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Squirt: So liest Du jede Webseite wie auf Speed

Squirt: So liest Du jede Webseite wie auf Speed

Speed-Reading! Immer mehr Tools werben derzeit um die Gunst der Lesemuffel, versprechen noch mehr Informationen in noch weniger Zeit. Der jüngste Protagonist: Squirt – ein Bookmarklet für den , das Nutzer in wenigen Minuten durch Text-Wüsten im Internet schleusen soll.

Squirt: So liest Du jede Webseite wie auf Speed

Speed-Reading mit Squirt. (Screenshot: Squirt)

Speed-Reading mit Squirt: Die digitale Pille für den Informationshunger

In dem Film „Ohne Limit“ gibt es sie, diese eine Pille für Hyperintelligenz. Sie treibt den Intelligenzquotienten des Protagonisten Bradley Cooper binnen weniger Sekunden ins Unermessliche, lässt ihn ganze Bücher in zwei Tagen schreiben und kritische Aktienbewegungen schon Stunden zuvor von der Börsentafel herauslesen. Eine Pille für Macht und Reichtum. Wer sie einmal nimmt, kann nicht mehr aufhören.

Zugegeben: ein solches Wundermittel ist Squirt zwar nicht, dennoch verspricht das Tool so etwas wie eine digitale Pille für den Informationshunger. Squirt ist ein Speed-Reading-Tool, mit dem man Texte binnen weniger Minuten (oder Sekunden) lesen kann. Das ist freilich nicht neu, erst vor kurzem wurde mit Spritz ein Speed-Reading-Tool vorgestellt. Genau daran orientiert sich Squirt auch, mit dem Unterschied, dass es das Prinzip nicht nativ auf mobile Endgeräte, sondern in Form eines Bookmarklets direkt in den Browser überträgt. Dafür müssen Nutzer das Bookmarklet einfach von der Webseite per Drag & Drop in die Lesezeichenleiste ihres Browsers (unterstützt werden Google Chrome, Safari und Firefox) ziehen und können sofort loslegen.

Mit Squirt und einem Klick in kurzer Zeit durch jeden Text

Speed-Reading: Mit Squirt können Nutzer Texte im Browser mit bis zu 950 Wörtern pro Minute lesen. (Screenshot: Süddeutsche)
Speed-Reading: Mit Squirt können Nutzer Texte im Browser mit bis zu 950 Wörtern pro Minute lesen. (Screenshot: Süddeutsche)

Wer zum Beispiel einen Artikel von Spiegel Online aufruft und mit der Maus auf das „Squirt“–Lesezeichen in der Browserleiste klickt, bekommt alle Wörter des Artikels in einer variabel konfigurierbaren Geschwindigkeit nacheinander angezeigt. Nutzer können den Wortfluss jederzeit pausieren oder den Wortdurchsatz pro Minute individuell an ihre Bedürfnisse anpassen. Im Minimum werden so 200 Wörter pro Minute angezeigt, in der Spitze bis zu 950 Wörter pro Minute. Zum Vergleich: Wer einen Artikel im Internet ohne Zuhilfenahme eines solchen Tools liest, bringt es im Durchschnitt auf etwa 120 bis 200 Wörter in der Minute. Das gewünschte Ergebnis ist klar: Mithilfe von Squirt sollen Nutzer weiterhin alle Informationen eines Artikels erhalten, jedoch mithilfe einer neuen Lesetechnik deutlich weniger Zeit dafür aufwenden müssen. Ärgerlich: Noch verirren sich auf bestimmten Seiten Teile des HTML-Codes in die Wortfolge. Hier muss von Entwicklerseite noch nachgebessert werden.

Das Geheimnis von Squirt ist schnell erklärt: Die Augenbewegungen während des Lesens – also von Wort zu Wort und von Zeile zu Zeile – sind die größten Zeitfresser. Daher zeigt Squirt ähnlich wie sein Vorbild Spritz alle Wörter eines Textes einzeln nacheinander an. Die stringente und horizontale Positionierung der Wörter erlaubt es dem Leser, sie und damit den gesamten Text schneller zu erfassen.

Squirt, Spritz & Co: Speed-Reading als Trend?

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Tools, die Menschen schneller beziehungsweise effizienter durch den Informationswust im Internet bringen sollen. Spritz und Squirt sind nur zwei davon, andere Anwendungen wie Readability oder Blinkist gehen andere Wege, indem sie zum Beispiel den Lesekomfort erhöhen oder sogar Inhalte clever zusammenfassen. Dabei dürften all diese Dienste in Zukunft eine wachsende Zielgruppe ansprechen. Die Aufmerksamkeitsspanne im Netz ist inzwischen gering, die Menge der Informationen, die Nutzern täglich über Smartphones, E-Mails und Soziale Netzwerke erhalten, enorm. Umso mehr suchen sie nach Wegen, Informationen intelligenter auszuwählen und in kürzerer Zeit aufnehmen zu können.

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12 Antworten
  1. von André Köbel am 13.03.2014 (12:03 Uhr)

    Im letzten Absatz ist Readability falsch verlinkt. :)

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  2. von Daniel Hüfner am 13.03.2014 (12:04 Uhr)

    Hi André,

    danke für den Hinweis. Ist korrigiert!

    Beste Grüße aus Hannover,

    Daniel

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  3. von Thomas Rose am 13.03.2014 (14:32 Uhr)

    Super gut, Readability Web, und dazu das Squirt-Bookmarklet :D Macht richtig Spaß :)

    Ich finde allerdings dass Squirt noch ausbaufähig ist, gerade bei der Schriftart finde ich Spritz's serifenlose Darstellung angenehmer.

    Und bei dem Namen sollten sie vielleicht nochmal nachdenken. Bei Suche nach dem Namen war mein Kollege grad kurz peinlich berührt und machte sich Sorgen vom Porno-Filter unseres Firmenproxy abgefangen zu werden ^^

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  4. von Chelsea am 13.03.2014 (16:21 Uhr)

    Ich habe es ausprobiert und bin erstaunt wie gut es wirklich funktioniert! Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, aber nach nur 5 Minuten Übung gab es keine Probleme mehr. Der Name ist allerdings tatsächlich gewöhnungsbedürftig. ;)

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  5. von Nicolas am 13.03.2014 (18:25 Uhr)

    Abgesehen davon, dass bei Spiegel Online hin und wieder HTML-Code als Text angezeigt wird, klappt es echt ganz gut.

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  6. von Onkel emma am 13.03.2014 (19:33 Uhr)

    Sorry, aber ne dämlichere Überschrift ist euch nicht eingefallen? Mag sein, dass man das in den USA geistreich findet, aber auf Deutsch sieht das einfach nur nach BILD aus.

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  7. von Thomas am 13.03.2014 (19:36 Uhr)

    Hallo zusammen,

    ich habe so etwas vorher noch nie ausprobiert und bin begeistert. Allerdings habe ich schon mehr Probleme mit den HTML-Tags beim Lesen von Spiegel online.

    Gibt es solche Tools auch für eBooks oder PDFs?

    Grüße Thomas

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  8. von Astrid Radtke am 13.03.2014 (20:58 Uhr)

    Das geht wirklich schnell. Aber ich muss alles Wort für Wort lesen. Das bin ich gar nicht mehr gewohnt. Auch fehlt mir das Satzgefüge und ich kann damit nur schwer den Inhalt erfassen.

    Es gibt auch das Querlesen und das lässt sich bei der Informationsflut gar nicht anders bewerkstelligen. Das Querlesen geht bei mir genauso schnell - halt nicht Wort für Wort.

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  9. von Philip am 14.03.2014 (09:57 Uhr)

    Wer hat denn diese Squirt Software auf dem Mac installiert? Findet ihr diese TuneUpMyMac Software, die im Hintergrund mitinstalliet und gestartet wird nicht auch ein durchaus erwähnenswertes Detail? Also ich finde das eine absolute Frechheit (nur mit Task-Manager beendbar und nistet sich im System ein). Mich würde es auch nicht wundern wenn das Squirt-Programm ein Ausspäh-Software vom Geheimdienst ist oder ein solches mitinstalliert, um das Surfverhalten besser analysieren zu können.

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  10. von Michael Husmann am 14.03.2014 (10:10 Uhr)

    Auch für Spritz gibt es mittlerweile ein Bookmarklet:
    https://gun.io/blog/openspritz-a-free-speed-reading-bookmarklet/

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  11. von Szop am 14.03.2014 (11:20 Uhr)

    Wenn jemand einen guten Tip hat für einen Speed PDF/EPUB Reader für Android hat, dann immer her damit. Ich hab den "Speed Reader" aus dem Play Store ausprobiert, finde ihn aber etwas unhandlich, da ich nicht aussuchen kann ab welcher Stelle er lesen soll.

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  12. von Fiete am 14.03.2014 (14:43 Uhr)

    Oh ja, bitte noch mehr Informationen in noch weniger Zeit. Ist ja nicht so, dass einem jetzt schon vor lauter Informations-Overkill fast die Rübe platzt.

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