Spotify: Das dreigeteilte Preismodell wird identisch übernommen
Wie in Europa bietet Spotify auch in den USA ein gestaffeltes Preismodell. Da gibt es den kostenlosen Account, mit dem man Musik nur auf einem Desktoprechner konsumieren kann. Der Dienst wird von Werbung unterbrochen und kann lediglich 10 Stunden pro Monat genutzt werden. Anders als Europäer kommen Amerikaner in das kostenlose Modell nur über den Weg des Invites. Diese Invitecodes scheinen relativ rar gesät zu sein, so dass im Laufe des Tages bereits ein Schwarzmarkt auf eBay und anderen Konsumentenplattformen entstanden ist.
Im Tarif Spotify Unlimited für monatliche 4,99 Dollar entfällt im Vergleich zum Tarif Spotify Free die Hörbeschränkung auf 10 Stunden monatlich. Weiterhin wird die Übertragung nicht mehr durch Werbung unterbrochen und der Modus Spotify Radio, der seine Nutzer ähnlich dem Last.FM Radio mit Musik vorgewählter Genres oder ähnlicher Künstler versorgt, ist enthalten.
Wer all das und zusätzlich Zugriff auf die Musikbibliothek über mobile Plattformen, sowie die Verwendung auf Heimmusikanlagen wünscht, muss den Tarif Spotify Unlimited für monatliche 9,99 Dollar wählen. Nur in diesem Preismodell gibt es auch einen Offlinemodus für Rechner und Mobilgeräte, der es erlaubt, Musik ohne betstehende Internetverbindung zu konsumieren. Der Spotify Client steht für iOS und Android, aber auch für Palm, Windows Phone und Symbian bereit.
Während, wie bereits erwähnt, der Free-Tarif in den USA derzeit nur über den Weg eines Invites zu erhalten ist, können die beiden Bezahltarife ab sofort von jedem Teilnehmer mit US-IP und entsprechender Heimadresse gebucht werden.
Spotify: Wann kommt der Dienst nach Deutschland?
Der Stand in Deutschland entspricht im Prinzip dem, was amerikanische Interessenten jahrelang zu hören bekamen. Vor gut zwei Monaten resümierten wir den aktuellen Status hier bei t3n. Seitdem hat sich an den grundlegenden Fakten nichts geändert. Nach wie vor wurden die Verhandlungen mit der GEMA nicht wieder aufgenommen. Eventuell hätte der kolportierte Facebook-Deal, über den t3n ebenfalls berichtete, den Gesprächen neues Leben einhauchen können.
Die Verhandlungen mit der GEMA waren vor allem an unterschiedlichen Vorstellungen tragfähiger Entlohnungsvereinbarungen gescheitert. Die GEMA bestand auf einer Zahlung pro Abruf, was für jeden Dienst schon rein betriebswirtschaftlich keine akzeptable Variante darstellt und sogar Lösungen denkbar werden lässt, in denen man dem Dienstbetreiber durch ain paar schicke technische Tricks ordentlichen finanziellen Schaden zufügen kann.
Stattdessen schlug Spotify eine Gebühr pro Nutzer vor. So hätte der Dienst jederzeit eindeutig kalkulieren können, wie sich die Gema-Anteile bezogen auf die deutsche Nutzerschaft entwickeln werden. Bei einer Abrechnung nach tatsächlicher Nutzung ist das ohne weiteres nicht möglich. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Gema-Anteile umgekehrt proportional zur Nutzerschaft entwickeln könnten, da man die Aktivität der Nutzerbasis nicht sauber im Vorfeld einschätzen kann.
Vor Jahren hatten die Mobilfunkbetreiber ganz ähnliche Probleme und wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen Internet Service Provider, wie etwa 1&1, zu aktive Kunden, also solche mit überdurchschnittlicher Nutzung, zu kündigen versuchten.
So weh es auch tut, an dieser Stelle muss man Spotify verstehen. Umdenken ist lediglich bei der GEMA zu fordern. Es kann doch nicht im Sinne der Rechteinhaber sein, dass der zweitgrößte Musikmarkt der Welt immer stärker ins Hintertreffen gerät. Schon die YouTube-Nutzung wird mehr und mehr zum regelrechten Ärgernis. Glücklicherweise benennt YouTube jetzt dezidiert die Gründe für die Nichtverfügbarkeit einer extrem hohen Zahl populärer, aber auch weniger populärer Videos.
Auch wenn es darüber wohl im beschaulichen Deutschland nicht zur Revolution kommen wird, könnte sich das Thema durch ständige Präsenz auf die Agendas einflussreicher Gremien verirren und über kurz oder lang doch noch einer Lösung zugeführt werden. Immerhin kann die GEMA als Verein jederzeit aufgelöst werden. Dieser Beschluss wäre Aufgabe der Mitgliederversammlung nach § 10 Abs. 6 Punkt h der GEMA-Satzung in der aktuell gültigen Fassung. Nur mal so als Tipp...





10 Answers
von Akif Sahin 14.07.2011 (19:55Uhr) 1.
Wieso soll man auf Spotify warten? Der Dienst ist quasi identisch mit Simfy, was derzeit sehr gut angelaufen ist und läuft...
von Andreas Lenz 14.07.2011 (20:39Uhr) 2.
bei mainstream- & popsound vielleicht. von der breite her gesehen und z.b. bei underground-sound scheint es bei spotify einfach mehr und vor allem schnellere releases zu geben.
von Spotify ist in den USA endlich gestartet… 14.07.2011 (21:40Uhr) 3.
[...] Weiterlesen bei t3n >> [...]
von No Name 14.07.2011 (21:45Uhr) 4.
Man müsste halt das GEMA-Preis-Modell für Radiosender auf z.B. Spotify adaptieren und ggf. Anpassungen vornehmen.
Daran scheitern die Ausdrucker aber gerne.
von Basti 14.07.2011 (21:52Uhr) 5.
was mir unverständlich ist, ist wieso es denn bei simfy mit der GEMA klappt.
von otomo 15.07.2011 (09:42Uhr) 6.
Mich würde in dem Zusammenhang auch interessieren wie die Einigung von Simfy mit der GEMAhweg aussieht.
Bin eigentlich sehr zufrieden mit simfy. Das es dort nur Mainstream gäbe kann ich nicht nachvollziehen.
von Aleks 15.07.2011 (11:37Uhr) 7.
Ich weiß nicht ob ich da der einzige bin, aber ich finde das Bild im Artikel ein wenig deplatziert.
von otomo 15.07.2011 (11:43Uhr) 8.
@Aleks: Ja, Du bist der Einzige...
von Spotify, Simfy und Napster verlieren üb… 21.11.2011 (11:55Uhr) 9.
[...] Spotify ist in den USA endlich gestartet! Wann kommt der Dienst nach Deutschland? - t3n News [...]
von Internet News – Spotify, Simfy and… 21.11.2011 (13:57Uhr) 10.
[...] Spotify is finally started in the USA! When does the service come to Germany? – t3n news [...]