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Interview

Der Stack-Overflow-Gründer verrät, wie du richtig gute Programmierer anheuerst

Joel Spolsky ist Stack-Overflow-Gründer und Mitgründer von Trello (Bild: Stack Overflow)

Joel Spolsky gilt als Sprachrohr weltweit für Programmierer. Im Exklusiv-Interview erklärt er, wie sich die Haltung zu Programmierern über die Zeit verändert hat und worauf Developer setzen sollten. 

Seine Karriere begann Joel Spolsky im Excel-Team bei Microsoft, er wechselte aber bereits zur Jahrtausendwende ins Unternehmerlager – und hat es seitdem nicht bereut, wie er uns im Interview erklärt. Spolsky gründete Stack Overflow und später Trello, das er Anfang des Jahres für 425 Millionen US-Dollar an Atlassian verkaufen konnte. Worauf es beim Gründen und Führen von Unternehmen ankommt und was erfüllt sein muss, damit sich Teams gut selbst organisieren können, erzählt er im Interview.

t3n.de: Deutschland klagt über einen Fachkräftemangel im IT-Bereich, und auch international sind Programmierer verzweifelt gesucht. Wie erkennt man man deiner Erfahrung nach die besten Köpfe, und was muss man ihnen bieten?

Joel Spolsky: Programmierer zu finden ist in der Tat aktuell nicht einfach. Man erkennt aber recht schnell, ob jemand geeignet ist oder nicht, ob er die notwendigen Skills und Erfahrungen mitbringt sowie diese Geduld und Leidenschaft zum Programmieren, die immens wichtig sind. Ein gutes Indiz kann sein, wie früh jemand mit dem Programmieren angefangen hat und ob er schon als Kind oder Jugendlicher im besten Sinne ein Nerd war, der sich mit Computern auseinandergesetzt hat. Hat jemand aus eigenem Antrieb und Interesse damit begonnen oder ist er erst später aufgrund der guten beruflichen Aussichten dazu gekommen? Meiner Erfahrung ist, dass gute Programmierer meistens aus Enthusiasmus und Spaß Code schreiben – und wenn man solche Menschen als Mitarbeiter finden kann, dann entsteht daraus oft etwas Großartiges.

t3n.de: Was muss sich in der Ausbildung ändern, damit wir junge Menschen nachhaltig für die Herausforderungen der Digitalisierung ausbilden? Glaubst du, dass es eine gute Idee ist, wenn Kinder schon früh ans Programmieren und an den Umgang mit Computern herangeführt werden? In welchem Alter sollte das losgehen?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, wann man damit anfangen sollte – ob schon mit sechs oder sieben oder später. Ich selbst war zehn oder zwölf, als das für mich spannend und wichtig wurde. Aber es kann in der Tat hilfreich sein, den Kids so etwas anzubieten und es bereits früh in den Schulunterricht einzubauen. Versteht mich nicht falsch: Nicht jeder muss lernen, wie man programmiert. Auch als das Automobil erfunden wurde, musste nicht jeder wissen, wie man so ein Teil baut oder repariert. Aber viele Developer, die ich kenne, haben rückblickend gesagt, dass sie gerne früher mit dem Programmieren angefangen hätten.

t3n.de: Mit Stack Overflow hast Du die wohl größte Community weltweit für Developer aufgebaut und bist zu einer Art Sprachrohr der Branche geworden. Wie hat sich der Stellenwert von Programmierern in den letzten Jahren verändert?

Ich glaube, dass der Marktwert und die Wertschätzung von Programmierern heute höher ist als noch vor einigen Jahren. Früher war Programmieren deutlich mühsamer, ein Zusammenschustern von Code mit anschließendem Debuggen, bestenfalls ein Handwerk. Man konnte damals noch nicht absehen, wie kreativ Programmieren einmal werden würde. Im Laufe der Jahre waren es immer häufiger auch technikgetriebene Leute und nicht nur Business-Menschen, die mit ihrer Kreativität, ihren intellektuellen Fähigkeiten und ihren Ideen die Unternehmen groß gemacht haben. Schaut Euch Google, Amazon, Apple und Microsoft an – und viele kleinere Unternehmen. In all diesen Firmen waren die IT-affinen Gründer diejenigen, die das Unternehmen geprägt haben. Es hätte da auch nicht funktioniert, wenn sich BWLer etwas ausgedacht und dann ein paar Programmierer angeheuert hätten, das umzusetzen. Inzwischen haben alle verstanden, dass Developer auch kreative Denker sein können, und dadurch steigt auch ihr Ansehen im Geschäftsleben.

t3n.de: Was muss sich in der Ausbildung ändern, damit wir die Herausforderungen der digitalen Transformation in den nächsten Jahren gut bewältigen können?

Wir sollten Softwareentwickler am besten auf einer praxisorientierten Ebene und mit viel Erfahrung und Ausprobieren ausbilden. Für mich geht’s da in der Tat vorrangig um generelle Konzepte und praktische Fähigkeiten, weniger um Theorie. Welche Programmiersprache man unbedingt lernen sollte, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube eher, Schüler und Studenten sollten sich eine Vielzahl möglichst unterschiedlicher Programmiersprachen anschauen. Aber was du an Programmiersprachen in der Schule lernst, ist in fünf Jahren ohnehin überholt – darum geht es aber auch gar nicht. Da ist es zielführender, die Programmierpraxis und das generelle Handwerkszeug zu lernen, also wie man an eine neue Programmiersprache herangeht.

Auf der nächsten Seite erfährst du, welche Programmiersprache aktuell im Aufwind ist und was für Joel Spolsky der Grund war, ein eigenes Unternehmen zu gründen.  

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