Start von Bing: Erste Reaktionen zu Microsofts „Google-Killer“

Microsoft hat mit der vorgezogenen Live-Schaltung seiner neuen Suchmaschine Bing für Überraschung gesorgt. Eigentlich erst für den 3. Juni geplant, ist der neue Google-Konkurrent schon seit dem 1. Juni online. In Deutschland steht den Nutzern allerdings erst eine etwas abgespeckte Beta-Version zur Verfügung, aber die Umstellung auf die amerikanische Suche genügt, um erste Eindrücke zu sammeln. Unter den Reaktionen sind überraschend viele positive Meinungen, bedenkt man die relativ große Skepsis gegenüber dem vermeintlichen „Google-Killer“ im Vorfeld.

Pluspunkte: Geschwindigkeit, Usability und Optik

In Sachen Geschwindigkeit kann überzeugen. Vor allem im Vergleich zum Vorgänger „Live Search“ hat die neue deutlich zugelegt und steht dem Marktführer zumindest gefühlsmäßig in nichts nach. Hier wird es aber sicher in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Erkenntnisse geben.

Auch wenn keine wirklich neuen Funktionen enthalten sind, so kommt die Usability von Bing gut an: „Es ist in der Tat nur die Usability die mich begeistert: Was die Darstellung betrifft, ist es Microsoft meiner Meinung nach tatsächlich gelungen, Google zu schlagen“.

Die Optik mit täglichen wechselnden Hintergrundbildern ist nicht revolutionär, aber eben doch ansprechend.

Kritikpunkte: Beta-Version, Zensur und Suchergebnisse

Die Freischaltung einer abgespeckten Version in Deutschland, die auch als „Live-Search-Version in Bing Optik“ bezeichnet wird, könnte sich als Fehler herausstellen, denn die reduzierte Version ist nicht als solche zu erkennen und könnte enttäuschte Test-Nutzer von der Verwendung der echten Bing-Suche abhalten.

Kritisiert wird auch die Filterung von „offensichtlich moralisch zersetzenden Begriffen“, die auch bei weniger verfänglichen Suchbegriffen wie „XXL“ greift.

In einem Test fallen den Suchmaschinenoptimierern von suchmaschinentricks unter anderem eine gute Platzierung in den Suchergebnislisten auf, wenn die Domain das gesuchte Keyword enthält. Damit könnte die Optimierung von Webseiten für Bing deutlich anders ablaufen als bei der Konkurrenz. Einen positiven Einfluss auf die Qualität der Suchergebnisse erreicht man damit aber nicht unbedingt.

Fazit

Microsoft hat durch die vorgezogene Live-Schaltung von Bing vermutlich versucht, das verlorene Aufmerksamkeitsduell durch die Ankündigung von Google Wave vergessen zu machen. Das mag in den USA auch gelungen sein. In anderen wichtigen Märkten wie beispielsweise in Deutschland hätte man sich und den Nutzern die Beta-Version besser erspart. Das mediale Echo wäre dann sicher nicht geringer gewesen und man hätte einen Kritikpunkt vermieden.

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2 Answers

  1. von Ralf 02.06.2009 (13:18Uhr) 1.

    Ich sehe ja keinen Grund die Suchmaschine zu wechsel, aber Bing sieht schon schön aus.
    Wenn ich als Beispiel nach "Masern" suche, kann ich sie auch bei "ebay kaufen und dabei sparen" ;-))
    Wobei ich aber leider keine Kinderkrankheiten allgm. kaufen kann...

  2. von Thorsten 04.06.2009 (21:15Uhr) 2.

    Persönlich finde ich Bing echt gelungen. Das täglich wechselnde Hintergrundbild spricht bestimmt die Neugierde vieler User an und die Alternativen Suchvorschläge sind passend und gut platziert. Bleibt nur zu hoffen, daß Microsoft irgendwann den Zensurfilter vernünftig einstellt oder zumindest bei Harmlosen Begriffen wie der Bösen Strumpfhose auch mal Treffer liefert. Dann wäre der Weg in den Duden für Bingen frei ;)

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