMP, Rdio, Napster (also das legale, nach der Tauschbörse) und bestimmt noch ein Dutzend andere, die vielleicht verschwinden oder geschluckt werden. Wer will heute noch einen Plattenladen aufmachen? Keiner.
    Wer will in zwei Jahren noch einen Onlineshop für Musikdateien eröffnen? Höchstens noch ein Plattenlabel selber :-D. #Neuland

    Und dann können die Musiker mal sehen, wo sie bleiben, wen 98% der Musik auf der Welt über Streaming für Bruchteile eines Cent gehört wird. Da bleiben 3 oder 4 große übrig, Spotify, Google, Apple und ein asiatischer Anbieter. Wetten? Weil Spotify das ist, was die Menschen wollen. Genau wie itunes damals das war, was die Menschen wollten.

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    • von radioEttlingen.de am 04.11.2014 (19:49 Uhr)

      Vorsicht !!! ich sehe Google nicht als sonderlich groß an, was alle hier vergessen ist - zumindest für die Sparte - Beatport, das ist quasi ein Spartenmonster und hier haben weder Apple noch Google den Hauch einer Chance, mal ganz abgesehen davon, das all die Leute wohl eher von den Gigs leben, eher weniger von den Verkäufen.

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      • von Marius Rzepczyk am 05.11.2014 (09:07 Uhr)

        Sorry, aber das stimmt nicht. Der Umsatz von Beatport kommt von genau einer Zielgruppe und das sind DJs. Einen Nischenanbieter für Elektronische Musik mit einen Mainstreamplayer wie Apple zu vergleichen ist sehr weit hergeholt. Zumal der Umsatz von beatport mit 66 m€ (Stand 2012) grade mal einen Bruchteil des Umsatzes von iTunes ausmacht - das nebenbei bemerkt ca. 74% des Marktes für digitale Musikdownloads für sich beansprucht.

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  22. von Ronny Hartenstein am 04.11.2014 (17:07 Uhr)

    Gibt es eigentlich Berechnungen, wieviele Leute aus der Illegalität - also 0 EURO alles gesaugt - hin zu 9,99 EURO Bezahler geworden sind. Die werden nach Ende der Streaming-Ära ja sicher nicht auf einmal zu Musik-Besitzen-Wollern werden.

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  23. von Reto Ramel am 04.11.2014 (19:20 Uhr)

    Die Diskussion ist durchaus berechtigt. Doch frage ich mich in wie Weit bei Taylor auch die PR eine Rolle spielt. Auch wenn ihr Verdienst, glaubt man den Medien, nicht gerade klein ist, frage ich mich hat Sie es nötig? Ich bin auch der Meinung, die Geschäftsmodelle der Dienste sollten überdenkt werden. Aber die heutige Musikindustrie (bewusst gewählt) hat noch ganz andere Baustellen. Auch die Aussage von Taylor, Musik sei Kunst und Kunst sei rar... finde ich ehrlich gesagt etwas gewagt. Schlussendlich gibt es in der Musikszene viele die möglichst schnell und oft mit an Qualität fraglichen "Kunstwerken" auf schnelles Geld aus sind. Ob Taylor Musikgeschichte schreiben wird, wird sich weissen... Jedenfalls ist Sie noch weit weg von einem Hendrix, Prince oder Tina Turner.

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  24. von Timo am 04.11.2014 (20:26 Uhr)

    Dann hör ich halte keine Musik der Dame mehr! (was sowie so nicht der fall war)
    Ich finde es langsam ein Witz. Ich kann es verstehen wenn eine aufstrebende Band die gerade so von ihrer Musik leben kann, sich unterbezahlt fühlt.
    Aber die Stars haben alle schon Millionen und bekommen immer noch nicht genug?
    Zuerst hat man gejammert das die Musik illegal gedownloadet wird. Jetzt ist es legal aber jemad kriegt den Hals nicht voll genug? Ich zahle gerne 10 Euro im Monat für Spotify. Aber mehr eben auch nicht.
    Wenn es Spotify mal nicht mehr geben sollte steig ich wieder auf Youtube um und fertig.

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  25. von Pro Quelle am 04.11.2014 (20:53 Uhr)

    Irgendwo hiess es, sie hätte es leergeräumt weil sie es nur im Ausland per Spotyfy (kostenlos?) verbreiten wollte aber das wäre nicht gegangen.

    Es zählt doch vermutlich wieviel man pro Monat einnimmt. D.h. wie viel Cash-Stream jede Quelle dem Künstler liefert: Radios, CDs, E-Musik, Konzerte, Film-Musik,... .
    Und wie vie prozentual die Labels bekommen.

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  26. von Ghosthack am 05.11.2014 (00:25 Uhr)

    1,95 US-Dollar für 1 Millionen Youtube Views?
    Das ist aber nicht wirklich korrekt oder?

    Aus der Sicht eines kleinen Musikers finde ich Spotify insgesamt ziemlich unrentabel und ich kann mir auch nicht vorstellen wie sich die 10€ im Monat gerecht aufteilen sollen, wenn ich mir überlege wie viele verschiedene Lieder ich in einem ganzen Monat höre, vor allem wenn ich den Spaß auch noch mobil genießen kann.

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  27. von mosley am 05.11.2014 (05:30 Uhr)

    der vergleich mit radio hinkt. klar hören da viel mehr leute zu. aber radio ist nicht on demand. das ist der zentrale unterschied, und wer den einfach mal komplett ausklammert, verstehts entweder nicht oder will es nicht verstehen. das radio hat in mehr als 50 jahren niemals musikverkäufe kannibalisiert, im gegenteil, es war (und ist) ein appetitmacher, denn wenn man einen song wirklich verfügbar haben will und nicht drauf warten will dass man ihn mal wieder zufällig im radio hört, dann kauft man ihn eben.

    und genau dieser unterschied fällt bei spotify komplett weg.

    "kleines detail" am rande...

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  28. von Ronny Hartenstein am 05.11.2014 (08:23 Uhr)

    Kontroverse Geschichte, wie schon die Ablösung des manuellen Webens durch Webstühle ... aber die Zeiten ändern sich, und durch Spotify muss der Mainstream (ich gehör ja auch dazu) nicht mehr nur den vorgegebenen Einheitsbrei hören, sondern darf durch Musik SURFEN (wie bei Netflix/AmazonPrimeVideos durch Filme). Dadurch entdecke ich immer mal wieder Perlen die ich dann doch öfter höre. D.h. WIRKLICH GUTE Musik hat eine Chance ("setzt sich durch" gestrichen) gegen die durch Werbeetat gehypte Konservenmusik (Castingshows etc). Das kann Indie sein, oder auch Hardrock, oder aber auch ein zwei Songs gehypter Bands, die dann aber halt auch gut sind. DAS möchte ich nicht mehr missen.

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  29. von Moritz Armbrust am 05.11.2014 (09:15 Uhr)

    Zu der heiß diskutierten Frage, ob 9,99 genug sind möchte ich gar nicht viel sagen; hier müssen mal Wirtschaftswissenschaftler ran, die kalkulieren ob sich das Kapital im Musikmarkt durch Streaming verringert oder nicht. Interessanter find ich die Frage, ob Taylor Swift eventuell gewechselt hat, um das Werbegesicht eines anderen Streaming-Dienstes zu werden? Oder weil die Radio-Lobby ihr mehr Geld geboten hat um, wenn sie nicht mehr in Streaming Diensten aufzufinden sind?

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  30. von sst am 05.11.2014 (09:50 Uhr)

    "Streaming ist die Zukunft, sagt die Branche, sagen die Nutzerzahlen und zeigen die Statistiken, die auf sinkende MP3-Downloadzahlen hinweisen."

    Die Branche sagt, Streaming sei die Zukunft? Welcher Teil der Branche? Kurzfristige Zukunft oder doch eher mittelfristige oder gar langfristige? Momentan erzielt die Branche 80% ihres Umsatzes immer noch mit dem Verkauf physischer Tonträger. Logisch, ist die Marge hier doch um ein vielfaches größer, gerade wenn es Richtung Premium Editionen, Fan-Boxen etc. geht. Kurz- und mittelfristige Zukunft wird für die Branche daher zunächst sein diese Marge zu vergrößern, Kunden zu binden und genau zu wissen, welche Fans bereit sind physische (Premium-)Produkte zu kaufen. Spotify dagegen ist ein guter Promo-Kanal, ähnlich wie das hier ins Spiel gebrachte Radio - allerdings On-Demand verfügbar. Ein bis zwei Singles eines Albums auf Spotify und für das Radio, das ganze Album gibt's dann als Download oder eben als physisches Produkt. Der Backkatalog kann zu Promo-Zwecken ebenfalls bei Spotify auszugsweise verfügbar gemacht werden. Das ist gängige Praxis bei vielen unabhängigen Plattenfirmen, die ihre Kohle definitiv nicht über Spotify verdienen. Dementsprechend sagen diese Unternehmen auch sicher nicht, Spotify sei die Zukunft. In dieser Zukunft würde es sie nämlich nicht mehr geben.

    Die Diskussion ist häufig getrieben von den Standpunkten der Gegenpole Major-Label vs. Tech-Start-Up, klammert dabei die Indie-Labels aber aus. Letztere erzielen mit Spotify kaum Einnahmen und so ist es dann eine Frage der Einstellung, ob und inwieweit diese Labels ihre Musik bei Spotify zur Verfügung stellen. Wenn Spotify kein "Vollsortiment" anbieten kann, wird das allerdings zum Problem und könnte das Geschäftsmodell gefährden, da gebe ich dem Autor Recht.

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  31. von Max am 05.11.2014 (12:08 Uhr)

    Wie wär es wenn die Manager und Künstler mal Ihr Gehalt an Ihre Leistung anpassen, dann wären sie nämlich froh über die Vergütung.
    Ich meine warum stellt keiner mal den Lebensstandard eines Künstlers und Ihre Manager in Frage?

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  32. von TheAniolad am 05.11.2014 (15:07 Uhr)

    Nur als Bemerkung. Das meistgehörte Lied auf Spotify war seit Wochen (bis vorgestern) von Taylor Swift (über 200Mio glaub ich). Es ist also nicht irgendjemand, der da aussteigt. Meine Vermutung, warum sie genau jetzt aussteigt ist, dass sie möchte, dass ihr gerade erscheinendes Album auch gekauft wird und nicht sofort kostenlos auf Spotify verfügbar ist. Die Film-Industrie geht damit anders um: Zuerst kommt ein Film ins Kino, dann auf DVD und wenn man Glück hat dann auch recht schnell auf Netflix, Amazon etc.. Ich finde Spotify genial und 10€ für ein Premium Abo ist wirklich günstig, aber vielleicht muss das Ganze noch etwas optimiert werden, damit etwas mehr Geld für die Künstler rausspringt z.B. dass das neue Alben zuerst nur für Pro-Premium-Kunden verfügbar sind o.ä.. Aktuell ist es schon krass, dass man alle (!!!!) Musik der Welt einfach so kostenlos hören kann.

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  33. von EmKa am 05.11.2014 (16:43 Uhr)

    Ach, der Zug ist abgefahren. Streaming ist nicht mehr aufzuhalten. Egal ob Musik-Streaming oder Video-On-Demand ... Da kann die kleine noch so rumquengeln.

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  34. von TorHH am 05.11.2014 (21:21 Uhr)

    ->TheAniolad: Es ist durchaus möglich und wird auch schon von vielen Künstlern praktiziert, Alben und/oder einzelne Titel erst nach dem physischen Release auf den Streamingservices zur Verfügung zu stellen, oder aber man stellt zum physischen Release nur die "Singles", also 3-4 Titel aus dem Album via Streamingservices zur Verfügung, so die Nutzer diese in ihren Playlisten verwenden können.

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  35. von andy.mustermann am 07.11.2014 (10:49 Uhr)

    Solange nicht überall Internet verfügbar ist, bringt mir persönlich Streaming wenig. Ich höre meistens in der Bahn oder U-Bahn, wie es nicht Funklöcher gibt, sondern lediglich Empfangsoasen. Wenn ich die Offline-Verfügbarkeit nutze, kann ich ja gleich meine gekaufte Musik auf das Geräte packen.

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  36. von JenZzzz am 07.11.2014 (12:48 Uhr)

    Sowas könnte ich mir auch vorstellen: ein gemischtes Streaming/Download-Model.
    Beispiel: ich zahle 10 Cent für ein Musikstück, kann es sofort hören per Stream, im Hintergrund wird es aber auch auf meinen Rechner runtergeladen und steht später als MP3 zum wiederhören bereit.
    Ich fände es doof, wenn ich für einen Streamingdienst bezahlt habe über mehrere Jahre und irgendwann nicht mehr die Musik darüber hören kann die ich mag, weil der Künstler gegangen ist. Deswegen kaufe ich fast nur noch MP3s.
    Unverschämt finde ich aber nach wie vor das Verhältnis von CD zu MP3. Beispiel 3 Fragezeichen, da ist teilweise die CD billiger als die MP3 bei amazon?!

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